Wechselmodell: Warum klappt das in einigen Familien und in anderen nicht?

Bei wem bleiben die Kinder? Diese Frage beschäftigt alle Paare nach einer Trennung. Das Wechselmodell ist emotional sehr aufgeladen, einige schwören darauf, andere fürchten, die Kinder könnten Schaden davon tragen.

Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig ist Professorin für Empirische Sozialforschung und Soziologie in Dresden. Seit vielen Jahren forscht sie über die unterschiedlichen Familienmodelle. Das Interesse am Wechselmodell kam dann aus ihrer eigenen Biografie, denn nach der Trennung von dem Vater ihrer Kinder war klar, dass auch sie das Wechselmodell probieren wollen. Über ihre persönlichen Erfahrungen und neueste Studie zu dem Thema, erzählt sie uns im Interview.

Liebe Nina, Deine Kinder leben im Wechselmodell und Du sagst, dass das sehr gut klappt. Warum habt Ihr Euch für diesen Weg entschieden?

Als klar war, dass mein Exmann und ich uns trennen werden, hat mein Exmann sofort deutlich gemacht, dass er kein Wochenendpapa sein möchte und ich hätte ihm diese Rolle auch nie zugewiesen. Wir hatten uns in unserer Ehe immer gleichberechtigt um die Kinder gekümmert, unsere Erwerbstätigkeiten um die Kinderbetreuung herumgebaut.

Das war vielleicht ein Vorteil für das spätere Wechselmodell, denn ich war in meiner Berufstätigkeit häufig weg, mein Exmann war ehrenamtlich sehr engagiert, d.h. die Kinder waren es gewohnt, die Woche über oft mit nur einem Elternteil zu verbringen. Dazu kam, dass die Kinder keinerlei Entscheidung treffen wollten, bei wem sie mehr Zeit verbringen. Sie wollten Mama und Papa zu gleichen Teilen. Das war von Anfang an klar, es gab überhaupt keine andere Option für sie.

Wir haben als Eltern sofort erkannt, dass wir hier auf zwei Ebenen denken müssen: als Paar waren wir gescheitert, als Eltern wollten wir den Bedürfnissen unserer Kinder weiterhin gerecht werden. Unsere Kinder waren bei der Trennung 5 Jahre und 9 Jahre alt, also auch ein Alter wo dogmatische Regelungen nicht möglich sind.

Dementsprechend haben wir auch nie gesagt, „ihr seid jetzt eine Woche fest bei Mama und eine Woche fest bei Papa und in dieser Zeit habt ihr dann auch keinen Kontakt zum anderen Elternteil“. Einzig fest waren unsere beruflichen Termine und ansonsten haben wir versucht viel auf die Kinder einzugehen. Gerade am Anfang haben auch nicht beide Kinder immer gleich gewechselt. Meine Tochter war noch klein und wollte mehr Zeit bei mir haben, mein Sohn als größeres Kind auch mal alleine Zeit mit dem Papa verbringen

Was meinst du: Was sind die Gründe dafür, dass es bei Euch gut klappt?

Wir setzen bis heute auf eine ausgewogene Kommunikation und Einbeziehung der Kinder in alle Absprachen und fahren gut damit. Die Kinder werden älter und artikulieren selbstbewusst, was sie möchten. Zum Beispiel haben sie die Wechseltaktung verändert. Waren zu Beginn kurze Wechseltakte gewollt (also alle drei Tage, damit die Sehnsucht nach dem anderen Elternteil nicht zu groß wird), möchten sie heute längere Zeit am Stück bei einem Elternteil sein.

Wichtig ist vielleicht auch: wir haben als ehemalige Partner nie aufgehört, miteinander zu kommunizieren über die Kinder. Anfangs war das schwierig, denn eigentlich wollte man eine emotionale Distanz, um die gescheiterte Ehe auch verarbeiten zu können. Das geht aber nur bedingt, wenn man gemeinsam Eltern bleiben möchte. Bei uns hat es auch immer wieder geknallt und es gab immer wieder Streitigkeiten.

Aber: wir haben uns gegenseitig erinnert, dass wir beide die Eltern sind und es unsere Pflicht ist, unsere Kinder bestmöglich durchs Leben zu begleiten. Jetzt nach fünf Jahren sind wir Freunde geworden und ich würde sagen, wir sind durch das Wechselmodell Freunde geworden, denn wir erleben unsere Kinder zufrieden und können beide Anteil nehmen an ihrer Entwicklung. Wir haben vor kurzem die Konfirmation unseres Sohnes gefeiert und das war trotz aller Corona-Beschränkungen eine tolle Erfahrung, denn wir waren als Patchworkfamilie vereint und haben uns super verstanden: mein Exmann, ich, meine Kinder, meine zwei Bonuskinder, mein Lebensgefährte. 

Du hast einen neuen Partner. Bei ihm und seiner Ex-Frau war ebenfalls das Wechselmodell vereinbart, doch das hat nicht hingehauen. Was war los?

Ich tue mich immer schwer damit für andere zu sprechen und möchte niemandem zu nahetreten. Aber gerade die Kommunikation und Offenheit auf die Bedarfe der Kinder einzugehen und stark zu differenzieren zwischen der gescheiterten Ehe und der Verpflichtung als Elternteile gleichermaßen im Leben präsent zu bleiben, hat hier nicht geklappt.

Stattdessen gab es gerichtliche Auseinandersetzungen und irgendwann haben wir dann mal die Reißleine gezogen: wir saßen daheim, mein Lebensgefährte war am Ende seiner Kräfte und ich habe die Frage aufgeworfen, ob die ständigen Streitigkeiten gut für die Entwicklung der Kinder seien. Es gab folglich einen Übergang zu einem erweiterten Residenzmodell. Das war für uns traurig, aber wir haben es geschafft, dass die Kinder mehr Ruhe bekommen haben und das ist wichtig. 

Das Wechselmodell klappt dann, das zeigen auch unsere wissenschaftlichen Untersuchungen, wenn Eltern die persönlich-emotionale Ebene der gescheiterten Beziehung ausblenden können und sich wirklich auf die Kinder fokussieren. Da darf man sich aber nichts vormachen: ein Ehe-Aus hinterlässt Spuren und Wunden und manchmal schaffen es Eltern nicht, diese zu verarbeiten. Da fehlt es in Deutschland auch an einer Begleitung und Mediation. Wenn Gefühle wie Rache oder Enttäuschung auch nach jahrelanger Trennung noch präsent sind, dann wird es nicht gelingen ein stabiles Kommunikations- und Organisationssystem aufzubauen. Genau das braucht es aber für das Wechselmodell. 

Oft heißt es ja, das Wechselmodell sei zwar für die Eltern gerecht, die Kinder seien aber ständig hin und hergerissen. Wie siehst du das?

Ich würde hier gerne auf die Ergebnisse unserer Interviews mit Jugendlichen im Wechselmodell verweisen. Es gibt für die Jugendlichen bestimmte Gelingensfaktoren und Hemmfaktoren. Ein zentraler Gelingensfaktor ist die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche in die Wahl des Modells mit einbezogen werden. Natürlich ist das abhängig vom Alter, aber allein die Möglichkeit sagen zu dürfen, dass man mit einem Modell unzufrieden ist, erscheint den befragten Jugendlichen sehr wichtig zu sein.

Für die befragten Jugendlichen ist das aber eine Herkulesaufgabe: man will niemanden verletzen, merkt, dass die Eltern ohnehin emotional angegriffen sind. Wie also die eigene Position deutlich machen? Auch für die Kinder in solchen aufreibenden Wechselmodellsituationen bräuchte es eine kontinuierliche, professionelle Begleitung. Eine Person, der man sich anvertrauen kann, ohne Angst zu haben, dass die Äußerungen verletzen. 

Eine Entscheidung für ein Modell, egal ob Residenz- oder Wechselmodell, wird aber oft ohne die Kinder getroffen und auch als in Stein gemeißelt dargestellt. Aus Sicht der Jugendlichen darf das nicht sein. Modelle müssen sich verändern können und müssen individuell auf die Kinder zugeschnitten sein. Für Jugendliche, die vorher keine ähnliche gute Bindung zu beiden Elternteilen hatten, ist es schwer, den Übergang in ein Wechselmodell gut meistern zu können. Da wird das Wechseln dann auch als Belastung empfunden.

In den Interviews wurde deutlich, dass das Wechseln dann als unproblematisch empfunden wird, wenn man sich auch tatsächlich bei beiden Elternteilen zu Hause fühlen darf. Wenn man weiß, dass es durchaus Unterschiede in den Haushalten gibt, aber man dort ein fester Bestandteil ist und aus Sicht beider Elternteile auch sein darf. Und das scheint keine Selbstverständlichkeit zu sein! Manche Jugendliche haben beschrieben, dass ihnen gesagt wurde, sie dürften nur ein wirkliches Zuhause haben. Sofort fühlt man sich also wieder im Zwiespalt und einer inneren Zerreißprobe ausgesetzt. Wechseln gelingt folglich dort besonders gut, wo die Elternteile akzeptieren, dass die Kinder zwei Zuhause haben, die durchaus sehr unterschiedlich sein können. Und die Kinder auch ermutigen, dies als Bereicherung zu sehen und nicht als negative Folge der elterlichen Trennung. Wo Jugendliche sich sicher waren, dass sie sich auf beide Elternteile verlassen konnten, dass sie miteinbezogen werden in die Planungen und auch offen sagen dürfen, was ihnen nicht gefällt, da wurde der Wechsel überhaupt nicht problematisiert. Die Jugendlichen gingen da zum Teil auch sehr pragmatisch vor: sie fragten sich, was besser sei: einen Elternteil deutlich weniger sehen zu können oder einen Wechsel in Kauf zu nehmen. Und einen Elternteil deutlich weniger sehen zu können, konnten sich nur sehr wenige Jugendliche vorstellen. 

Du hast dich als Wissenschaftlerin mit dem Wechselmodell beschäftigt und für eine Studie auch viele Väter dazu befragt. Was sind die Ergebnisse?

Ja, das stimmt wir haben bundesweit über 50 biographische Interviews mit Vätern geführt, jedes Interview zwischen zwei und drei Stunden lang, da ist also einiges an Material zusammengekommen. Wir haben mit Vätern gesprochen. die das Wechselmodell erfolgreich praktizieren und auch mit Vätern, die mittlerweile keinerlei Kontakt mehr zu ihren Kindern haben. Kein Vater hat dabei den Kontakt von sich aus abgebrochen, in den meisten Fällen wurde tatsächlich von einem Parental Allienation Syndrom berichtet. Das Kind wird also hier so gegen den Elternteil (in den meisten Fällen gegen den Vater) beeinflusst, dass es keinen Kontakt mehr möchte, also den Kontakt komplett verweigert. 

Interessant an den Väterinterviews waren für mich natürlich die Gründe, warum die Väter ein Wechselmodell wollten. Kritiker*innen des Wechselmodells geben hier nämlich stets an, dass die Väter nur keinen Unterhalt zahlen wollten und deshalb das Wechselmodell präferieren würden. Dies war aber in keinem Interview der Fall, d.h. die finanziellen Regelungen waren kein handlungsleitendes Motiv.

Sondern?

Vielmehr liegt es tatsächlich in der Biographie der Väter begründet (meist hatten sie einen Vater der in ihrem Leben überhaupt nicht präsent war als verlässliche Beziehungsfigur und möchten dementsprechend für ihre Kinder ein wichtiger Bestandteil des Lebens sein) und auch in der Art und Weise, wie sie sich in der funktionierenden Beziehung um die Kinder gekümmert haben. Die meisten Väter haben von Grund auf viel Zeit mit ihren Kindern verbracht, viele haben Elternzeit genommen, das egalitär-partnerschaftliche Modell hat immer dominiert. Die Väter waren also in der funktionierenden Beziehung in den Alltag der Kinder eingebunden und möchten dies auch nach der Trennung in möglichst umfänglicher Form sein.

In allen Interviews wurde eine große Kluft deutlich: während die Partnerinnen in der Beziehung das egalitär-partnerschaftliche Modell geschätzt haben, war es für die meisten Mütter bei der Trennung schon so, dass sie erst einmal sich als Mütter einen stärkeren Anspruch an die Kinder zugeschrieben haben und von Egalität erst einmal keine Rede mehr war. Die Väter mussten also für sich einen Weg finden, die Form einer gleichberechtigten Elternschaft nach der Trennung zu platzieren. Bei vielen ging dies über die Gerichte und hat Wunden bei allen Beteiligten hinterlassen. Die Väter befinden sich insgesamt in einem großen Dilemma: sie wollen das Wechselmodell, weil es ihnen ermöglicht ein Alltagsbestandteil ihrer Kinder zu bleiben nach der Trennung. Sie nehmen aber durchaus wahr, dass rechtliche Auseinandersetzungen dazu führen, dass die Kinder in eine unfreiwillige Zerrissenheit gelangen oder auch Situationen ausgesetzt werden, die man ihnen als Elternteil ersparen möchte. Dieses Dilemma bereitet vielen Vätern schlaflose Nächte. 

Insgesamt konnten wir anhand aller Studienbestandteile sehen, wie groß die Bandbreite der Entwicklungen nach der Trennung von Eltern sind. In wenigen Fällen klappt es sofort problemlos, es braucht oft eine kräftezehrende Anlaufphase. Was uns wirklich negativ beeindruckt hat war, dass die wirklichen Probleme des Wechselmodells erst nach einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren auftauchen bzw. ein Elternteil dann merkt, dass er das Modell nicht gut findet. Und dann kommt es zu wirklich schwerwiegenden Vorfällen: Kinder werden dann in die Mitte des Geschehens gerückt und manipuliert. Und auch hier: es gibt in Deutschland bisher keine Anlaufstellen außerhalb des Jugendamtes. Das Jugendamt ist für viele Eltern, gerade Trennungseltern aber ein rotes Tuch. Vielmehr müsste eine kontinuierliche Begleitung von Eltern im Wechselmodell bei sozialen Trägern angesiedelt sein mit multiprofessionellen Teams, die Hilfe und Unterstützung gewährleisten. Dann könnte man aus wissenschaftlicher Sicht sehr früh die Schieflage in der Beziehung getrennter Eltern erkennen und die Kinder weitgehend aus diesem Prozess herausnehmen. 

Und wie stehen Mütter im Durchschnitt zu diesem Modell?

Wir haben eine anonyme Online-Befragung gemacht, an der Mütter- und Väter etwa im selben Verhältnis teilgenommen haben. Insgesamt stehen die teilnehmenden Mütter dem Wechselmodell hier kritischer gegenüber. Zwei Gründe konnten wir herausarbeiten: zum einen befürchten die Mütter mehr als die Väter, dass die Kinder mit den Wechselprozessen nicht klarkommen, insbesondere bei kleineren Kindern und geben auch sehr viel mehr Beeinträchtigungen des kindlichen Wohlbefindens an, als Väter.

Diesem Punkt müssen wir in erweiterten Forschungsmodulen nachgehen. Derzeit gibt es keine verlässlichen Daten darüber, ob Kinder durch das Wechselmodell wirklich vermehrt Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Auffälligkeiten zeigen. Gut dokumentiert ist hingegen gerade auch durch internationale Studien, was in der Entwicklung von Kindern passiert, wenn ein Elternteil gar nicht greifbar ist oder ihnen der Kontakt zu einem Elternteil vorenthalten wird.

Zum anderen müsste man untersuchen, ob die Ängste der Mütter nicht auch etwas mit der Mutter-Kind-Bindung zu tun haben, die ja auch hormonell bedingt ist und in der Evolution durchaus sinnhaft ist. Das Loslassen Können, das beim Wechselmodell ja vorhanden sein muss (definitiv ist man eine bestimmte Zeit ohne Kind)  hat nicht nur etwas mit dem Kopf zu tun, sondern hier überbräuchte es eine interdisziplinäre Forschung (biologisch, neurologisch, psychologisch, soziologisch).

Zum anderen gaben die Mütter in der Befragung deutlich häufiger als Väter an, unter einer gesellschaftlichen Stigmatisierung zu leiden, weil sie das Wechselmodell betreiben.

Was heißt das genau?

Weniger aus dem Freundeskreis, dafür verstärkt aus dem Familienkreis gibt es an die Mütter sehr viel mehr Vorwürfe, wenn sie sich für das Wechselmodell entscheiden. Auch die Frage, ob man sich als vollwertige Mutter aufgrund des Wechselmodells fühle, wurde von den weiblichen Befragten sehr viel öfter verneint. Hier liegt aus meiner Sicht die größte Crux: während die Gesellschaft es toll findet, wenn Väter das Wechselmodell wollen, wird Müttern vorgehalten, dass sie dann nicht mehr vollwertig seien. Eine Mutter beschreibt es in einer offenen Frage so: „mir wird vorgehalten, dass ich ja gar nicht wirklich Mutter sei. Ich hätte ja immer wieder freie Phasen ohne Kinder und könne dann tun und lassen was ich wolle. Vorgehalten wird mir das überwiegend von Frauen, von anderen Müttern“.

Genau das ist der Knackpunkt: das Frauen-Bashing, das wir Frauen untereinander führen, führt dazu, dass Mütter sich aus Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung gegen das Wechselmodell stellen. Da muss sich auf gesellschaftlicher Ebene noch einiges bewegen. Die Akzeptanz der Lebensentwürfe von Nachtrennungsfamilien muss genauso ausgeprägt sein wie die Akzeptanz der unterschiedlichen Familienmodelle, die wir mittlerweile haben. 


Nachtrag zu der Studie, weil es Stimmen gab, die behauptet haben, die Studie sei nur mit Männern aus Väter-Lobbys durchgeführt worden. Das ist NICHT richtig. Nina sagt dazu: Wir sind nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen, nach der Methode des theoretical sampling in der qualitativen Sozialforschung. Wir haben möglichst kontrastierende Fälle gesucht. Väter mit kleinen, mit großen Kindern, Väter mit Kindern von unterschiedlichen Müttern, Vätern mit Kontakt und noch im Wechselmodell, Väter ohne Kontakt weil das Wechselmodell gescheitert ist. Junge Väter, ältere Väter, Väter mit sehr gutem Kontakt zur Mutter, Väter mit schlechtem Kontakt zur Mutter. Ausdrücklich haben wir darauf geachtet, Väter, die eine starke Nähe zu Lobbyorganisationen haben, nicht zu befragen. Da gab es viele, die sich bereit erklärt hätten, da wir aber objektive Aussagen treffen wollten, haben wir solchen Vätern abgesagt. Unsere Kriterien entsprechen allen wissenschaftlichen Vorgehensweisen, sind überprüfbar und objektiv. Sonst würde eine solche Studie ja auch keinen Sinn machen, wir wollen die Ergebnisse ja in internationalen Fachjournals veröffentlichen und die schauen sich die Auswahlkriterien ganz genau an. Im übrigen habe ich die Studie gerade weil das Thema emotional so stark behaftet ist auch von niemandem finanzieren lassen. Auch dies sichert absolute Objektivität.

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3 comments

  1. Vielen Dank für das interessante Interview. Ich bin ein Trennungskind und bin bei meiner Mutter großgeworden. Mein Vater hat keinen Kontakt gewollt . Meine Mutter hat dann noch ein mal geheiratet. Es war / ist traurig, dass mein Vater keinen Kontakt wollte, aber ich denke so saß ich gefühlt nie zwischen den Stühlen, dennoch hätte ich im Nachhinein meinen Vater gerne näher kennengelernt.
    Nun Lebe ich selber in einem Patchwork Gefüge mit Wechselmodell. Von daher fand ich die Ausführungen sehr spannend und würde mich freuen, mehr dazu lesen zu können;)
    Das Patchworkleben ist herausfordernd für alle, aber ich könnte mir für uns schwer etwas anderes vorstellen als das Wechselmodell. Bei uns gab es auch verschiedene Phasen in den letzten 10 Jahren. Meine Stieftochter ist jetzt 15 Jahre. Zur Zeit wechselt sie Wochenweise, was mit dem Wechseluntericht angefangen hat und dann als Wunsch von ihr als Weiterführung formuliert wurde. Beide zu Hause sind sehr unterschiedlich. Hier ist sie die Älteste von 3en und im anderen zu Hause ein Einzelkind…auch sind die Lebensweisen etwas anders. Ich finde sie macht es super! Auch wenn Zeiten wie Weihnachten besonders anstrengend für sie sind. Da wirkt sie schon sehr zerrissen . Ich persönlich jongliere auch von Zeit zur Zeit mit meiner Rolle als Stiefmutter mit 2 Kindern (mit ihrem Vater). Aber ich schätze wie gut es mein Mann und ihre Mutterhinbekommen haben eigene Verletzungen überwunden und einen guten Kontakt für ihre Tochter aufgebaut zu haben. Ich weiß das ist nicht selbstverständlich. Meine Stieftochter und mein Mann haben ein tolles Verhältnis. Das hätte ich mir gerne mit meinem Vater gewünscht.
    Ich liebe das Buch „Alles Familie“ von Alexandra Maxeiner, in dem so wunderbar illustriert ist, wie unterschiedlich Familien sind 🙂
    In diesem Sinne herzliche Grüße

  2. Für uns ist das Wechselmodell ein Segen – leben es allerdings erst seit anderthalb Jahren, und unsere Kinder waren 1 und 3, als wir begonnen haben.

    Also mal sehen, wie es wird, wenn die Kinder größer sind…

    Für den Moment aber kann ich sagen:

    Ja, es ist aufwändig auf vielen Ebenen, und die Eltern müssen sich nach der (meist sehr schmerzhaften) Trennung extrem zusammenreißen, viel und offen kommunizieren, sehr fair sein zueinander, nur gut über den Ex reden vor den Kindern und sehr, sehr oft den eigenen Stolz/die eigenen Verletzungen herunterschlucken.
    Und verzeihen lernen. Das schwerste Stück dabei.

    Die Kinder aber haben dafür die Chance auf eine innige Beziehung und echten Alltag mit beiden Elternteilen. Sie haben zwei Nester, in denen sie sich geborgen fühlen, mit jeweils einem sehr ausgeglichenen Elternteil – und sie haben einander.
    Unsere Kinder haben sich überraschend schnell an die Wechsel gewöhnt (Tipp: Übergabe anfangs „über die Kita“, falls es eine Wechsel-Richtung gibt, die den Kindern schwerer fällt – außerhalb von Corona jedenfalls).

    Durch das Wechselmodell haben auch beide Ex-Partner immer wieder Zeit für sich selbst, Zeit, die Trennung zu verarbeiten und das neue Leben aktiv zu gestalten. Ggf. neue Partner können kennengelernt werden, ohne dass die Kinder gleich schon involviert werden müssen…

    Wie es wird, wenn die Kinder älter sind, wird sich zeigen. Im Augenblick tut das Wechselmodell unseren Kindern einfach sehr gut, weil sie trotz Trennung beide Eltern ganz intensiv haben dürfen. Sie sind fröhlich und ausgeglichen und freuen sich auf beide Eltern/Zuhauses gleichermaßen.

    Uns Eltern zwingt es, uns wirklich erwachsen und fair zu verhalten. Viele um uns herum staunen Bauklötze, dass es so gut funktioniert. Wir selbst manchmal auch.
    Aber wir kennen inzwischen einige Familien, die dieses Modell leben, und auch die sind glücklich damit.

    Inzwischen sind bei uns sogar wieder gemeinsame Unternehmungen möglich, und ich bin inzwischen wirklich guten Mutes, das wir auch die Geburtstage, Einschulung und Konfirmation etc. unbeschwert als bunte Patchwork-Konstellation feiern werden können.

  3. interessant und ich finde es sehr vorbildlich wie das die interviewte mit ihrem exmann hin bekommt! ich bin ein kind das im wechselmodell leben musste. ich glaube nicht das wir kinder da frei wirklich viel entscheiden durften ( erst mit 10 und 12 glaube ich). meine schwester kam besser damit klar, sie ist aber auch zwei jahre älter als ich und ein anderer typ mensch. für mich war es sehr schlecht. ich hätte ein richtiges zuhause gebraucht, mit viel sicherheit und gleicher struktur. dazu kam das mein vater nicht viel zeit hat udn hatte, ich kann mich auch nur erinnern das meine mutter zb regelmässig mit uns schwimmen ging, und zum reiten brachte, oder zu freundinnen die weit weg wohnten. mein vater hat das nie gemacht (zumindest nicht regelmäßig). das finde ich sehr schade und spricht für mich in dem fall nicht für ein wechselmodell weil der vater viel zeit mit den kindern verbringen möchte . also mir hat das und auch die vielen streits meiner eltern definitiv geschadet. dazu kommt das es auch nicht im gleichen ort zu wechseln war sondern immer zwischen zwei städten. das machte es noch komplizierter. trotzdem bin ich kein absoluter gegner vom wechselmodell, wenn es im gesamten so toll klappt wie oben beschrieben ist es ja toll und ein gwinn für alle. nur leider können sich viele eltern die sich trennen nicht im interesse ihrer kinder austauschen.

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