Ein Kind ist kein Kind? Natürlich nicht – aber machmal dann doch ein bisschen

kids 3

Sommerferien, Woche 4. Die Kids und ich sind fast nonstop zusammen. Ferien haben bei uns immer ein Muster. In der Woche bevor die Ferien losgehen, versinke ich in Panik. Ich will soviel wie möglich vor den Ferien wegarbeiten, damit ich in den freien Tagen weniger Druck habe. 

Die ersten Ferientage sind bei uns -meistens- schrecklich. Irgendwie hängen alle noch in der Luft, wir haben noch keinen Rhytmus gefunden. Die Kinder streiten viel und ich denke: Ach Du Scheiße, das kann ja heiter werden. 

Nach einer Woche etwa haben wir uns eingegroovt. Die Kinder spielen zufriedener, wir haben uns auch wieder an so viel Nähe miteinander gewöhnt. Unsere Tage in diesen Sommerferien liefen meist gleich ab. Nach dem Frühstück wurden Sachen erledigt, einkaufen gegangen oder wir sind eine kleine Runde spazieren gegangen. 

Nach dem Mittagessen ist bei uns Mittagsruhe. Die ganz Kleine pennt, die Großen spielen oder dürfen auch mal was auf dem Ipad gucken, ich arbeite. Am Nachmittag haben wir uns mit Freunden getroffen oder waren schwimmen. 

In Woche zwei und drei waren wir ja in Italien, diese Familienzeit zu fünft war für uns dieses Jahr extrem wichtig. Doch nach einer Woche im Urlaub sagte meine Große erstmals, sie wolle zurück nach Berlin zu ihren Freundinnen. Und die Schule solle nun bitte auch wieder anfangen. 

Pünktlich zur Mitte der Ferien hatten wir also ein kleines Ferien-Tief. Wieder zurück aus Italien war davon nichts mehr von den Kids zu spüren. Sie konnten wieder ihre Freunde treffen, hatten endlich auch wieder ihr Spielzeug. Aber dafür geht mir nun so langsam die Puste aus – vier Wochen ohne Betreeung – und wir haben noch zwei Wochen vor uns. Mich nervt nun langsam, dass ich mit der Wäsche nicht mehr hinterher komme, die Bude meistens aussieht wie ***** und ich mich im Badezimmer einschließen muss, wenn ich mal mit einem Kunden fünf Minuten telefonieren muss. 

Nun aber zurück zum Titel: Ein Kind ist kein Kind? Natürlich stimmt das nicht. Lisa und ich habe da oft darüber gesprochen. Nichts wirbelt dein Leben so durcheinander wie das erste Kind. Alles neu, alles spannend, alles aufregend. Eigentlich bleibt kein Stein mehr auf dem anderen und es gibt ja soooo viele Fragen. Und natürlich kann auch "nur" ein Kind eine Mama restlos an den Rand ihrer Belastbarkeit bringen – das haben wir alle schon mal erlebt…

Aaaaaaaaaaber: Ganz manchmal denke ich mir: Hach, was ist das easy mit nur einem Kind. Wenn ich mit meinen dreien zum Beispiel zum Badesee gehe, kann ich eigentlich keine Sekunde unachtsam sein. Die Kids im Gewimmel im Auge zu behalten ist schon eine kleine Meisterleistung. 

Neulich aber waren die beiden Großen auf einem Geburtstag und ich hatte nur die Kleine. Weil es mega heiß war, sind wir an den See gefahren. Dort habe ich die kleine Maus in den Sand gesetzt und sie hat völlig friedlich eine Stunde vor sich hingebuddelt. Ich saß derweil vor ihr und ließ mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Es war so relaxed, so friedlich, ich bekam keine Schwimmflügel vom Sohn an den Kopf, musste nicht die Taucherbrille der Großen 50 mal weiter oder enger stellen. Niemand musste aufs Klo, keiner beschmiss den anderen mit Sand. Niemand schrie: "Aber sie hatte drei Kekse und ich erst zwei." Es war einfach um Längen ruhiger als mit allen drei, was ja nicht wirklich verwunderlich ist. Es hat mir gezeigt: Für Mehrfach-Mamas ist es einfach auch mal schön, Exklusiv-Zeit mit nur einem Kind zu haben. 

Zwei Wochen Ferien liegen also noch vor uns, wobei Kita und Tagesmutter schon ab dem 13.8. wieder offen haben. Die Kids sind nun voll in den Ferien angekommen. Das gönne ich ihnen total und freue mich, dass sie unser Zuhause und die freie Zeit so genießen. Aber ich weiß auch: Wenn alle Kids wieder am vormittag weg sind, werde ich mir absolote ICH-Zeit gönnen und den Vormittag mit einem guten Buch im Bett bleiben. Und ja: Darauf freue ich mich jetzt schon sehr!

897ef93f37914c5481ad7536cb4bcfe0

Du magst vielleicht auch

5 comments

  1. Zwiespalt
    Also mir spricht dieser Artikel in all seiner Zwiespältigkeit doch sehr aus der Seele. Auch ich bin gerne mit meinen 3 Kindern zusammen, aber 6 Wochen sind einfach sehr lang und es sind bei uns alle aus dem Trott. Die Kinder schlafen nachts schlecht, sind tagsüber müde und unausgeglichen, wissen langsam nichts mehr mit sich anzufangen und für Unternehmungen ist es zu heiss und am See irre voll. Ich muss auch leider wieder arbeiten, was sich unglaublich schwierig, fast unmöglich gestaltet. Mein Mann leider auch. Vielleicht kommt der Groove ja noch in der letzten Woche…

  2. Das klingt doch
    Total entspannt bei dir. Alkein die Tatsache, dass du die Kids auch 4 oder 5 Wochen um dich hast ogne ins Büro zu müssen. Das ist doch herrlich!!!!

    1. Liebe Antje
      Total entspannt würde ich nicht sagen. Ich hatte zwar zwei Wochen komplett frei, aber die anderen vier Wochen liefen meine Aufträge aber weiter – neben den drei Kids zu Hause. Ja, ich schrieb ja auch, dass es ein Riesen Luxus ist, in kein Büro fahren zu müssen. Aber „Total entspannt“ ist arbeiten von zu Hause auch nicht 🙂

  3. Kann ich total gut verstehen …
    Mir geht’s auch jedes Mal so, wenn ich nur Zeit mit einem Kind verbringe: Toooootaaaal entspannt. Aber wieso war das früher nicht so, als der Große noch Einzelkind war? Ist das nur meine veränderte Wahrnehmung oder genießen die Kinder die Exklusiv-Zeit auch so, dass sie in dem Moment einfach total ruhig und entspannt sind?

  4. Aber…
    Etwas komisch formuliert der Titel. Es ist doch selbstverständlich, dass ein Kind vom Aufwand und Stress her was ganz anderes ist, als drei Kinder. Das sind dann aber auch die Entscheidungen, die man trifft: wie viele Kinder wollen wir haben? Daher kann man wohl nicht sagen, dass ein Kind natürlich auch ein Kind ist, aber… und nicht alle Einzelkinder spielen entspannt eine Stunde lang am Strand an einer Stelle 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert