Mein Kind hat Angst. Was kann ich tun?

Mein Name ist Marion, ich habe eine fast fünfjährige Tochter. Meine Tochter hat Ängste, ich weiß weiß weder, woher sie kommen, noch wie ich damit umgehen soll.

Sie bleibt zum Beispiel nie alleine in einem Raum, nicht mal kurz. Zudem kommt nahezu panische Angst im Dunkeln.

Es gab kein traumatisches Ereignis und sie kann auch nicht benennen, warum sie Angst hat. Fakt ist, dass ich as Gefühl habe, dass die Ängste schlimmer werden.

Gibt es hier Mamas, die Erfahrungen damit haben? Wie habt Ihr Eure Kids gestärkt?

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9 comments

  1. Hallo Marion,
    ich hatte in meiner Kindheit selbst solche Ängste, auch ohne ein Traumatisches Ereignis. Ich kann mich noch heute an die Ängste erinnern und wie panisch ich in solchen Situationen gefühlt habe.
    Ich war deswegen auch bei einer Kinderpsychologin. Das hat mir sehr geholfen mit den Ängsten umzugehen und sie zu besiegen. Also kann ich mich den Vorkommentaren nur anschließen, dass Hilfe von Außen zu suchen und anzunehemen sicherlich ein guter Schritt ist.
    Die von Natascha beschriebene Methode, die Ängste zu malen habe ich als Kind hilfreich empfunden. Wir haben die Bilder in eine abschließbare Kiste gelegt, damit die Ängste „weg sind“.
    Ich find es toll, dass du die Ängste mit deiner Tochter besprichst und sie ernst nimmst. Ich hoffe, dass ihr einen Weg findet die Ängste zu bekämpfen. Alles Gute 🙂

  2. Hallo Marion,
    so eine Phase hatten wir mit unserem jetzt 8 jährigen auch. Der ist regelrecht panisch geworden, wenn nachts das Nachtlicht nicht mehr an war und er aufgewacht ist. Und wenn ich nur kurz zur Nachbarin tagsüber was vorbeibringen wollte, ging auch nicht. Mit 5 zählt man oft im Kindi dann bald zu den Großen, ist quasi der Übergang dann zur Schule. Sie wollen eigentlich „Groß“ sein, sind aber oft doch noch damit überfordert und hängen plötzlich an Mamas Rockzipfel. Gerne auch „Wackelzahnpubertät“ genannt. Da wackelt so gefühlt alles um so rum, die einen werden trotzig, die einen zornig und wieder andere ängstlich.
    Wenn sich dein Kind allerdings sichtlich mit seinen Ängsten unwohl fühlt, dann würde mir Hilfe von außen holen. Dafür sind die da. Wenn es sich nicht damit unwohl fühlt. Ernst nehmen, gemeinsam berät schlagen, was helfen könnte. Kuchseltier, Nachtlicht, etc… Und „aussitzen“. Vielleicht auch spielerisch tagsüber verstecke spielen, vorher abklären, welche Räume in Frage kommen, nur ne Idee…. Mein heute 8 jähriger bleibt Mittler Weile alleine zu Hause, wenn ich kurz was einkaufen gehen. Vor nem Jahr undenkbar gewesen, da ist er mir panisch geworden, wenn ich es nur vorgeschlagen habe. Immer wieder probieren, kann ich da auch nur vorschlagen.
    Habe insgesamt 3 Kids – 2,6 und 8 Jahre – und alle reagieren total unterschiedlich. LG, Sabine

  3. Hallo aus Hamburg, mein Sohn hatte auch maßive Ängste (5 Jahre) und wir haben gemeinsam die Angst ernst genommen und sie gemalt. Klingt vielleicht blöd aber er hat etwas gemalt und es für sich selbst „sichtbar“ gemacht. Dazu haben wir ein Schutztier erschaffen. Bei ihm war es ein großer Drachen mit bunten Punkten. Auch diesen hat er gemalt. Nun hat er am Anfang seinen Drachen oft mitgenommen und wir haben ihn auch öfters daran erinnert ob er ihn an seiner Seite hat z.B. beim allein das Stockwerk wechseln oder auf die Toilette gehen. Nach und nach saß der Drache dann auch mal draußen, hoch oben auf einem Baum oder war einfach grad nicht da und nun braucht mein Sohn den Drachen auch kaum noch. Haben wir nicht alle Ängste und bräuchten ab und an mal einen bunten Drachen an unserer Seite… ich hätte mir den Drachen gern ab und an mal geliehen und wäre mit ihm unbeschwert in die Bäume geflogen. Grade in diesen Corona Zeiten und der Ungewissheit, welche uns alle umgibt ist es für unsere Kinder so wichtig ein Lächeln im Gesicht zu haben und Sicherheit zu vermitteln. Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht für deine Familie.

  4. Hallo,
    ich bin selber Angstpatientin und mein Sohn (8) hat dies leider von mir geerbt. In meinem Fall wäre es ohne eine Therapie nicht mehr weiter gegangen. Nun kann ich die Angst verstehen und ihr ins Gesicht blicken. Ich weiß aber auch, dass ich schon in früherer Kindheit mehr Unterstützung gebraucht hätte. Darum, sprich ruhig mit einer Kinderpsychologin, in den meisten Fällen können sie dir helfen. Es bringt nichts die Angst zu unterdrücken. Man muss sie annehmen, akzeptieren und das wichtigste, sich ihr stellen. Probier doch mal was passiert, wenn du mit deinem Kind übst, dass es alleine in einem Raum bleibt. In der erste Woche 1-2 Minuten, dann 3-4 Minuten und dann immer mehr. Es ist harte Arbeit. Mein Kind übernachtete und blieb z.B. nirgends. Mittlerweile sind wir soweit, dass er zumindest auch mal gerne woanders hingeht und nicht mehr immer weint.
    Ein Buchtipp hätte ich auch. Der Healing Code. Viele werden sagen was ein Quatsch. Aber auch da spreche ich aus eigener Erfahrung. Ohne ihn würde ich heute noch immer kein Auto fahren…. probier es aus. Es kann nur helfen. Und das wichtigste GEDULD und EINFÜHLSAM bleiben (auch wenn dass am schwersten ist)

  5. Hallo Marion, mein Sohn hatte auch Ängste, wenn auch andere. Die Kinderärztin hat uns an das Frühförderzentrum weitergeleitet, dort konnte wurde unserem Sohn und uns toll geholfen.
    Ich glaube Frühförderzentren gibt es nicht in allen Bundesländern, und vielleicht ist für euch auch eine andere Anlaufstelle passender, aber ich würde empfehlen, dass ihr euch an den Kinderarzt wendet (am besten erstmal zu einem Gesprächstermin ohne Kind) und dort, wenn nötig, hartnäckig bleibt (nicht mit ‚das wird schon wieder! o.ä. abspeisen lassen!)
    Alles Gute!

  6. Hallo Marion,
    war deine Tochter schon immer eher ängstlich? Es ist auch Sache des angeborenen Temperaments, ob ein Kind in seinem Verhalten gehemmt ist. Dann gibt es auch oft jemanden in der engeren Familie, der ähnlich tickt. Oder hat sie sich auffallend verändert? Eine kinderpsychotherapeutische Abklärung kann in meinen Augen immer in Erwägung gezogen werden.
    Ich denke, es muss gar nichts in unseren Augen Traumatische passieren, damit Kinder Ängste entwickeln. Da kann auch schon eine gruselige Geschichte reichen oder etwas, das sie im Kindergarten mitanhören…
    Ich denke auch, dass das „warum“ für Kinder in dem Alter sehr schwer zu beantworten ist. Eher vielleicht, „was denkst du, könnte passieren, wenn du kurz alleine im Wohnzimmer bleibst?“ Wobei auch das sicher noch schwer zu beantworten ist.

    Zum Umgang mit den Ängsten kommt mir in den Sinn:
    Am wichtigsten: das Kind immer ernst nehmen („ich sehe, dass es dir gerade Angst macht…“), nicht ausreden oder vom Gegenteil überzeugen wollen. Jedes Gefühl ist in Ordnung und jedes Verhalten hat einen Grund und darf sein.
    Mit ihr konkret besprechen, was sie braucht und was ihr hilft, um etwas schaffen zu können (z. B. Nachlicht im Dunkeln, wenn Mama in anderes Zimmer geht die Tür auf lassen oder kurz mit dem Kuscheltier kuscheln…). Das können auch winzige Schritte sein.
    Ängste nicht als Hauptthema in der Familie, stattdessen auf schöne Erlebnisse fokussieren.
    Bei unserem Sohn ist es zudem so, dass sich jede Unruhe und jeder Stress in der Familie sofort auf ihn überträgt und er uns ganz vieles spiegelt.
    Sich den Umgang mit eigenen Ängsten anschauen.
    Hat sich etwas verändert, was sie überfordern könnte?
    Ängste in dem Alter sind auch total normal, wie schon geschrieben wurde.

    Ich weiß, dass das alles nicht so leicht ist, wie es klingt. Wir haben einen 4-jährigen, der verschiedene, auch immer mal wieder neue Ängste hat, bei ihm ist es von klein auf so gewesen, so ist er und wir kennen es nicht anders…

    Liebe Grüße und alles Gute!

  7. Meine Kinder hatten/haben das beide, wobei die Gründe sehr unterschiedlich sind (bei der Älteren hängt es mit Todesfällen im Freundeskreis zusammen). Zum einen ist es ganz wichtig, nicht gegen die Angst anzukämpfen oder sie „wegzureden“. Das ist zunächst ein ganz normaler Impuls insbesondere bei den Eltern. Nur macht der Kampf gegen die Angst mürbe und die Angst vor dem Kampf gegen die Angst führt in eine Abwärtsspirale… Wir haben immer wieder darüber gesprochen, dass die Angst sein darf, dass sie jetzt gerade mit hier im Bett liegen darf o.ä., dass sie wie ein Gast ist, den man zwar nicht gerne empfängt, der aber auch einmal das Recht hat, da zu sein – und der irgendwann wieder geht! Die Kleinere hat dann ihre eigenen Geschichten dazu entwickelt „die Angst isst Kuchen bei mir“ und mit der Zeit wurde es besser. Ich würde mich aber nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – nicht zuletzt, um sich selbst zu entlasten. Alles Gute!

  8. Hallo Marion, hol dir einen Termin bei einem Kinderpsychologen. Oft reichen zwei bis drei Sitzungen um Licht in die Sache zu bringen. Wir haben uns dort auch Unterstützung geholt bei massieren Schulproblemen, Mobbing oder ähnliches. LG Daniela

  9. Hallo Marion,
    hast du schonmal von der „Magischen Phase“ gehört, die die Kids in dem Alter oftmals durchlaufen? Am besten mal googeln.

    Ansonsten vielleicht mal Lektüre zu Kinderängsten oder Rat bei einer Familienstelle einholen?
    Was ich mal gelernt hatte: Kinder in dem Alter nach dem „Grund“ fragen, also „Warum hast du Ängste“ ist zu pauschal/abstrakt und kann schlecht beantwortet werden. Besser konkreter: wer oder was macht dir Angst? Was ist passiert, wann, wo genau? Wer war dabei?…“

    Auf jeden Fall würde ich versuchen, die Ängste meines Kindes zu verstehen, genau zuzuhören, dem Kind zeigen, dass alle Gefühle angeschaut werden dürfen und es ganz normal ist, dass man sich mal fürchtet, genauso wie man lacht, weint etc., aber ich würde vermutlich auch versuchen, im Ausgleich für viele gute Erfahrungen als Gegengewicht zu sorgen.

    Mir fällt noch ein, es gibt doch auch Kinderbücher mit Phantasiereisen, die man mit den Kindern machen kann. Da geht es auch um Stärkung. Oder aber auch Kinderbücher über Ängste und Ängste überwinden als Geschichten?

    Ich weiß, dass man sich oft schnell Sorgen macht und finde es gut, sich darüber auszutauschen und die Phasen der Kinder ernst zu nehmen.

    Alles Gute für euch und die richtigen Werkzeuge für dich, um deine Tochter zu stärken.

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