Gastbeitrag: Warum Franzi um 5.30 Uhr wach ist – und trotzdem glücklich

franzi 0

Ihr Lieben, wir hatten ja vor einiger Zeit gefragt, wer Lust hat, uns von seinen schönsten Momenten 2015 zu erzählen. Heute schreibt uns Franzi aus Berlin, was sie in diesem Jahr bewegt hat. Wir freuen uns über diesen tollen Gastbeitrag und sagen DANKE!!!

"Ich bin Franzi, 29 und Mama aus Berlin von zwei Kindern (K1 4 Jahre und K2 3 Monate) – und mit Herz und Seele Hebamme. 

Es ist 5.30 Uhr, während ich diese Zeilen schreibe. K2 hatte gerade nochmal Hunger und wollte gestillt werden. Nun bin ich wach und denke darüber nach, was mein schönster Moment gewesen sein könnte. Klar, dass mir sofort die Geburt von K2 im Sommer in den Kopf kommt. Doch dann merke ich, dass mir noch viele andere Momente einfallen. Generell fällt es mir schwer, Entscheidungen zu treffen. Und das zeigt sich auch bei Eurer Fragestellung. 

Ich merke einfach, dass ich viele kleine und große schönste Momente in diesem Jahr erleben durfte. Wir haben unser eigenes Heim gefunden, K1 ist nun ein richtiges Kind – mit jeder Faser seines Körpers. Wir werden täglich vollkommener als Familie, wir durften K2 in unserem Leben begrüßen…

Man könnte meinen, durch meinen Beruf der Hebamme, gehe ich routiniert ans Thema Schwangerschaft, Geburt und Kind. Ein Stück weit stimmt das schon – aber vorrangig bin ich dann doch immer wieder einfach nur Herzensmama mit Ängsten, Sorgen und Nöten!

Mein K1 hat sich vor über 4 Jahren selbst den Zeitpunkt ausgesucht und befunden, uns zu Eltern zu machen. K2 hingegen wurde richtig "geplant"- wir waren Feuer und Flamme, wieder einem kleinen Wesen das Leben schenken zu dürfen. Schnell wurde aus der entspannten Haltung aber eine Anspannung. Zyklus beobachten, Temperatur im Blick, homöopathisch Gleichgewicht herstellen- wir waren voll dabei! Objektiv betrachtet klappte es auch nach kurzer Zeit, subjektiv wäre ich natürlich am liebsten beim Gedanken "wir wollen ein 2. Kind" schon gern schwanger gewesen.

Und nun – es ist kaum zu glauben -ist mein geliebtes supersüßes K2 (ja, es herrscht weiterhin emotionales Hormonkarussell bei mir) bereits 3 Monate alt. Der Moment des ersten Hallo-Sagens unseres Babies führte bei mir wieder zu einer Explosion aller möglich zu empfindenden Gefühle. K2 lag auf mir und ich mutierte sofort zur Löwin für K1 und K2.

Ich war und bin überrascht, wie man es schafft, sich für beide Kinder aufzuteilen. Für beide Kinder da zu sein, sie zu trösten, sich mit ihnen zu freuen, Stolz für sie zu empfinden und Ärger über Trotz- und Bockanfälle. Und abends erschöpft auf der Couch zu liegen, mit dem Gefühl keinem richtig gerecht geworden zu sein.

Man ist zu unmöglichen Zeiten hellwach und manchmal schon beim Frühstück müde, man sehnt sich nach abendlichen Verabredungen mit Freunden und trifft sich dann aber doch nachmittags um drei. Mamasein ist eine Explosion der Gefühle, jeden Tag aufs Neue. Kinder fordern einen, Tag und Nacht- und sie geben alles und mehr zurück, Tag und Nacht.

Viele Grüße und einen tollen Tag Euch allen, Franzi"

7df5c721781b48199d92fcb92e7927f4

Du magst vielleicht auch

1 comment

  1. Vollmundig ja es stimmt!
    Muttersein ist wirklich eine Explosion der Gefühle!
    Das ist in diesem Beitrag toll beschrieben worden.
    Ich selber kann oft Liebe zu meinen Kinder empfinden und drei Sekunden später mich furchtbar ärgern woraufhin wieder Stolz folgt. Und trotzdem geniesse ich diese Achterbahnfahrt!