Ihr Lieben, in Berlin hatte es 34 Grad, die Sonne knallte vom Himmel, ich trug die luftigsten Klamotten, die ich im Schrank hatte und sehnte mich nach einem Pool im Garten.
Auch meine beiden kleineren Kinder liefen mit möglichst wenig Stoff auf der Haut durch den Garten und genossen den Rasensprenger. Nur meine größeren Kinder (12 und 15 Jahre alt) sahen so aus, als hätten wir 13 Grad und Wolken in Berlin: Jeans, T-Shirt, weiße Socken, Sneaker, Hoodie – wenn ich recht überlege, dann trugen sie an diesem ultraheißen Tag einfach das, was sie eh das ganze Jahr anhaben…
Offene Schuhe – gehen gar nicht. Kurze Hosen? Eigentlich nur beim Fußball, für die Tochter generell ein No go. Sonnenschutz auf dem Kopf? Bloß nicht! Was ist denn mit all den süßen Trägerkleidern, bunten Tops, den luftigen Röcken und coolen Shorts? Warum trägt von euch keiner Zitronengelb, knalliges Blau oder Grün? Warum Schwarz, Weiß, Dunkelblau und Grau – das ganze Jahr hindurch? Nicht, dass ich auf meine Fragen eine Antwort bekommen hätte, es gab natürlich nur Augenrollen. Und auf die Frage: „Wie willst du das im Urlaub machen? Willst du da auch in Turnschuhen zum Strand?“ kam „Mama, chill mal“ zurück.
Welche Klamotten waren bei euch damals angesagt?
Wie immer, wenn man die Teenies nicht ganz versteht, lohnt sich ein Blick zurück in die eigene Teenager-Zeit. Und ich habe mich da auch sehr Jahreszeiten-untyisch verhalten. Einen Winter lang waren bei uns Jeansjacken sehr angesagt und natürlich Lowrise-Jeans (Miss Sixty) – mit der Folge, dass ich auch bei Minustemperaturen Bauchfrei trug und nur Jeansjacken, niemals eine Winterjacke. Ich erinnere mich an das Flehen meiner Mama, ich möge mich doch anders anziehen, sonst drohe eine entsetzliche Nierenentzündung (das Flehen habe ich ignoriert und eine Nierenentzündung habe ich auch nicht bekommen).
Und es gab auch einen Sommer, da waren langärmlige Karohemden bei uns voll im Trend, die hätte ich auch bei 40 Grad im Schatten nicht ausgezogen. Vielleicht erinnert ihr ja auch irgendwas, was ihr angezogen habt, obwohl es aus heutiger Sicht total unsinnig was – damals aber verdammt wichtig war?
Ich habe KI mal gefragt, warum Teenager jetzt im Sommer oft mit langen Hosen und Ärmeln zu sehen sind, hier die Antworten:
„Teenager bevorzugen oft lange Hosen, selbst bei warmem Wetter, weil sie so ein Gefühl von Sicherheit und Komfort vermitteln. Weite Baggy-Jeans oder bequeme Jogginghosen sind zentraler Bestandteil der heutigen Jugendmode und dienen als Schutzpanzer, um von körperlichen Unsicherheiten abzulenken und dem Gruppenzwang zu entsprechen. Die Gründe im Detail:
- Selbstbewusstsein & Körperbild: Jugendliche machen in der Pubertät starke körperliche Veränderungen durch. Lange Hosen kaschieren wachsende Beine, Narben, Hautprobleme oder ein als unangenehm empfundenes Schamgefühl
- Modetrend: In der aktuellen Streetwear-Kultur dominieren Oversize-Schnitte (wie Baggy-Pants und Cargo-Hosen). Kurze Hosen passen oft nicht in dieses lässige oder sportliche Gesamtbild.
- Gruppenzwang: Niemand möchte aus der Reihe tanzen. Wenn alle Gleichaltrigen in langen Hosen und Hoodies herumlaufen, entsteht der Drang, sich genau so zu kleiden.
- Klima & Temperatur: Locker sitzende lange Hosen aus dünnen Stoffen (wie Leinen oder weitem Baumwollstoff) lassen Luft zirkulieren und schützen gleichzeitig vor Wind, Sonne und Insektenstiche.“
Was sagt ihr zu den Antworten der KI? Als ich meine Kids frage, antworten sie schlicht: „Weil´s gut aussieht.“ Und vielleicht ist das eben wieder so ein Thema, das man nur fühlt, wenn man Teenager ist – und man als Erwachsener sich zurücklehnen kann und sich denken kann: „Die Phase geht vorbei und wenn er schwitzt, dann schwitzt er halt!“
Oder wie Lisa immer sagt: „Es ist keine lebensbedrohliche Situation, also alles easy.“ Ich hab mich also entschieden, den Teenies nochmal anzubieten, dass sie auf meine Kosten Sommersachen shoppen gehen können – und ansonsten reiche ich kühle Getränke und stecke meine nackten Füße ins Plantschbecken.



3 comments
Ein absolut großartiger und wunderschön geschriebener Beitrag! Es tut richtig gut, so eine positive Nachricht voller Herzblut zu lesen. Vielen Dank für diese wunderbaren und inspirierenden Worte auf deiner Seite!
Also, ich hatte als Teenie eine Zeit, in der ich nicht gerne kurze Sachen anhatte, weil ich mich zu dick gefühlt habe. Traurig aber wahr. Ich war immer im völlig normalen Bereich, habe mich aber nie selbst als schlank empfunden.
Ich erinnere mich außerdem, dass ich als Jugendliche meine (Grund-)bedürfnisse und meinen eigenen Körper viel weniger gespürt habe als jetzt mittlerweile. Da war ich teilweise auch den ganzen Tag ohne Getränk unterwegs oder viel zu kalt angezogen und habe es erst wahrgenommen, als der Mund schon ganz trocken war bzw. die Füße halb erfroren. Auch das ist vielleicht ein Lernprozess.