Gastbeitrag von Kathi: Über meine zwei Geburten, die so unterschiedlich waren

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Meine erste Tochter wurde per Kaiserschnitt geboren, da sie sich die ganze Schwangerschaft in Beckenendlange befand. Dass man ein Kind trotz Beckenendlage auf natürlichem Wege gebären kann, kam für mich nicht infrage und die Ärzte rieten mir damals als Erstgebärende auch davon ab. 

In meiner zweiten Schwangerschaft sechs Jahre später, war für mich von Anfang an klar, dass ich mein Kind auf natürlichem Weg gebären möchte – wenn es richtig rum liegt. Meine Frauenärztin klärte mich über mögliche Risiken auf und empfahl mir, in meiner Wunschklinik meine Kaiserschnitt-Narbe anschauen zu lassen. 

In der Klinik wurde ich vom Chefarzt ausführlich untersucht und es gab aus medizinischer Sicht nichts, was gegen eine natürliche Geburt sprach. Aber er klärte mich auch über mögliche Risiken auf. Falls es zu einer Uterus Ruptur kommen sollte, würden er und sein Team im Hintergrund stehen und dann schnellstmöglich handeln.

Das gab mir aus medizinischer Sicht noch einmal viel Sicherheit und so wurde mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt nur noch mehr gestärkt. Allerdings lag auch mein zweites Kind nicht von Anfang an mit dem Kopf nach unten, sondern einige Wochen erneut in Beckenendlage und einige Zeit sogar in Querlage. 

Meine erste Geburt war trotz Kaiserschnitt eine schöne Erfahrung und so hätte ich auch mit einem erneuten Kaiserschnitt Frieden geschlossen. Ich hatte keine Angst, sondern vertraute in mich und mein Kind. 

In der 36. Schwangerschaftswoche dann die Überraschung: Das Kind hatte sich gedreht und lag mit dem Kopf nach unten. Ich freute mich sehr und hoffte, dass es nun endlich  bald losgehen würde. Es dauerte allerdings noch bis 40+4…

Nach 3 Stunden Wehen zu Hause machten mein Mann und ich uns gegen 3 Uhr auf den Weg ins Krankenhaus. Nachdem im Vorwehenzimmer festgestellt wurde, dass ich schon starke Wehen hatte und der Muttermund schon einige Zentimeter geöffnet war, ging es direkt in den Kreißsaal. Es war das erste Mal für mich, dass ich richtige Wehen gespürt habe und veratmen musste – das hatte ich bei der ersten Geburt ja nicht erlebt. 

Die Schmerzen waren nach einigen Stunden sehr stark und fast unerträglich für mich. Um 6:30 Uhr fragte ich daher meine Hebamme nach einer PDA. Doch dazu kam es dann nicht mehr. Beim Positionswechsel für die PDA platzte meine Fruchtblase und dann setzten auch schon die Presswehen ein. Da ich keine PDA hatte, spürte ich die Presswehen und das immer tiefer rutschende Köpfchen meiner Tochter sehr deutlich. Das war trotz der starken Schmerzen ein einzigartiges Erlebnis.

Ich gebar meine Tochter auf natürlichem Wege, ohne Schmerzmittel und ohne Komplikationen. Mein Mann legte mir unsere Tochter in den Arm und ich bewunderte überglücklich, stolz und erschöpft dieses perfekte Wesen. 

Diese Geburt war im Vergleich zu meiner ersten Geburt in allen Punkten viel intensiver. Ich war diesmal als aktiver Part mit dabei und bin sehr stolz und glücklich, dass ich mein Kind aus eigener Kraft geboren habe. Und dennoch – egal ob Kaiserschnitt oder vaginale Geburt – die Geburt eines Kindes ist das größe Wunder und wir Mütter können sehr stolz auf uns sein. 

 

Foto: Pixabay

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1 comment

  1. Gratuliere!
    Schön dass du dein Kind nach Kaiserschnitt spontan gebären konntest!
    Ich selbst habe auch vier total unterschiedliche Geburten hinter mir: 1. Kind: Spontangeburt im KH mit anschließend stationärem Aufenthalt, 2. Kind: Kaiserschnitt wegen Beckenendlage, 3. Kind: ambulante Spontangeburt aus Beckenendlage, 4. Kind: Geburtshausgeburt.