22/09/2014 - 20:53

Stadt-Mama Katharina

Irgendwie sind wir doch alle miteinander verbunden...

Ihr Lieben, ich glaube ja, dass es zwischen uns Müttern ein unsichtbares Band gibt. Auf diesem Band steht dick und fett : „Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst.“ Es heißt zwar oft, dass es zwischen Mamas einen Konkurrenzkampf gibt, aber ich habe diese Erfahrung bisher nicht gemacht.  Jedenfalls nicht mit den Müttern, die ich wirklich gern habe.

Eine Freundin von mir hat ihr erstes Kind mit 23 bekommen – damals war ich von Familienplanung noch weit entfernt. Als sie also mit ihrem Säugling die ersten Wochen zu Hause war, dachte ich immer: Die hat doch jetzt irre viel Zeit – und rief sie zu den unterschiedlichsten Tageszeiten an. Ohne Erfolg. Manchmal bekam ich sie tagelang nicht ans Telefon. Irgendwann hatte ich genug und motzte sie an: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Können wir nicht mal wieder in Ruhe quatschen?“ Damals lachte meine Freundin nur und sagte: „Warte mal, wie es Dir geht, wenn Du mit einem Baby zu Hause bist.“

Als ich mit meiner Tochter ganz frisch aus dem Krankenhaus kam, besuchten mich zwei ganz liebe Freundinnen. Beide hatten keine Kinder und waren wahrscheinlich über meinen Anblick erschrocken. Ich saß in Jogginghose, ungeduscht und müde auf dem Sofa. Sie setzen sich zu mir und erzählten aus dem Büro, vom Ausgehen, von dem Leben, das für mich gerade so gar keine Rolle spielte. Ich wollte zuhören, doch ich konnte nicht. Ich hätte heulen können, weil mich ihr Besuch so anstrengte. Weil ich sie so wenig einfühlsam fand und mich so ausgelaugt.  Sie sagten so Sachen wie: Dann nimmst Du das Baby einfach mit zur Party, legst das dann da aufs Sofa – und ich nickte und dachte: NIE im Leben mach ich das.

Eine dieser beiden Freundinnen hat vor 4 Wochen nun ein Baby bekommen – ich weiß, sie wird eine tolle Mutter sein. Seit sie das Kind hat, sind wir uns (so fühle ich es auf jeden Fall) noch mal emotional näher. Vor ein paar Tagen schrieb sie mir eine SMS: „Ich frage mich wirklich, wie Du das alles Tag für Tag mit zwei Kindern schaffst. Ich kann erst jetzt all die Dinge nachvollziehen, die Du früher erzählt hast.“

Und auch ich habe, als meine Tochter geboren wurde, meine Freundin angerufen und mich dafür entschuldigt, dass ich sie früher immer angemotzt habe, wenn sie nicht ans Telefon gegangen ist.

Was ich damit sagen will? Nur eine Mutter weiß, wie sich eine Mutter fühlt. Glücklich, erschöpft, dankbar, zornig, ungeduldig, liebend, besorgt, genervt – alles auf einmal. Wenn ich mich wirklich mal auskotzten will, schreibe ich immer meinen Freundinnen, die selbst Kinder haben. Und nichts tröstet so sehr, als wenn zurück kommt: „Kopf hoch, Süße. Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst und drücke Dich fest.“

In diesem Sinne: Schenkt der nächsten Mutter, die Euch begegnet, einfach mal ein großes Lächeln – vielleicht braucht sie es gerade dringend. 

Tags: Mutter, verstehen, Kind, Freundschaft, Mutter, Zusammenhalt

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Kommentare

Jennifer G. — Di, 09/23/2014 - 08:50

Ich muss immer wieder sagen...hätte ich nicht so einen tollen Partner an meiner Seite,dann wäre vieles nicht so einfach.Mein Freund steht mir immer zur Seite...Wäsche,aufräumen,putzen...wir teilen uns Alles.Bei meiner Tochter haben wir uns in der Nacht mit Flasche geben und Windeln abgewechselt...obwohl meine Freund Frühdienst hatte.Ich mache alles weiter so mit Kindern was ich vorher auch gemacht habe.Klar ist es mal Stressig und man ist Müde...aber ich vereise auch mal alleine mit meiner Schwester und wir haben viele Mädelsabende :-) Mit einem Tollen Partner an der Seite kann es nur Super sein :-)

stephi — Di, 09/23/2014 - 11:15

Ganz genau so ist es :-) schöner Beitrag. Lg

Denise — Di, 09/23/2014 - 14:35

Oh ja an so Besucher erinnere ich mich auch... Schöner Beitrag :) Lg Denise

Nina — Mi, 09/24/2014 - 11:43

Ich stimme dir vollkommen zu, aber ich finde es furchtbar schade, dass es auch Situationen gibt, in denen zwei Mütter sich nicht durch ein unsichtbares Band verbunden fühlen, sondern es sich gegenseitig schwer machen. Vor allem, wenn die Beiden gegensätzliche Konzepte der Erziehung, des Stillens, etc. vertreten. Ich fände es total toll, wenn sich Mamas auf der Straße begegnen, sie einander zulächeln und vielleicht ein paar nette Worte wechseln würden. Dann wäre die Welt mit Kind um einiges leichter. Liebe Grüße Nina http://ninaitwanina.blogspot.co.at/

Nina — Mi, 09/24/2014 - 22:09

Danke für deine schönen Gedanken!

Lu — Do, 09/25/2014 - 06:48

Toller Beitrag, danke! Den Spruch "das Kind kann ja aufm Sofa schlafen auf der Party" höre ich auch öfters :)) Nja...

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