Ihr Lieben, gestern habe ich lange über Pausen und Ferien für Kinder nachgedacht, weil sich die vierwöchige Auszeit meines Kleinsten zum Ende neigte. Vier Wochen, weil wir zwei Wochen im Urlaub waren und genau dann die zweiwöchige Schließzeit der Kita begann.
Ich habe den Urlaub im Januar gebucht, weil ich da günstige Preise gefunden hatte. Nachts wachte ich auf und dachte: „Oh weh, vielleicht hättest du mal die Schließzeiten vorher checken sollen, was für ein Anfängerfehler!“ Als ich morgens dann feststellte, dass sich Urlaub und Schließzeiten nicht überschneiden, war ich erst ganz schön genervt von mir selbst und dachte: Na super, das sind dann also vier Wochen ohne Betreuung!
Nun sind diese vier Wochen um – und sie waren wunderschön und anstrengend zugleich. Ich habe sehr viel weniger gearbeitet, als ich wollte, aber wir haben auch wirklich ganz tolle Momente erlebt. Und für meinen Kleinen war diese relativ lange Auszeit von der Kita auch echt wichtig.
Vor den Ferien hatten sich so ein paar kleine Sachen eingeschlichen, die ich echt nicht gut fand – die sind nun wieder verschwunden. Ich glaube, richtige Auszeiten für Kleinkinder sind viel wichtiger als wir Erwachsenen manchmal denken.
Auch Kinder brauchen Ferien!
Denn Kleinkinder haben einen erstaunlich vollen Alltag. Kindergarten, feste Bring- und Abholzeiten, Gruppenleben, viele Geräusche, Regeln, soziale Kontakte und ständig neue Eindrücke. Auch wenn Kinder das nicht so benennen können wie Erwachsene, kann all das anstrengend sein. Ferien bieten die Möglichkeit, aus diesem Rhythmus auszusteigen.
Das bedeutet nicht, dass man den Kindern dann besonders viel bieten muss, ich glaube, sie brauchen vor allem Zeit. Zeit zum Ausschlafen. Zeit zum Spielen. Zeit, sich zu langweilen. Zeit, draußen herumzulaufen – oder einfach mal gar nichts zu tun.
Wir alle haben wohl schon mal gesehen, wie sehr es Kleinkinder genießen, einfach mal morgens länger mit den Eltern im Bett zu kuscheln, sich beim Großeinkauf etwas Besonderes aussuchen zu dürfen, mittags Pfannkuchen mitmachen zu dürfen, ins Freibad oder zu einem schönen Spielplatz zu fahren.
Bei uns hat der Kleinste es auch besonders genossen, mit den großen Geschwistern zusammen zu sein. Im Garten Fußball zu spielen, der Großen beim Backen zuzuschauen, mit der anderen Schwester in einer Höhle Hörspiel zu hören. Alles lief langsamer, manche Tage haben sich auch echt gezogen, aber der Kleine ist so viel glücklicher und ausgeglichener als noch vor vier Wochen.
Und natürlich weiß ich, dass es wahnsinnig privilegiert ist, dass ich den Kleinen vier Wochen zu Hause lassen kann – und will auch gar nicht sagen, dass er glücklicher ist als ein Kind, das zum Beispiel „nur“ eine Woche kitafrei hatte oder gar nicht, weil die Eltern es nicht ermöglichen konnten.
Es ist nur wieder mal ein kleiner Einblick in meine letzten vier Wochen. Und noch ein ehrlicher dazu: Ich habe oft nachgezählt, in wieviel Tagen die Kita wieder anfängt und freue mich jetzt auch darauf, dass hier wieder ein bisschen mehr Alltag einkehrt!



6 comments
ich kann das auch total nachvollziehen. ich merke bei allen unseren Kindern, bei den kleinen, aber auch ein den großen Schulkindern, wie sehr sie alle Ferien brauchen!
unser 4 jähriger Sohn ist tatsächlich meist auch nur 3 Tage im Kindergarten ( das geht, weil ich mit unserem 2 jährigen sowieso Zuhause bin) und das ist für ihn ideal!
aber klar, dass das meistens einfach nicht machbar ist und kinder sind ja auch nicht alle gleich
Wir haben hier auch so ein Kind, welches sichtlich davon profitiert hat, die 6 Wochen Sommerferien zuhause (und im Urlaub) zu verbringen. Und ich glaube, reduzierte Stunden und/oder ein entschleunigter Alltag bringen da auch nicht pauschal allen Kindern einen Mehrwert [ganz zu schweigen nach der Frage der Möglichkeit dieser Aspekte]. Zumal die meisten Eltern sich heutzutage sicherlich nicht nur ein Bein rausreißen, um den Familienalltag für alle möglichst optimal in allen Bedürfnissen zu bewerkstelligen.
Unser 5-Jähriger ist „nur“an vier Tagen in der Woche von 9-13:00 Uhr im KiGa und dennoch so viel entspannter, weniger wütend, frustriert und verzweifelt, wenn wir ohne Kindergarten und zeitlichen Verpflichtungen einfach in den Tag hineinleben. Wie gesagt, jedes Kind ist da sicherlich anders, aber wir können diesen Artikel so etwas von nachvollziehen.
Stellt sich die Frage, ob man den Alltag des Kleinen entschleunigen könnte, wenn Ferien ihm derart guttun?
Wir beobachten genau das Gleiche und es liegt weniger am Alltag zu Hause, sondern viel mehr an der Kita. Die Lautstärke, der teilweise raue Umgangston, der Tagesablauf, der nicht zu jedem Kind passt, die Ernährung usw. Um das Problem zu lösen, müsste man Kita-Tage reduzieren. Wir haben Freunde, die mit Hilfe von Oma&Opa einen kitafreien Mittwoch eingeführt haben und das wirkt Wunder. Bei uns geht es leider nicht, weil Oma&Opa alle noch arbeiten.
Oder die Stunden pro Tag reduzieren.
Schön und treffend geschrieben.