Wir sind back! Und feiern eine innere Nach-Lockdown-Party mit Freizeitstress-Burnout

Ihr Lieben, und plötzlich ist wieder alles anders. Die Zahlen sinken, der Inzidenzwert darf wieder zum Inzi-DANCE-wert werden, viele sind schon geimpft, die Sonne scheint, die Kinder dürfen wieder zur Schule gehen, soeben liegt die allererste Woche des Jahres 2021 hinter uns, in der alle drei Kinder mal jeden Vormittag aus dem Haus waren. Und sie genießen es!

Nicht das frühe Aufstehen, das nicht. Aber die Freunde wiederzusehen, aus dem haus zu kommen, mal mit anderen Leuten reden als mit den Eltern und Geschwistern. Die ersten Tage staunten sie nur, wie laut das plötzlich wieder in der Klasse war. Wie wenig Chancen man hat, drangenommen zu werden, wenn man sich meldet. Und: „Mama, du kannst dir das nicht vorstellen! Auf dem Schulhof war alles voll, es war kein einziger Platz mehr frei, an dem man mal rumstehen konnte!“ <3

Hobbys: Bewegung, Teamgeist, Leichtigkeit

Ach, dazu die Hobbys wieder – was haben die gefehlt! Nicht nur in Sahen Bewegung, auch Abwechslung und Teamgeist und Leichtigkeit. Puh, da wird einem mal wieder klar, auf was wir alle verzichten mussten – und wie LANG! Und natürlich schwingt da auch ein Fünkchen Sorge mit, ob das jetzt alles so bleibt, aber wisst ihr was: Die bringt uns ja auch nicht weiter! Also los! Raus ins Leben! Auch wenn wir uns das wohl alle doch in unseren kühnsten Träumen etwas anders ausgemalt hatten…

So in etwa stelle ich mir das auch für Eltern nach Corona vor. Hier: Peter brings beim Konzert am Tanzbrunnen

Ich erinnere mich an dieses Meme, das in den sozialen Medien immer und immer wiedergeteilt wurde: „Im Mittelalter wurden Orgien gefeiert als die Pest besiegt war. Weiß schon jemand, ob was geplant ist?!“ Und ja, ich stand auch heut Früh auf dem Balkon und dachte: Och, so ein Konfettiregen mit sehr lauter Live-Musik wäre schon angebracht nach all der Zeit für uns Eltern. Wie nach dem EM-Sieg der U21-Nationalmannschaft vor ein paar Tagen oder bei dem ersten bundesweiten Open Air-Konzert mit 500 (getesten und maskierten, aber dennoch) Gästen, an dem ich – was für ein Glück hab ich bitte!? – teilnehmen durfte. Mit Goldregen und Jubelschreien. Einen Pokal könnten sie uns meinetwegen auch noch geben… stattdessen, hmmm. Das Kontrastprogramm.

Mama-Taxi-Fahrten statt Bierduschen

Statt Bierduschen und Siegeshymnen burnouten uns schon wieder die Mama-Taxi-Fahrten. Kinder abholen, Essen kochen, Hausaufgaben betreuen, Vokabeln abfragen, Unkraut jähten nach all dem Regen, Job, Haushalt, Kinderverabredungen, Fußballtraining, Klavierunterricht, Torwartschulung, Tennis, Kieferorthopäde, Zahnarzt, Praktikumsplätze organisieren. Unfassbar, was da grad plötzlich wieder alles los ist!

Einfach mal mitten am Tag hinlegen. Gerade jetzt, wo wieder Freizeitstress droht. Auch geil.

Wie schrieb ich das bei Instagram: „Da führt man anderthalb Jahre erzwungenermaßen ein absolutes Rentnerinnen-Dasein mit höchstens mal nem alleinigen Wald-Spaziergang als Tageshighlight und nu geht‘s von Null auf Tausend – von jetzt auf gleich. Empfindet ihr das auch so? Mein Hirn brennt von sooo vielen Terminen mit Zahnarzt und Kieferorthopädin und Klausuren und Tests und Instrumenten und Sport und Kindern und – wow, war das vorher auch so viel?! Ich bin einfach NICHTS mehr gewöhnt!“

Mehr Spaß für alle!!!

Da haben wir uns das doch so wundervoll ausgemalt, wenn das mit diesem Dauer-Lockdown mal vorbei ist, haben uns Partys erträumt und Urlaube und Cocktail-Flatrates in all der Zeit, die wir hatten. Und nu werden all diese Träume wieder vom Alltagsstress verschluckt?

Nix da, das sollten wir uns nicht gefallen lassen. Zieht euch nen Bikini drunter, wenn wir beim nächsten Mal auf dem Fußballplatz sitzt (fürs Feeling!), macht euch im Auto zwischen den Schulen und Hobbys die lauteste Musik an („Würdest du heute mit mir ausgehen?“) und gebt in den Zwischenzeiten mal so richtig alles. Und zwar nicht im Job, nicht in der Erziehung, sondern in Sachen SPASS! Wir haben es uns WIRKLICH verdient!!!

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8 comments

  1. Bei uns war es auch genauso. Wie als hätte es einen Startschuss gegeben. Nach Monatelangem daheim sein, ohen Freunde zu treffen, geht es jetzt auf einen Schlag wieder vollgas los. Aber wir genießen es, endlich wieder Freunde zu treffen und den Hobbies nachgehen zu können. Und zwischendrin sind auch Pausen sehr wichtig – das sieht bei mir genauso aus wie bei dir: einfach in den Garten legen, die Sonne genießen, einen Kaffe trinken und ein Buch lesen oder die Kinder beobachten wie sie vor dem Haus mit den Nachbarskindern mit ihren Gokarts düsen – hach wie haben wir das vermisst!
    Liebe Grüße, Victoria

  2. Ich find es auch aufregend! Endlich wieder Leben, endlich wieder Menschen! Mir gibt das Kraft! So gut! Die Kita geht nach einem Jahr sogar zurück in reguläre Öffnungszeiten, Homeschooling is over now. Ich spüre mich wieder!

  3. Das hab ich mir gedacht, dass Kommentare in die Richtung kommen…Lisa wahrscheinlich auch 😉
    Dass irgendjemand seine „Termine“ sprich Hobbies gerne macht, glaubt einem ja keiner.
    Meine (recht kleinen) Kinder gehen Fußball spielen, Kinderturnen und in die Musikschule. ( Ich überehrgeizige Supermutti?!) Sie lieben das. Und ich freu mich da sehr für sie. Gefördert soll da überhaupt keiner werden. Nur Freude am Tun mit anderen Kindern.

    Lisa hat auch nicht geschrieben, dass Corona vorbei ist, sondern nur, dass sie es genießt, dass die Kinder ein Stück Normalität (Schule, Hobbies) zurück haben. Und, dass man mehr als einen Single-Freund mal zum Grillen im Garten einladen kann. Und dass die Oma ohne ewiges Hin-und Her vorbeikommen kann. Und da kann man doch auch mal richtig happy sein, oder?

  4. Hmm, bei uns geht es eher von 0 auf 10 auf 20 etc., und ehrlich gesagt möchte ich bei 100 gar nicht mehr ankommen – wenn mit 100 der Status vor der Pandemie gemeint ist.
    Wir haben aber auch nur ein Kind, das erst zwei ist, sind beide erst einmal geimpft, viele im Freundeskreis noch gar nicht. Also, ich kann nicht sagen, dass es sich für mich anfühlt, als sei Corona vorbei.
    Freizeitstress wünsche ich mir definitiv nicht zurück. Vor Corona war bei uns buchstäblich jedes Wochenende mit Aktivitäten verplant, oft mit mehreren Sachen pro Wochenende. In diesen Modus möchte ich nicht zurück.
    Ich kann mir aber vorstellen, dass sich freie Zeitfenster und Wochenenden extrem schnell füllen, wenn man zwei oder mehr (ältere) Kinder hat.

  5. Irgendwie find ich es komisch, dass alle denken Corona ist vorbei. Wir sind immer noch mittendrin und neben Kinderhobies
    suche ich immer noch einen Impftermin.
    Ich hab mir nämlich keinen Termin ermogelt (wie viele in meinem Bekanntenkreis)sondern auf die Prioritäten geachtet. Sozial sein, ist in unserer Gesellschaft nicht mehr erwünscht.
    Ich freue mich trotzdem über niedrige
    Inzidenzen und schöne kleine Grillrunden.

  6. Naja, ich finde es schon bisschen komisch , wenn man sich jetzt wieder über Freizeit Stress beschwert . Der ist ja auch zu nem großen Teil hausgemacht .
    Einfach mal freuen , dass man gesund durch die Zeit gekommen ist und das Leben genießen .

    1. Hallo Julia,

      ich empfinde es so, dass Corona eine gute Ausrede abgegeben hat, Termine und Unternehmungen nicht wahrzunehmen, ohne komisch angesehen zu werden oder gar als „Sonderling“ oder Rabenmutter zu gelten, weil man seinen Kindern den Förderwahn nicht antut.

      Jetzt bricht für viele der Wahnsinn wieder los und da ist man aber zu 100% selbst „schuld“, es ginge auch anders. Aber das Selbstbewusstsein hat halt nicht jede(r).

      Viele Grüße

  7. Jaaaaaaaaa, tatsächlich muss ich wieder einen Terminplaner führen, weil jeden Tag was anderes ansteht. Blockflöte, kreatives Singen und offenes Atelier für die Kinder, Elternratssitzung und berufliche Termine für mich, zwischendurch noch Blutspenden, aber am Wochenende endlich mal wieder mit Freunden grillen. Wie die wohl nach dieser langen Zeit alle aussehen? 😀 Ich find´s großartig! Mich hat das ewig-andauernde Arbeiten-Zuhause-Schlafen-Arbeiten-Zuhause extrem lethargisch gemacht.

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