Karrierekiller Kind? Warum Mütter so oft beruflich zurückfallen

Liebe Nadja, Du bist vierfache Mama und in einer Führungsposition. Bitte erzähl uns, wie ihr gerade den Corona-Alltag schafft.

Bei uns in der Schweiz sind die Schulen zum Glück noch immer geöffnet. Nur während des Lockdowns im Frühling 2020 wurden die Schulen für ein paar Wochen geschlossen. Die meisten Kitas hatten auch in diesen Wochen weiter geöffnet. Dadurch funktioniert das Leben für uns als Familie im Corona-Modus eigentlich ganz gut. Da ich seit Monaten fast ausschliesslich im Homeoffice arbeite, kann ich mich am frühen Morgen voll auf die Kinder konzentrieren und muss nicht darum gesorgt sein, dass ich auch selbst anständig frisiert und ohne Flecken vom Frühstücksquark auf meinen Kleidern pünktlich aus dem Haus kann.

Vielen Mamas fällt es schwer, sich abzugrenzen und sie arbeiten deshalb am Küchentisch mit den Kindern – während der Papa im Arbeitszimmer sitzt. Fällt Dir das auch auf und woran liegt das?

Da unsere beiden Kleinen wirklich noch sehr klein sind, ist arbeiten mit gleichzeitiger Kinderbetreuung nicht denkbar. Der von uns, der arbeitet, zieht sich in ein Zimmer zurück und macht die Türe zu. Am Küchentisch arbeite ich nur, wenn alle aus dem Haus sind.

Du bist beruflich erfolgreich. Hast du dir schon öfter anhören müssen: „Und wo sind die Kinder, wenn Sie arbeiten?“

Es ist wirklich erstaunlich, wie oft man als Frau beispielsweise auf Dienstreisen oder an Businessevents abends gefragt wird, «Wer passt auf die Kleinen auf?». Am meisten amüsiert es mich, wenn dann die Aussage kommt «Ah, dein Mann hütet heute!» Das sind doch Väter, keine Babysitter…

Wie hast du es geschafft, trotz der Kinder, beruflich weiterzukommen?  

Für mein Buchprojekt habe ich diese Frage anderen Müttern in Kader- und
Führungsfunktionen gestellt und deren Antworten deckten sich sehr mit meiner persönlichen Wahrnehmung: Der Schlüssel zum Erfolg ist die Leidenschaft. Gepaart mit der Bereitschaft, die Extrameile auch mit Kindern noch zu gehen. Klar ist auch: Man muss Prioritäten setzen,
wenn man Kinder und Karriere unter einen Gut kriegen will. Das macht uns arbeitende Mütter aber auch mega effizient.

Was sind die typischen Karrierefallen, in die Mütter geraten?

Ich habe in meinem Buch fünf «Fallen» identifiziert: Die Assistenten-Falle steht dafür, dass Mütter selbst dann, wenn sie ihren bisherigen Job in einem deutlich kleineren Pensum weiterführen können, oft über kurz oder lang in einer Zudiener-Funktion mit wenig Entscheidungsspielraum landen. Die Hintertürchen-Falle meint die immer präsente Option, dass Frauen, die mit ihrem Job nicht besonders glücklich sind, durch das Muttersein einen
guten Grund haben, um ganz aus dem Erwerbsleben auszusteigen.

Die Frage, ob es nun das Arbeiten an sich oder vielleicht doch nur der unpassende Job/die unangenehme Vorgesetzte war, die einem zu diesem Schritt gebracht haben, bleibt oft ungeklärt.

Die dritte Falle ist die Asymmetrie-Falle: Wenn bei einem Paar zum Zeitpunkt des ersten Kindes der Mann deutlich mehr verdient als seine Frau, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie ihr Pensum auch deutlich stärker reduziert als er. Langfristig zementieren sich so die Einkommensunterschiede.

An vierter Stelle folgt die Vereinbarkeits-Falle: Wenn die Kinderbetreuung nicht zufriedenstellend organisierbar ist, wenn lange Pendelzeiten wertvolle Familienzeit wegfrisst und wenn die Möglichkeiten der modernen Technik durch Homeoffice-Abneigung von Seiten Arbeitgeber und/oder Vorgesetzter nicht genutzt werden können, ist es gut möglich, dass Mütter das Erwerbsleben irgendwann frustriert an den Nagel hängen.

Und zu guter Letzt sehe ich die Überperformance-Falle: Studien belegen, dass sich Frauen seltener auf Stellen bewerben, wenn sie nicht alle Anforderungen erfüllen. Vorgesetzte trauen Männern eher das Potenzial für eine neue Stelle zu, während sich Frauen erst beweisen müssen. Dieser Druck führt zur Gefahr, dass Frauen deutlich mehr Performance erbringen, als für ihren Ressourcen-Haushalt gut ist.

Hast du das Gefühl, dass der Wiedereinstieg Frauen nach der Geburt schwer gemacht wird?

Zuerst stellt sich für mich die Frage, was eigentlich eine Wiedereinsteigerin ist. Ist eine Frau, die ein paar Monate im Mutterschutz war, bereits eine Wiedereinsteigerin? Ich verstehe unter dem Begriff viel eher Frauen, die mehrere Jahre beruflich eine Auszeit nehmen und nach
den intensiven Jahren Vollzeit zu Hause mit den Kindern spürbar Schwierigkeiten haben, eine Arbeitsstelle zu finden, die ihrer Ausbildung entspricht.

Was könnten Unternehmen tun, damit mehr Mütter die Karriereleiter hochklettern?

Spätestens seit den diversen Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft, die ich für mein Buchprojekt geführt habe, bin ich überzeugt: Das Arbeitspensum ist ein Schlüsselfaktor für das Weiterkommen auf der Karriereleiter.
Je besser Eltern ihre Arbeitsmodelle ihren persönlichen Bedürfnissen und Gegebenheiten in der Familie anpassen können, desto eher ist für beide Elternteile ein höheres Arbeitspensum möglich.

Unternehmen, die ihre Frauen also halten wollen, sollten sich um moderne
Anstellungsbedingungen und höchstmögliche Flexibilität kümmern. Es gibt so viel mehr als Vollzeit- und Halbtagsjob. Ich glaube, Pensen um die 80 Prozent sind eine gute Möglichkeit, einen vollwertigen Job zu machen und doch unter der Woche etwas zusätzliche Zeit mit den Kindern verbringen zu können.

Diese «Fast-Vollzeit»-Pensen sind meiner Meinung nach ein bedeutender Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz. Bei uns ist es in vielen
Branchen inzwischen üblich, dass alle Stellen mit «80-100%» ausgeschrieben werden und entsprechend arbeiten viele Eltern ein leicht reduziertes Vollzeitpensum. Das ermöglicht Flexibilität.

Was sollten Frauen mit ihren Partnern frühzeitig klären? 

Es braucht einen Abgleich der Rollenvorstellungen. Ist der Partner der Meinung, «meine Frau muss nicht arbeiten, ich verdiene genug», wird ein egalitäres Familienmodell schwierig umsetzbar sein. Abseits von diesem Extrembeispiel ist es sicher wertvoll, im Rahmen der Familienplanung eine Auslegeordnung zu machen, was für Optionen es gibt und welche
Modelle man im Umfeld beobachtet, die auch für einen selbst Sinn machen könnten.

Viele Frauen verspüren den Druck, nicht nur im Job super zu sein, sondern eben auch im Haushalt, in der Erziehung, im Ehrenamt und und und.

Wie gehst du mit diesem Druck um?

Ich habe nicht den Anspruch, eine super Hausfrau zu sein. Man muss auch hier Prioritäten setzen. Ich trage zum Beispiel selten Kleider, die man bügeln muss. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Prozessoptimierung begleitet mich beruflich wie privat. Warum Aufwand betreiben, wenn man etwas auch leichter erledigen kann? Wenn ich überhaupt keine Zeit
habe, dann kaufe ich auch den Geburtstagskuchen für die Kita im Supermarkt und dekorier ihn einfach schnell.

Hast du einen Tipp an alle Frauen, die gerade unglücklich in ihrem Job sind und nicht genau wissen, wie es weiter gehen soll?

Durststrecken gibt es in jedem Job. Aber wenn die Unzufriedenheit grundsätzlicher Natur ist: Gebt euch damit nicht zufrieden! Unsere Zeit ist doch viel zu schade, um sie mit nicht-netten Menschen in einem nicht-befriedigenden Job abzusitzen. Klar kann man die Situation nicht
von heute auf morgen ändern. Aber einen Plan ausdenken, wo man in einem Jahr stehen will, was sich dafür verändern muss und welche Handlungsoptionen man selbst hat – das ist der erste Schritt zu Verbesserung.

Kinder und Karriere – aber richtig!

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26 comments

  1. für alle die sich gedanken wegen dem vorleben machen: wir haben allein in unserer familie sehr unterschiedliche modelle. meine schwiegermutter ist nach 3 bzw 6 monaten wieder arbeiten gegangen und findet es sehr befremdlich das ich 3 jahre zuhause geblieben bin. meine mutter war auch froh nach zwei jahren elternzeit wieder arbeiten zu gehen. jede frau in meiner familie ist zu unterschiedlichen zeiten wieder arbeiten gegangen. weil sie musste oder wollte. jeder vater nimmt unterschiedlich viel zeit für seine kinder. wenn man die kinder stärkt, gönne aufzeigt das jeder selbst heraus finden muss wie er oder sie sein leben gestalten möchte, viel arbeit, wenig arbeit, viel geld wenig geld, usw dann findet doch jeder seinen weg. mich hätten alle untersützt wenn ich schneller wieder hätte arbeiten gehen wollte. aber ich selbst wollte und will die zeit mit den kindern haben. kann das nicht bitte jeder selbst entscheiden?! ich finde es doch auch ok wenn jemand karriere machen will, hut ab, entweder hab ich noch nicht den richtigen job gefunden oder ich bin dafür einfach nicht motiviert genug oder was auch immer. ist doch beides völlig ok. und bisher habe ich dem steuerzahler noch nie auf der tasche gelegen ( in form von arbeitslosigkeit oder familienversicherung). und in vielen fällen muss doch auch individuell geschaut werden woran es liegt.

  2. Zu K.
    Da ich selbst Erzieherin bin, weiß ich, dass eine Betreuung außerhalb der Familie ebenso gut und geborgen ablaufen kann und bei weitem mache ich nicht meinen eigenen Berufsstand schlecht. Dennoch bleibe ich dabei, dass sicher nichts schlechtes daran ist seine Kinder für eine Zeit, und das bedeutet ja nicht 20 Jahre, selbst zu Hause zu betreuen ohne zu jammern und gelangweilt die Zeit totzuschlagen. Diesen Beschreibung finde ich ohnehin sehr fragwürdig. Denn aus beruflicher Erfahrung kann ich sagen, Erziehung ist sicherlich Arbeit, auch wenn diese zu Hause statt findet.
    Im Gegenteil. Ich habe eher das Gefühl, Mütter wie Sie prägen die Gesellschaft. Wenn man länger als 1 Jahr Elternzeit nimmt gilt man mittlerweile als Exot, der zu bequem ist, arbeiten zu gehen. Das ist es, was Sie in Ihren Kommentaren durchscheinen lassen.
    Krippe hat Ihnen gut getan, das freut mich für Sie! Keine Krippe hat mir auch gut getan, möchte ich als Gegenargument einwenden. Denn auch ich habe es geschafft ohne Krippe ein Sozialverhalten zu entwickeln, Freundschaften zu pflegen und in die Gesellschaft integriert zu sein. Ob Krippe oder nicht, das entscheidet jede Familie für sich, für jede Familie ist ein anderer Weg richtig.

    1. Hallo K.N.,
      ja sicher habe ich das jammernd, gelangweilt die Zeit totschlagen etwas zu pauschal aber bewusst überspitzt geschrieben. Eben weil ich die Arbeit unserer ErzieherInnen immer sehr geschätzt habe! Sie haben unsere Kinder z. B. früh an Bereiche heran geführt, die in unserer Familie sonst nicht so die große Rolle gespielt haben (z. B. Musik, wir spielen beide kein Instrument und der Gitarre spielende Krippenerzieher war heiß geliebt bei den Kindern). Das wollte ich eigentlich damit sagen, die „Fremdbetreuung“ stellt ja sozusagen heute das Dorf dar, in dem die Kinder groß werden. Sie bekommen dadurch soviel mehr Input als nur in der Kleinfamilie. Deshalb habe ich es auch nie als fremdbetreuen oder abschieben, weil mir die Arbeit wichtiger wäre, empfunden. Wie gesagt, heute als Grundschulkinder möchten unsere Beiden ganz unbedingt noch bis 15:00 Uhr die tollen Hort- Angebote mitnehmen oder im geschützten Rahmen mit ihren Klassenkameraden spielen. Was übrigens zumindest hier in einer großen Stadt sonst am Nachmittag gar nicht so einfach möglich wäre, weil auch viele Kinder am Nachmittag in Vereinen usw. eingebunden sind. Und daher wollte ich als Denkanstoß geben, dass gute pädagogische Betreuung auch ein Gewinn für die Kinder ist! Und in der Zeit kann ich beruhigt 80% arbeiten. Auch kommt dazu, dass sich der Papa engagiert! Die Kinder mögen den festen Nachmittag sehr mit ihm, der Mann gestaltet den Nachmittag einfach anders mit ihnen, als ich! Und ich genieße es, wenn ich um 18:45 Uhr nach Hause an den gedeckten Abendessentisch komme! Ich meine, wenn Frau gerne arbeitet, dann klappt das auch! Nebenbei kommt dadurch ja auch finanziell was rum und ich sorge auch für mein Alter vor, bin auch unabhängiger vom Einkommen des Mannes. Der kann ja auch erkranken, sterben oder unsere Ehe nicht ewig halten, da ist es wirklich gut, wenn Frau sich nicht nur auf ihn verlassen hat! So meine ich es auch. Dass wir Frauen nur mit dem Kinder kriegen ja auch (leider) keine Rund- Um- Absicherung bekommen haben und der Mann hat zu bezahlen! So lange die Gesetze sind, wie sie sind, ist es wichtig auch beruflich unabhängig zu bleiben! Und die lieben Männer wollten ja auch Väter werden und sollen so auch etwas von ihren Kindern haben!

  3. Schon beim Titel des Buches werde ich stutzig: KINDER und KARRIERE, aber richtig!
    Wer bitte möchte denn sagen, was richtig ist???!!!
    Folgendes ist bei Wikipedia zum Thema Karriere zu finden:

    „(…)Das Wort Karriere bedeutet dem Wortsinn nach „Fahrstraße“ (lateinisch carrus „Wagen“). Der Begriff im exakten Sinne bezeichnet also jegliche berufliche Laufbahn, ganz gleich ob sie als Auf- oder Abstieg wahrgenommen wird. Strittig ist jedoch, ob nicht auch andere Bewegungen in einem sozialen Raum über die Zeit hinweg als Karrieren betrachtet werden sollten[5]. Damit hätte auch jede Hausfrau und jeder Hausmann ebenso eine Karriere(…)“

    Was ist also Karriere? Doch ein ziemlich verallgemeinerter Begriff, den allerdings jede*r für sich definieren sollte und das auch darf (genauso wie beim Wort ERFOLG übrigens!)!
    Die Bedürfniss, Ansprüche und Anforderungen im und ans Leben sind menschlich sehr unterschiedlich geartet, genauso wie Lebenskonstellationen, – Umstände und – weisen. Bei alledem sollte NIEMAND sich über den*die andere*n erheben, beurteilen….eine Beurteilung ist ein Werturteil und auch Werte sind was sehr individuelles!!!
    Zum Thema arbeitende Mütter gibt es ausreichend „Literatur“, die ich weder bemühen, noch zitieren möchte. Generell scheint es mir sowohl ein Generations-, als auch Geschlechter und Gesellschaftsproblem zu sein, mit dem wir es hier ALLE zu tun haben: die, die arbeiten; die, die zuhause bleiben; die, die die Mischformen fahren – IMMER findet sich jemand, dem dazu ein Kommentar einfällt….Frau hat es nicht leicht (keine Frage, Mann auch nicht).

    Welche Sprosse der Karriereleiter für einen selbst die erstrebenswerteste ist, entscheidet doch bitte jede*r selbst; wichtig ist doch, dabei und damit glücklich und zufrieden zu sein – und dazu braucht es vielleicht nicht unbedingt die Sprosse mit der besten Aussicht auf alles unterhalb zu sein…auch da wird nämlich erfolgreich, hart und effizient gearbeitet!
    Eine gute Vereinbarkeit mit dem Familienleben, der Gesundheit und den privaten Bedürfnissen scheint mir übrigens ganz oben zu stehen…nach individuellem Gusto.
    Die Aufwertung der Arbeit zuhause und die Normalität einer Mutter/Frau in leitenden Positionen ist die grosse Aufgabe dieser und der nächsten Generationen! Dabei hilft es nichts, sich gegenseitig etwas zu neiden, zu keifen oder schlechtzureden. Mache jede*r ihr*sein Ding und sei glücklich.
    Weg von der Stutenbissigkeit – hin zum MitFüreinander!

  4. grundsätzlich würden wir beide teilzeit machen. da mein mann aber im kleinen familien betrieb selbstständig ist, kann er nicht kürzer treten. mich stört es aber nicht wenig zu arbeiten und für die kinder da zu sein, wir haben nur grundsätzlich das problem das ich nicht genug zeit für mich habe, viel hat da aber im letzten jahr einfach die corina imstande dazu beigetragen. ich habe jetzt nach 5 1/2 uhren elternzeit ( 2 kinder) wieder mit 15 statt davor 30 stunden angefangen zu arbeiten. ich hänge mich rein und versuche zu verändern was mich vorher dort gestresst hat , um mich im job wohl zu fühlen, sollte ich aber nach 2-3 jahren immer noch ( wie vor der elternzeit) das nicht klappen, werde ich mich um orientieren. ich werde noch 35+ jahre arbeiten müssen, und da möchte ich mich dann wohl und zufrieden dabei fühlen. und ich bin der meinung bzw mein mann und ich, das wir lieber entspannter zeit zusammen haben, dafür können wir uns nicht den luxus leisten der schön wäre, aber für luxus uns nur krumm zu arbeiten möchten wir nicht. entspannt zeit zu haben ist das wichtigste, und nicht nur gestresst vom job zu sein. und jeder definiert das anderst.

  5. Danke für den Artikel.

    Wir haben zwei Kinder und sind große Fans von Teilzeit geworden: wir beide arbeiten 80% in unseren Jobs, die ein Glück sehr flexibel von uns gehandabt werden. Selbst mit regelmäßigen mehrtägigen Dienstreisen haben wir meist keine Betreuungsprobleme.

    Man muss aber auch anmerken: in Teilzeit zu arbeiten und dann noch „Karriere zu machen“ ist ein Luxus, den man sich leisten muss. Diese Überlegung betrifft meist nur Eltern, die recht gut verdienen und entsprechende Jobs haben. Und es gibt genug Berufe, wo das nicht der Fall ist. Da ist es entscheidend, dass die Kita-und Schulbetreuung im Ort vorhanden ist, um irgendwie überhaupt seine Arbeit (Einzelhandel, Pflege…) auf die Reihe zu bekommen.

    Viele Grüße
    Stiefelkind

    1. So ist es: Karriere machen zu können ist Luxus. Um Betreuung außerhalb der regulären Kita- oder Schulzeiten organisieren zu können, braucht man Geld. Dieses Geld muss einer der beiden Elternteile erst verdienen können. Das viel größere Problem ist jedoch die Unlust von Arbeitgebern in Frauen und ihre Entwicklung zu investieren. Während männliche Abteilungsleiter mehrmonatige Weiterbildungen bezahlt bekommen, kriegt man als Teilzeitkraft zum Teil nicht mal einen 2-tägigen Kurs bezuschusst. Außerdem werden Führungs- und Expertenstellen in Deutschland seltenst im Job-Sharing oder Vollzeitnahen-Beschäftigungen ausgeschrieben. Mit Fleiß und „Extra-Meile“-gehen, landet man hierzulande nur im Burn-Out, das einzige was etwas nützt, sind Beziehungen und Mentoring.

    2. Das ist kein besonders konstruktiver Beitrag finde ich.

      Also Vereinbarkeit geht, wenn beide Partner 80% arbeiten?
      1.) In vielen Branchen bedeutet Vollzeit eben deutlich mehr als 40h, so dass man auch mit 80% noch mit viel zu vielen Stunden arbeiten geht.
      2.) ist es in vielen Branchen nicht möglich mit 80% noch Karriere zu machen, weil Karriere nämlich eigentlich bedeutet 150% bzw ständige Erreichbarkeit.
      3.) arbeiten viele Frauen in Berufen, die per se schlechter bezahlt sind. Da muss man es sich als Familie schon leisten können dass beide Partner Teilzeit arbeiten.
      Zu behaupten Karriere für beide während der Familienphase sei prinzipiell möglich, empfinde ich daher als frech.

      Bei Frauen scheitert es am „Willen“?
      Das zu behaupten halte ich für gefährlich, weil es a) Chefs darin bestätigt, dass Frauen EIGENTLICH lieber zu Hause bleiben wollen – bis auf die wenigen tollen, die arbeiten können wie ein Mann… Und weil es b) Frauen vermittelt dass sie selbst Schuld an ihrem schlechten Gehalt usw sind – sie wollen ja schließlich nicht Karriere machen, sondern sich um die Kinder kümmern. Natürlich wollen Mütter sich um ihre Kinder kümmern! Aber eben nicht nur… Und damit zum nächsten Punkt:

      VereinarkeitsFALLE, AssistentinnenFALLE… Eigentlich sind Frauen halt auch ein bisschen doof oder? Ständig tappen sie in so dämliche Fallen!
      Kinderbetreuung ist keine Falle und auch nichts, was ständig organisiert werden muss, sondern einfach normaler Familienalltag. Kinder brauchen Zuwendung, die kostet eben Zeit. Das kann natürlich auch die Zeit des Vaters oder der Oma sein, aber eben nicht jeden Tag jemand anderes. Es muss mal aufhören, dass Kinder immer nur als Betreuungsproblem wahrgenommen werden – und im gleichen Atemzug möchte ich auch fast anregen Elternzeit nicht als tote Zeit anzusehen, denn ein Mensch in Elternzeit arbeitet unheimlich viel, leistet unheimlich viel UND lernt unheimlich viel – vieles davon ist tatsächlich auch in der Arbeitswelt von nützen! Babysitter bezahlen wir doch sich, warum gehen wir dann davon aus, eine Mutter in Elternzeit tut quasi nichts?!

      Fazit: Vereinbarkeit von Familie und Karriere funktioniert in seltenen Fällen auch für beide Partner, in den meisten aber nicht. Das hat viele Gründe (nicht nur vier…), die zum überwiegenden Teil NICHT an den Müttern zu finden, sondern strukturell bedingt sind.

      Etwas anderes zu behaupten ist falsch und bringt Frauen in die gemeine Situation die Schuld bei sich zu suchen – völlig anti-emanzipatorisch könnte man sagen.

      1. Liebe Astrid, sehr treffender Kommentar.
        Dieses „Du musst nur wollen“ ist irgendwie zu einem Totschlagsrgument verkommen und schiebt Frau doch indirekt die Schuld zu, wenn Karriere/Vereinbarkeit/Familie nicht klappen.Und ja Kinder sind zeitintensiv. Wir Frauen sollten aufhören so zu tun als ob wir alles unter einen Hut bekommen.Der Tag hat auch für uns nur 24 Stunden.Multitasking ist keine Tugend.

      2. Hallo Astrid,

        Du trittst ganz schön pauschalisierend auf, finde ich. Mich würde, kurz zusammengefasst, interessieren, was Du aussagen willst. Die Welt ist ungerecht und frau braucht es gar nicht erst zu versuchen, es klappt sowieso nicht? Kommt auf alle Fälle sehr negativ rüber. Warum nicht zwei Mal 80 Prozent?? Was spricht dagegen? Vom Geld her ist zwei mal 80 bestimmt besser als einmal 100 und einmal Null. Wenn Strukturen schlecht sind, muss man sie ändern, statt resigniert zu erzählen, dass sowieso alles nicht geht. Und es muss ja auch nicht gleich die große Karriere sein. Es geht darum, Erwerbs zu arbeiten, eigenes Geld zu verdienen, für das Alter vorzusorgen und auch im Fall einer Trennung finanziell nicht unterzugehen.

      3. Anti-emanzipatorisch ist diese resignierende Haltung. Wenn Frau gern lange zuhause bleiben will mit den Kindern soll sie das tun. Aber mich stört es sehr, wenn sie:
        A) will, dass andere ihr das finanzieren (Rente, KV, Ehegattensplitting)-also auch die Frauen, die trotz Kindern arbeiten gehen
        B) dann such noch so tut, als ob es gar nicht anders möglich wäre, wegen den bösen Strukturen.

        1. Hallo Franzi,
          dass zweimal 80% finanziell besser ist als einmal 100% und einmal 0%, ist in den meisten Fällen sicherlich richtig. Ich habe Astrid aber auch gar nicht so verstanden, dass sie meint, ein Elternteil solle über längere Zeit ganz zu Hause bleiben und gar nicht arbeiten, sondern nur, dass das mit den zweimal 80% kein Allheilmittel ist.
          Zweimal 80% sind in der Theorie super. In der Praxis ist es aber oft deutlich schlechter als einmal 100% und einmal 50%. Entweder weil dann beide nicht mehr befördert werden oder weil der eine pro Stunde deutlich mehr verdient als der andere und man deswegen finanzielle Einbußen hat.
          In dem Interview, das wir hier kommentieren, und dem Titel nach zu urteilen auch in dem Buch, geht es außerdem nicht darum, einfach irgendeiner Erwerbsarbeit nachzugehen und das mit Kindern unter einen Hut zu bringen (was schon anspruchsvoll genug ist). Nein, es geht ausdrücklich um “Karriere” und wie man trotz Kind(ern) mit einer 80%-Stelle eine Führungsposition bekommen und behalten kann. (Was ist mit 80% eigentlich gemeint, 32 Stunden? Das wären in meiner Branche z.B. definitiv keine 80%, sondern deutlich weniger…)
          Ich freue mich für alle, denen es gelingt, sehe es aber wie Astrid, dass das in vielen Bereichen brutal schwierig bis unmöglich ist.

          Durch Ehegattensplitting steht übrigens niemand finanziell besser da, der nicht arbeitet, sondern es wird nur innerhalb der Ehe ein gemeinsamer “Topf” gebildet. Nehmen wir an, der Mann verdient z.B. EUR 100.000 und die Frau EUR 0 und bei einem anderen Ehepaar verdienen beide EUR 50.000, dann ist die steuerliche Belastung für beide Paare unterm Strich exakt gleich. Wenn beim ersten Paar die Frau wieder arbeiten geht und EUR 50.000 verdient, zahlt das Paar zwar mehr Steuern, es bleibt aber natürlich von einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von EUR 150.000 auch netto mehr hängen als bei einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von EUR 100.000 (für die Rente gilt das natürlich auch). Bei der Krankenversicherung gibt es für gesetzlich Versicherte durch die Familienversicherung Vorteile, aber da lohnt sich normalerweise Arbeiten finanziell trotzdem mehr.

        2. Hallo Franzi,
          Ja das waren auch meine spontanen Gedanken! Es geht doch meist viel mehr, als nur ein paar Stunden am Vormittag arbeiten zu gehen! Meine Kinder sind beide mit etwas über einem Jahr in die Kita/ zur Tagesmutti und haben dort auch Mittagessen und Mittagsschlaf bekommen. Ich habe immer 75% gearbeitet und nun tatsächlich nochmal auf 80% erhöht, da nun beide in der Schule sind und gerne am Nachmittag noch bis 15:00 Uhr in den Hort gehen. Sie machen da ihre Hausaufgaben und spielen mit ihren Klassenkameraden… und ja auch mein Mann übernimmt mind. 1 Nachmittag die Woche voll, da arbeite ich bis 18:00 Uhr. Und beide Kinder haben noch außerschulische Hobbys und wir haben auch Zeit am Nachmittag zusammen. Also ich finde es lässt sich ganz wunderbar vereinbaren 80% und 100% zu arbeiten und trotzdem gut für die Kinder zu sorgen. Und damit meine ich jetzt natürlich nicht das täglich selbst gekochte Mittagessen bzw. Abendessen und den perfekten Haushalt. Nein, ich denke es ist wichtiger immer ein offenes Ohr für die Kinder zu haben und die Zeit mit ihnen aktiv zu verbringen. Daher finde ich auch das Argument 1) Mann muss dafür zahlen, dass Frau bei den Kindern bleibt, weil es 2.) nicht anders geht! Und damit meine ich auch, dass Frauen sich in der Arbeitswelt selber degradieren… denn wo ist das Problem, dass der Vater übernimmt, wenn die Mutter beruflich einen Nachmittagstermin hat! Und dafür stehe ich auch auf Arbeit ein! Und so bin ich auch die Karrieleiter weiter nach oben gestiegen und weise Zweifler und Kritiker in ihre Schranken! Und mit meinen 80 % arbeite ich so manches Mal mehr und effektiver als so mancher mit 100%! Was ich auch immer betone!

          1. Auf die Gefahr hin, dass viele jetzt argumentieren werden, dass man es sich heutzutage nicht leisten kann…aber nicht jeder möchte sein Kind/seine Kinder bereits mit 1 Jahr in die Kita geben und von Fremden betreuuen lassen. Für manche liegt der Sinn des Lebens nicht nur in der Arbeit.

        3. @ Franzi: das Buch heißt „Kinder und Karriere“ und Karriere bedeutet nicht Erwerbstätigkeit, sondern ein eher gutes Gehalt und eine anspruchsvolle Position. Selbstverständlich können Mütter arbeiten, viele Mütter haben gar keine andere Wahl als zügig in die Arbeitswelt wieder einzusteigen, aber eine Karriere (ob als Führungskraft oder Fachexpertin) wird vielen Müttern durch die Strukturen verwehrt – egal wie sehr sich die Frauen abstrampeln.

          1. Ja, darauf habe ich gewartet. Da darf Frau aber auch nicht jammern, dass sie beruflich abgehängt wird! Wenn ich das schon lese: fremdbetreut! Berufstätige Mütter geben ihr Kind nicht weg, sie geben es nur ein paar Stunden am Tag in eine altersgerechte Kohorte zur Betreuung. Ich möchte meinen, das bringt auch den Kindern mehr, als mit einer jammernden und sich benachteiligt gefühlten Mutter zu Hause die Zeit tot zu schlagen! Ich denke, dass das gerade das gesellschaftliche Problem ist, das eben die Mütter denken, nur sie können richtig für die Kinder da sein. Ganz ehrlich, ich bin in der DDR aufgewachsen, da war Krippe ab einem Jahr völlig normal, uns hat das allen gut getan. Auf jeden Fall kenne ich in meinem Umfeld wenige ausschließlich um sich kreisende Egoisten. Schade ist nur, dass diese Übermütter es auch den Müttern schwer machen, die gerne für das Familieneinkommen mit sorgen! Denn diese ewig „ich kann nicht, muss mich um meine Kinder kümmern“ Mütter etablieren sehr nachhaltig das Bild in der Gesellschaft, dass Frauen, die Mütter sind, dieses ausschließlich und vorrangig zu sein haben! Sie entlassen damit auch die Väter selbstverständlich aus der Verantwortung und die staatlichen Strukturen ebenfalls, da sie eben diese nicht annehmen, weil sie davon überzeugt sind, nur sie als Mütter ausschließlich könnten die Kinder betreuen! Das hat dann zur Folge, dass Arbeitgeber in Frauen noch immer nur die Mütter sehen, auf die Rücksicht genommen werden muss, auf die man sich nicht verlassen kann! Und ergo Männer in bestimmten Positionen bevorzugen! Und die Männer sich dann auf diesen ausruhen, weil ihnen die lieben Frauen ja den Rücken frei halten! So lange Frauen von „Fremdbetreuung“ und „Kinder abgeben“ reden, so lange wird sich gesellschaftlich in Sachen Gleichberechtigung wenig ändern und unsere Töchter werden mit den gleichen ungerechten Strukturen zu kämpfen haben! Das finde ich traurig! Und übrigens, meine Kinder sind sehr glücklich und haben sich nie abgeschoben- fremdbetreut gefühlt! Im Gegenteil sie pflegen bis heute Freundschaften mit ihren Krippen- Buddies!

          2. Mich nervt das Wort „fremdbetreut“ auch sehr (bezieht sich auf K.N). ist so ein richtiges Unwort, das impliziert: ich gebe mein Kind zu bösen Fremden, bloss um mich der kalten Arbeitswelt auszusetzen, wo mein Platz doch eigentlich zuhause beim Kind ist. Dass Kitas freundliche, zugewandte Orte sind, die Erzieherinnen keine Fremden, sondern Bezugspersonen, die den Horizont erweitern und eine Bereicherung darstellen (so wie Oma oder Tante, oder natürlich gern auch Opa oder Onkel), andere Kinder zum Spielen da sind und so weiter, passt nicht in dieses Weltbild.
            Ich arbeite nicht, weil ich muss und es “ anders nicht geht“, sondern weil ich es will. ich glaube auch nicht, dass 3 Jahhre oder länger komplett zuhause bleiben in irgendeiner Art und weise besser für das Kind ist. Und grad für Töchter finde ich es so wichtig, eben nicht die Mama zuhause am Herde vorzuleben, denn Kinder bleiben oft später innerhalb der Grenzen, die auch die Eltern nicht überschritten haben.

          3. Zum Kommentar von „K“:

            Ich denke, es wird immer unterschiedliche Ansichten geben, wie früh ein Kind wann wo und von wem betreut werden sollte/kann und wie sich das auf das Kind auswirkt.
            In meinen Augen gibt es aber noch lange keinen Grund, Frauen, die ihr Kind länger als ein Jahr selbst betreuen, als „jammernd und sich benachteiligt fühlend“ zu verurteilen und zu unterstellen, dass diese Frauen mit ihren Kindern zu Hause „die Zeit totschlagen“.
            Bitte die Toleranz, die Sie sich für Ihr Lebensmodell wünschen, auch anderen entgegen bringen.

          4. Da ich selbst Erzieherin bin, weiß ich, dass eine Betreuung außerhalb der Familie ebenso gut und geborgen ablaufen kann und bei weitem mache ich nicht meinen eigenen Berufsstand schlecht. Dennoch bleibe ich dabei, dass sicher nichts schlechtes daran ist seine Kinder für eine Zeit, und das bedeutet ja nicht 20 Jahre, selbst zu Hause zu betreuen ohne gelangweilt die Zeit totzuschlagen. Denn aus beruflicher Erfahrung kann ich sagen, Erziehung ist sicherlich Arbeit, auch wenn diese zu Hause statt findet.
            Im Gegenteil @K. Ich habe eher das Gefühl, Mütter wie Sie prägen die Gesellschaft. Wenn man länger als 1 Jahr Elternzeit nimmt gilt man mittlerweile als Exot, der zu bequem ist, arbeiten zu gehen. Das ist es, was Sie in Ihren Kommentaren durchscheinen lassen.

      4. Astrid, ich danke für die gute Zusammenfassung.

        Das deckt sich leider auch mit meiner Erfahrung. Ich höre inzwischen zwar auf die Schuld bei mir zu suchen, das macht es emotional etwas einfacher, gleicht das strukturelle Problem, mangelnde Wertschätzung für Kinder und Elternschaft, natürlich trotzdem nicht aus.

  6. Wenn ich das lese, dass in der Schweiz die Schulen, auch im Lockdown, fast die ganze Zeit offen waren, werde ich immer richtig neidisch. Hier in Deutschland war es echt die Hölle, meine Kinder waren fast ein halbes Jahr zuhause. Daran war deutlich erkennbar, welchen Stellenwert Familien und Kinder haben, wie es um das angeblich so wichtige Recht auf Bildung steht und wie sehr davon ausgegangen wird, dass die Mamis dann halt beruflich zurückstecken und sich um die Kinder kümmern. Wenn ich da näher drüber nachdenke werde ich so wütend! Wir sind nur deshalb gut durch diese Zeit gekommen, weil meine Großen schon 8. und 11. Klasse sind und allein zuhause bleiben können und dann auch auf ihren kleinen Bruder aufgepasst haben. Aber in Deutschland wurde der „Infektionsschutz“ auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen. Ansonsten arbeite ich 70 Prozent und bin sehr zufrieden damit. Ich denke auch, dass wir von dieser Vollzeit-Mentalität wegkommen müssen. Auch mit Stellen um die 30 Stunden pro Woche kann Mann/Frau einen guten Job machen. Und hat noch genug Zeit für die Familie.

    1. Danke, Astrid Gieske, volle Zustimmung in allen Punkten. Ich nehme es in meinem Umfeld so wahr, dass Teilzeit – auch 70% oder 80% – vor allem für Männer ein absoluter Karrierekiller ist. Bei Frauen in Teilzeit ist zwar auch niemand begeistert und es bremst einen ebenfalls stark aus (ich habe selbst deswegen schon starke Karriereeinbußen gehabt). Aber es gibt zumindest ein gewisses Verständnis dafür, dass Mütter Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen und Kinder ihre Mütter brauchen, und wenn die Kinder größer sind, hat man evtl. die Möglichkeit, auf der Karriereleiter doch noch höher zu klettern.
      Väter werden hingegen sofort und sehr nachhaltig in die „Waschlappen“-Schublade gesteckt, wenn sie mehr als zwei Elternzeitmonate nehmen oder gar in Teilzeit arbeiten wollen. In einem solchen Umfeld ist es für Paare keine rationale Entscheidung, dass beide 30 oder 35 Stunden arbeiten, denn damit haben sich dann beide ins Karriereabseits befördert.

      1. @Monika, das Argument das Männer besonders unter der Teilzeitfalle zu leiden haben halte ich für vorgeschoben, oder mindestens für sehr kurzsichtig.
        Vorgeschoben weil viele Männer sich hervorragend für ihre Sache einsetzen können, aber bei Teilzeit geht es plötzlich nicht? Ich hab eher den Eindruck der potentielle Karriereknick ist eine willkommene Ausrede. Aber das kann nur meine Wahrnehmung sein.
        Kurzfristig weil damit Probleme einfach nur an die Söhne und Töchter weitervererbt werden anstatt den Boden für Veränderungen zu bereiten.
        Ich glaube ich komme mit allen Lebensmodellen klar. Und alles darf seine Finanzierung finden.
        Fuchsig dagegen machen mich diese konstruierten Rechtfertigungen die Frauen im Namen ihrer Männer vorbringen (Teilzeit geht in der Branche nich, auf der Ebene nicht, die Kollegen akzeptieren das nicht, der Chef ist so altmodisch, sein Job ist wichtiger als Ihrer). Ich hoffe inständig dass mir meine Tochter sowas nicht auch noch erzählt wenn sie erwachsen ist. Auf jeden Fall versuche ich ihr vorzuleben dass sie in erster Linie für sich selbst einstehen darf.

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