Huch! Hilfe! Mein Kind ist ja ganz anders als ich

Heidemarie Brosche 2021

Jetzt mal ehrlich: Habt ihr euch früher mal ausgemalt, wie das mit Kindern sein würde? Wie ihr vielleicht gemeinsam ein Hobby habt, den gleichen Sport ausübt, die gleichen Begabungen habt? Und dann kam das Kind und- huch, NATÜRLICH war es ihm ganz egal, was wir Eltern uns da vorher ausgedacht haben. Genau darum geht in dem folgenden Artikel von Heidi Brosche. Wir hatten schon mehrere Beiträge von ihr bei uns, unter anderem darüber, ob Jungs heute unbeliebter sind als Mädchen (LINK HIER). Heute schreibt sie über die Erwartungshaltung von uns Eltern:

Nie werde ich die Enttäuschung im Gesicht meines Vaters vergessen, als ihm wohl zum ersten Mal bewusst wurde: Mein Kind ist anders als ich! Ich weiß heute nicht mehr, was die Enttäuschung ausgelöst hat, aber ich weiß noch genau, dass ich sie spürte. Und dabei fast trotzig dachte: Ich bin eben nicht so wie du!

Ich wiederum bin ein großer Fan von „Nimm dein Kind an, wie es ist!“ – wenn man bedenkt, dass ich ein Buch mit dem Titel „Mein Kind ist genau richtig, wie es ist“ geschrieben habe, ja wahrlich kein Wunder. Trotzdem spüre ich bis heute trotzdem jedesmal ein kleines Glücksgefühl, wenn ich an einem meiner Kinder – sie sind längst erwachsen – eine Wesensart oder eine Neigung bemerke, die ich von mir selber kenne. Das ging schon in der Schule los. Als eines der Kinder mal wegen eines besonders lebendig geschriebenen Aufsatzes großes Lob einheimste, spürte ich förmlich, wie mein Autorinnenherz zu jubeln begann. Als sich ein anderes im Jungerwachsenen-Alter sogar gemeinsam mit mir an ein Buchprojekt wagte, aus dem schließlich ein fertiges Buch wurde, kannte mein Glück keine Grenzen. Dass beide beruflich inzwischen auf völlig anderen Pfaden wandeln, habe ich ohne Schaden verkraftet. Ich fand die Gemeinsamkeit damals schlichtweg schön. Aber was ist das eigentlich, das uns bei unserem Nachwuchs Ähnlichkeiten so positiv bewerten lässt?

Was man von sich selbst kennt, fühlt sich vertraut an

Na ja, grundsätzlich: Was man von sich selbst kennt, versteht man, ist einem vertraut. Man kann sich geradezu als Experte oder Expertin fühlen. Es braucht keinen Perspektivwechsel und keine Empathie, um zu verstehen, wie es dem anderen ergeht. Wenn es das eigene Kind ist, das Mutter oder Vater ähnlich ist, ist dies eine wundersame Gemeinsamkeit, die Nähe schafft und verbindet – solange diese Gemeinsamkeit etwas als positiv Bewertetes betrifft. Ein wenig Stolz schwingt dabei auch mit: „Das hat er von mir!“, „Da kommt sie ganz auf mich.“ Aber selbst wenn das Gemeinsame etwas als negativ Erlebtes ist, sind wir zumindest in der Lage, dem Kind Verständnis entgegenzubringen. Wir kennen das ja zur Genüge und wir haben uns – wenn wir ehrlich sind – auch daran gewöhnt, das gar nicht mehr so schlimm zu finden. Das Kind hat einen Hang zum Chaos? Nicht so schlimm, hab ich auch, ist bis jetzt nichts Schreckliches draus geworden. Außerdem lieben Genies das Chaos, das weiß man ja. Das Kind ist still, in sich gekehrt und schüchtern? War man auch als Kind, wird besser mit der Zeit. Außerdem spricht sein Verhalten für Tiefgang. Den man für sich selbst ja auch beansprucht. 

In jedem Fall also schafft Ähnlichkeit bzw. Gemeinsamkeit Nähe. Und so hoffen wohl die meisten Eltern mehr oder weniger bewusst, dass das Kind ein bisschen was von dem abbekommt, was sie als typisch für sich selbst betrachten.

Tja und dann wächst das Kind heran, entwickelt sich prächtig, aber es …

  • interessiert sich für Dinge, die man selbst zum Gähnen findet,
  • wendet sich gelangweilt ab, wo man selbst vor Begeisterung brennt,
  • findet gut, was man selbst auf der Shitliste platziert hat, 
  • stellt sich ungeschickt an bei den Dingen, die man selbst so gerne mit ihm geteilt hätte,
  • ist still, wo man selbst schreien möchte,
  • nimmt leicht, was man selbst schwer nimmt …

Von wem hat er/sie das bloß?

Nun kann es natürlich sein, dass das Andere von der zweiten Person kommt, die mit im Spiel ist. Da lässt sich dann halt nichts machen, und wenn es gut geht, erfreut Mama sich daran, dass ihr im Kind gewisse Züge begegnen, die sie von Papa gut kennt und vielleicht sogar lieben gelernt hat. Wenn es gut geht, kann Papa liebevoll akzeptieren, dass sein Kind nichts von seiner eigenen Sportleidenschaft, aber sehr viel von Mamas Ungeschicklickeit abbekommen hat. 

Möglich ist aber auch – und da wird es befremdlich –, dass das Kind in mancher Hinsicht komplett anders ist als die beiden Erzeuger. Was zu einem Gefühl der ratlosen Gemeinsamkeit zwischen den Eltern führen kann: Wir haben es mit einem fremden Wesen zu tun! Was wiederum, wenn es dumm geht, aufseiten des Kindes zu dem Gefühl führen kann, von den Eltern nicht verstanden und nicht akzeptiert zu werden. Und natürlich wird es genau hier gefährlich!

Nun könnte man sagen: Das mit dem Anderssein stellt nur dann ein Problem dar, wenn jemandem „ein Leid geschieht“. Wenn Eltern nur einfach schlucken müssen, weil das Kind nicht so ist, wie sie es gerne hätten, dann müssen sie sich halt an die Tatsache erinnern, dass das Kind keine Wunschware ist, die man reklamieren kann. Wer mit unangemessenen Erwartungen an eine Sache herangeht, darf sich nicht wundern. Zum Beispiel darüber, dass auch zwei sportbegeisterte, aktive Menschen einen zurückhaltenden Stubenhocker zeugen können. Oder über die gestochene Schrift eines Schmierer-Sprösslings. 

Ja, das sagt man so leicht, aber trotzdem …

Trotzdem muss man sich halt manchmal blöde Reaktionen der Umgebung gefallen lassen: „Die kommt aber nun wirklich nicht auf die Mutter!“, „Nun ist der Papa so ein toller Handwerker und das Kind so ungeschickt!“, „Ist der wirklich von dir? So still, wie er ist, kann man das gar nicht glauben!“

Trotzdem spürt man manchmal schmerzhaft das Gefühl des Trennenden: Dieser Rabauke – wo man sich selbst doch als sensiblen Feingeist sieht! Aber auch: Diese gute und sichere Stimme, wo man selbst doch nie einen Ton getroffen hat! Und trotzdem kann es auch mal zu Schamgefühlen kommen: Meine Güte, wie kann man so lange dazu brauchen, sich die Schuhe zuzubinden oder einen kleinen Text zu schreiben?! Wo man selbst stets als flotte Lotte unterwegs ist.

Auch mit den Charaktereigenschaften ist es so eine Sache: Wer sich der Wahrheit höchst verpflichtet fühlt und ein fantasiebegabtes Flunker-Genie großzieht, kann sich moralisch schon mal sehr weit weg fühlen. 

Und wenn das eigene Kind etwas kann, was einem selbst nie gelingen mochte, dann mag sich zum Gefühl der Bewunderung und des Stolzes auch das der Unterlegenheit und Beschämung gesellen. In jedem Zeugnis eine 1 in Mathe – und für Papa hat die Mathe-5 die Tür zur höheren Schule versperrt!

Bevor wir Kinder bekommen: Sagt Bye bye zu den Erwartungen

Damit es uns als Eltern nicht so kalt erwischt, ist das Beste, was wir tun können, vorbeugen. Und dazu haben wir als Eltern reichlich Gelegenheit. 

Gleich zu Beginn steht eine überraschungsoffene Grundhaltung. Das heißt im Klartext, dass wir uns bewusst von festen Erwartungen verabschieden und stattdessen mit froher Neugier und ausgeprägter Toleranz beobachten, wie sich das kleine Wesen unter unseren Fittichen entwickelt. Mir sind immer wieder Eltern begegnet, die mit großer Sicherheit davon ausgegangen sind, dass ihr Kind mal mit ihnen in die Berge gehen oder gar das eigene Geschäft weiterführen wird. Die Rechnung ist nicht immer aufgegangen. Aber ich bin sicher, dass die Kinder die Enttäuschung angesichts nicht erfüllter Erwartungen gespürt haben. 

Zum Vorbeugen gehört auch dieses Bewusstsein: Es ist zwar normal, Erwartungen zu haben, aber ebenso sinnvoll, sich mit diesen Erwartungen kritisch auseinanderzusetzen. Sprich: Wir müssen uns mit uns selbst beschäftigen. Das Ergebnis kann zum Beispiel die nüchterne Erkenntnis sein: Auch ich bin nicht „das Gelbe vom Ei“! Die Welt braucht nicht nur Leute wie mich!

Lohnenswerte Gedanken

Mit Gedanken ist das ja so eine Sache: Viele wichtige Erkenntnisse hat man längst gewonnen, aber dennoch nicht immer parat, wenn es passend wäre. Insofern schadet es nie, sich gelegentlich ein paar von ihnen wieder bewusst zu machen. Im gegebenen Fall sind es fünf:

Gedanke 1: 

„Das Andere“ ist prinzipiell nichts Schlimmes, bloß weil es uns manchmal so fremd und bedrohlich vorkommt.

Gedanke 2:

Zu einer sicheren Bindung gehört es, einen Menschen, in diesem Fall das eigene Kind, bedingungslos anzunehmen.

Gedanke 3:

Es ist nicht zielführend, wenn Eltern ihre Kinder so etwas wie Enttäuschung hinsichtlich ihres So-Seins spüren lassen, denn das Kind enttäuscht seine Eltern ja nicht bewusst und absichtlich. Im Gegenteil, das Gefühl, die Erwartungen der Eltern nicht zu erfüllen, ist für das Kind grausam und kann das ganze Leben negativ beherrschen.

Gedanke 4:

Wenn ich mich, obwohl ich das doch alles weiß, meinem Kind gegenüber nicht immer angemessen verhalte, ist das nicht schlimm, sondern menschlich. Ich kann ja immer wieder für Nähe sorgen.

Gedanke 5:

Im Laufe der Zeit kann sich an dem, was so anders ist, noch einiges ändern. 

Und genau das habe ich jetzt schon mehrmals miterleben dürfen. So, wie das mit den Autorenkollegen aus dem eigenen Stall nichts wurde, so schälen sich mit dem Älterwerden der Kinder dann doch immer wieder mal Gemeinsamkeiten heraus. Es käme mir jetzt indiskret vor, hier Konkretes auszuplaudern, aber so viel kann ich sagen: Sätze wie „Ich glaub, das ist ein bisschen wie bei dir, Mama.“ oder „Ich glaub, da bin ich jetzt wie Papa.“ gibt es hier öfter mal zu hören.

Die folgenden Denkanstöße können dabei helfen, dass Eltern nicht unter der Unterschiedlichkeit leiden:

  • Arbeite an der eigenen Souveränität, um unabhängiger vom Urteil anderer Menschen zu werden! – Motto: „Ist mir egal, was die Leute sagen.“
  • Besinn dich auf das, was dich selbst wachsen lässt! – Motto: „Dass mein Kind so anders ist, ist eine Herausforderung, die mir das Leben stellt.“
  • Versuch deinen Frust in Bewunderung und Stolz zu wandeln! – Motto: „Wow, was mein Kind drauf hat! Ich hab das nicht.“
  • Bemühe dich darum, Solidarität und Loyalität zu zeigen! – Motto: „Ich stehe zu meinem Kind, egal, wie es ist.“
  • Bleib trotz aller Unterschiedlichkeit offen für Gemeinsamkeiten, die im Laufe der Zeit noch auftauchen werden, und gib die Suche nach gemeinsamen Interessen nicht auf! – Motto: „Aber diesen Film sehen wir uns gerne gemeinsam an.“
  • Geh versöhnlich und souverän mit den eigenen Schwächen um! – Motto: „Ich hab zwar gerade enttäuscht geschaut, aber ich gebe mir Mühe, das mit meinem Kind zu klären.“ 

Und zu guter Letzt ein paar konkrete Tipps:

  • Bring genau diesem Kind, das so anders ist, bewusst Zuwendung entgegen!
    Denk dir: Gerade weil mein Kind so anders ist als ich, könnte die Gefahr bestehen, dass uns Nähe abhandenkommt.
  • Zeig bewusst Interesse für das so Andere des Kindes! 

Denk dir: Ich will meinem Kind zeigen, dass ich mich für es und sein So-Sein interessiere, und ich will selbst dazulernen.

  • Lebe bedingungslose Akzeptanz! Lass das Kind immer wieder spüren: Du bist genau richtig, wie du bist.
  • Stärke das Kind auch in den Bereichen, die so anders sind! Denk dir: Auch wenn ich da kein Fachmann bin / kein großes Interesse habe, helfe ich dir dabei, deine persönlichen Stärken zu finden und dich in … zu fördern.
  • Arbeite bewusst daran, gemeinsame Interessen zu finden. Frag zum Beispiel: „Hast du zufällig Lust, mit mir … zu machen?“
  • Erkläre dein eigenes Verhalten: „Ich war tatsächlich gerade einen Moment enttäuscht. Aber das hat nichts zu bedeuten. Das ist mein Problem und nicht deines!“

Chancen für uns Eltern 

Und wenn wir uns dann auch noch vor Augen halten, was es uns als Eltern bringen kann, wenn ein Kind ganz anders ist als wir selbst, dann fällt es noch viel leichter, die Weichen richtig zu stellen.

Denn wir können vom Anderssein unseres Kindes tatsächlich profitieren:

  1. Wir erfahren eine – womöglich lebenslange – Lektion in Toleranz. 
  2. Wir lernen durch die anderen Interessen des Kindes dazu. 
  3. Wir üben uns im Umdenken.
  4. Wir erweitern unseren Horizont.
  5. Wir wachsen an den Herausforderungen.
  6. Wir bleiben geistig beweglich.

Ja, und wenn wir es schaffen, dass wir dies alles zu schätzen wissen, dann wandelt sich „Hilfe, mein Kind ist so anders als ich!“ in wunderbarer Weise zu „Klasse, mein Kind ist anders als ich!“ 

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3 comments

  1. Eigentlich ein passendes Thema für meine Mama, die hier wohl so einiges zu schreiben hätte 🙂 Dennoch kann ich in einigen Zeilen schreiben, wie ich es umgekehrt empfinde und somit die Frage stelle: „bin ich so anders, als meine Mama?“

    Ich habe hier jedes Wort von Frau Brosche wissbegierig gelesen und fand den ganzen Artikel sehr ausdrucksstark und mit viel Hingabe geschrieben! Die Erwartungshaltung der Eltern an ihre Kinder kann zwischen „gut und böse“ schwanken, um es mal ein wenig „salopp“ zu formulieren. Ich bin der Meinung, daß man seinen Kindern den Spielraum der Selbstentwicklung zu gestehen muß und ihnen nicht den Zwang auferlegen muß sich für Dinge zu begeistern, bzw. zu verwirklichen, an denen man als Eltern irgendwann mal gescheitert ist. Diese verlängerte „Projektion“ einen Erfolg durch das eigene Kind zu erlangen, finde ich vom Ansatz her falsch und bringt dem Kind nur falsche Hoffnungen und setzen es unnötigem Druck aus.

    Meist benötigt es diesen Druck der Eltern überhaupt nicht, denn die Kinder eifern ihren Eltern auch gern von selbst nach. Höre ich da „Idealvorstellung aus Sicht der Eltern“? 🙂 Kann sein, meine Eltern zwängten mich in ihrer Erziehung in kein Korsett und hatten auch keine Vorgaben was ich zu erreichen hätte. Wer jetzt meinen Eltern mangelnden Ehrgeiz verwürft, der irrt. Natürlich interessierte ich mich als Kind oder Jugendlicher für andere Dinge als mein Papa oder Mama – das ist typisch generationsbedingt. Aber dann den Stolz der Eltern in ihren Augen zu sehen, wenn man selbst etwas erreicht hat, sei es in der Schule, beim Sport oder aus einem gewissen Selbstantrieb, dann war das schon klasse.

    So unterschiedlich ich vielleicht in meiner Jugend gegenüber meinen Eltern war, so änderte sich das schlagartig mit meinem Trangender-Outing bei meiner Mama. Ich war davor zwar schon sehr feminin veranlagt, aber durch das Outing hatte ich einen offenen Umgang mit meiner Mama, von der ich noch so viel lernte und dadurch meine Weiblichkeit noch stärker forcierte. Wir waren in so vielen Dingen auf einer Linie und plötzlich hatte meine Mama eine TOCHTER! Diese Akzeptanz von der eigenen Mutter von nun als Tochter angesehen zu werden, machte mich unheimlich glücklich. In diesem Zusammenhang möchte ich Frau Brosche zitiere:

    „Lebe bedingungslose Akzeptanz! Lass das Kind immer wieder spüren: Du bist genau richtig, wie du bist.“

    Kann man es schöner oder liebevoller ausdrücken? Genau dieses Gefühl vermittelte mir meine Mama seit dem Outing, was mich als Frau erwachsender, selbstbewußter, zielstrebiger, auch auch willensstark charakterisierte.
    Ich glaube ich hätte heute nicht meinen selbstsicheren Umgang mit den Menschen, wenn ich nicht diese wunderschöne Unterstützung durch meine Mama hätte. Das schöne ist außerdem, daß wir beide so viele Interesse teilen, sei es das Ballett, unsere Begeisterung für tolle Mode, die Natur, Verständigung / Kaffeekränzchen, Musik, Freunde*innen treffen, Familie, Humor und SHOPPEN (!!! , ok, welche Frau mag das nicht 🙂 ).

    Kuriso – da möchte ich Frau Brosche gleich ein weiteres Mal zitieren:

    „Die kommt aber nun wirklich nicht auf die Mutter!“

    Ich finde das lustig, denn die Leute meinen, daß ich genau nach meiner Mama komme 🙂 Kann es ein schöner Kompliment geben???

  2. Hm.. mag sein, dass sich mir dieses Thema als Adoptivmutter nicht erschließt, denn wir können natürlich keine vererbten Gemeinsamkeiten beim Kind entdecken, es ist ja nicht unser leibliches Kind.
    Ich finde es grundsätzlich wichtig, das Kind so zu nehmen, wie es ist. Die Möglichkeiten und Stärken des Kindes sind wichtig, nicht die Wünsche der Eltern.
    Und abgesehen davon gehe ich sowieso davon aus, dass es eine die meisten menschlichen Eigenschaften in jeder Familie gibt.
    Unser Kind ist sportlich, ich bin es nicht, mein Mann aber sehr wohl. Ein leibliches Kind hätte also 50% Chancen auf Sportlichkeit oder Unsportlichkeit gehabt… Nun ist das adoptierte Kind also sportlich und hat auf dieser Ebene viel Spaß mit Papa, schon immer. Ich bin da raus und habe kein Problem damit. Es geht doch darum, dass das Kind seine Stärken ausleben kann und darf und nicht um die Frage, wer nun diese wertvollen sportlichen Gene weitergegeben hat.

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