Frühe versus späte Mutterschaft – was fühlte sich besser an?

Ihr Lieben, in welchem Alter seid ihr Mama geworden? Lisa war ja mit 26 Jahren schon dreifach Mama, ich habe mein erstes Kind mit 29 bekommen. Es hat sicherlich Vor-und Nachteile, früh Kinder zu bekommen – genau wie es Vor-und Nachteile hat, spät Mama zu werden. Simone hat beides erlebt und erzählt uns davon:

Liebe Simone, du hast drei Kinder – das erste hast du mir 23 Jahren bekommen. Wie sah dein Leben damals aus?

Ich war damals schon drei Jahre mit dem Vater des Kindes zusammen, hatte eine Ausbildung zur Bürokauffrau in der Tasche und auch schon Berufserfahrung gesammelt. Eine Schwangerschaft war aber zu diesem Zeitpunkt absolut nicht geplant.

Wie hast du dich damals gefühlt, als du Mutter wurdest?

Ich sage es ehrlich: Die Schwangerschaft war ein Schock. Ich dachte immer, dass mit Anfang 30 Kinder bekomme, aber doch nicht mit Anfang 20. Mein Freund wohnte damals 350 Kilometer entfernt, also bin ich zwei Wochen nach der Geburt zu ihm gezogen.

Das hatte wiederum zur Folge, dass meine Familie weit weg war und ich keine Unterstützung hatte. Auch das Zusammenleben mit meinem damaligen Freund war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Trotzdem bin ich noch sechs Jahre geblieben, habe in dieser Zeit viel einfach hingenommen und durchgehalten. Doch irgendwann war es zu viel und ich habe mich getrennt.

Wie warst du als junge Mutter?

Ich war in Bezug auf das Kind sehr locker, habe nicht über alles so viel nachgedacht, sondern einfach gemacht. Ich war auch immer für jeden Spaß zu haben. So bin ich mit dem Kleinen viel gereist, einfach drauf los und wir haben das super hinbekommen.

Dein drittes Kind hast du dann mit 39 bekommen. In welchem Lebensabschnitt warst du da?

Nach der Trennung von Vater des Großen habe ich tatsächlich die Liebe meines Lebens gefunden. Es war uns schnell klar, dass wir gemeinsame Kinder haben möchten. 2017 kam das erste gemeinsame, da war ich 35. Und dann mit 39 unser dritter Sohn.

Wie haben die großen Kinder reagiert und wie dein restliches Umfeld?

Der Große war überglücklich, er hatte sich immer Geschwister gewünscht. Auch unsere Familien haben sich total gefreut. Aus dem weiteren Umfeld allerdings hagelte es viel Unverständnis. Warum ich „nochmal von vorne anfangen“ will – in „meinem Alter:“

Wie anders war diese Schwangerschaft?

Die erste Schwangerschaft mir 23 war ein Traum. Keine Wehwehchen, keine Übelkeit, es ging mir blendend. Ich hatte enormen Bewegungsdrang, so dass der Hund meiner Eltern sich immer schon versteckte, wenn er mich sah, weil er wusste, dass er schon wieder Gassi gegen muss. Ich war wirklich total fit.

Die Schwangerschaft mit 35 war schon eine andere Hausnummer, da ich eine schwere Nierenbeckenentzündungen hatte.

Die letzte Schwangerschaft war wirklich sehr schwierig. Wir wussten anfangs nicht, ob das Kind gesund sein würde. Die Nackenfaltenmessung war auffällig, also wurde eine Fruchtwasseruntersuchung und eine Chorionzettenbiopsie gemacht. Danach standen die Chancen auf ein gesundes Kind 50/50. Wir haben uns dann gegen weitere Tests entschieden, weil unsere Nerven wirklich blank lagen.

Und auch die Geburt war nicht schön. Ich hatte einen unentdeckten Gebärmutterriss und sehr viel Blut verloren. Aber: Wir sind heute alle gesund und munter.

Wo liegt der größte Unterschied zwischen der ersten und der dritte Mutterschaft?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich heute alles viel mehr zu schätzen weiß und meine Kinder viel mehr genieße. Als ich jung war, wollte ich selbst noch so viel sehen und erleben, wollte auf nichts verzichten. Deshalb habe ich meinen Sohn oft einfach überall mit hin gekommen.

Das ist heute anders. Die Kinder sind das Wichtigste und ich sehe ja auch, wie schnell die Kinder groß werden. Der Älteste ist jetzt 17, fährt bald Auto. Bald wird er mich nicht mehr so brauchen. Früher habe ich oft gedacht: Hoffentlich werden die alle schnell groß – das ist heute anders. Ich wünschte, sie würden noch länger klein bleiben. Ich bin mittlerweile sehr gelassen, auch wenn die Nächte mal blöd sind oder sonst irgendwo Stress ist.

Früher habe ich mir schon öfter mal Gedanken gemacht, wie andere Menschen mich als Mutter sehen. Heute ist mir das total egal. Man kann eh nicht jedem recht machen.

Ist die Familienplanung jetzt abgeschlossen?

Nein, die Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen. Da geht noch was 🙂

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3 comments

  1. Ich habe mit 29 die Pille abgesetzt und bin mit 42 nach einem langen und sehr steinigen Weg endlich Mutter geworden. Es ist körperlich anstrengend mit kleinem Kind (5), aber der Zwerg hält mich auch jung und fit 😉
    Ich freue mich jeden Tag, dass es endlich doch geklappt hat und wir ein so wunderbares Kind haben.

  2. Bei mir kam das 1. Kind mit 17, mit 27 das 2. Kind und mit 37 das 3. Kind. Ganz klar bin ich heute die bessere Mutter, die mir mehr Ruhe, mehr Gelassenheit und vor allem mit mehr Zeit. Was bei jedem Kind und zu jeder Zeit gleich war, die Liebe❤️

  3. Ich wollte immer Mutter werden bevor ich dreißig bin, das habe ich mir optimal vorgestellt, mit etwas Lebenserfahrung, aber noch Luft für mehr Kinder. Der Wunsch wurde mit den Jahren immer größer.
    Mein erstes Kind habe ich mit 32 Jahren bekommen und werde nun mit 34 Jahren das zweite Mal Mutter.
    Es fühlt sich für mich genau richtig an.
    Ich weiß was ich will und lasse mich nicht zu sehr von anderen Meinungen beeinflussen. Beruflich bin ich abgesichert und mein Partner auch.
    Ich glaube aber, dass jede andere Frau und hätte es mich betroffen auch ich selbst, genauso zufrieden sein kann in einem früheren oder späteren Alter Mutter zu werden. Außer dem eigenen Alter gibt es noch viel mehr was Zufriedenheit oder Unzufriedenheit beeinflussen kann.

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