Wir schlechten guten Väter: Warum Männer sich erfolgreich gegen Familienarbeit wehren

Moderner Vater

Foto: pixabay

Ihr Lieben, Wir schlechten guten Väter: Warum Männer sich erfolgreich gegen Familienarbeit wehren

WIR SCHLECHTEN GUTEN VAETER CMYK 300

Lieber Tobias, in deinem Buch stellst du steile Thesen auf wie etwa diese hier: Auch sogenannte moderne Väter drücken sich viel zu oft um die Familienarbeit. Hast du das zuerst an dir selbst bemerkt oder wie kamst du drauf? 

Ich habe mich eigentlich immer als sogenannten modernen Mann gesehen, der mit seiner Partnerin auf Augenhöhe lebt, mir ihr den Haushalt organisiert und sich ganz selbstverständlich voll in der Kinder- und Familienarbeit engagiert. Aber nach der Geburt unserer zweiten Tochter musste ich mir irgendwann eingestehen, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammenpassen: Meine Frau hatte nicht nur wesentlich länger Elternzeit genommen als ich, sondern ich hatte auch ganze Ressorts wie Kinderklamottenmanagement, Haare- und Nägelschneiden oder Kita-Sozialkontakte eher unbewusst bzw. ganz selbstverständlich an meine Frau outgesourced. Es gab immer mehr Momente, die sich einfach falsch angefühlt haben: Zum Beispiel, wenn ich nachmittags zu einem Termin gefahren bin, und auf den Spielplätzen nur Mütter und Kinder sah. Oder abends nach Hause kam, und meine Töchter auf mich zuliefen, wie ich früher auf meinen Vater zugelaufen war, nachdem er den ganzen Tag unterwegs war. Und ich fragte mich: Hat sich wirklich etwas verändert, oder bin ich nur eine Art Hochstapler?

Schlechte, gute Väter
Autor Tobias Moorstedt. Foto: Frank Stolle

Und?

Meine Frau und ich haben nie eine traditionelle Rollenverteilung geplant. Und wir sind mit diesem Problem nicht allein. 75% der Paare in Deutschland sagen, dass sie sich die Arbeit in der Familie gleichberechtigt teilen wollen, umsetzen tun dies aber nur 14%. Für das Buchprojekt wollte ich den Ursachen dieses gelebten Widerspruchs auf den Grund gehen – aus einer männlichen Perspektive. Dazu habe ich nicht nur viele Studien gelesen und mit Wissenschaftler:innen gesprochen, sondern Interviews mit gut zwei Dutzend Vätern geführt. Einen Satz habe ich während der Recherche oft gehört: Wir sind da so reingerutscht.“ Mich hat interessiert, was diese Rutschbahn in traditionelle Verhältnisse zusammenhält. Und wer sie gebaut hat. Und wie man sie vielleicht zum Einsturz bringen oder umleiten kann.

Du gehst mit dem eigenen Geschlecht recht hart ins Gericht. Hast du das Gefühl, du wirst von anderen Männern möglicherweise als „Nestbeschmutzer“ angesehen?

Bislang habe ich keine negativen Reaktionen bekommen. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten Männer sehr gerne über ihr Leben als Vater reden – auch über Widersprüche und Probleme. Vielleicht auch, weil sie es zu selten tun? Für das Buch habe ich auch eine repräsentative Umfrage durchführen lassen, und mich hat doch überrascht, dass nur gut 30 Prozent der Männer sich mit anderen Vätern über ihr Leben austauschen. Geht es da um Coolness? Härte? Männlichkeit? Egal! Ich würde mich sehr freuen, wenn mich bald mal ein anderer Vater aus Kita fragt, ob wir noch Bodys in der Größe 86 übrighaben.

Warum ist es dir so wichtig, aufzuzeigen, dass die Väter nur scheinbar gleichberechtigt Familienarbeit leisten, der meiste Mental Load dann aber doch an der Frau hängen bleibt?

Die Ideologie und die gesellschaftlichen Erwartungen haben sich schneller geändert als die Realität in den Familien. Man redet mehr über moderne Rollenverteilungen, als die Rollen, die man lebt, zu modernisieren – genau wie man für Klimaschutz ist und Dienstreisen trotzdem mit dem Flugzeug absolviert. Wir tun zwar so, als hätten wir die Frage nach gleichen Rechten und gleichen Spielräumen für Männer und Frauen gelöst, als seien wir einen Schritt weiter, aber dem ist nicht der Fall: Wir stecken mitten in einem epochalen Veränderungsprozess, was man auch an den vielen Widersprüchen in den Selbstbildern der Väter sieht. Sie wollen zwar ganz empathisch für ihre Kinder da sein, aber auch ganz tough die materielle Sicherheit der Familie im Alleingang garantieren. Was für ein Stress! Frauen ist diese Doppelanforderung von Kind und Beruf schon lange vertraut. Nun hat sie auch uns Männer erreicht und wir merken, wie hoch die Burn-out-Gefahr ist. Diese geteilte Überforderung ist anstrengend, aber vielleicht auch eine Chance!

Es gibt viele Gründe, warum Familien von einer flexibleren und egalitäreren Aufteilung der Familien- und Erwerbsarbeit profitieren. Die Zufriedenheit mit der Beziehung steigt nachgewiesenermaßen, das Armutsrisiko sinkt. Der Status Quo ist untragbar, weil es ungerecht für die Frauen läuft, aber auch die Männer haben viel zu gewinnen.   

Du sagst, Männer verweigerten die Revolution, weil es ihnen zu leicht gemacht werde. Wieso?

Meine Beobachtung war, dass man als Vater wahnsinnig oft gelobt wird. Wow, Sie können Ihre Tochter nach einem Sturz beruhigen? Gibt es ja nicht, Sie trauen sich mit zwei Kindern im Zug durch Deutschland zu fahren? Irre! Oder: Ein Mann nimmt mehr als zwei Monate Elternzeit. No way! Da ist es für uns natürlich einfach, uns zurückzulehnen, und zu sagen: „Ich mach ja eh mehr als alle anderen.“ Aber das ist ein blödes Argument. Denn es wird immer jemanden geben, der fauler und ignoranter ist als man selbst. Don Draper ist nicht der Maßstab in Sachen Elternschaft.   

Sind wir Frauen also am Ende doch selbst schuld, wenn die Hauptlast an uns hängen bleibt?

Nein.

Was genau verstehst du unter „strategischer Inkompetenz“ beim Mann?

Ich finde das einfach einen sehr passenden Begriff für das Verhalten vieler Männer (inkl. mir). Wir Männer inszenieren uns ja gerne als leistungsstarke und kompetente Typen – 10 Km-Lauf, kein Problem, gerissener Keilriemen, kein Problem – aber wenn es dann ums Schneiden der Fingernägel von Babys geht oder die Organisation eines Kindergeburtstages kriegen plötzlich alle kalte Füße. Ich habe mich oft dabei ertappt, zu sagen: „Das kann sie einfach besser als ich!“ Aber das liegt ja nicht daran, dass sie irgendwelche biologischen Superkräfte hat, sondern weil sie es häufiger macht. Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann nennt die modernen Väter „schlechte, schuldbewusste Schüler“ der Frau. Ich finde das klingt nicht nach einer besonders attraktiven Rolle.

Warum meinst du, existiert das anerkennende Wort des „Familienvaters“, nicht aber das der Familienmutter?

Da ist ein Ausdruck unserer Gesellschaftsgeschichte. Der Vater ist seit Jahrtausenden das Oberhaupt – Gottvater im Himmel, der König als Vater seiner Untertanen und der Familienvater als Chef im Eigenheim. Im Deutschen heißt es ja auch Vaterland, aber immerhin Muttersprache. Aber was sagen solche Begriffsanalysen wirklich aus? Eine meiner Lieblingsstatistiken ist, dass sich 69 Prozent der Mütter heute als Familienoberhaupt fühlen, weil sie sowohl arbeiten als sich auch um ihre Lieben sorgen … und zwar zurecht!

Du sagst, es sei auch für den Männer schwer, den „Fesseln des Patriarchats“ zu entkommen. Inwiefern?

Ich glaube nicht, dass ich wörtlich von „Fesseln des Patriachats“ schreibe, weil das immer so klingt, als gäbe es einen verantwortlichen Akteur, oder eine Gruppe von Akteuren, die alle in Ketten legen. Tatsächlich ist die gesellschaftliche Reproduktion von Machtverhältnissen komplexer. Auch Menschen mit Y-Gen werden von früh an mit sozialen Rollen konfrontiert, lernen, was sozial erwünscht und erwartet ist, und was nicht. Kleine Jungs spielen zum Beispiel viel häufiger mit Puppen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Ich glaube, man sollte sich den modernen Vater nicht als zynischer Machtpolitiker vorstellen, der sich bewusst aus manchen Belangen raushält und den eigenen Gewinn maximiert, sondern als unsicheren Mann, hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, sich um seine Kinder kümmern, und der Verantwortung für die materielle Sicherheit der Familie. Die ANGST um die eigene Karriere ist das bestimmende Argument der Männer, die sich gegen eine (lange) Elternzeit entscheiden. Wäre ein Leben ohne Angst nicht schöner?

Was müsste passieren, damit Mutter UND Vater glücklich werden als Eltern?

Ein so stabiles und starres Konstrukt wie das Patriachat kann man nur stürzen, wenn man es von verschiedenen Ebenen unter Beschuss nimmt – auch wenn das sehr kriegerisch klingt, was gerade überhaupt nicht angebracht scheint. Wir müssen also sowohl gesetzliche Regelungen verändern, wie zum Beispiel das Ehegattensplitting, das in den 1950ern explizit eingeführt wurde, um Frauen wieder ins Heim „zurückzuführen“, wie das Finanzministerium damals schrieb. In Island ist ein Gender Pay Gap gesetzlich verboten und Männer und Frauen haben in gleich großes Elterngeld-Kontingent. Wir brauchen mehr Führungskräfte, die wie selbstverständlich Elternzeit nehmen und flexible bzw. atmende Arbeitszeitmodelle – für Menschen in allen Branchen und Einkommensstufen. 

Gleichzeitig müssen wir mit unseren Partner:innen ehrlich und offen sprechen: Was willst du? Wie stellst du dir das vor? Die Zeit vor und nach der Geburt ist sehr reizintensiv, es ist kein Wunder, dass viele Paare keine Zeit finden, einen Bachelor in Elterngeldregulation zu machen oder mögliche Teilzeit-Modelle durchzurechnen. Viele glauben vielleicht auch: Unsere Liebe ist so groß, wir werden nicht wie die anderen. Aber wenn man sich nicht gemeinsam ein Ziel setzt, dann läuft man Gefahr, dass man den Weg des geringsten Widerstandes hinabrutscht. Und der führt in Deutschland eben immer noch zur traditionellen Rollenverteilung. Ich will natürlich überhaupt nicht das 50:50-Modell gesetzlich festschreiben. Wir brauchen eine offene, flexible Struktur, in der Familie die Lösung finden können, die ihren Bedürfnissen und Wünschen entspricht.

Was macht für dich einen schlechten guten Vater aus?

Mir ging es nie darum, eine ganze Generation von Vätern zu verurteilen. Es wurde ja auch bereits viel erreicht! Während Väter im Jahr 1997 noch 17 Stunden mit ihren Kindern pro Woche verbrachten, waren es 2017 laut dem Deutschen Instituts für Wirtschaft bereits 26. Und auch wenn knapp 20 Prozent Steigerung pro Dekade keine echte Revolution sind, sieht man doch eine klare Entwicklung. Ein schlechter guter Vater ist für mich ein Mann, der sein eigenes Potenzial nicht erfüllt und sich dabei selbst viel versagt.

Und einen richtig guten?

Ich wollte keinen Ratgeber schreiben, sondern ein Psychogramm der aktuellen Väter-Generation. Ein guter Vater, bzw. Elternteil, sollte dafür sorgen, dass die Kinder eine sichere Basis haben, um sich selbst zu erleben und die Welt zu erkunden, aber das versteht sich eigentlich ja von selbst. Nach der Geburt meiner ersten Tochter habe ich viel darüber nachgedacht, wie ich ihr die Welt erklären soll, wenn diese mir doch selbst oft ein Rätsel ist. Heute bin ich entspannter: Laufen? Hat sie gelernt. Reden? Kann sie auch. Fahrradfahren: Hell, yeah! Natürlich macht man Fehler. Aber das fällt gar nicht so sehr auf – die Kleinen erleben ja auch alles zum ersten Mal.

Mir graut schon davor, meinen Töchtern in ein paar Jahren beim Algebra-Lernen zu helfen oder dabei, im Horror-Spiegelkabinett der sozialen Medien eine stabile Persönlichkeit auszubilden. Aber die vermutlich größte Herausforderung ist, sie auf die Abwesenheit einer Bedienungsanleitung für das Leben vorzubereiten. Und ihnen das sichere Gefühl geben, dass sie selbst eine Lösung für fast jedes Problem finden werden (weil sie nachgewiesenermaßen die tollsten von etwa acht Milliarden Menschen auf der Welt sind). Dass sie darauf vertrauen können, dass wir immer – oder besser: hoffentlich ganz, ganz lange – da sind, wenn sie uns brauchen.

c17e4385ecea4e4082aea1dc856c0b22

Du magst vielleicht auch


Mehr zum Thema





14 comments

  1. Also ich habe eine komplett gegenteilige Meinung:
    Ich kümmere mich bewusst alleine um unsere 4 Kinder, während meine Frau arbeitet. Ich habe riesige Freude daran die Windeln zu wechseln und durfte auch schon ein paar Einhörner- und Clownsgeburtstagsfeten, sprich Kindergeburtstage organisieren. Ferner habe ich überhaupt keine Probleme damit den kompletten Haushalt zu übernehmen. Schließlich müssen diese Dinge erledigt werden, egal von welchem Geschlecht und es gab schlichtweg nichts was ich mir nicht zu traute (im Gegensatz zum Autor des Artikels). Die Zeit alleine mit den Kindern auf dem Spielplatz genieße ich und die Blicke der anderen Mütter übersehe ich bewusst, warum sollte ich mich in diesen Momenten darum kümmern, was andere Menschen über mich denken.
    Auch ein Hinweis zum finanziellen: Natürlich gibt es nachwievor die s.g. „Pay – oder Genderpaygap“, aber das sind Luxusprobleme. Bitte seid ehrlich wir erhalten in Deutschland Kindergeld und man kann damit „überleben“. Mag sein das man als Elternteil etwas kürzer treten muss, aber ganz ehrlich wer dazu nicht bereit ist, sollte sich ernsthafte Gedanken machen, ob er seine Kinder liebt. Aus Liebe zu meiner Frau und damit Sie Ihre berufliche Karriere fortsetzen kann kümmere ich mich (derzeit) hauptsächlich zu Hause um die Kinder. Weniger wegen des Geldes, sondern damit Sie eine sinnstiftende Tätigkeit ausüben kann. Wir haben uns nie über Geschlechterrollen unterhalten und daher auch niemals definiert wer wozu in der Familie „zuständig“ ist (Diskussionen können Geschlechterrollen auch zementieren). Ich persönlich habe lange über meine Funktion als Vater reflektiert, bevor wir eine Familie gegründet haben und kann mich daher in keinen der vom Autor angesprochenen Punkten wieder finden. Leider gilt auch hier wie immer „wir benennen meistens die Regel nie die gelebte Ausnahme“, die aber trotzdem existieren. Mag aber auch sein, dass es an meinem Beruf liegt ich arbeite als Philosophie-Dozent.

  2. es muss sich halt noch in vielen köpfen ein anderes mindset einstellen. „nur“ weil der mann hauptverdiener ist entbindet ihn das nicht von notwendigen tätigkeiten zuhause. auch wenn die frau nicht oder weniger arbeitet. ganz ehrlich, mich macht das mittlerweile wütend wenn andere ( klischeehaft sind das meist männer ohne familie) meinen, die frau hätte daheim alles allein zu tun. der mann hat feierabend wenn er heim kommt, die frau geht aber teilzeit arbeiten, versorgt die kinder, macht den haushalt. sie macht 3(!) jobs gleichzeitig.
    und hat nicht abends um 18 uhr feierabend, gerade wenn die kinder noch klein sind und nachts einen noch brauchen.
    wir haben eine „klassische“ Aufteilung. einfach weil ich nicht glücklich im beruf bin, gerne die Kinder stillen wollte, und sie nicht schon so früh in den Kindergarten bringen wollte ( mein mann befürwortet das aber alles auch, es ist also nicht meine alleinige Entscheidung). er geht vollzeit arbeiten. ich fordere aber dennoch ein das er auch was von den dingen erledigt die täglich daheim anfallen ( zb bringen wir abwechselnd die Kinder ins Bett und der andere macht dann die Küche abends sauber) . warum soll ich abends kochen, danach die Kinder ins Bett bringen und danach noch allein die Küche sauber machen? und mein mann sitzt dann schon seit 1 1/2 stunden auf dem sofa….. nein das sehe ich nicht ein.
    und ja, ich erlebe in fast allen familien die ich kenne, das die mütter „an alles denken“ und die väter das nicht tun. und für sehr viele frauen und männer ist das auch eine sehr große last. da hat sich noch sehr viel zu bewegen. das ist selbst auch in familien so wo beide gleich viel oder fast gleich viel arbeiten gehen. aber trotzdem trägt die mutter die hauptlast.

  3. Also, ich bin selbständig und mein Mann Beamter. Ich verdiene deutlich mehr als mein Mann (solange die Zeiten gut gehen, natürlich). Und trotzdem haben wir die Aufteilung, dass ich 20 Stunden arbeite und er 39. Das hat unterschiedliche Gründe. Vorwiegend wollten wir einfach, das beide eher ähnlich verdienen. Also war es klar, dass der besserverdienende beruflich zurückstecken muss. Und in manche Gründe sind wir auch einfach reingetrudelt. Aber was ich mal ausdrücken wollte ist. Es geht. Klar habe ich Umsatzeinbußen, wenn ich nicht Vollzeit arbeite. Klar muss ich meinen Angestellten mehr Entscheidungsgewalt zugestehen und auch damit leben, dass sie anders als ich entscheiden. Und ja klar, manches muss ich auch am Telefon neben Kind und Herd 😉 machen. Und auch dann damit leben, dass ich manches zu kurz durchdacht habe. Aber es geht. Also an all die Handwerker, Kfz Mechaniker und andere typischen Herrenberufsinhaber. Es geht. Es ist nicht einmal besonders riskant. Es kostet Geld. Aber das kostet es jeden der in Teilzeit geht.

    Und dass das nicht immer geht, ist mir auch klar. Aber ich habe den Eindruck, dass das häufiger als Ausrede genutzt wird als dass es wirklich nicht geht. Das gilt im Übrigen genauso für Chefs, die den Angestellten sagen, Teilzeit würde nicht gehen. Es gibt nicht viele Branchen in denen Teilzeit echt nicht geht.

  4. Bei der Elternzeit meines ersten Kindes 2018 haben mein Mann und ich diese Zeit fair geteilt. Ich war nach 3 Monaten für wenige Stunden wieder arbeiten und steigerte mich nach einem Jahr.

    Jetzt beim zweiten Kind nehme ich 2 Jahre Elternzeit alleine. Niemals wollte ich in ein klassisches Rollenbild passen und mich der Gesellschaft beugen. Was war also passiert?
    Ob evolutionär einprogrammiert oder nur Zufall: 1. ich habe die Care-Zeit viel mehr genossen, als mein Mann.
    2. Dass wir beide arbeiten UND die Kinderbetreuung gestemmt haben, war viel anstrengender als sich jeweils zu fokussieren.

    Beide Punkte hätte ich so niemals erwartet und ich bin der Meinung sie haben wenig mit äußeren Faktoren (gesellschaftlicher Druck, Arbeitgeber etc…) zu tun. Wir sind einfach in den klassischen Rollen glücklicher.
    Das gilt übrigens nur für die Babyzeit/frühe Kleinkind Zeit.
    Haushalt und meine Große werden zeitweise (Schwangerschaft, Wochenblett…) komplett von meinem Mann betreut und sonst teilweise.

  5. Und wieder WIEDERLEGBARE Feministische Phrasen. Meine Güte was ist solch ein Artikel lächerlich. Mit FAKTEN hat das hier alles wenig zutun. Es soll ja einen bestimmten Typus Frau ansprechen.

  6. Das ist alles schön und gut. Die Realität ist eine andere. Als handwerksmeister bin ich immer 13-14 ausser Haus. Da musstest du auch noch abends den kindergärtner machen. Schon nervig. Aber meine beiden sind trotzdem groß geworden.

  7. Warum entscheidet „ihr“ Frauen euch denn überhaupt noch für die schlechtbezahlten Berufe?
    Oder weshalb sucht ihr euch Männer, welche mehr Geld erhalten als ihr?

    Oder gibt es da vielleicht auch noch andere Kriterien, wie z.B. Spaß an der Arbeit?

    Ein Kollege verdient weniger als seine Frau und arbeitet deswegen 50% und kümmert sich dementsprechend mehr um die Kinder…..auch das gibt es.

    1. Eine kleine Anmerkung am Rande: auch in den schlechter bezahlten „Frauen-„Berufen, wie Erzieherin, Pflegerin, Bürokauffrau lässt sich Karriere machen und durchaus auch Geld verdienen. Die Frau wird dadurch nicht reich, aber die Leitungsgehälter in diesen Bereichen können mit dem einen oder anderen „Männer“-Beruf und -Gehalt durchaus mithalten. a) die Frauen werden seltenst so sozialisiert- die jungen Frauen werden eher Lehrerinnen als Schulleiterinnen und b) auch in „Frauen“-Berufen werden Frauen oft diskriminiert und für die besser bezahlten Positionen nicht berücksichtigt. Ich habe im Gesundheitswesen leider zahlreiche Erfahrungen damit machen müssen.

      1. Holger, wenn du dich verliebst, fragst du also zuerst nach dem Verdienst der Frau? Und ja, wir Frauen wählen Jobs, die geringer bezahlt werden, weil wir in sozialen Berufen kompetent sind, aber damit ist nicht unsere Entscheidung Schuld, sondern die Nicht Anerkennung solcher Berufe durch die Gesellschaft

        1. Frauen wählen Soziale Berufe weil sie dort kompetent sind? Was ist das denn bitte für eine Aussage! Zudem verstehen sie Marktwirtschaft? Es hat wohl kaum etwas damit zutun das diese Berufe nicht anerkannt sind. Da hat wohl jemand die Feministischen Phrasen verinnerlicht

        2. Hallo Heike, nein das habe ich meine Frau damals nicht gefragt und ich unterstütze sie auch dabei, dass sie Ihren (nicht sozialen) Job ausüben kann, weil sie ihn gerne macht. Ich stecke von uns beiden aktuell beruflich viel mehr zurück, kümmere mich um die Kid’s und ermögliche ihr somit sich in ihrem leider in meinen Augen „unterbezahlten“ Job wohlzufühlen. ABER es ist ihre Entscheidung diesen Job weiter zu machen und nicht auf ein höheres Gehalt zu bestehen,oder zu wechseln.
          Wenn „Frauen“ (oder Männer) sich also für einen Job entscheiden, erwarte ich dann aber halt auch, dass dies rumjammern wg. angeblich schlechterer Bezahlung aufhört – keine Frau wird hier bei uns gezwungen einen schlecht bezahlten Job zu machen.
          Und falls „Frau“ sich den „richtigen“ Mann sucht, muss sie sich auch nicht zwangsweise „allein“ um die Kinder zu kümmern.

  8. Es gehören ja auch immer beide Elternteile dazu,sich zu einigen – nicht nur finanziell. Als Hauptverdiener „durfte“ ich nur 2 Monate Elternzeit nehmen, danach beide Teilzeit – meine Frau und ich wollten/haben auch keine klassische „Karriere“ gemacht – beide Büroberufe, aber sie hat keine „Lust“ zu „kämpfen“ um das zu bekommen, was ihr m.E. finanziell zustehen würde. Inzwischen arbeiten wir beide Vollzeit und jeder hat seine „Bereiche“ die für die Familie abzudecken sind (sie kümmert sich eher um die Kontakte/Veranstaltungen/Familienorganisation/Schulisches und ich bin (leider) zuständig für z.B. alles Finazielle, Handwerkliche, Spielplatz, Schwimmkurse, Ärzte, Garten usw…..
    Früher, als einziger Papa (2 Söhne), wurde ich von vielen Frauen auch „misstrauisch“ auf dem Spielplatz (von Gesprächen) ausgeschlossen – das besserte sich erst, als der Große mit 3 Jahren in den Kindergarten kam und somit meine Frau auch „sichtbar“ wurde.
    In der Gesellschaft ist m.E. von allen Seiten viel mehr Bereitschaft zur „Zusammenarbeit“ und Toleranz erforderlich – nicht nur beruflich, sondern auch privat. ABER warum muss/soll ich mich rechtfertigen, wenn der Job nicht mehr an 1. Stelle steht, sondern die Kinder?
    Zum Glück haben wir uns „austoben“ (Job, Haus,Hobby’s usw.) können,bevor wir uns für die Kinder entschieden haben. Nun können wir in Ruhe etwas kürzer treten, uns um die Kid’s kümmern und die gemeinsame Zeit genießen, bevor diese komplett selbstständig sind-und dann schauen wir weiter!

  9. Es geht ja nicht nur um gesellschaftliche Akzeptanz. Vor allem ist es nach wie vor Realität, dass der Mann der Hauptverdiener ist und besser verdient als die Frau ( besonders in “ typischen“ Frauenberufen). Und so meist nur die Absicherung der Frau über die abgegebenen Rentenpunkte des Mannes in der Elternzeit funktioniert.

  10. würde mein mann bücher lesen, ich würde es ihm kaufen! ja es ist echt hart. und jeder im umfeld muss ( wie das so beim thema familie ist) seinen eigenen senf dazu geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.