Ihr Lieben, das Schönste für mich an diesem Blog ist es, dass wir so viele unterschiedliche Familien und Lebenswege kennen lernen und vielleicht auch manchmal ein bisschen helfen können. Sina ist alleinerziehende Mama von vier Kindern, hat sehr schwere Zeiten hinter sich und wünscht sich nun einen kompletten Neuanfang. Doch was ist nicht leicht, wie sie hier im Interview erzählt:
Liebe Sina, wer gehört zu eurer Familie?
Wir sind eine Familie mit Mama, vier Kindern und drei Hunden. Die Älteste ist schon 19 und lebt derzeit bei ihrem Onkel, weil sie nicht mehr mit uns auf Reisen gehen möchte. Der zweite Sohn ist 16, für ihn steht der Schulabschluss an, danach beginnt er eine duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, daher ist auch noch nicht sicher, ob er weiterhin mit uns reist.
Dann gibt es noch einen Neunjährigen und eine Sechsjährige. Mein größter Wunsch ist, dass ich meinen Kindern wieder Sicherheit und Stabilität zu geben. kann.
Heute geht es um eure Wohnsituation. Kannst du mal ein bisschen was dazu erzählen?
Ich bin alleinerziehend, wir hatten eine ganz „normale“ Wohnung. Dann gab es eine deutliche Mieterhöhung und die Wohnung war für mich nicht mehr finanzierbar. Aber eine andere Wohnung zu finden, war echt schwer, ich habe es fast zwei Jahre lang versucht – ohne Erfolg. Mal waren Kinder nicht erwünscht, mal waren Hunde verboten und mal wurde meine Erwerbsminderungsrente nicht als ausreichendes Einkommen akzeptiert.
Ende 2022 mussten wir unsere Wohnung schließlich aufgeben und wir sind übergangsweise zu meiner Mutter gezogen, was definitiv nicht einfach war.
Den Wunsch, mit den Kids auf Reisen zu gehen, hatte ich schon lange Und irgendwie dachte ich: Wenn nicht jetzt, wann dann? m Mai 2023 kauften also einen Wohnwagen und fuhren einfach los. Ursprünglich sollte diese Reise nur etwa ein Jahr dauern. Wir wollten Abstand gewinnen, wieder Kraft sammeln und herausfinden, wie unser weiterer Weg als Familie aussehen könnte. Vor allem wollten wir wieder positive Zeit miteinander erleben. Aus diesem einen Jahr wurden schließlich rund zweieinhalb Jahre, ein Jahr verbrachten wir in Spanien.
Was hat diese Reise mit euch gemacht?
Diese Zeit war kein Urlaub. Auch unterwegs bestand unser Leben aus Schule, Arztterminen, Einkaufen, der Versorgung der Hunde und all den Aufgaben, die zum Familienalltag dazugehören. Dazu kamen Pannen, technische Probleme und Situationen, die uns viel Kraft abverlangten.
Trotzdem ging es uns allen viel besser, wir sind auch als Familie wieder richtig zusammen gerückt. Ich hatte endlich auch wieder das Gefühl, Herausforderungen bewältigen zu können, anstatt von ihnen überwältigt zu werden.
Doch dann passierte etwas…
Genau. Auf dem Rückweg nach Deutschland – wo wir ein paar Angelegenheiten regeln mussten, kam es im Sommer 2025 zu dem Ereignis, das alles veränderte. Auf der Autobahn geriet unser Wohnwagen im Bereich eines Radkastens in Brand. Wir sind alle zum Glück unversehrt geblieben und ich konnte das Feuer löschen, bevor der gesamte Wohnwagen ausbrannte. Dennoch wurden Achse und Fahrwerk erheblich beschädigt. Auch unser Zugfahrzeug überstand diesen Vorfall nicht und war anschließend nicht mehr reparabel…
Somit endete eure Reise unfreiwillig….
Ja, meine Mutter nahm uns daraufhin ausnahmsweise wieder bei sich auf, ausdrücklich als vorübergehende Lösung. Seitdem sind wir bei ihr „gestrandet“, weil auch viel passiert ist: ich musste mich einer Bauchoperation unterziehen, ein Hund erkrankte, meine Großmutter ist gestorben…
Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir wurde durch das lange und sehr enge Zusammenleben zunehmend schwieriger. Ich suchte also erneut nach Wohnungen, parallel stellte ich fest, dass unsere eingelagerten Sachen durch einen Wasserschaden teilweise verschimmelt und entsorgt werden musste.
Seit Monaten leben wir mit dem Wissen, dass wir hier nicht bleiben können, ohne einen konkreten Weg hinaus zu haben. Wir besitzen keinen eigenen Rückzugsraum, leben aus Taschen und Kartons und befinden uns in einer familiären Konstellation, die bereits vorher schwierig war und durch das dauerhafte Zusammenleben immer belastender geworden ist.
Wir müssen aus dieser Situation heraus. Nicht nur aus dem Schwebezustand, sondern auch aus einem Umfeld, das uns zunehmend die Kraft nimmt.
Du bist auch gesundheitlich belastet. Was genau bedeutet das?
Bei mir sind im Laufe der vergangenen Jahre mehrere gesundheitliche Belastungen zusammengekommen: Bandscheibenprobleme, Arthrose, Asthma, eine chronische Gastritis, häufige Kopfschmerzen, ADHS. Dazu kommen Angstzustände und Panikattacken.
Die Jahre vor unserer Reise waren gesundheitlich und persönlich sehr belastend. Auch das vergangene Jahr in der jetzigen Wohnsituation war und ist für mich körperlich und emotional extrem anstrengend. Während unserer Reise habe ich jedoch etwas erlebt, das ich medizinisch nicht eindeutig beweisen kann, für mich aber sehr deutlich spürbar war: Unterwegs ging es mir wesentlich besser. Und auch meinen Kindern ging es in jeder Hinsicht besser.
Ich weiß, dass nicht jeder Mensch verstehen muss bzw. kann, warum dieser Weg für uns der Richtige sein kann. Was für andere Familien funktioniert, muss nicht automatisch auch für uns funktionieren und umgekehrt. Für uns ist entscheidend, eine Lebensform zu finden, die langfristig tragfähig ist und in der wir als Familie wieder gesund und stabil leben können. Ich glaube, dass wir diesen Weg inzwischen gefunden haben.
Doch für diesen Weg wollt ihr Deutschland wieder verlassen. Welche Rolle spielt der Wohnwagen dabei?
Unser Plan ist nun für uns klar: Wir möchten nach Spanien. Nicht, weil Spanien ein magisches Land ist, in dem plötzlich alle Probleme verschwinden. Wir haben dort bereits etwa ein Jahr gelebt und wissen, dass auch dort Alltag, Bürokratie, Kosten und Schwierigkeiten auf uns zukommen.
Aber wir haben dort erlebt, dass wir als Familie anders funktionieren. Besser funktionieren. Wir möchten zunächst zwischen Valencia und Málaga möglichst ländlich einen bezahlbaren, längerfristigen Stellplatz finden. Von dort aus wollen wir Schritt für Schritt eine dauerhafte Wohnsituation aufbauen und möglichst bis zum nächsten Sommer ein festes Zuhause finden, so dass meine Jüngste dann auch eingeschult werden kann.
Der Wohnwagen ist für uns deshalb viel mehr als ein Transportmittel oder ein Urlaubsobjekt. Er ist die einzige eigene Grundlage, die wir noch haben. Er ermöglicht uns einen geschützten Raum, solange wir uns noch kein festes Zuhause aufbauen können. Für meine Kinder ist er nicht einfach nur ein Fahrzeug. Sie verbinden mit ihm einen großen Teil der Zeit, in der wir uns als Familie frei, glücklich und miteinander verbunden gefühlt haben.
Sie haben dort gelebt, gelernt, gespielt, gestritten und gelacht. Sie haben in diesem kleinen Raum ihren Alltag verbracht. Der Wohnwagen ist für sie zu einem Zuhause geworden. Deshalb möchte ich ihn nicht einfach nur irgendwie fahrbereit machen. Ich habe bereits viel Geld, Zeit und eigene Arbeitskraft investiert, um daraus unseren persönlichen Ort zu machen. Einen Ort, der zu uns passt, unsere Familie widerspiegelt und an dem wir uns geborgen fühlen können.
Gleichzeitig muss er uns ermöglichen, überhaupt wieder loszufahren. Er soll uns nach Spanien bringen und dort zunächst unsere Unterkunft sein, während wir Schritt für Schritt eine dauerhafte Perspektive aufbauen.
Der Wohnwagen ist damit Transportmittel, Schutzraum, Zuhause und Brücke zugleich. Eine Brücke zwischen der Situation, in der wir gerade feststecken, und dem Leben, das wir uns neu aufbauen möchten. Ich möchte nicht einfach irgendwo unterkommen. Ich möchte, dass wir endlich wieder ankommen.
Habt ihr externe Hilfe in Anspruch genommen, zum Beispiel beim Jugendamt?
Ja, sehr viel mehr, als es von außen vielleicht den Anschein hat. Wir sind beim Jugendamt fest angebunden. Die zuständige Mitarbeiterin kennt mich bereits seit meiner eigenen Kindheit und kennt daher unsere Geschichte und die familiären Hintergründe sehr genau.
In der Vergangenheit hat sie uns unter anderem dabei unterstützt, für meine beiden Söhne aufgrund ihrer Diagnosen individuelle Lösungen für die Onlineschule zu finden. Bei meiner jüngeren Tochter sind die Voraussetzungen jedoch andere, sodass diese Möglichkeit für sie nicht besteht.
Die Mitarbeiterin versteht auch, warum ich dringend räumliche Distanz zu unserer bisherigen Familiensituation benötige. Bei der konkreten Umsetzung unseres Neuanfangs kann sie uns jedoch nicht weiterhelfen.
Nun hast du einen Spendenaufruf gestartet. Wie viel Geld würde euch helfen und wofür würdet ihr es verwenden?
Wir brauchen keine dauerhafte finanzielle Unterstützung. Wir brauchen einen Start. Unsere finanzielle Grundlage besteht aus meiner Erwerbsminderungsrente, Kindergeld und Pflegegeld. Damit können wir unseren laufenden Lebensunterhalt grundsätzlich bestreiten.
Was uns fehlt, ist die Möglichkeit, die hohen einmaligen Kosten zu tragen, die notwendig sind, damit wir überhaupt wieder loskommen und anschließend Schritt für Schritt etwas Eigenes aufbauen können.
Unser Spendenziel liegt bei etwa 31.000 Euro. Der größte Posten ist ein zuverlässiges Zugfahrzeug. Nach meinen bisherigen Recherchen müssen wir hierfür mit ungefähr 20.000 Euro rechnen.
Das Fahrzeug muss unseren Wohnwagen sicher ziehen können und ausreichend Platz für die Kinder, zwei große Hunde und unser Gepäck bieten. Aufgrund meiner körperlichen Einschränkungen benötige ich ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe sowie möglichst einer Rückfahrkamera. Nur so kann ich den Wohnwagen auch allein möglichst sicher ankuppeln, rangieren und bewegen.
Den beim Brand beschädigten Wohnwagen haben wir inzwischen durch einen anderen gebrauchten Wohnwagen ersetzt. Diesen möchten wir nun so fertigstellen, dass er für uns tatsächlich wieder zu einem sicheren Zuhause und Wohlfühlort werden kann. Für notwendige Reparaturen und die Fertigstellung rechnen wir mit rund 7.000 Euro. Dazu gehören unter anderem: Die Reparatur beziehungsweise Erneuerung der Deichselklappe, Arbeiten an der Elektrik und Beleuchtung, Sicherheitsprofile an den Fenstern und ein anderes Türschloss, damit Kinder und Hunde die Tür und die Fenster nicht selbst öffnen können,
Bei GoFundMe werden derzeit von jeder einzelnen Spende 2,9 Prozent zuzüglich 0,25 Euro Transaktionsgebühr abgezogen. Diese Kosten sind in unserer Zielsumme bereits berücksichtigt.
Sollte darüber hinaus Geld zusammenkommen, würde es uns dabei helfen, die erste Zeit nach dem Aufbruch zu erleichtern. Nach all den belastenden Monaten müssen wir zunächst wieder zu uns finden, Kraft sammeln und durchatmen können. Gleichzeitig entstehen Kosten für die Fahrt (Kraftstoff + Maut), den Stellplatz und den Aufbau eines neuen Alltags.
Es geht nicht darum, unser Leben dauerhaft durch Spenden zu finanzieren. Es geht darum, durch eine einmalige Starthilfe wieder selbstständig werden zu können und aus einer Situation herauszukommen, die uns zunehmend die Kraft nimmt.
Wie geht es dir und den Kindern mit dieser Unsicherheit? Warum braucht ihr dringend diesen Neuanfang?
Wir sind psychisch und körperlich sehr erschöpft. Nicht, weil das Leben unterwegs zu viel für uns gewesen wäre. Im Gegenteil: Die Zeit unterwegs gehört zu den glücklichsten und ruhigsten Jahren, die wir als Familie erlebt haben.
Was uns heute erschöpft, ist die Kombination aus der langen Übergangszeit, der ständigen Unsicherheit, den familiären Konflikten und dem Gefühl, seit langer Zeit nirgendwo wirklich zu Hause zu sein.
Besonders schwer ist die Perspektivlosigkeit. Wir wissen, dass wir hier nicht bleiben können, sehen aber noch keinen konkreten Weg hinaus. Es fühlt sich an, als würden wir seit Monaten auf gepackten Taschen sitzen und darauf warten, dass unser Leben endlich wieder beginnen kann. Auch die Kinder spüren das.
Sie erleben, dass wir aus Taschen und Kartons leben. Sie wissen, dass dies nicht unser Zuhause ist. Sie haben keinen eigenen Raum und keinen Ort, an dem sie sich unbeschwert zurückziehen können. Natürlich nehmen sie auch die Spannungen im Alltag wahr. Ich merke, dass sie unruhiger, ängstlicher und empfindlicher werden. Dinge, die wir eigentlich schon überwunden hatten, treten teilweise wieder auf.
Das macht mir große Sorgen. Kinder sollten sich in ihrem Zuhause frei bewegen können. Sie sollten nicht ständig überlegen müssen, ob sie etwas falsch machen, zu laut sind oder jemanden stören. Sie sollten sich sicher fühlen und wissen, dass Fehler erlaubt sind. Für mich ist der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr sagen kann: Wir halten das irgendwie noch länger aus.
Ich weiß, dass ich grundsätzlich in der Lage bin, mein Leben selbst zu gestalten. Ich habe vier Kinder alleine großgezogen, bin mit ihnen jahrelang unterwegs gewesen und habe Pannen, Behördenangelegenheiten, Krankheiten, Schulfragen und viele andere Krisen und noch so viel mehr bewältigt.
Was mir fehlt, ist nicht die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Was uns fehlt, sind Bedingungen, unter denen wir wieder eigenständig leben, zur Ruhe kommen und als Familie glücklich sein können. Der Umzug nach Spanien steht für mich fest. Ich brauche nur noch die Starthilfe, um ihn tatsächlich umsetzen zu können. Ich möchte nicht einfach irgendwo unterkommen. Ich möchte, dass wir wieder ankommen.
Wer der Familie gerne helfen möchte, kann das hier über die Spendenseite machen: https://www.gofundme.com/f/ein-neues-zuhause-fuer-meine-familie






9 comments
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich genau wegen solcher Spendenwünsche ein ganz schlechtes Bild von GoFundMe habe.
Jemand stirbt – zack, fragen die Freunde nach Spenden für die Familie, um das Trauern zu erleichtern. Wofür das Geld gebraucht wird, ist in 95% der Fälle nicht klar und fast nie sieht es so aus, als würde das Geld wirklich gebraucht werden, um weiterleben zu können.
Oder Spendenaufrufe wie hier, weil man sich die Weltreise oder ähnliches leisten möchte.
Ja schön. Es freut mich ja für euch, dass ihr auf Reisen gehen wollt, aber dann zahlt das doch bitte auch alleine. Wer von uns Normalos würde nicht gerne eine längere Auszeit nehmen? Für die meisten von uns wird das aber immer nur ein Gedanke bleiben, weil es weder finanzierbar noch mit den Lebensumständen realistisch ist.
Ich selbst hatte letztes Jahr meine Brustkrebsdiagnose. Zum Glück nicht palliativ, aber sollte ich doch irgendwann an dieser Krankheit sterben, möchte ich auf gar keinen Fall, dass irgendwer Geld für meinen Mann und die Kinder sammelt. Ich finde diese Sammelaktionen furchtbar. Mein Mann und die Kinder sind gut abgesichert und wenn nicht, ist das mein Verschulden und das meines Mannes. Wir sind nicht reich, aber wir kommen gut klar und das Spendengeld wäre in wirklich sozialen Projekten deutlich besser aufgehoben.
Ehrlich, ich erinnere mich an einen Spendenaufruf, wo die Eltern der jugendlichen Kinder gestorben waren. Furchtbar, keine Frage, aber im Zeitungsartikel stand, dass die Kinder damit eine neue Küche in dem unsanierten Haus kaufen wollen. Tut mir Leid und so sehr ich denen ihre neue Küche gegönnt hätte, aber das gesamte Vorhaben war doch komplett unrealistisch. Da die Kinder nicht volljährig waren und das Haus nicht abgezahlt und unsaniert, ginge es darum, ob sie überhaupt in dem Haus wohnen bleiben können. So machte der Spendenaufruf also keinen Sinn.
Ich spende daher nur ganz selten und nur dort, wo ich es für wirklich sinnvoll erachte. Hier in diesem Artikel muss ich mich leider der Mehrheit anschließen und finde die Spendenaktion nicht sinnvoll. Die Familie hat viel zu viele Baustellen im Leben, die mit einer Flucht nach Spanien mit Sicherheit nicht gelöst werden. Ja, ihre Entscheidung und ich habe mich da nicht einzumischen, aber muss man andersherum auch verstehen, dass ich das nicht finanzieren möchte.
Es tut mir leid, aber für mich liest es sich eher nach Betteln an, nur weil sie sich einen Traum erfüllen möchte. Ich kann gut nachvollziehen, dass man eine solche Sehnsucht hat. Aber wie überall kann es nicht immer sofort klappen – manchmal braucht so etwas einfach Zeit.
Auch wenn Plan B nicht ideal ist, sollte man ihn vielleicht erst einmal akzeptieren und offen bleiben für andere Lösungen.
Allein die Formulierung auf der Spendenseite zeigt für mich, dass sie wohl mit deutlich mehr Spenden gerechnet hat. Das hat bei mir eher den Eindruck erweckt: Man kann nicht alles bekommen, so sehr man sich etwas wünscht.
Ich wünsche ihr trotzdem viel Glück – und vor allem, dass sie offen für andere Wege bleibt, auch wenn es ihr nicht ganz gefällt.
Ich frage mich auch ein bisschen ob es grundätzlich schlau ist, damit so in die Öffentlichkeit zu gehen? Muss um Rente, Kinder- und Pflegegeld zu beziehen nicht der Lebensmittelpunkt in Deutschland sein?
Puh, schwierig. Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen und sehe das Vorhaben der Mutter auch kritisch.
Gofundme ist voll von tragischen Schicksalsschlägen und Bitten um Spenden, um diese manchmal wirklich nicht zu fassenden schweren Schicksale minimal zu erleichtern.
Verstehe die Stadt- und Landmamas nicht, die ausgerechnet diesen Gofundme-Aufruf eine Präsenz auf ihrem Blog geben.
Ich finde es auch sehr kritisch. Ich denke es sollte hier eher der Fokus auf einer neuen Wohnung liegen. Evtl etwas flexibel im Wohnort in DE und nun dann ja auch nur noch für 2 Kinder nötig. So könnte ein stabiles Umfeld mit Schule, Freunden und Vereinen für die Kinder geschaffen werden.
Für mich klingt das nach Chaos pur und die Kinder tun mir wahnsinnig leid. Niemand lebt gern dauerhaft ohne Geld und Perspektive im Wohnwagen.
Jeder einzelne Aspekt dieses Szenarios ist sprichwörtlich auf Sand gebaut: Abhängig von vielen Bedingungen, die überhaupt nicht erfüllt sind und anfällig für klitzekleine Stolpersteine, wie sie im Leben immer wieder auftreten.
Ich verstehe, dass ADHS eine sinnvolle Lebensführung schwer macht. Aber vor den eigenen Problemen wegrennen und vor allem exakt das, was schon einmal fulminant gescheitert ist, wiederholen ist doch nicht die Lösung…
@Anne: Sehe ich ganz genauso! Seltsames Interview und meines Erachtens nach nicht förderungswürdig hinsichtlich einer Spende da vieles nicht nachvollziehbar.
Ich gönne es wirklich jeder Familie, auf ihre Weise glücklich zu werden. Aber hier bin ich wirklich nicht sicher, ob der Plan ein guter für alle Familienmitglieder ist. Es klingt ja so, als ob die beiden großen Kinder gar nicht mehr mitkommen werden/wollen. Die Tochter lebt bei dem Onkel. Ist das gut für eine 19jährige? Eigentlich sollten doch die Kinder in die Welt hinaus fliegen und die Eltern als sicherer Hafen zurück bleiben, nicht umgekehrt. Ähnlich bei dem großen Sohn. Für mich klingt es eher nach Flucht, als nach einer tragfähigen Vision.
Dieser Artikel löst bei mir auf sehr vielen Ebenen Unbehagen und Widerstand aus. Wenn ich es richtig verstehe, werden auch alle anderen monatlichen Ausgaben der Familie von Sozialleistungen finanziert. Nun wird zusätzlich um Spenden gebeten, damit das Auswandern klappt, nachdem bereits 2,5 Jahre mit Reisen verbracht wurden? Aus meiner Sicht erbringt die Gemeinschaft für diese Familie schon einiges an Unterstützung und natürlich gibt es immer Orte, wo es schöner ist, aber ist das wirklich Aufgabe der sozialen Gemeinschaft?
Gibt es keine gemeinnützigeren Projekte für die ihr in eurem Blog einen Spendenaufruf bewerben könnt? Ich finde die Förderung einer einzelnen Familie befremdlich…