Väter würden ja mehr tun, wenn die Mütter sie nur ließen, meint der SPIEGEL

Maternal Gatekeeping

Foto: pixabay

Ihr Lieben, der aktuelle Titel des Magazins DER SPIEGEL zeigt eine Mutter, die sich nicht nur ihr Baby, sondern auch den Vater des Kindes in einer Trage vor den Bauch gebunden hat. Der Titel lautet: „Papa kann das schon alleine!“, Untertitel: „Was moderne Väter alles hinkriegen, wenn die Mütter sie lassen“. Uff.

Der Aufschrei der pandemiegebeutelten Frauen nach anderthalb Jahren Höchstleistung und Überlastung war ihnen damit sicher. Der Beifall der getrennten Väter, die gern mehr Zeit mit ihren Kindern hätten, auch. So weit, so durchschaubar. Wir gähnten erstmal nur über diesen Titel, unserer Meinung nach hatte er die Aufregung nicht verdient. Weil wir das dargestellte Problem des Maternal Gatekeeping (also dass Frauen ihre Männer einfach nicht machen lassen, obwohl sie doch so gern wollten) zu lächerlich fanden. Die Tweets zum Thema waren denn auch sehr lustig.

„Heut schon einen modernen Vater um sein Glück gebracht?“

Sonja von Mama_notes schrieb: „Ich hab mich ja getrennt, weil der Mann andauernd Essen selbständig geplant, eingekauft und zubereitet hat, so viele Ideen für Familienzeit entwickelt und selbständig organisiert hat und so. #maternalgatekeeping war mir halt wichtig. Nicht. Kotzi, @spiegelonline“. Alena Schröder aka @schnalena fragte: „Fellow Moms, habt ihr heute auch schon einen modernen Vater um sein Glück gebracht?“

Nina Strassner aka @DieJuramama stimmte bissig-ironisch in den Kanon ein und täuscht Verständnis für die armen Väter vor: „Jetzt regen sich wieder alle auf. 😐 Das Gefühl kennt man ja wohl? Wenn ihr selbstlos jemandem bei etwas helft, obwohl es Euch eigentlich nichts angeht – und dann wird noch gemeckert, kritisiert und herumgeschlaumeiert? Wer drängt sich bitte dann noch auf und setzt sich durch?“ Sie spielt natürlich darauf an, dass Väter eben nicht „Müttern helfen“ sollten, sondern ihren Teil der Erziehungs- und Carearbeit gefälligst genauso selbstverständlich erledigen sollen ohne dazu aufgefordert oder dafür beklatscht werden zu müssen bzw. wollen.

Kein Applaus für Väter beim Babyschwimmen? Na sowas!

Sie setzt noch einen nach und bezieht sich dabei auf eine wirklich fast unglaubliche Textstelle aus dem Spiegel Artikel, die da lautet: „Bohn erforscht Erfahrungen, wie sie Michael Meyer machte, vor 18 Jahren, als sein erster Sohn geboren wurde. Beim Babyschwimmen kam er sich fehl am Platz vor. `Die Mütter waren nicht unfreundlich`, sagt Meyer. ` `Aber sie haben sich für mich nicht interessiert.` Keine, die mal gefragt hätte: Wie machst du das mit deinem Kind? Die gesagt hätte: Cool, endlich mal ein Vater! Das blieb auch später so, beim Eltern-Kind-Turnen, auf dem Spielplatz, beim Abholen aus der Kita, erzählt der 51-jährige Softwareentwickler aus Hamburg.“

Nina Strassner schreibt dazu: „Das Problem sind auch die anderen Mütter. Michael (ein helfender Vater) wurde (Anm. d. red. vor 18 (!) Jahren) von anderen Müttern nicht um Rat gefragt – und es hat auch keine besonders gewürdigt, was er da an Volunteering leistet. Und wir wundern uns, warum die alle in die bezahlte Arbeit drängen?“

Maternal Gatekeeping als antifeministischer Frame

Vera Schroeder zitiert Teresa Bücker abschließend mit den Worten „Maternal Gatekeeping ist ein antifeministischer Frame, der Männern die Verantwortung abspricht, sich zu emanzipieren.“ Auch Marlene Hellene, die ihr durch ihre Bücher Sie geben einem ja so viel zurück und Zu groß für die Babyklappe kennt, hat einen Social Media Post abgesetzt, etwas länger allerdings, der aber das Problem beim Kern packt. Sie war so lieb, uns diesen für den Beitrag hier Zur Verfügung zu stellen:

„Ich wusste es nicht. Ich wusste nicht, wie man stillt. Wie man ein Baby am besten hochnimmt. Wie man seine kleinen, filigranen Gliedmaße in Kleidung steckt, ohne sie zu brechen. Ich wusste nicht, welche Kleidung bei welchem Wetter die richtige war. Wusste nicht, wie häufig Windeln zu wechseln sind und welche Seite verdammt nochmal nach vorne gehört.

Ich wusste nicht, warum es schreit. Warum es ständig schreit. Und schreit. Und schreit. Wusste nicht, wann es schlafen soll, wo es schlafen soll, wie lange es schlafen soll. Und wie ich es dazu bekommen soll, zu schlafen. Das wusste ich auch nicht.

„Ich belegte kein Schulfach in Muttersein“

Ich wusste nicht, welcher Brei, für die erste Mahlzeit geeignet ist und wann man den Kinderwagen in einen Buggy umbauen darf. Wusste nicht, was man bei Fieber, Bauchweh und komischen roten Flecken tut. Ich wusste nicht, wann Babys anfangen sollen, sich zu drehen oder welche Feuchttücher die besten sind. Wusste nichts über Nasensauger, Sterilisationsgeräte oder Kirschkernkissen.

Ich wusste nicht, wie der Fliegergriff geht oder in welche Richtung der kleine geblähte Bauch zu massieren ist. Wusste nicht, wie ich mich mit den anderen Müttern im Babyschwimmen oder im Krabbelkurs anfreunden sollte, wirkten sie doch immer so souverän und abgeklärt, dass ich das Gefühl bekam, selbst nur eine schauspielernde Zwölfjährige zu sein. Ich wusste nicht, wie Muttersein funktioniert. Ich wusste es nicht.

Es war mir nicht angeboren. Nicht in die Wiege gelegt oder in meinen Genen verankert. Ich besuchte als Mädchen keine geheimen, nur weiblichen Personen zugängliche Kurse, in denen ich eingeweiht und vorbereitet wurde. Ich belegte kein Schulfach in Muttersein. Mich traf mit dem Einsetzen meiner ersten Periode kein Blitz, der mich zur potenziellen Mutter formte.

Als ich Mutter wurde wusste ich nichts. Und damit befand ich mich auf dem gleichen Stand, wie der Vater des Kindes. Surprise. Surprise. Surprise.“

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18 comments

  1. den kommentaren zufolge liegt es also hauptsächlich an den müttern selbst und die werden jetzt wieder kritisiert das sie was besser machen müssen damit die väter verantwortung und arbeit übernehmen. warum läuft das wieder darauf hinaus ?!

  2. Gate-Keeping kenne ich tatsächlich auch nicht so wirklich. Dafür aber viele, viele, viele Mütter, die ihren Partner nicht um Mithilfe bitten, die denken, alles selber schaffen zu müssen, eher noch irgendwelche anderen Mütter bitten, als den Vater ihrer Kinder. Das habe ich nie verstanden. Wie schon einmal gesagt, mir ist dieses Verhalten sogar hier in den Beiträgen aufgefallen, wenn der neue Job des Vaters natürlich viel wichtiger war als das eigene Wochenbett (was ja auch die eigene Gesundheit bedeutet). Oder sie übernehmen alle Kind-krank-Tage. Oder betreuen selbst mit Grippe die Kinder und fragen dann eher die Nachbarin um Hilfe als den Vater. Da verstehe ich viele Frauen wirklich nicht. Da wird mein Mann immer angestaunt „Der macht so viel, wie kommt das?“. Naja, ich rede halt mit ihm und sage ihm ehrlich, wenn wir das anders aufteilen müssen. Viele Frauen machen das eben leider tatsächlich nicht und halten immer noch die Jobs oder sogar die Überstunden ihrer Ehemänner für wichtiger als alles andere, und er bemerkt die Überforderung gar nicht, weil sie es ihm nie sagt.
    Der Spiegel-Artikel übertreibt aber auch schamlos und tut beinahe so, als würden haufenweise Väter nur darauf warten, endlich freiwillig die Elternzeit übernehmen zu können. Das entspricht ja auch absolut nicht der Realität. Wenn ich an die Fälle in meinem Umfeld denke, wo das Wechselmodell gelebt wird. Ganz oft kann der Vater dann irgendwie doch nicht, oder nur die halbe Zeit oder nur Freitag, Samstag, Sonntag. Da ist viel Theorie dabei.

  3. Ich kenne leider sehr viele Mütter, die so tun als wüssten sie alles besser. Da hat man als „Mann“ auch schnell keinen Bock mehr. Ist ja nur verständlich. Da geht der „Ach-so-gut-gemeinte“ Feminismus nach hinten los. Herzlichen Glückwunsch! Teilweise werden die Strukturen m.M.n. auch von Frauen gefestigt.

  4. Mein Mann hat 5 Monate Elternzeit gemacht. (Ich wollte länger als Halb/Halb, da ich gerne auch ein bisschen im Sommer haben wollte und meine Arbeit bedeutet, dass man gleich wieder Vollgas geben muss). Aber wir haben uns auch davor das meiste geteilt und jetzt wo wie beide wieder fast voll arbeiten erst recht. Was ich schon erlebe, ist, dass es Frauen gibt, die sehr konkrete Vorstellungen haben, wie was laufen soll. Wenn man sich die Arbeit teilt, muss man eben z.B. auch damit leben, dass das Kind andere Kleidung trägt, als man selber stylisch finden würde oder es mehr Chaos machen kann, als man selber erlauben würde. Solange es nicht gefährlich ist, sollte man es akzeptieren. Ich habe aber auch Nacht- und Wochenenddienste und da muss mein Mann voll ran. Ist einfach so, dass habe ich auch nie in Frage gestellt, ob er es kann. Und unserem Sohn ist es schon seit er neun Monate alt und abgestillt ist egal, ob mein Mann oder ich ihn ins Bett bringt/bringe. Von der berüchtigten Mental Load habe ich wahrscheinlich mehr, aber dann lade ich sie eben ab.

  5. Als unsere erste Tochter geboren wurde und am Tag darauf eine frische Windel fällig war, forderte ich meinen Mann zum Wickeln auf. Zur Antwort bekam ich „Ich? Ich kann das doch gar nicht!“ – „Ich auch nicht. “ 😅 Habe ihm dann einmal so das Wickeln gezeigt, wie mir es die Kinderkrankenschwester in seiner Abwesenheit gezeigt hat, und danach war das nie wieder ein Thema. Wenn er jetzt beim zweiten Kind (mittlerweile auch schon über zwei Jahre alt) mal Anflüge von Lustlosigkeit zeigt, sage ich gerne „Hättste damals in der Klinik etwas vehementer vertreten, dass Du das nicht könntest… “ 😅
    Ich bin selbstgewählt zu Hause, mein Mann geht einer Erwerbstätigkeit nach und natürlich erledige ich dadurch mehr Carearbeit. Aber hier steht nie zur Diskussion, dass mein Mann das nicht genauso gut könnte (und in meinen Augen ist mein Mann mit seiner besonnenen Art oft sogar der „bessere“ Elternteil) 🤷‍♀️

  6. Ich sehe da die Schwierigkeit, dass sich vermutlich in vielen Beziehungen, in denen heute Kinder da sind, vor 10-15 Jahren zu Beginn der Beziehung traditionelle Rollenmuster eingeschlichen haben, die heute in der Gegenwart nicht leicht zu durchbrechen sind. Vor allem, wenn in der Beziehung ein erhebliches Gehaltsgefälle zwischen Mann und Frau bestanden hat. Da hat es sich dann in einer frühen Phase der Beziehung eingespielt, dass der Mann die Rechnung im Restaurant bezahlt und die Frau die gemeinsame Wohnung putzt. Wenn dann Kinder da sind, setzt sich bei vielen die Dynamik fort, dass der Mann fürs Geld(verdienen) und die Frau für das Häusliche/Familiäre (vermeintlich) „zuständig“ ist.
    Aus heutiger Sicht müssen solche Dynamiken in der Beziehung von beiden Partnern gemeinsam reflektiert werden. Am besten, bevor Kinder da sind. Ohne Kommunikation geht es nicht.

  7. Ich sehe die zwei Seiten, allein schon aus der Erfahrung heraus und wie Frauen und Männer, Mütter und Väter sich in meiner Umgebung verhalten. Ja, es gibt sie wirklich, die Einmischung vieler Frauen, wenn der Mann nicht so handelt, wie die Mütter beispielsweise es täten. Ich schließe mich auch nicht aus. Es ärgert mich einfach ungemein, dass mein Mann nach jahrelanger Beziehung und jetzt fünfjähriger Vaterschaft nicht sieht, wie unser Kind bei schlechtem Wetter angezogen oder Dinge im Haushalt so durchgeführt werden sollten, dass keiner einen Nachteil spürt. Ich mische mich ein, wenn ich merke, stopp, jetzt wirds unhygienisch oder bringt baldige Probleme. Die Männer, wirklich alle, haben in meiner Familie und dem Bekanntenkreis einfach nicht den Weitblick. Ihnen wurde das a) nicht von ihren Eltern (Müttern) beigebracht und b) sehen sie alles viel lockerer als wir Frauen. Von mir kann ich sagen, ich habe meinem Mann als Vater gleich das Kind anvertraut und mische mich selten ein. Aber mit der Beobachtung anderer weiß ich, dass zu viele Frauen gar kein Vertrauen schenken. Meine Schwägerin hatte jedes Mal, wenn das Baby weinte, diesem den Vater weggenommen und ihn leider entmutigt. Er fütterte es, dann war es auch wieder nicht gut genug. Wechselte er die Windeln, kam sie dazwischen, um weiterzumachen, weil er zu lange brauchte. Kleinigkeiten, die ihn in der Rolle als Vater einfach niedrig gestellt hatten. Irgendwann tat er gar nichts mehr und sie beschwerte sich dauernd. In unserem Beisein verlief das ständig so. Nichts war gut genug. Bis die Kita startete und sie sogar während der Eingewöhnung sich dort so sehr einmischte, dass man den Vater bat, die Eingewöhnung durchzuführen. Es ärgerte meine Schwägerin ungemein, Kritik zu erhalten, aber nach acht Wochen der Eingewöhnung sah sie, dass sich alles positiv veränderte. Baby bzw dann Kleinkind konnte mit Papa alleine sein, ohne nach Mama zu weinen und beide hatten endlich eine Beziehung zueinander, weil wochenlang keine Einmischung der Mutter statt fand.

    Doch, ja, ein großer Teil der Frauen trauen ihren Partnern nicht viel zu. Das liegt aber nicht nur an den Frauen selbst, sondern auch daran, wie die Männer erzogen wurden. Und wenn diese im bisherigen Leben ohne viel Drumherum leben konnten, fällt es schwerer, eine Weitsicht zu entwickeln.

  8. Ich bin froh, dass dieses Thema auch hier angesprochen wird. Ich habe die Spiegel-Ausgabe gelesenen und bin enttäuscht von der Einseitigkeit der Darstellung. Selbstverständlich kenne auch ich Mütter, die sich weigern den Kindsvater nur ein Wochenende mit den Kindern allein zu lassen, weil er das „allein nicht schaffen würde“. Die meisten Stadtmütter aus meinem Umfeld bemühen sich jedoch von Anfang an um klare Absprachen und eine Aufteilung der Care-Arbeit. Meistens scheitern alle „Gleichberechtigungspläne“ beim Übergang aus der Elternzeit in die Teilzeitbeschäftigung der Mutter. Weil die Mutter weniger arbeitet, kann sie sich um alles familiäre kümmern: Essen kochen, Wäsche, Geburtstagsorga und was eben so anfällt. Auch hochqualifizierte Frauen werden schnell ins berufliche Abseits gedrängt und zu Familienmanagerinnen „befördert“. In meinem Umfeld gibt es genau einen einzigen Mann, der von sich aus in der Schwangerschaft eine Teilzeit-Beschäftigung für beide angesprochen hat- nur einen einzigen.

  9. ich hab das auch selbst erlebt. sollte es nett sagen, mich bedanken und. nicht kritisieren als mein mann zb statt eines schlafanzuges für das baby einen schlafsack brachte. und dann aber bitte nochmal höflich mit einem lächeln nach einem schlafsack fragen, gell?!das nur als beispiel. und wer packt komplett alles ( außer die kleidung vom mann ) für den urlaub? nicht er…. egal bei was, ich muss dran denken, erinnern, bitten, sehen ob’s gemacht wurde und wenn nicht, nett bitten, dran erinnern, aber das lächeln nicht vergessen! und ansonsten selbst machen. sehr toll dieses verhalten auch an den kindergeburtstagen, wenn mann dann eingeschnappt ist, weil ich habe es nicht immer nett und gründlich gefragt und wollte es nun mal dann nach fünfmal bitten jetzt gemacht haben. mixh machen solche artikel echt wütend. väter, packst halt an, lernt! aus fehlern , wir müssen das auch!

    1. Witzig, genau das ist doch der Punkt. Die Männer sollen es selber so machen, wie sie es eben machen und nicht so, wie die Mütter das wollen. Ich glaube nicht, dass es immer ein Problem ist, aber ich sehe das bei vielen Familien tatsächlich. Da macht der Mann irgendwas und wird dafür von seiner Frau kritisiert. Dann sind eben für den Urlaub nicht alle Sachen gepackt und das Kind nicht so angezogen, wie man es selber gerne hätte. Wenn der Mann im Schwimmbad feststellt, dass er die Badehose des Kindes vergessen hat, wird ihm das nie wieder passieren, aber wir lassen sie die Badehose nicht vergessen.
      Bei uns in der Familie gibt es in manchen Bereichen klare Aufgaben (Fingernägel schneiden mache ich, weil ich eine niedrigere Toleranzschwelle habe, Finanzen macht er, weil es mich null interessiert). Die Kleidungskombination und die ungekämmten Haare, wenn er die Kinder fertig macht, mache ich selber anders, aber ich würde da niemals kritisieren. Er ist der Vater, er macht es gut und er hat andere Schwerpunkte. Er verbringt genauso viel Zeit mit den Kindern wie ich und sicher mache ich auch vieles, was er lieber anders hätte (ich bin mit den Schlafenszeiten zB etwas nachlässiger als er).
      Die Kinder sind nach einem Papa-Tag meistens glücklich, immer satt und immer mit geputzten Zähnen im Bett- nach einem Mama-Tag auch.
      Im Kindergarten hört man aber oft von Müttern „wenn mein Mann die Kinder ins Bett bringt, muss ich vorher alles genauestens vorbereiten, sonst findet er nichts.“ Was ist denn so schlimm daran, wenn Papa nicht den richtigen Schlafanzug findet? Dann gibts einen anderen oder keinen oder den des Bruders oder oder oder.
      Man kann es nicht verallgemeinern, aber mein Gefühl ist auch, dass einige Mütter alles nach ihren Vorstellungen haben wollen und damit dem Mann nie das Ruder überlassen und nie seine eigenen Erfahrungen machen lassen. Sicher nicht alle. Ich mache manche Dinge, von denen ich eine genaue Vorstellung habe, wie es sein soll auch selber, aber Männer als Hilfsarbeiter im Mutti-Job zu sehen ist in meinen Augen falsch. Sie sind Väter und keine Ersatzmütter, wenn Mutti mal nicht kann.
      In meinen Augen ist es gut, wenn feste alleine-Zeiten von Vater und Kindern ohne Mama existieren, sodass sie die Chance haben alles alleine und ihre eigenen Fehler zu machen. Väter sollen ALLEINE Elternzeit nehmen und Arbeitsstunden reduzieren. Dann kann auch eine einigermaßen gleichberechtigte Elternschaft gelebt werden.
      Viele Grüße

      1. Danke, Lena, ich teile deine Einschätzung. Einfach machen lassen und nicht alles kommentieren und reflektieren, was es in einem selbst auslösen würde. Wir können doch wirklich ganz schön nerven.
        Ich lebe in einer absolut gleichberechtigten Partnerschaft und mein Mann macht das grandios. Sein Kleidungsgeschmack ist ein anderer aber so what.
        Warum haben wir Frauen manchmal so eine Tendenz uns selbst leid zu tun? Und warum müssen wir das „maternal gatekeeping“ so von uns weisen? Wir machen das. Auch ich tue es, obwohl mein Mann in manchen Belangen so viel besser ist als ich. Und diese Sache mit dem „mental load“ geht mir auch auf den Keks. Ja, ich muss mir auch viel merken, aber ich kann es doch auch abgeben und wenn es dann nicht funktioniert, dann ist es halt so. Und wenn es beim nächsten Mal nicht funktioniert auch. Dann lernt man zusammen. Bei unseren Kindern sind wir doch auch tolerant.
        Lasst uns doch mal locker machen und nicht auf jeden Shitstorm draufspringen. Es ist nicht einfach, aber so richtig schön wird es nur, wenn wir zusammen halten und dem anderen auch gönnen, sich mal bevormundet oder überfordert zu fühlen.

        1. Ich sehe das ebenso. In meinem (ich würde mal sagen recht durchschnittlichen) Umfeld machen fast alle Frauen viel mehr als die Männer – aber die allerallermeisten möchten das auch so. Das wurde ihnen (und ihren Männern) so beigebracht, klar. Aber wenn man es wollte, wäre es ja auch nicht so schwierig das zu überwinden, oder?
          Vor allem im Babyalter wurde häufig gesagt, das Kind lasse sich vom Vater nicht ins Bett bringen oder der sei „noch etwas überfordert“ mit dem Kleinen. Wie kann eine Mutter über den Vater ihres Kindes so etwas sagen??? Mir unverständlich!

          P.S. Ich habe letztes Jahr mal die Badehose des 4-jährigen vergessen. Drama hoch zwanzig. Würde meinem Mann tatsächlich nie passieren! Mir jetzt auch nicht mehr 🙂

          1. Sehr sympathisch! Sowas passiert mir! Meinem Mann und erst recht dem Vierjährigen, der sehr nach Papa kommt, nicht 😂
            Der Vierjährige sagt aber auch so Sachen, wie: „Mein Papa ist die beste Köchin der Welt!“ und „Mama, wusstest du, dass auch Männer Ärztinnen sein können?“
            Auf meinen Mann, der wahnsinnig gut kochen kann, Teilzeit arbeitet und unseren Kindern ein wirklich modernes Papa-Bild vermittelt, bin ich wahnsinnig stolz! Ich hoffe sehr, dass unsere Tochter es später schaffen wird loszulassen und unsere Söhne den Mut haben werden Teilzeit zu arbeiten und sich ihre Papa-Zeit nicht mehr erkämpfen müssen.

      2. lena, wenn die konsequenzen die väter tragen müssen ( badehose vergessen, ok, haben sie dann gelernt), nur wenn ich dann die konsequenzen tragen muss, sage ich was! und wenn papa nur den auftrag am kindergeburstatg hat, die tischdecke auf den tisch zu kleben und das gemacht sein muss damit ich diesen dann decken kann, dann sag ich das nach dem fünften mal nicht mehr nett oder mach es selbst oder schau drüber hinweg. da sind auch immer die situationen unterschiedlich.

        1. Und wenn der Mann einfach den Kindergeburtstag organisiert? Darum geht es doch. Tischdecke festkleben, weil du es so willst, ist eine Hilfsarbeit für Dumme. Vielleicht mag er keine Tischdecken? Wenn dir die Organisation zu viel ist, lass ihn das doch nächstes Mal machen. Es wird sicher ein toller Kindergeburtstag. Vielleicht ohne Tischdecke, aber dafür ohne Stress für dich!

          1. warum gleich dieses ganz oder gar nicht? ich verstehe das nicht. er würde gar keinen kindergebrustag machen obwohl unsere tochter ihn unbedingt haben möchte. und super super dolle mit tamtam veranstalte ich auch nicht. und die tischdecke brauche ich nicht, nur meine schwiegereltern die darauf bestehen das so der tisch geschützt ist. also was kommt davon alles bitte nur von mir oder ich soll mich nicht so anstellen ?! er sagt ich soll ihm sagen was er machen soll. er WILL das gar nicht organisieren aber sagt selbst ich soll ihm sagen was er machen soll. und wenn ich ihm das zum dritten mal sagen muss bin ich genervt. punkt. da braucht mir auch niemand fremdes zu sagen es liege alles nur an mir……

    2. Hier das selbe. Selbst wenn ich darum bitte, hilft mein Mann mir nicht. Und wenn er mal den Müll raubringt, will er dafür Applaus. Ich stemme alles allein. Haus Garten Kinder kochen einkaufen. Und arbeite noch in einer 3/4 Stelle. Große Versprechungen wenn ich mal wieder in den Streik gehe, die nicht mal eine Woche eingehalten werden.
      Nö das macht keinen Spaß.

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