Cool trotz Kind: Das Leben muss sich nicht komplett ändern

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Ihr Lieben, wir freuen uns immer, wenn wir gute neue Bücher von tollen Menschen vorstellen dürfen. Clint Lukas ist uns schon lange ein Begriff, weil er eine super Kolumne bei „Mit Vergnügen Berlin“ hat. Clint selbst lebt ein paar Jahren Patchwork und Wechselmodell, kennt also zahlreiche Seiten des Familienlebens. Nun ist sein Buch erschienen und wir konnten ihn dazu interviewen.

Lieber Clint, dein Buch heißt „Cool trotz Kind heißt das, dass wir alle automatisch uncool werden, wenn wir Kinder bekommen und uns das Cool-sein zurück holen müssen?

Das Buch kommt nicht so offensiv daher, wie der Titel vielleicht erstmal wirken mag. Es geht nicht darum, dass Eltern cool sein müssen. Das wäre ja noch schöner bei all den Anforderungen, die ohnehin schon an sie gestellt werden. Es geht darum, cool zu bleiben, gelassen zu bleiben. Sich nicht verrückt machen zu lassen von all den Erwartungen, mit denen man ab der Schwangerschaft konfrontiert wird.

Wann war die letzte Situation, bei der du danach gedacht hast: Ey, das hab ich richtig cool gemacht?

Ich finde es immer am schönsten, wenn ich mich mit meiner Tochter (8) aufs Glatteis begebe. Wenn wir etwas Neues ausprobieren, das wir beide noch nicht können. Einmal haben wir einfach angefangen zu malen, sie mit Acryl- , ich mit Ölfarben. Sie fragte mich irgendwann: „Was passiert, wenn ich Silber mit Grün mische?“ Und ich meinte: „Keine Ahnung. Lass es uns ausprobieren.“ Wenn wir so auf Augenhöhe agieren, und ich merke, wie das ihr Selbstvertrauen stärkt, denke ich manchmal kurz: Das hab ich jetzt ganz gut hingekriegt. Gibt natürlich genauso viele Momente, in denen ich kolossal scheitere. 

Und was lässt dich generell ganz schnell uncool werden?

Ich war immer irritiert davon, wenn Eltern mit ihrem Nachwuchs reden, als hätten sie Helium geschluckt. Und von sich selbst in der dritten Person sprechen. „Soll die Mama dem Lasse noch ein Glas Urmöhrensaft einschenken?“ Solche Sachen. Ich wollte das nicht. Dann sah ich irgendwann ein Handyvideo, auf dem ich mit meiner Tochter zu sehen war. Und da sprach ich auch mit so einer kuscheligen Schmunzelmonsterstimme. Das war mir nicht bewusst gewesen und ich hätte im Erdboden versinken können. Man ist eben einfach nicht immun dagegen.

Der Untertitel heißt: „Hart feiern und liebevoll erziehen.“ Ich war echt lange nicht mehr „hart feiern“ wann warst du das letzte Mal? Und wann ist eine Feier eine richtig gute Feier?

Naja, das letzte Mal hart feiern im Club war ich vor etwa fünf Jahren, das fehlt mir aber nicht. Mein Buch erzählt auch von dieser Phase, zum Beispiel, als ich einmal direkt vom Berghain in die Kita ging, um das Kind abzuholen (nicht besonders cool).

Ich würde sagen, eine richtig gute Feier ist eine, bei der sich niemand verstellen muss. In diesem Zusammenhang würde ich behaupten, dass man sogar vor dem eigenen Kind mal einen Damenschwips haben darf. Die Alternative wäre ja, Kind und Vergnügen immer zu trennen – und das kann doch niemand auf Dauer wollen. 

Und zum Thema liebevoll erziehen: Welche drei Werte willst du vermitteln?

Demut, Neugier, Selbstvertrauen.

Was hat dich am Eltern-sein an meisten überrascht?

Es wird einem vorher immer gesagt, dass sich mit Kind alles, ALLES ändern wird. Ich war überrascht davon, dass das nicht so sein muss. Man kann auch mit Kind ein eigenständiger Mensch bleiben, seinen Interessen und Sehnsüchten nachgehen. Man muss das Kind halt auf diesen Weg mitnehmen. 

Und zuletzt: Warum braucht es noch ein Buch übers Elternsein nämlich deins? 

Genau genommen ist es ja kein Buch über das Elternsein. Sondern über das Menschsein trotz Kind. Ich nenne es auch gern einen Gegenratgeber. Wir wissen ja alle, wie es im besten Fall gehen soll. Erziehungsratgeber, Familie, Freunde alle reden ständig auf uns Eltern ein. Mein Buch soll im besten Fall den Druck aus dieser ganzen Sache nehmen. Es soll Eltern den Mut spenden, dass sie auch mal Fehler machen dürfen. Wir sind keine perfekten Wesen. Wenn wir unseren Kindern das begreiflich machen können, schafft das meiner Meinung nach viel Vertrauen. 

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1 comment

  1. Der Hauptsatz ist:“ gelassen bleiben „! Wenn ich mich nicht selbst verrückt mache und von außen machen lasse, kann garnichts schiefgehen. Auf das eigene Gefühl verlassen und Kommentare einfach ausblenden. Ich bin doch, auch mit Kind, derselbe Mensch.

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