Schwanger – und jetzt? Von Gefühlschaos und Zweifeln…

Ihr Lieben, heute ist ein wirklich besonderer Tag – zwei „Babys“ von uns feiern Geburtstag. Zum einen wird Katharinas jüngste Tochter heute 5 Jahre alt (Hilfe, die war gerade doch noch so klein…) und unser Buch „WOW MOM – der Mutmacher für deine Schwangerschaft“ erscheint (Großer Danke an frei öl für die Partnerschaft und an unseren Fischer Verlag fürs Möglichmachen!). Mit diesem Buch wollen wir Schwangere auf der Reise bis zur Geburt begleiten, sie unterstützen, sie zum Schmunzeln bringen und ihnen Mut machen, wenn der ihnen mal abhanden kommt. Und pünktlich zum Erscheinen gibt es hier einen Vorgeschmack auf das Buch, dieser Text stammt aus dem Kapitel „WOW, bin ich unsicher“.

Kann es sein, dass alle Welt erwartet, dass du sofort und unmittelbar nachdem du dir die Eintrittskarte in diese Welt namens Mutterschaft besorgt hast in den Mama-Modus verfällst? Kann es sein, dass ab diesem Zeitpunkt jeder und jede weiß, was das Beste für dich und die Babykugel ist? Kann es sein, dass Schwangere irgendwie Allgemeingut werden? Ja, leider spürt man mit wachsendem Bauch auch gesellschaftliche Zwänge, den Druck von außen. Und das kann ganz schön verunsichern – vor allem dann, wenn einem nicht 24 Stunden am Tag bunte Einhörner aus dem Po fliegen…

Ganz im Ernst: Das, was du gerade erlebst, ist wunderbar – aber es ist auch eine heftige Umstellung. Alles wird sich verändern, vieles hat sich bereits verändert. Das ist spannend, aber auch ganz schön anstrengend. Du bist vielleicht gerade einfach nur müde und geschafft… fragst dich abends, wenn du in den Spiegel schaust, still und verschämt, ob das alles wirklich so eine gute Idee war. Vielleicht wäre der Zeitpunkt für ein Baby in einem halben Jahr besser gewesen. Oder in einem Jahr oder zwei. Plötzlich sehnst du dich nach einer Rucksack-Tour durch Indonesien oder wenigstens nach einem Partywochenende in Kopenhagen. Aber du traust dich nicht, mit irgendjemand darüber zu sprechen, weil alle erwarten, dass du nonstop selig deinen Bauch streichelst und den Tag der Geburt herbeisehnst. Ich weiß, wie du dich fühlst. Ich weiß, dass du manchmal ein schlechtes Gewissen hast, weil es eben nicht immer so ist. Und ich weiß auch, dass du keine Ahnung hast, wie das alles werden soll. Deswegen sage ich dir hier laut und deutlich: Du bist die Queen, die Chefin im Ring. Du ganz alleine entscheidest, was sich gut für dich und deinen Bauch anfühlt. 

„Aber du musst doch jetzt…“ wie oft hast du diesen Spruch schon gehört – egal, ob du nach Rat gefragt hast oder nicht. Lass dir sagen: Du musst gar nichts. Du musst nicht süße, körperbetonte Schwangerschaftsmode tragen, wenn du dich momentan in Leggings und Schlabberpulli am wohlsten fühlst. Du musst nicht dreimal in der Woche zum Pränatal-Yoga rennen, wenn dir gerade so übel ist, dass du einfach auf der Couch leiden willst. Nein, du musst auch nicht tapfer durch all die Wehwehchen durchgehen, wenn alles weh tut, man nur noch müde ist und kraftlos? 

Jede Träne die man sich verkneift, stellt sich hinten wieder an. Lass sie einfach raus.

Du darfst Bammel haben vor all der Verantwortung, die da auf dich zukommt. Du darfst Sushi und Weißwein vermissen. Du darfst Menschen albern finden, die ab dem Tag der Befruchtung den Bauch mit Chopin beschallen und das Frühförderung nennen. 

Du musst dich nicht von Tante Hilde am Bauch bepatschen lassen und du musst auch nicht über den Witz von Onkel Jürgen lachen, ob denn da „ganz sicher auch keine Zwillinge drin seien.“ Wichtig: Das Kinderzimmer muss auch nicht perfekt Ton-in-Ton ausgestattet sein – oder von oben bis unten voller Elefanten, Bärchen und Störchen. 

Du musst dir auch nicht jede Geburts-Splatter-Geschichte anhören oder welchen Kinderwagen man UNBEDINGT braucht. Du musst auch nicht allen Verwandten erklären, warum du lieber ins Krankenhaus als ins Geburtshaus (oder umgekehrt) gehen willst, um dein Kind zu kriegen. 

Du musst deinen Babybauch nicht rund um die Uhr zelebrieren, aber du musst ihn auch nicht verstecken: Wenn du Lust hast, nackt in den Badesee zu springen: Dann tu es. Wenn du einen Gipsabdruck deines Bauches bemalen willst, los geht´s. 

Du musst dich nicht nur für Babykram interessieren. Wenn du mit deinen Freundinnen lieber die halbe Nacht alte Sex and the City-Folgen schauen willst – wunderbar. Wenn du voller Elan bis zum letzten Tag vor dem Mutterschutz arbeiten willst, ist das genauso gut wie wenn du merkst, dass mit wachsendem Bauch deine Energiereserven schwinden. Du machst das alles so gut wie du kannst. In deinem Tempo, mit deinen Mitteln.

Du bist nicht dazu da, DIE perfekte Schwangere zu sein, du musst niemandem etwas beweisen. Deine Schwangerschaft, deine Regeln – so einfach ist das. Trau dich jetzt schon zu dir und deinen Wünschen zu stehen – denn wenn das Baby erstmal da ist, werden noch viel mehr „Du musst aber jetzt“s auf dich einprasseln. Deshalb lass dir gesagt sein: Sei selbstbewusst! Sei aber auch gnädig mit dir. Du bist am Anfang einer langen Reise und du musst noch nicht wissen, wohin dein Weg geht. Setze einfach einen Fuß vor den anderen und hör auf dein Herz. Dann wird alles gut. 


Heute erscheint „WOW MOM – der Mutmacher für deine Schwangerschaft“. Es ist ein Buch voller persönlicher Geschichten von uns, Interviews mit verschiedensten Müttern und Vätern, ExpertInnen, ÄrztInnen, Hebammen. Ein Buch vollgepackt mit Emotionen, Erfahrungen, witzigen Anekdoten, rührenden Schicksalen. Ein Begleiter für jede Schwangere – denn auch, wenn du dein Baby noch nicht im Arm hält: Seine Mama bist du ja schon jetzt! Ihr könnt unser Buch in jeder Buchhandlung kaufen und natürlich HIER online.


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3 comments

  1. Was für ein toller Text. Ich wäre froh gewesen, Euer Buch in meinen Schwangerschaften gehabt zu haben 🙂
    Und ich weiß schon, wem ich es schenken werde!

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