Marlene Hellene: „Mutterschaft ist eben nicht nur Erdbeereis mit Sahne, sondern manchmal einfach ziemlich ranzige Milch“

Ihr Lieben, heute haben wir Marlene Hellene hier bei uns im Blog zu Gast. Ihr kennt sie vielleicht von Twitter oder aus dem Blog von tollabea, wo sie mit ihrem trockenen und manchmal derben Humor ganze Menschenmengen im Internet begeistert.

Nun hat sie ein neues Buch geschrieben, das uns vor lauter Lachen wirklich zum Hghlight in der Corona-Krise wurde: Marlene Hellene: Zu groß für die Babyklappe. Geschichten aus dem Müttergenesungswerk. (Affiliate Link). Ob das wohl ein Witz sein soll?! Wir haben die Zweifachmutter gefragt…

Marlene Hellene hat sogar schon zwei Bücher geschrieben. „Man bekommt ja so viel zurück“ und „Zu groß für die Babyklappe“.

Liebe Marlene, dein Buch heißt „Zu groß für die Babyklappe“, was genau meinst du damit, willst du uns etwa direkt auf dem Titel mitteilen, dass du eine verdammte Rabenmutter bist, die ihre Kinder am liebsten wieder hergeben würde? 😉

Ja, genau das. Nächste Frage.

… Nein, natürlich nicht. Aber wir kennen sie doch alle, die Momente, in denen wir die motzige Siebenjährige oder den bockigen Fünfjährigen am liebsten mal klein gefaltet in die nächste Babyklappe stopfen oder dem Storch wieder auf den Rücken schnallen möchten.

Mutterschaft ist eben nicht nur Erdbeereis mit Sahne, sondern manchmal einfach ziemlich ranzige Milch. Ich bin häufig müde, genervt, angepisst (nicht nur im übertragenen Sinne) und habe die Schnauze gestrichen voll. Das ist normal und muss auch völlig ok sein.

Ich bin Mensch, keine Mama-Maschine, die ständig lächelnd den lieben Kleinen hinterher räumt. Und trotzdem liebe ich meine Kinder bis zum Umfallen. Und trotzdem will ich sie keine Sekunde missen. Das eine schließt das andere nicht aus.

Nun bist du Shitstorms gewöhnt… bei welchen Textstellen im Buch grummelt dir der Magen, wo hast du gedacht: Au weia, ob ich das so schreiben kann?

Schon beim Titel 🙂 Natürlich beschreibe ich Begebenheiten oft recht überzogen und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors. Das stößt manchen Menschen auf. Mir wird vorgeworfen, ich jammere zu viel, ich wisse mein Mutterglück nicht zu schätzen und meine Kinder seien arme ungewollte Wesen. Aber das ist völlig in Ordnung.

Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, allen gefallen zu wollen. Mit meinen Kindern habe ich den Titel des Buches sogar besprochen. Sie haben gelacht und sind sich meiner Liebe gewiss. Das ist die Hauptsache.

Ich musste ja mehrfach laut schallend loslachen (sorry, dass ich euch geweckt hab, Kids….) zum Beispiel, als du als ausgewiesene Heidin beim Einschulungsgottesdienst deiner Tochter extra weit hinten und nah an der Tür Platz nimmst und dich dein Vierjähriger fragt, wer von den beiden ökumenischen Herren da vorn denn nun Gott sei… musstest du an einigen Stellen eigentlich selbst lachen? 

Ich habe das Buch bereits im November letzten Jahres fertig geschrieben. Als es jetzt vor wenigen Tagen fix und fertig in meinem Briefkasten lag, habe ich nochmal mit Abstand darin gelesen und konnte über meine eigenen Geschichten lachen. Bei jedem zweitem Satz dachte ich „Oh, das habe ich geschrieben? Ich war ja richtig lustig.“

Kaum noch halten konnte ich mich ja bei der Frage deiner Kids, wie sie eigentlich in deinen Bauch gekommen sind und du auf die Frage „Hast du uns verschluckt?“ am liebsten mit einem „Eben nicht!“ geantwortet hättest… (hahahahahaha!) Erzähl uns doch gern mal noch ein paar peinliche Geschichten aus deinem Alltag… 

Ach, hier passiert das Übliche. Kinder nehmen einfach kein Blatt vor den Mund. Da wird im Kindergarten jedem erzählt, wo Mama sich überall Haare abrasiert oder der Postbote wird gefragt, ob er gut pupsen kann. Ich habe da mittlerweile ein dickes Fell und amüsiere mich über die schamesroten Gesichter der anderen.

In deinem Buch geht es um den Wahnsinn des Schulranzenkaufs genauso wie um den nahezu zum Scheitern verurteilten Versuch, als Familie nachhaltig zu leben, sowie um merkwürdige Eltern, die ihre Kinder so aufklären wie die deiner Freundin, bei der zu Scheide immer „Katharina“ gesagt wurde und die heute immer losprusten muss, sobald sich jemand mit „Hallo, ich heißt Katharina“ vorstellt… das ist doch ausgedacht, oder?

Okay, vielleicht übertreibe ich manchmal. ABER: Die Katharina Geschichte ist absolut wahr. Beweis anbei:

Nun ist dein Buch in der großen weiten Welt da draußen. Welche größten Freude und welche größten Ängste verbindest du mit dem Erscheinen? 

Das Schönste ist wirklich, wenn ich meine Leser mit meinen Texte berühre. Das klingt so abgedroschen. Aber das ist echt so. Es ist toll, wenn man Menschen zum Lachen bringen kann.

Und Ängste. Naja, ich habe schon Angst davor, dass niemand das Buch mag und es ein Ladenhüter wird, der irgendwann auf dem Wühltisch landet und nur noch als Unterlage für wackelige Regale taugt. Schließlich steckt in diesem Buch viel Arbeit und Herzblut und ich glaube wirklich, dass ich vielen Eltern damit Freude bereiten kann.

Zu guter Letzt: Wie kann man bitte so lustig und dabei so sympathisch sein wie du?

Oh, ich bin voll oft voll unsympathisch. Also manchmal. Wenn ich Hunger habe zum Beispiel. Dann werde ich echt zum Monster. Mein Mann kann ein Lied davon singen.

Außerdem glotze ich ständig und überall mit starrer Miene in mein Handy. Das wirkt bestimmt auch nicht immer sehr liebreizend. Und wenn es sein muss, sage ich meine Meinung sehr deutlich und in strengem (naja) Ton.

Puh, dann sind wir beruhigt. Danke, Marlene! Für das Buch, für deinen Humor – und dafür, dass es dich gibt!

Marlene Hellene: zu groß für die Babyklappe. Geschichten aus dem Müttergenesungswerk. (Affiliate Link).

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