Wenn du Nein sagst, stirbt ein Kaninchen!: Störrischen Eltern unverschämt drohen

Rike Drust und Lilli L´Arronge

Fotos: privat, Christoph Goppel

Ihr Lieben, heute mal was wirklich rundum Schönes zum Wochenende. Endlich, endlich hat Rike Drust – ihr kennt sie vermutlich von Muttergefühle.Gesamtausgabe und Muttergefühle.Zwei oder von ihrem phänomenalen Instagram-Account @kinstabuch – wieder ein Buch rausgebracht. Und was soll ich sagen: Ich find´s einfach mega. Es ist witzig, es ist hintergründig, es ist überraschend und am Ende auch noch rund, weil man das Büchlein gleich nochmal lesen will und muss. Und weil auch die Illustrationen von Lilli L´Arronge dazu so unglaublich toll sind, haben wir hier mal die beiden Macherinnen von Wenn du Nein sagst, stirbt ein Kaninchen!: Störrischen Eltern unverschämt und effektiv drohen zum Interview gebeten. Ganz am Ende könnt ihr dann auch noch drei exemplare des Bilerbuches gewinnen!

Ihr Zwei, ihr habt ein phänometastisches Kinderbuch zusammen realisiert, wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? 

Lilli: Tatsächlich lief das über den Verlag. Monika schrieb eine Mail: „Heute melde ich mich bei dir, weil wir hier ein Buchprojekt haben, das ziemlich laut nach dir ruft.“ So kam ich zu dem Projekt. 

Rike: Bei mir war es eigentlich genauso. Ich habe dem Verlag das Buchprojekt vorgeschlagen und Monika schrieb mir: Wir haben da eine Illustratorin, nach der das Buchprojekt ziemlich laut ruft.

Euer Buch ist so herrlich empathisch, jedes Kind wird sich darin wiederfinden. Wie habt ihr es geschafft, euch das Kind in euch zu bewahren, so dass ihr Kindern aus den Herzen sprechen und zeichnen könnt?

Lilli: Ich weiss noch, dass ich als Kind kurz vor der Pubertät wirklich gedacht habe: Scheiße, ich will nicht erwachsen werden. Ich hab es mir wirklich sehr gewünscht ein Kind zu bleiben. Vielleicht hat das gewirkt?

Autorin Rike Drust.

Rike: Bei mir liegt es ziemlich viel daran, dass ich Quatsch so gut finde. Viele Erwachsene können sich nicht so richtig gut darauf einlassen, aber ich liebe Quatsch, auch, weil er beim Fröhlichsein hilft. Gestern habe ich z.B. mit meiner Tochter im Bett überlegt, wie sie sich nicht mehr vor Chucky, der Mörderpuppe fürchtet. Da haben wir uns eine Zerstörungskette überlegt: Erst kommt ein rosa Elefant mit Flitzernagellack und zermalmt ihn, dann zermalmt ihn ein Fuchs mit den Zähnen, isst ihn auf und es folgt eine Quatschkette aus Kackhaufen und immer kleiner werdenden Insekten. Zack, voll gelacht und Angst weggequatscht.

Huhn oder Henne?! Was ich mich immer frage: Ist bei einem Bilderbuch wie eurem zuerst der Text da? Oder zuerst das Bild? Oder schreibst du, Rike, den Text schon mit einer Bild-Idee im Kopf auf? Oder saßt ihr bei der Arbeit zusammen und habt überlegt, wie welche Drohung bebildert werden könnte? 

Lilli: In diesem Fall kamen die genialen Textideen von Rike und sie hat auch oft auch schon erste Bildideen mitgeliefert. Ich hab die manchmal aufgegriffen, manchmal gingen meine Vorstellungen aber auch in ganz andere Richtungen. Bei diesem Buch war für mich die ganz große Herausforderung, dass die Bilder lustig sind und trotzdem drastisch und krass. Das war eine echt schwierige Gratwanderung und bei manchen Bildern musste ich mehrere Skizzen machen, die dann per Mail hin und her gingen. So in echt zusammensetzten war ja wegen Lockdown nicht drin. Es war auch sonst mit dem Arbeiten gar nicht so einfach, weil wir drei (Rike, Pea, die Lektorin und ich) noch Kinder daheim hatten, die wegen geschlossenen Schulen zu betreuen waren.

Rike: Ja. Erst war der Text und dann hat Lilli den Nagel auf den Kopf getroffen. Das war anfangs etwas ruckelig mit dem Abstimmen und war, wie Lilli sagt, bisweilen eine ziemliche Gratwanderung. Und eben wegen Corona besonders für sie so anstrengend. Der Text war ja eigentlich fertig, aber sie hat in der Zeit alles gezeichnet und ihre Kinder beschult. Wie sie das gewuppt hat, hat mich wirklich beeindruckt.

Ihr habt Drohungen von Eltern („Wenn du bei Drei noch nicht… dann…“) in Kinderdrohungen an Eltern umgewandelt. Wie kamt ihr auf die Idee? 

Rike: Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie mich diese Erwachsenendrohungen verunsichert haben. Bleiben wirklich die Augen stehen, wenn ich zu lange schiele? Wächst mir ein Kirschbaum im Bauch, wenn ich aus Versehen den Kern runterschlucke? Was für ein Scheiß, Kindern Angst zu machen, das fand ich als Kind und als Erwachsene auch noch.

Also dachte ich mir: Jetzt aber mal andersrum und habe mir, auch mit meinen Kindern, überlegt, was an Eltern am meisten nervt. Und ich wünschte, ich hätte das von langer Hand geplant, aber leider habe ich es erst geschnallt, als ich die ersten Skizzen von Lilli gesehen habe: Die Drohungen der Kinder sind anders und besonders, weil sie Eltern eben keine Angst machen sollen, sondern sie auf etwas hinweisen. Und durch die Überhöhung und den Quatsch können Eltern den Hinweis viel eher annehmen. Das nimmt so viel Druck raus und wird bestenfalls zum „Familieninsider“, so dass Kinder auf lustige Weise sagen können: „Mama, du machst das schon wieder.“

Wie finden eure eigenen Kinder das Buch? 

Lilli: Meine Töchter finden die Innenseiten sehr witzig. Aber sie haben von Anfang an drauf geachtet, dass es für die Eltern nicht zu schlimm wird. Mit dem Titel haben sie allerdings Probleme. Sie lieben nämlich Kaninchen. 

Rike: Meine Kinder finden es von vorn bis hinten super (ich habe ihnen aber natürlich auch gedroht). Als die erste Fassung fertig war, haben sie beide ihren Freund*innen gezeigt und waren ganz stolz, das war ein wunderbares Gefühl.

Lilli L´Arronge. Foto: Christoph Goppel

Wie lang hat es von der Idee bis zum Erscheinen gedauert? 

Rike: RICHTIG lange. Ich hab die Idee Jahre mit mir rumgeschleppt, mit ein paar Menschen drüber gesprochen, romgesponnen, aber wenn ich das Buch jetzt sehe, weiss ich, dass es so sein sollte. Jetzt ist es perfekt!

Habt ihr den Ideen aus dem Ärmel geschüttelt oder auch mal Nächte wachgelegen? 

Lilli: Wie gesagt, die Bildideen zu finden war manchmal richtig harte Arbeit, da lag ich schon mal wach. 

Rike: Oje, Christine, das tut mir leid. Ich habe auch viel überlegt, allerdings eher tagsüber. Und mir hat die Zusammenarbeit mit Pea und Lilli sehr geholfen. Das ist ja erst mein zweites Kinderbuch, und ich habe sehr von den Erfahrungen der beiden profitiert (und gelernt).

Was für eine liebevolle, witzige und wertschätzende Weltanschauung ihr mit eurem Buch an den Tag legt… Wo kommt die her?

Lilli: Meine Mutter hat mich und meine zwei Geschwister immer als Geschenk betrachtet, als kleine Wunder, die ihr passiert sind für die sie trotz Arbeit, Chaos und Streit jeden Tag dankbar war und über die sie so oft gestaunt hat. Und Humor, tja, wird der vererbt oder erlernt? Wir haben auf jeden Fall auch immer viel gelacht zuhause. Wenn ich diese Dinge auch meinen Kindern weitergeben kann, dann hab ich alles richtig gemacht.

Rike: Das ist ein schönes Kompliment und eine schwierige Frage. Ich habe für mich festgestellt, dass mein Leben am schönsten ist, wenn es fröhlich, dankbar und voll mit Quatsch ist. Zum Glück für meine Familie und mich, stellt Euch mal vor, mich würde es erfüllen, so wenig wie möglich zu lachen, schlechte Internet-Bewertungen zu schreiben und Kinder anzuschreien.

Wie kamt ihr auf diese megacoole Popcorndrohung?

Rike: Es könnte sein, dass besonders diese Drohung autobiografische Züge hat. Hüstel. Ich verquatsche mich sehr oft, was meine Tochter noch öfter gar nicht so lustig findet. Dann habe ich überlegt, was ihr die Wartezeit verschönern könnte und bin auf Popcorn gekommen. „Wenn du zu lange quatschst, macht dein Mund Popcorn!“ ruft sie inzwischen ziemlich oft. Voll das gute Marketing eigentlich.

Lilli, was schätzt du an Rike am meisten?

Neben lustigen Texten schreibt sie einfach super motivierende Mails. Die waren echte Highlights im Homeschooling-Horror und haben mir geholfen vom Mama-Modus in den Kreativ-Modus zu kommen. 

Rike, was schätzt du an Lilli am meisten?

Sie kann so verdammt gut illustrieren und hat so gute Ideen! Ihre Bilder haben so viel Bewegung und Ausdruck, das es kracht! Außerdem schätze ich an Lilli, dass sie sich in dieser Kackzeit so intensiv auf das Projekt eingelassen hat.

Was wünscht ihr Kindern und Eltern zum guten Abschluss dieses Interviews?

Lilli: Irgendwer hat mal den alten Pestalozzi zitiert und so mach ichs jetzt auch. Der hat nämlich den schönen Satz gesagt: „Du sollst drei mal lachen am Tag: einmal über deine Kinder, einmal über Dich selbst und einmal mit ihnen gemeinsam.“ Vielleicht kann unser Buch ein wenig helfen, dieses Ideal zu erreichen…

Rike: Das ist ein sehr kluger Satz. Und ich meine dasselbe, wenn ich Kindern und Eltern wünsche, sich so oft wie möglich gemeinsam auf Quatsch einzulassen. Das schaffe ich auch nicht immer, aber wenn wir als Familie Quatsch machen und lachen und uns wundern, dann hüllt uns das in eine Blase ein, die sich fast ein bisschen unverwundbar anfühlt.

UND JETZT KÖNNT IHR NOCH DREI EXEMPLARE GEWINNEN! HIPP-HIPP-HURRA. Dafür droht doch in den Kommentaren gern mal uns 😉 Aber sympathisch, ja?! Wir losen dann aus und geben euch per Mail Bescheid!

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64 comments

  1. Wenn wir nicht die „Gewinner“ dieses tollen und kreativen Buch werden.
    Seid ihr die „Verlierer“ unserer Herzen❤️❤️❤️Pah!! Und 3 mal mehr als Du😊

  2. Ich zähle jetzt bis drei und wenn ihr dann nicht noch noch mehr so tolle Artikel geschrieben habt, passiert etwas… 1, 2, 3

    Oh, passiert ja doch nichts, ups, war zu erwarten sagt ihr? Habe ich aber so ähnlich oft gehört…

  3. Wenn ich nicht gewinne, dann hören Sie von meinem Anwalt … was für ein Grusel-Satz, oder? Vielleicht: wenn ich nicht gewinne, streichelt irgendwo ein Anwalt ein Kaninchen!

  4. Wie sagte meine Tochter neulich so schön: Wenn ich nicht (darf was ich will / das Buch gewinne), setzt es dreizehn!

    Also, wir würden uns sehr über das Buch freuen 🙂

  5. Wenn ihr weiterhin so tolle Blogs und Artikel erstellt, werden meine Mädels und ich euch täglich hoch und runter posten, bis es der letzte Elternteil rafft, warum man euch lesen muss 🎈
    Dieses Buch wird vor dem 18. Lj nicht vorgetragen, sondern nur in elterlicher Runde ausgepackt😄

  6. Wenn wir hier wieder nicht gewinnen, dann regnet blitzt und donnert es so gewaltig, dass der Regenbogen in Konfettischnipsel explodiert und alle kunterbunt und auf ewig lustig und fröhlich färbt und macht! :))

  7. Wenn ich diesmal nicht gewinne, verwandel ich euch in zwei weiße Kaninchen und ihr müsst für immer und ewig gesunde Möhren knabbern! Lieben Gruß. 💝

  8. Wenn ihr weiter so tolle Beiträge schreibt und ich deshalb immer zu spät schlafe, dann…. Kipp ich mir morgens vor Müdigkeit den Kaffee über die Rübe statt in die Tasse… ähh… ich wollte ja euch drohen..Mist…na dann leg ich mich schreiend und heulend auf eure Fußmatte und rufe“ ich will aber schlafen‘!

  9. Wenn ihr mich diesmal nicht gewinnen lasst, dann bleibe ich trotzdem knallvergnügt!

    Ich bin schlecht im Drohen, aber ich möchte unbedingt mal gewinnen!

  10. Wenn ich kein Buch bekomme, verhungert ein Bücherwurm….ach ich bin nicht so kreativ. So ein Buch hätte ich trotzdem gerne….
    Hört sich nämlich super an.

  11. Wenn ich kein Buch von euch gewinne, dann lese ich bei euch immer nur noch mit einem Auge mit und mit dem anderen ignoriere ich euch für immer!!!!

  12. Hallo, wenn ihr weiter so tolle Artikel veröffentlicht, fliegen mir Herzen aus den Ohren!
    Danke für eure Beiträge. Würde mich sehr über nen Buch freuen!
    Lg Ulrike

    1. Wenn ich diesmal nicht gewinne, verwandel ich euch in zwei weiße Kaninchen und ihr müsst für immer und ewig gesunde Möhren knabbern! Lieben Gruß. 💝

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