Lisa erklärt sich und ihren Erziehungsstil und fragt sich, ob auch Schwangere Frauen bleiben dürfen

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Liebe Caro,

sag, kann das sein, dass Du gerade so ein bisschen schwangerschafts-zerstreut und schwangerschafts-empfindlich und schwangerschafts-dement bist?

Es sei Dir nicht übel zu nehmen. Ich habe nämlich ein Herz für Schwangere 🙂 Wirklich jetzt! Und ich nehme Deine plötzliche Wandlung einfach mit Humor.

Was ich in besagtem Telefonat sagte, war nicht, dass du nicht auf Dein Kind eingehst! Ich würde Dir doch nicht in Deinen Erziehungsstil reinreden und wenn ich das täte, dann eher genau in die andere Richtung, weil Du doch eher vom Schlag „Chinesisch-Frühförderung mit Drei“-hat-noch-niemandem geschadet bist (oder warst?). Anders als ich eben, die ich finde, dass der eigenständige Bau eines Baumhauses viel wichtiger ist, als diese eltern-gemachten Ideen. Aber Du wandelst Dich da ja grad auch so ein bisschen hin – zu einem Naturmenschen mit Landhaus und Stadtflucht, hehe.
Es ging in unserem Telefonat um „bedürfnisorientierte Begleitung“ von Kindern, nicht um Verhätscheln! Das musst Du missverstanden haben!
Das Einzige, was ich sagen wollte, war, dass wir uns in unseren Erziehungsstilen nicht gerade gleichen. Wir gehen unsere Mutterschaft auf unterschiedliche Weise an und ich finde das gut und ich glaube, das macht auch so ein bisschen dieses Blog hier aus. Dass wir eben nicht ständig einer Meinung sind. Und dass wir zeigen können: Kinder werden groß, auch wenn die eine Mutter hier und die andere dort Prioritäten setzt!
Aber es war eben ein kurzes Telefonat und Du hast das sofort so persönlich genommen und als Angriff verstanden (es war keiner!), dass ich dachte: Hoppla. Und dann: Okay, sie hat ja auch gerade ein paar mehr Hormone zu verarbeiten. Das also zu Deiner Schwangerschafts-Empfindlichkeit.

SO!

Zur Schwangerschaftsdemenz. Hehe. Ach, darüber schreibe ich wann anders. Erst, wenn Du aus dem Stadium raus bist und mit mir zuammen drüber lächeln kannst.
Trotzdem möchte ich Dich heute gern an eine Sache erinnern, über die Du in unserem Buch geschrieben hast. Über Schwangerschaftsmode. Du hast Dich nämlich damals, in Deiner ersten Schwangerschaft, beklagt, dass es einfach nichts Hübsches für Schwangere gibt. Und wenn ich in meinen eigenen Schwangerschafts-Erinnerungs-Fotos wühle, muss ich leider bestätigen, dass das, was da an Kleidung zu kriegen war, wirklich dürftig war. Applikationszelte eben (siehe Foto mit Applikationen auf braunem Hintergrund, muah!).

Und so ein bisschen beneide ich Dich jetzt um Deine Schwangerschaft, weil ich nämlich das Gefühl habe, dass sich das unheimlich gewandelt hat! Dass es nämlich jetzt tatsächlich Dinge gibt, die mitschwingen lassen, dass wir selbst als Schwangere noch Frauen bleiben! Woohooo. Wahnsinn, Ihr Modemeister da draußen.

Ich hatte genau EIN Still-T-Shirt damals und ich weiß noch, wie teuer das war, also ein Shirt mit Doppelstoff am Busen, so dass ich fast unbemerkt stillen konnte ohne meinen gesamten Oberkörper zu entblößen. Nun sehe ich, dass es zum Beispiel hier beim Laden bei mir neben an gleich ein ganzes Regal mit Stillmode gibt. Und auch in Sachen Umstandsmode hat sich doch echt etwas getan, wie ich sehe. Damals gab es genau zwei Läden, in denen ich halbwegs normale Kleidung kaufen konnte. Eine große Kette und ein kleines Lädchen in Spanien (Urlaubsglück). Jetzt sehe ich, als ich gerade die langen Kleider anschaue, dass es zum Beispiel bei Bonprix auch eine ganze Umstandsmode-Abteilung gibt. Wusstest Du das, Caro? Interessiert Dich das schon? Und wenn ja, wärst Du so lieb, uns Deine Favoriten mitzuteilen, damit unsere Leser für ihre bestehenden oder künftigen Schwangerschaften gewappnet sind, im Kampf gegen Applikationszelte, die aus uns Kartoffelsäcke machen?
Warum mich das gerade so interessiert? Es liegt an den alten Bildern, die ich meinen Kindern mal zeigen wollte, als sie noch von innen gegen den Bauch traten. Und noch nicht von außen…

Und bei Dir Caro, hoffe ich, dass Du das hier nicht wieder in den falschen Hals kriegst. Kleine Präventions-Aktion: NEIN, ich wollte damit nicht sagen, dass Du wie ein Sack Kartoffeln rumläufst. NEIN, das ist kein Angriff auf Deine Schönheit. Es ist vielmehr wahres Interesse am Fortschritt in Sachen Schwangerschafts- und Stillmode. Okay? Liebe Grüße! 


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3 comments

  1. Hormone seid mit uns
    Ich war die Erste in unserem Freundeskreis, die schwanger war. Und somit auch die erste, die auf einmal wie eine Wahnsinnige aufgeräumt hat, auf einmal Blümchentapete toll fand und sich gerne mal um 17 Uhr ins Bett gelegt hat, um bis morgens zu schlafen. Das Verständnis meines sozialen Umfelds war sagen wir mal: begrenzt.
    Heute nehme ich die Freundin in den Arm, wenn sie auf einmal in Tränen ausbricht und „wirklich nicht mehr weiß, wie es weiter geht.“ Die Hormone kommen und gehen. Freunde bleiben.

    In diesem Sinne:
    Lasst Euch nicht unterkriegen

    Marie von http://patchworkmylifeaway.wordpress.com/

  2. Tata…
    Oh sorry und die Fehler im Text kommen jetzt von der Stilldemenz bzw. einem generell herabgesetzten Konzentrationsvermögen…:(

  3. Schwangersein dagegen sehr…
    Hallo Lisa und alle Mamas und Papas etc.,

    kann es sein, dass wirklich viele werdende Mamas für ihr Umfeld…sagen wir mal…herausfordernd sind??
    Ich war soo schnell beleidigt, verletzt, wütend…Manchmal wundere ich mich schon fast, dass mein Mann sich trotzdem noch mehr Kinder wünscht…Aber meinem Gefühl nach, war es im ersten Drittel am Schlimmsten. Ginge es Euch auch so?

    LG
    Katharina