Der Gagahof – ein Kinderbuch über das Gefühl, anders zu sein

Ihr Lieben, für alle, die unser neues Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher für mehr ICH in all dem WIR“ gelesen haben, ist Sabine Magnet keine Unbekannte mehr. In dem Kapitel „WOW, bin ich selbstkritisch“ haben wir ein Interview mit ihr über das Impostor-Phänomen, also das Gefühl, ein Hochstapler und nicht qualifiziert genug zu sein. Sabine hat dazu ein ganzes Buch geschrieben, das wir sehr empfehlen können (Hier könnt Ihr es bestellen).

Nun hat Sabine ein wunderschönes Kinderbuch geschrieben. Ein Buch über Außenseiter und das Gefühl, nicht ins System zu passen. Wir verlosen zwei Bücher am Ende des Interviews:

Liebe Sabine, Du bist Journalistin und Buchautorin – und hast nun ein Kinderbuch herausgebracht. Der „Gagahof“ ist ein besonderes Buch, mit einer besonderen Botschaft. Denn darin dreht es sich um Tiere, die alle Außenseiter sind und nicht in eine Norm passen. Erst als eine Dichterin auf den Hof kommt und sich auf alles einen Reim macht, ändert sich das Leben der Tiere. Warum wolltest du ein Buch mit „untypischen“ Helden und was können Kinder daraus lernen?

Als ich mit der Arbeit an dem Gedicht anfing, hab ich zuerst gar nicht an eine größere Aussage gedacht. Es sollte Spaß machen und Worte zu reimen, die erst mal nicht so recht zusammenpassen, macht total Spaß. Da hat die Katze eben eine Glatze und die Kuh kann da Kung-Fu. Erst als ich mit dem ersten Draft fertig war, hab ich gemerkt, was mein Herz ausdrücken will.

Wir werden oft für Dinge gehänselt oder gerügt, die ein Ausdruck unseres Selbst sind. Das tut weh und wenn wir weiter auf diese innere Stimme hören, dann macht es oft einsam. So lange, bis man seinen „Tribe“ gefunden hat, die Menschen oder die Tiere, die mich verstehen und mich so annehmen wie ich bin. Das ist die Botschaft: auch wenn andere sagen, man ist sonderbar, ist man doch genauso viel wert wie alle anderen. Und wenn ich suche, werde ich diejenigen finden, die genauso sonderbar sind wie ich. Und das wird toll werden!

Kennst du dieses Gefühl, nicht ins System zu passen? Und wenn ja: Wie gehst du damit um?

Ja, das kenne ich. Aber ich denke, das  Gefühl kennt jeder Mensch auf die eine oder andere Weise. Ich habe es genauso gemacht wie es im Buch steht. Ich bin hinaus die Welt, um meine Leute zu finden. Und sieht mein Leben tatsächlich ein bisschen so aus wie der Gagahof. 😉

Dieses Buchprojekt ist ein Frauenprojekt. Die Illustratorin Henriette Artz ist in Berlin und die Artdirektorinnen Linna Xu und Sharon Pang sind in Toronto, Kanada und Du bist in München. Wie war diese Zusammenarbeit?

Ach, das war ganz toll! Wir haben vor allem über WhatsApp-Konferenzen kommuniziert, über eine WhatsApp-Gruppe und über Emails. VIELE Emails. Es war immer eine freudige, wertschätzende Stimmung, sogar als es stressig wurde. Natürlich gab es Herausforderungen, zum Beispiel die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Kanada. Aber kurz vor der Druck-Deadline war der Zeitvorsprung für uns in Deutschland dann auf einmal total praktisch, zum Beispiel wenn mir nachts um 23 Uhr noch Fehler aufgefallen sind, konnte Linna die Korrekturen ganz in Ruhe einpflegen und das Dokument noch vor Tagesanbruch fertigstellen.

Das einzig Traurige war, dass wir die Premiere nicht gemeinsam feiern konnten. Ich hoffe, dass ich zumindest bald nach Berlin kommen kann, um mit Henriette anzustoßen. Sie hat fantastische Arbeit geleistet, ihre Zeichnungen sind einfach großartig – da würde ich sie zumindest gerne mal am Ellbogen stupsen…!

Das Buch ist während des ersten Lockdowns entstanden. Wie ging es dir ganz persönlich in dieser Zeit? Was hast du besonders vermisst und was hat dir vielleicht auch gut getan? 

Anfangs befand ich mich in einem seltsamen Zustand. Ich hab zwar einfach weiter gemacht, als wär nichts, aber innerlich war ich in einer Art Angstschock. Ich war drei Monate allein bis mein Lebensgefährte endlich nach Deutschland einreisen durfte. Dann fing ich langsam an, mich zu entspannen und kann jetzt viel besser mit der Situation umgehen. Was ich besonders vermisst habe, waren Berührungen und Menschen. Einfach die Präsenz von Menschen in meiner Nähe. In den öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants, Theater… das Gefühl, am Leben von anderen Menschen teilzunehmen, wenn auch nur für fünf Minuten, das Gefühl, gemeinsam einen Raum mit Energie zu füllen, etwas gemeinsam gut zu finden, auch wenn man nie miteinander redet. Aber diese Pandemie hat mir auch geholfen, mir darüber klar zu werden, was ich noch machen will und dass ich jetzt damit anfangen muss, weil es sonst wieder morgen und dann morgen und dann nie wird. Das Gedicht über den Gagahof habe ich vor langer Zeit geschrieben. Aber das Buch ist deshalb entstanden, weil ich beschlossen habe, dass es jetzt an der Zeit ist.

Zurück zum Gagahof – hast du da eine Lieblingsfigur und wenn ja, welche ist das und warum?

Das ist so schwer! Ich mag natürlich das Huhn, das muhen kann, weil ich finde, dass Fremdsprachen immer weiterhelfen. Aber auch die Mamasau liebe ich. Oder das schüchterne Fotograf-Schaf. Oder das kleine Schweinchen, das seinen Drink fotografiert, das amüsiert mich sehr. Ich kann mich nicht entscheiden! Die sind alle toll! Aber am meisten identifiziere mich wohl mit der jungen Frau, die nach ihrem Platz auf dieser Welt sucht und nach einem Umfeld, in dem sie das tun kann, was sie glücklich macht. 

Wer den „Gagahof“ gewinnen will, kommentiert einfach, was er in letzter Zeit total gaga fand. Das Los entscheidet dann – viel GLÜCK!

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37 comments

  1. Ich finde einige der Corona Regeln total Gaga

    Restaurants müssen schließen, während wir uns alle in den Schulen oder in den überfüllten Bussen und Zügen gegenseitig anstecken

  2. Sind wir nicht alle ein bischen gaga 🙂 wäre ja auch sonst zu langweilig, wenn alle gleich wären. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich „gaga“ meine beiden Jungs sind. Jeder von meinen beiden Zwergen ist ein Unikat! 🙂

  3. Gaga ist, das es gerade irgendwie keinen Mittelweg zwischen Langeweile auf der einen und vollkommener Überforderung auf der anderen Seite gibt…

    Tolles Buch, die Illustrationen sind wunderschön!

    Ich wünsche euch allen da draußen eine wunderschöne Adventszeit!

  4. Gaga ist es wenn ich den ganzen Nachmittag wie ein Hund belle und durch die Wohnung laufe weil meine Tochter Hundebesitzer spielen möchte

    1. Ich fühle mich oft gaga wenn ich darüber nachdenken muss, wie ich meinem Sohn, der gerade erst 15 Monate alt ist, irgendwann „diese“ Diagnose erklären soll. Er ist doch nich so klein und soll unbeschwert groß werden. Noch versteht er es gar nicht… aber irgendwann muss ich ihm sagen, was anders ist und ich hoffe so sehr, dass es für ihn erträglich sein wird. Das er sich trotzdem wertvoll fühlt. Ich wünsche mir, dass ich ihm dieses Gefühl für immer mitgeben kann. Ich genieße ihn so sehr wachsen zu sehen, und ich hab solche Angst ihm das irgendwann sagen zu müssen… ja, das macht mich gaga!!!

  5. Total Gaga finde ich die derzeitige Zeit. Ich würde mich für meine Klasse sehr über dieses Buch freuen – denn dort ist der ein oder andere dabei, der ein bisschen anders ist und sich das oft zu Herzen nimmt.

  6. Das liest sich nach ei em tollen Buch!
    Zugerechnet würde ich es meiner Klasse vorlesen. Fast täglich geht es bei uns um genau diese Thema.
    Über einen Gewinn würde ich mich sehr freuen!

  7. Der gesamte Alltag mit einem Kleinkind ist gaga, wenn man sich ständig etwas neuen Überlegen muss um abzulenken oder hinterlisten, um endlich auch nur das kleinste Ziel zu erreichen…

  8. Sind wir nicht alle ein bisschen „gaga“…?

    Seit ich Kinder habe, zwei Jungs und ein Mädel, habe ich öfter Momente/Situationen in denen ich mich „gaga“ fühle.

    Beispiel: Ein Kind möchte etwas, bekommt es, will plötzlich etwas anderes, dann bekommt es dass Andere , doch dann will es dies auch nicht mehr, usw..
    Diese Situation habe ich mit Kind 2 fast täglich. Da zweifelt man schon an sich 🙈🤪

    Grüße M.

  9. Ich habe gestern gedacht ich hätte die Schoko Nikoläuse der Kinder mit gewaschen dabei lagen die hinter einer Wasserwaage im Keller Regal noch…war ganz gaga und crazy. Wäre toll zu gewinnen.

  10. Ach, das wäre mal ein Kinderbuch, das mir gut gefällt! Würde ich so gerne für meine älteste Tochter gewinnen!
    Ich finde mich selbst so oft gaga! :-b
    Liebe Grüße

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