Reisen in Zeiten des Klimawandels: Hier könnt ihr eure Emissionen ausgleichen

Emissionen

Ihr Lieben, in den letzten Jahren hat sich bei uns allen viel getan, was das Umweltbewusstsein angeht. Wir wissen, dass wir JETZT handeln müssen, um unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Wir persönlich haben in unserem Alltag eine Menge umgestellt, kaufen heute ganz anders ein als noch vor ein paar Jahren, sparen Energie wo es nur geht und haben uns auch vor einiger Zeit ein E-Auto angeschafft (das meiste machen wir aber eh mit dem Rad, was in Berlin glücklicherweise gut möglich ist).

Aber – und das ist auch klar – wir sind nicht „perfekt“. Für den diesjährigen Sommerurlaub steigen wir in den Flieger. Obwohl wir wissen, dass das für die Klimabilanz nicht gut ist. Wir haben deshalb beschlossen, etwas zum Ausgleich zu tun und wer das auch möchte, dem können wir PRIMAKLIMA e.V. ans Herz legen. Auf der Seite kann man die CO2-Emissionen berechnen, die die Reise verursacht und diese durch Spenden an zertifizierte Klimaschutz-Projekte kompensieren. Wie das genau funktioniert und welche Projekte das sind, haben wir mit Henriette von PRIMAKLIMA e.V. besprochen:

Liebe Henriette, die Sommerferien haben begonnen oder stehen vor der Tür und nach zwei Jahren Pandemie haben viele Menschen Fernweh und wollen wegfliegen. Leider sind Flugreisen ein echter Klimakiller, richtig? 

Ja, das kann man schon so sagen. Man muss sich dabei vor Augen führen, wo wir hinwollen. Bis spätestens 2050 müssen wir auf unter eine Tonne ⁠Treibhausgas⁠-⁠Emissionen⁠ pro Person und Jahr kommen, um die Erderwärmung auf möglichst unter zwei Grad zu halten. Momentan liegt der deutsche Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 bei rund 11,6 Tonnen! Wenn man öfter fliegt, landet man sogar schnell darüber.  

Daher sollte jede Flugreise sehr gut überlegt sein. Vor allem Fernflüge können die Klimabilanz richtig vermasseln. Mit einem Hin- und Rückflug nach Australien hat man bereits ca. zehn Tonnen CO2 verursacht; zum Vergleich: Wenn man nach Mallorca fliegt, sind es  rund 0,7 Tonnen. Aber auch das fällt ins Gewicht, wenn man sich vergegenwärtigt, dass wir unseren Pro-Kopf-Verbrauch insgesamt drastisch reduzieren müssen. 

Wenn die Flugreise aber nun dringend notwendig ist – wie kann ich die Emissionen ausgleichen?  

Wer die entstandenen Emissionen ausgleichen will, kann bei uns auf der Seite den CO2-Rechner nutzen und direkt über die PRIMAKLIMA-Seite eine Kompensationsspende tätigen – die fließt dann in unsere Aufforstungs- bzw. Waldschutzprojekte. Dabei machen wir uns einen natürlichen Mechanismus zunutze. Denn das CO2 wird durch die Bäume wieder eingebunden.  

Das heißt, Reisen und Klimaschutz schließt sich nicht automatisch aus? 

Sagen wir es so: Wer reist, sollte sich unbedingt bewusst sein, dass man einen Ausgleich schaffen sollte. Denn Fliegen – Mobilität generell – verursacht Klimaschäden. Das ist leider so. Daher sollte man am besten bereits direkt bei der Buchung der Flugreise eine gute Kompensationsmaßnahme mit bedenken. Es ist ja auch etwas sehr Schönes, wenn man dadurch beispielsweise bewirken kann, dass die Wälder dieser Welt mehr werden.  Dabei sprechen wir jetzt auch nicht von Hunderten von Euro; auch kleine Beträge bewirken etwas. 

Nun gibt es zahlreiche Projekte und Organisationen, die sich um Klimaschutz kümmern. Was macht euch besonders? 

Wir sind eine gemeinnützige Organisation, die sich seit über 30 Jahren mit Leidenschaft um den Waldschutz und die Aufforstung von Wäldern kümmert. Das heißt: Wir haben einen sehr langen Atem. Die Projekte, die wir begleiten, hegen und pflegen wir schon seit Langem – und haben sie im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen sehen; getragen von der Überzeugung, dass wir mit Wäldern nicht nur die Klimakrise abmildern können, sondern dass wir damit gleichzeitig etwas Essenzielles tun, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Auch das ist eine dringend notwendige Aufgabe. Wichtig ist uns außerdem, mit unseren Projekten dort zu sein, wo bereits jetzt schon die umwälzenden Auswirkungen der Klimakrise erlebbar sind – im Nordwesten Nicaraguas beispielsweise. Die Menschen vor Ort sind unmittelbar eingebunden und erhalten für das Pflanzen und die Pflege der Bäume von Beginn an eine faire Entlohnung. 

Gibt es eine besonders schöne Erfolgsstory bei euch? 

Immer, wenn wir erleben, was die Aufforstungen bewirken, ist das berührend. Aus Nicaragua gibt es beispielsweise Berichte, dass Quellen, die ganzjährig trockengefallen sind, jetzt wieder Wasser führen – durch die Aufforstungen. Das ist großartig! Denn in Nicaragua sind die Menschen bereits jetzt von der Klimakrise stark betroffen. Es gibt inzwischen sehr viel häufiger Dürre-Ereignisse und Überschwemmungen, und mit den Aufforstungen kann man ein Stück weit dagegenhalten; über einen solchen Impact kann man sich nur freuen. 

Oder nach den Wiederaufforstungen im Kibale Nationalpark Uganda – ein Projekt, das wir schon seit Langem begleiten – haben sich dort jetzt wieder Schimpansengruppen angesiedelt. Die Tiere kehren in die Gebiete zurück, die vorher degradiert und verlassen waren. Das macht große Freude, so etwas zu erfahren. 

An welchem Projekt hängt dein Herz ganz besonders? 

Alle PRIMAKLIMA-Projekte sind mit großer Sorgfalt ausgewählt. Daher ist es schwierig, ein einzelnes auszusuchen. Sicherlich ist es aber so, dass man besonders an den Projekten hängt, die man schon seit langer Zeit begleitet. Wir haben beispielsweise das Aufforstungsprojekt in Nicaragua stetig wachsen sehen. Zu Beginn waren daran nur wenige kleinbäuerliche Gemeinden beteiligt. (Zur Erklärung: Die Kleinbauern und -bäuerinnen pflanzen die Bäume auf ihren eigenen Feldern an.) 

Es gab dort bei vielen eine große Portion Skepsis bezüglich der Idee, großflächig Bäume zu pflanzen. Inzwischen aber wird die Gemeinschaft derjenigen, die auf ihren Feldern ebenfalls Bäume anpflanzen wollen, immer größer. Denn die Menschen erleben vor Ort, dass die Anpflanzungen ihren Böden guttun. Unter anderem wird das Wasser besser gespeichert und damit werden die Böden fruchtbarer. Das sind sehr wertvolle Effekte. Einer der Kleinbauern hat in Folge dieser Erfahrungen gesagt, man verliebt sich in diese Arbeit – in das Pflanzen von Bäumen. Schöner kann man es doch nicht sagen, oder?  

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