Mein Sohn ist ein Außenseiter – wie kann ich ihm helfen?

Ihr Lieben, mein Sohn ist in der zweiten Klasse. Er ist ein freundlicher, aber sehr schüchterner Junge, der sich schwer tut, Freundschaften zu schließen. So blöd es klingt, aber gerade bei den Jungs ist es doch immer noch so, dass es am leichtesten ist, Freunde auf dem Schulhof beim Fußballspielen zu finden. Jedenfalls erzählt mein Sohn, dass seine Klassenkameraden alle in den Pausen kicken – er selbst findet Fußball nur total blöd.

Tatsächlich habe ich schon darüber nachgedacht, ihn mal zum Fußballtraining zu schicken, vielleicht findet er ja dann doch Gefallen daran. Dann habe ich aber gemerkt, wie schwachsinnig dieser Gedanke ist. Warum sollte ich ihm eine Sportart schmackhaft machen, die ihn einfach nicht interessiert?

Generell ist mein Sohn sehr still, schüchtern und ist – so fürchte ich – jetzt schon ein Außenseiter in der Klasse. Er verbringt die Pause oft alleine, ist nie zu Geburtstagen eingeladen und sagt auch selbst, dass er keine richtigen Freunde hat. Es zerreißt mein Herz und ich habe keine Ahnung, wie ich ihm helfen kann.

Daher meine Frage: Hat jemand mit so einer Situation Erfahrung? Was kann ich tun, damit mein Sohn mehr Anschluss in der Klasse bekommt? Ach ja, ich habe mit der Lehrerin schon darüber gesprochen – fühlte mich da aber nicht ernst genommen und sie hat auch meine Bedenken ganz schön runter gespielt….

Danke für eure Hilfe, Sabine.

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7 comments

  1. hallo,
    auch wir haben einen eher ruhigen Jungen, der kein Fußball mag. Vielleicht beruhigt es dich ein bisschen, aber er hat jetzt in der 3. klasse sich einen kleinen Freundeskreis aufgebaut. Und inzwischen haben wir auch „seine“ Sportart gefunden: Basketball. Woran hat dein Sohn Interesse? Was gibt es an Vereinen bei euch in der Nähe? es Gibt so viel, da ist bestimmt auch was für ihn dabei.

  2. Ich hatte früher auch wenig Freunde in meiner Klasse, dafür aber in der Nachbarklasse und auch durch Hobbies. Am wichtigsten ist, denke ich, deinen Sohn so anzunehmen, wie er ist. Wenn er ein Hobby findet, das ihm Spaß macht, dann wird er dort auch sicher gleichgesinnte Freunde finden. Und vielleicht gibt ihm das mehr Selbstbewusstsein, so dass er auch in der Schule besser Anschluss findet.

  3. Hallo, meine Kinder (4 im Alter von 5-11) tun sich auch der eine mehr, der andere weniger schwer mit sozialen Dingen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es kontraproduktiv ist sich da zu sehr einzumischen, auch wenn es eine in den Finger kribbelt. Oder man denkt man müsse etwas tun. Solange man nicht das Gefühl hat das Kind isst extrem belastet durch die Situation.
    Außerdem würde ich persönlich nicht alles auf die Goldwaage legen, was die Kinder so erzählen. Meine Tochter erzählt auch schon seit dem Kindergarten, dass keiner mit ihr spielen will oder selbst auf der weiterführenden Schule höre ich das bei meinem ältesten Sohn auch. Aber die Recherche in der Vergangenheit hat mir gezeigt, dass das nicht stimmt und daher gebe ich da nichts mehr drauf und schaue mir eher das Kind und seine Stimmung an. Solange das Kind zufrieden wirkt, mische ich mich nicht ein. Und auch wenn nicht, nicht gleich 😉
    Ich glaube wir Eltern mischen und eh zu viel in alles ein (da nehme ich mich auch selbst nicht aus).

  4. Hallo, meine Tochter hat sich auch schwer getan letztes Jahr in der ersten Klasse Anschluss zu finden (war mit dem Lockdown auch blöd). Sie mag den ganzen glitzernden Mädchenkram leider nicht, sieht aber aus wie ein blondes Engelchen. Daher setzen das andere Kinder oft voraus, dass sie so ein Mädchen- Mädchen ist. Ich habe sie dann ermutigt mit in die Jungs- Spiele einzusteigen und mal zu schauen, ob es nicht doch auch Mädchen in der Klasse gibt, die auch nicht zu der „Glitzerbande“ gehören. Darüber haben wir dann gesprochen und ganz gezielt aus gemacht: Heute in der Pause sprichst Du sie an! Und am Nachmittag habe ich dann gefragt, wie es war. Die Lehrerin und die Hortnerin hatten leider auch den Fokus auf den lauten Störenfrieden in der Klasse. Als dann mein Sohn (er war in der gleichen Schule in Klasse 4) erzählt hat, dass meine Tochter wieder die ganze Pause alleine war und dass er doch mal mit der Schulsozialarbeiterin reden könnte, damit die dann in der Pause Spiele initiiert, habe ich die Schulsozialarbeiterin angerufen. Sie hat dann tatsächlich in den Hofpausen Spiele „angezettelt“ und auch nochmal alleine mit meiner Tochter ihre Ängste besprochen. Nebenbei wurden dadurch auch die Hortnerin und die Lehrerin aufmerksam, dass sie ihren Fokus auch auf die ruhigeren Kinder legen müssen und haben auch diese unterstützt. Mit der Weile ist die Klasse im Klassenverband gut zusammen gewachsen und meine Tochter hat sogar festgestellt, dass die „Glitzermädchen“ auch Drachen mögen, wie sie. Das war unsere Geschichte, Dir würde ich raten, Deinen Sohn, so wie er ist, zu ermutigen, es gibt bestimmt auch Kinder in der Klasse, die ähnliche Interessen wie er haben. Fußball ist zwar bei Jungs tatsächlich ein Türöffner (habe ich bei meinem Sohn bemerkt) aber es gibt soviel mehr Themen, die die Jungs begeistern (bei uns waren es lange z. B. Sammelkarten, Lego oder auch dass ein Junge in der Klasse meines Sohnes ganz toll malen konnte, das hat die anderen Jungs auch mega beeindruckt, oder Autos sind auch ein unerschöpfliches Thema oder eben Drachen, vielleicht gibt es ja ein Mädchen, wie meine Tochter, die sich total freuen würde…).

  5. Wie geht es ihm denn selbst damit? Ich glaube, du darfst als erstes die Einstellung loslassen, dass nur beliebte Kinder glückliche Kinder sind. Manchmal hat man auch einfach Pech und in der Klasse ist niemand, der zu ihm passt.

    Gibt es Kinder, die er mag und mit denen er gerne befreundet wäre? Das darf auch ein Kind aus einer anderen Klasse sein. Oder ein Mädchen. Oder jemand ganz anderes. Vielleicht kannst du gezielt eine bestimmte Bekanntschaft fördern, indem du ihm hilfst, sich mit einem Kind zu verabreden oder beide Kinder zu einem anderen Verein anzumelden. Neben Fußball gibt es doch viele Möglichkeiten von Judo über Chor bis Schach.

    Aber die beste Botschaft an das Kind ist meiner Meinung nach: An dir ist nichts falsch, nur weil du nicht zwanzig Freunde hast. Du bist, wie du bist, und das ist gut so.

  6. Hallo Sabine, ich kann deine Bedenken und Sorgen nachvollziehen. Deinen Sohn zu etwas animieren, was ihm eigentlich nicht gefällt, ist sicherlich keine Lösung. Ich würde mit ihm sprechen und fragen, welchem Hobby er nachgehen möchte. Es gibt ja viel mehr Sportarten und Möglichkeiten als Fussball. Auch im Judoverein oder in der Kunst-AG kann man Anschluss und Freunde finden.
    Darüber hinaus würde ich proaktiv Kinder zu euch zum Spielen einladen (sofern das für euch und die betreffenden Kinder angesichts der Covid-19-Situation vertretbar) oder versuchen diese irgendwo zu treffen. Es gibt doch sicherlich Jungs und auch Mädchen in der Klasse deines Sohnes, die er nett findet und die ihr einladen könntet.
    Zu guter Letzt möchte ich zu bedenken geben, dass er seinen Freundeskreis nicht zwangsläufig über die Klasse/Schule aufbauen muss. Er hat doch sicherlich „alte“ Freunde aus dem Kindergarten oder anderen Zusammenhängen. Diese Freundschaften sollte er verstärken und pflegen. Ihr solltet das auf jeden Fall proaktiv angehen. Dann kommt der Rest bestimmt von allein. Euch alles Gute!

  7. Gibt es Familien von Jungen in der Klasse (die gut zum schüchternen Sohn passen) mit denen die Familie mehr Kontakt aufnehmen könnte und hin und wieder etwas unternehmen könnte? Vielleicht würde das helfen dem Sohn den Weg zu Freundschaften zu ebnen.

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