TEEN TIME Das Buch! Morgen erscheint mein Eltern-Mutmacher für die Pubertät

Teen Time das Buch

Ihr Lieben, heute erscheint TEEN TIME das Buch und ich möchte das gern gemeinsam mit euch kräftig feiern! Es ist wirklich immer wieder so erstaunlich, wenn all das, was durch deinen Kopf fleucht, plötzlich erst im stillen Kämmerlein den Weg in den Laptop und später dann wirklich in den Druck eines ganzen Buches findet.

Für mich ist es bereits das siebte Buch im Leben, aber das erste als Einzelautorin, für das also auch nur ich werde geradestehen müssen, wenn Quatsch drin steht 😉! Und es ist das erste beim humboldt Verlag. Es war ein ganz anderer Entstehungsprozess als sonst und eben auch eine veränderte Verlagszusammenarbeit mit neuen Leuten und anderen Strukturen. Alles ganz schön aufregend.

Wie TEEN TIME das Buch entstand

TEEN TIME
Teen Time. Zwischen Augenrollen und Umarmung: Souverän durch die Pubertät deines Kindes

Und ich sag euch was: Es sollte ja ein Ratgeber werden und es ist dann auch ein Ratgeber geworden, aber ich tat mich erstmal total schwer mit dem Tipps geben, weil ich ja hier im Blog eher Inputs geben, wie es laufen KANN, aber nicht MUSS. Da musste ich für mich dann erstmal schauen, wie ich ein gutes Zwischending hinbekomme, dass es nicht klingt, als wüsste ich exakt, wie es geht 😉 Aber aus dem die LeserInnen eben trotzdem viel für sich mitnehmen können.

Dazu kam, dass es super ungewohnt für mich war, die LeserInnen zu duzen, hier im Blog spreche ich ja eher von einem Wir oder von „Lasst uns doch mal schauen, wie wir das hinkriegen“. Das führt dann auch dazu, dass ich erstmal Schwierigkeiten hatte, zu starten und mich überhaupt auf den Weg zu begeben.

Denn ja, so ein Buch ist schon ein Weg, der viel Konzentration braucht, damit am Ende das Gesamtwerk auch zusammenpasst, damit es eine gewisse Dramaturgie gibt und huiiiii, ich hab eben auch noch nie ein Buch geschrieben, bei dem ich so viel unterbringen wollte, denn wir haben hier ja über die letzten Jahre so so viele wertvolle Teen Time Kolumnen gesammelt. Da muss man dann erstmal die Übersicht bewahren! Welche Themen kommen rein, welche nicht, welche passen wann wohin, wie krieg ich sie so umgeschrieben, dass sie zum Rest des Buches passen, ich krieg noch jetzt beim Aufschreiben Gehirnmuskelkater 😉

Ich hatte also recht hohe Ansprüche und dann kamen die ersten Feedbacks und das tolle Lektorat und nun darf es halt einfach raus in die Welt und alles hat geklappt! Ihr könnt euch wirklich nicht vorstellen, wie gespannt ich bin, wie es euch gefällt. Und da ich jetzt im Rahmen der Pressearbeit fürs Buch schon das ein oder andere Interview gegeben hab und manche aber auch viel zu lang waren, hab ich hier mal noch ein paar Antworten zum Inhalt für euch aufbereitet, die sonst im Sande verlaufen würden, aber trotzdem spannend für euch sein könnten…

Wie gehe ich mit einem „Null-Bock-Kind“ um?

Wie möchten wir denn, wie mit uns an einem Null-Bock-Tag umgegangen wird? Möglichst mit dem Verständnis, dass solche Tage eben dazugehören und mit der Zuversicht, dass sich diese Zeiten auch wieder ändern, oder? Nur, weil unsere Kinder in der Pubertät hormongeflutet sind, bleiben sie ja Menschen.

Und Menschen, die grad auf nichts Lust haben, wollen sich meist in ihrer aktuellen Lage erstmal gesehen und ernstgenommen fühlen. Kein Belächeln, keine Witzchen, sondern Augenhöhe. Ich hab noch von keinem Kind gehört, das für immer missmutig blieb.

Sie schreiben, dass aktives Zuhören so wichtig sei. Was bedeutet das genau?

Wir lassen das Kind erstmal sein und geben keine Tipps oder Lösungsvorschläge ins Gespräch rein, sondern spiegeln, was wir wahrnehmen. Wenn unser Kind erzählt, dass eine Lehrkraft oder jemand aus der Clique doof war, hilft es, erstmal zu sagen: „Oh, das hat dich getroffen“ statt einzustimmen in ein „Das geht ja gar nicht, was fällt der Person ein, da wehrst du dich aber morgen mal“.

Unsere Kinder tragen ganz viel bereits in sich und entwickeln selbst gute Ideen. Da kann ein Ratschlag sich schnell eben auch mal wie ein Schlag anfühlen und es hilft eher, die eigenen Gedanken mal losgeworden zu sein, ohne dass sie gleich bewertet werden. Klappt natürlich nicht immer, aber einen Versuch ist es wert.

Warum entwickeln sich Kinder sogar, wenn sie in derselben Familie aufwachsen, in der Pubertät völlig unterschiedlich?

Ha. Nicht nur in der Pubertät, sondern im gesamten Leben können sich Geschwister sehr unterschiedlich entwickeln! Haben wir eigene Geschwister? Wie anders sind die als wir? Oder haben wir selbst mehrere Kinder? Wie unterschiedlich sind sie? Das darf uns als Eltern aber entlasten! In Köln sagen wir „Jeder Jeck ist anders“ und das gilt auch für Familien. Wir geben als Eltern natürlich unser Bestes, aber dieses „Beste“ wird bei jedem unserer Kinder anders ankommen, deswegen lohnt es sich, bei sich zu bleiben.

Mitunter ist es nicht einfach zu entscheiden, ob das Verhalten eines Pubertierenden noch „normal“ und damit von der Familie abzufedern ist und wann man professionelle Hilfe benötigt. Haben Sie einen Tipp, wie man das herausfindet?

Ich empfinde die Frage nach „Besteht Lebensgefahr oder nicht?“ in diesen wilden Jahren als sehr hilfreich. Eine Hose mit bunten Katzengesichtern drauf fällt da nicht drunter. Eine TikTok-Challenge mit Luft abdrücken bis zur Ohnmacht eben schon. Und trotzdem würde ich nicht pauschal professionelle Hilfe empfehlen, wenn das halt ein einziges Mal vorkommt. Da helfen dann auch erstmal Gespräche. Anders ist das bei selbstverletzendem Verhalten oder wenn eine Sucht im Raum steht. Wenn ich also als Elternteil Gefahr sehe und selbst nicht weiterweiß, dann zeugt es von Stärke, sich Profis an Bord zu holen.

Inwiefern geht es in der Pubertät auch um Haltung?

Wir sind als Eltern natürlich kompromissbereit, bleiben aber bei unseren grundsätzlichen Überzeugungen. Unser Kind weiß, woran es bei uns ist.  Wir bleiben Leuchtturm (der rennt nicht hinterher, ist aber immer da, um Orientierung zu geben). Und ja, das verlangt Stärke und dazu gehört auch mal, abends ins eigene Kissen zu weinen und sich und den eigenen Erziehungsstil zu hinterfragen und Sorge zu haben, ob alles gut ausgeht.

Da lohnt es sich aber, dranzubleiben. Nicht mit Erziehungsmaßnahmen und Strafenkatalogen, sondern im besten Fall mit Nachfragen und Zuhören. Mit dem Angebot, all das gemeinsam auszuhalten und immer auch mit dem Gedanken, dass wir mit unserem bloßen Sein und Tun schon Vorbild sind und dass das, was wir vorleben und reingeben auch ankommt. Manchmal hilft es auch, sich zu fragen, ob das, was uns gerade Sorge bereitet, in fünf Jahren noch relevant ist oder ob wir die Anekdote später lächelnd bei der Hochzeitsrede für unser Kind erwähnen.

Wie viel von ihren eigenen Gefühlen sollten Eltern ihren Kindern zeigen?

Ich bin kein Fan von ultimativen Geheimrezepten oder pauschalten Antworten, aber ich bin ein riesengroßer Fan von Authentizität. Wenn Eltern eh viel über Gefühle reden, dann sollten sie dies auch mit ihren Kindern tun, sie sollten sich nicht verstellen. Die Teens bekommen das eh mit, sie nehmen feinste Schwingungen wahr. Ich selbst bin ein emotionaler Mensch, meine Kinder sehen mich weinen, wenn es mir nicht gut geht und lachen, wenn es grad witzig ist. Für sie gehört das dazu und sie lernen auch, dass das dazugehört bei uns und dass wir alle keine Maschinen sind.

Warum können Sie allen Eltern trotz aller Probleme Mut machen?

Dass die Pubertät per se mit Problemen in Verbindung gebracht wird, hat mich dazu motiviert, das Buch „Teen Time“ zu nennen, das ist so schön neutral. Wenn wir nicht von Problemen, sondern von bemerkenswerten Entwicklungsschritten sprechen, dann macht das doch gleich viel bessere Laune, oder? Ich finde, die Pubertät könnte ein neues Image vertragen, weg vom Problematischen, hin zum Überraschenden.

Ich höre auch von vielen Eltern, die sagen: „Huch, bei uns war das gar nicht so schlimm in der Pubertät, ist mein Kind kaputt?“ Und das ist doch schade! Ja, in vielen Familien entstehen Herausforderungen, wenn die Kinder sich auf den Weg ins Erwachsenenleben machen, aber wenn wir selbst wissen, wer wir sind und wo wir stehen und dann noch die Chance haben, Dingen auch mal mit Humor zu begegnen, dann können sich Eltern auch mal als Dokumentarfilmende in einer besonderen Phase des Lebens sehen und staunen!

Wie sehr bewundern wir die Entwicklungsschritte unserer Babys, warum sollten wir nicht bei allen Windungen, die uns bei unseren Pubertierenden auch mal merkwürdig vorkommen, immer weiter Fans unserer Kinder bleiben? Auch und gerade, wenn sie sich ganz anders entwickeln, als wir das so gedacht hätten. Zumindest – wie oben gesagt – solange keine Lebensgefahr besteht. Da ist so viel Überraschendes dabei und so viel zu lernen. Eye-opening würden unsere Teenager das vermutlich nennen… (wobei sie allein das jetzt schon wieder „cringe“ finden würden)

Und wirklich: Wenn euch TEEN TIME das Buch gefällt oder ihr einfach nur Bock habt, mich zu unterstützen: Teilt es gern in den sozialen Meiden, erzählt Menschen davon, es ist wirklich so schwer geworden in der Kreativbranche, dass das ganz ganz fabelhaft wäre, wenn einfach möglichst viele Menschen davon erfahren würden.

Wie gesagt: Selbst, wenn ihr es nicht besitzt, ihr könnt euch das Cover bei uns aus dem Insta-Feed fischen (oder mich anschreiben) und einfach in eure Story packen. Ich dank euch allen so sehr und nun drück ich einfach mal die Daumen, dass es möglichst vielen Menschen helfen kann! Denn das wäre mein größter Wunsch.

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