Meine Tochter ist einsam – wie der Lockdown Freundschaften verändert

Liebe Mamas, heute hatte ich ein Gespräch mit meiner Tochter, das mich sehr erschütterte. Und ich weiß gar nicht mehr, wie ich reagieren soll oder wie ich ihr irgendwie helfen kann. Die seelische Belastung für die Kinder ist ja in dieser Zeit sowieso schon enorm. Um was geht es?

In der Klasse meiner Tochter (9) sind drei Mädchen, mit denen sie in der Pause spielt und mit denen sie gemeinsam zur Schule läuft. Mit zweien davon trifft sie sich normalerweise auch nachmittags. Diese beiden Mädchen kennen sich von klein auf und ihre Mütter sind eng befreundet.

Das dritte Mädchen im Bunde ist sehr dominant. Beim letzten Geburtstag meiner Tochter kam sie beispielsweise nicht gut damit zurecht, dass sie nicht im Mittelpunkt steht und hat die Feier beinahe gesprengt. Nach dem Geburtstag hat sie angefangen, die beiden anderen Mädchen gegen meine Tochter anzustacheln. Sie sollten die Straßenseite wechseln, wenn meine Tochter auf dem Schulweg dazukommt oder sollten sagen, dass meine Tochter in den Pausen nicht mitspielen darf.

Meine Tochter litt darunter, aber wir suchten immer wieder einen Weg, damit sie sich damit arrangiert. Dann kam der November-Lockdown. Wir haben uns sehr strikt daran gehalten. Anfang 2021 habe ich dann die Mutter eines der Mädchen gefragt, ob meine Tochter mit ihrer Tochter draußen spielen könnte. Meine Tochter hatte bis dahin keinen anderen Kinderkontakt.

Daraufhin erklärte die andere Mutter mir, dass ihre sich Tochter bereits mit den beiden anderen Mädchen trifft.  Das hätten sie vor einiger Zeit so entschieden und sie könnten da nichts für meine Tochter tun. Das war natürlich ein harter Schlag. Meine Tochter wollte dann wenigstens mit den Mädchen telefonieren, aber es hieß immer, sie hätten keine Zeit.

Meine Tochter mag die beiden Mädchen total gerne – und ist nun völlig isoliert, während die anderen drei Mädchen eine noch stärkere Verbindung aufbauen. Heute beim Videotreffen der Klasse berichten die Mädels freudestrahlend, was sie alles zusammen machen. Meine Tochter hat danach nur geheult. Sie war den ganzen Tag völlig frustriert.

Jetzt fragt Ihr, was mit den anderen Kindern in der Klasse ist. Es gibt nur noch vier weitere Mädchen. Entweder habe ich kein Vertrauen in die Eltern in Sachen Umgang mit Corona oder meine Tochter hat keine Beziehung zu ihnen. Die Jungs haben gerade ganz andere Interessen, da ist leider auch kein Freund dabei.

Nächste Woche beginnt der Wechselunterricht. Mir graut jetzt schon vor dem Schulweg, da die anderen Mädels bestimmt ganz dicke miteinander sind. Ich ahne jetzt schon, dass dieses eine Mädchen meine Tochter bei den anderen beiden schlecht macht.

Ich habe es bei den Müttern angesprochen, aber kein Feedback dazu bekommen. Die Mädchen haben noch anderthalb Schuljahre miteinander. Jetzt kommt ihre Lieblingslehrerin auch nicht mehr in den Präsenzunterricht, weil sie schwanger ist. Neben all dem ganzen Corona-Kummer kommt das jetzt auch noch hinzu. 

Wie kann ich meiner Tochter helfen mit dieser Situation umzugehen? Sie hat gerade nichts mehr, worauf sie sich freuen kann… Danke für Eure Tipps, Eure Ute.

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46 comments

  1. Ich bin erstaunt wie viele hier der Meinung sind die Mutter müsse jetzt die „Konsequenzen“ ihres korrekten Verhaltens tragen. Nein, diejenige die die Konsequenzen trägt ist die Tochter die gar nichts dafür kann. Und ich finde es ist eine Frage des Anstandes seine Kinder auch zu ermutigen sich mit Kindern zu befassen die ausgegrenzt werden- egal ob man der Ansicht ist deren Eltern seien selber schuld. Was kann das Kind denn dafür?

  2. Das ist furchtbar und tut mir sehr leid. Vor allem ist es sehr traurig, dass die anderen Mütter völlig uneinsichtig und kein bisschen verständnisvoll sind. Auch wenn es in diesen Zeiten besonders schwer ist – gibt es irgendetwas anderes womit du deinem Mädchen Freude machen kannst, von dem sie dann vielleicht auch in der Schule berichten kann? Vielleicht ein Nachbarsmädchen zu dem man den Kontakt fördern könnte oder Videotelefonate mit einer Kusine oder das Arrangieren einer Brieffreundschaft? Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft! Meine Große ist in der 5. und hatte vor kurzem auch das Gefühl von ein paar Freundinnen etwas ausgeschlossen zu werden. Sie hat nächtelang geweint und in meinem Arm geschlafen. Aber wir hatten das Glück dass die anderen Mütter toll reagiert haben – und dass es in der sehr großen Klasse noch andere Mädchen gibt, mit denen sie jetzt mehr macht.

  3. Liebe Mama, meine Tochter wurde in der 6. Klasse auch ausgegrenzt von ihren Freundinnen. Sie hat sich total zurückgezogen, viel geweint. Ich habe mich mit einer Mutter unterhalten, die ich gut kenne und der ihre Tochter auch dazugehört hat. Sie meinte nur, sie mischt sich nicht ein. Ich habe dann niemanden außer der Lehrerin darauf angesprochen. Die damalige Lehrerin hat auch nichts getan. Es waren mehrere Kinder betroffen. Ich habe versucht meiner Tochter beizustehen und Anfang der 8. Klasse lief es auch besser. Aber jetzt durch die 2. PHASE Homeschooling geht es meiner Tochter noch schlechter. Sie fühlt sich isoliert und ist fast nur noch alleine. Wir sind jetzt beim Psychologen. Sie hat Depressionen. Ich denke, Ausgrenzung und Mobbing kommt auch viel durch das jeweilige Elternhaus. Kinder übernehmen viel Meinungen der Eltern. Ich hatte mich damals getrennt und ab da ging es abwärts für mein Kind. Sie wurde geschnitten. Genauso wie es teilweise diese Mütter dann bei mir getan haben. Ich kann dir keinen richtigen Rat geben außer für dein Kind dazu sein. Es ist so grausam von diesen Eltern wenn sie über so was drüberwegsehen und ihre Kinder auch noch dazu ermutigen.

  4. Liebe Ute,

    ich habe nicht alle Kommentare gelesen, aber bin doch über einige, die mir ins Auge gesprungen sind, regelrecht erschüttert. Also zu allererst, du bist nicht Schuld! Du hast alles richtig gemacht, du Schützt deine Familie und dich selbst in dieser Situation, die keiner einschätzen kann und die doch offensichtlich viele unterschätzen.
    Zu mir: ich bin noch keine Mama, finde mich aber dennoch in deiner Tochter wieder und weiß auch von meiner eigenen Mama, wie du dich fühlst. Ich habe solche Konstellationen in der Schule selbst erlebt und erlebe noch jetzt (ich bin Studentin) wie es Freundschaften verändert, wenn man sich (sehr strikt) an die Regeln hält. Wenn sich alle treffen und man selbst zurückbleibt, ist das schwer und man wünscht sich nichts mehr als dass einfach alle ein bisschen so agieren würden. Ich kann dir nur raten: steh dazu. Mir hat Corona geholfen, zu meiner Meinung zu stehen, Augen zu und durch. Vor allem deshalb, weil es (wie viele es hier darstellen möchten) überhaupt nicht um die Isolation des eigenen Kindes geht, im Gegenteil, es geht um seinen Schutz. Ich bin es so leid, dass das als Panikmache, Isolation, übertrieben usw. dargestellt wird, denn das ist es nicht. Hätten wir das alle von Anfang an so gesehen wäre die Sache vielleicht schon gegessen, stattdessen stehen wir vor Welle Nr. 3. Wie gesagt, ich hatte selbst schwierige Zeiten in der Schule, aber das geht vorbei. Die Zeiten ändern sich gerade in so jungen Alter ständig und ich kann nur sagen, seid füreinander da, unternehmt was in der Familie oder zu zweit (kann auch sehr schön sein, wenn man Mama so richtig für sich hat:)) und steht das zusammen durch. Es ist okay, traurig zu sein und das zu verfluchen sowohl für deine Tochter als auch für dich.
    Ich frage mich ehrlich, wie manche es hier übers Herz bringen, einer Mama in einer verzweifelten Situation noch einen reinzudrücken. Das ist genau das Problem.
    Im übrigen kann ich nur noch sagen, es wird eine Zeit kommen in der dieses Mädchen, das die anderen so separiert, damit auf die Nase fällt. Und bis dahin immer dran denken, dass das meistens die sind, die sich am meisten Zuwendung und Schütz wünschen. Dein Kind hat Glück, dieses Mädchen nicht zu sein, so merkwürdig das klingt. Sie erkennt das jetzt vielleicht noch nicht, aber sie ist diejenige mit dem starken und schützenden Background und einer Mama, die sich um ihr Wohl sorgt.
    Haltet immer gut zusammen und versucht Verständnis für die Situation zu entwickelt. Wenn man sich in andere hineinversetzt versteht man, dass es nichts persönliches oder ein Fehler in einem selbst ist, ganz im Gegenteil (da spielt eher Neid eine Rolle).
    Letztendlich wird es deine Tochter stärker machen und sensibler, vielleicht kannst du das irgendwann als Gewinn sehen.

    Ich wünsche euch alles erdenklich Gute, ganz viel Kraft und vor allem, dass ihr gesund bleibt! Bleibt an der Sache dran und seid weiter so vorsichtig, wenn alles rum ist, werdet ihr froh sein, es durchgezogen zu haben.

    Liebe Grüße!!

    1. Liebe Isa,
      dein Kommentar macht mich richtig wütend! Alle Erwachsenen können und sollen sich bitte strikt und konsequent an alle Kontaktsperren halten! Ich bin die erste, die das befürwortet und lebt!
      Aber Kinder sind eine komplett andere Sache! Auch die können und müssen sich zurückhalten-aber sie dürfen nicht von sozialen Kontakten komplett ferngehalten werden. Sowas kann nur jemand schreiben bzw. fordern, der keine Ahnung von Kindern hat oder dem ihr Seelenleben völlig egal ist!

      Niemand hat bei Ute nachgetreten! Aber sie muss wissen, dass für Kinder einige Wochen ein sehr langer Zeitraum sein können, in denen Beziehungen-die ja offensichtlich nicht sehr tief waren-schnell „verflachen“ können. Und das scheint mir (soweit ich die Situation hier einschätzen kann) unnötig passiert zu sein!

  5. Das tut mir sehr leid für deine Tochter, ich finde jedoch, hier sind die Eltern gefragt. Wenn du anderen Eltern misstraust, weil sie deiner Meinung nach die Coronaregeln nicht ausreichend befolgen u. das auch ansonsten offensichtlich sehr korrekt siehst (was ja epidemologisch sicher sinnvoll ist, aber es gibt eben auch die soziale/psychologische Dimension), hast du Prioritäten gesetzt, die jetzt ihre Folgen zeigen. Bei uns in der Klasse (1. Klasse) haben sich auch die Eltern, die da von Anfang an recht korrekt (lies: unflexibel) waren, mitsamt ihren Kindern (als Leidtragende) schnell ins Aus gebeamt. Es hat sich schnell rauskristallisiert, wer ‚ähnlich‘ tickt u. wen man dann halt nicht mehr kontaktiert. In der Folge haben sich die Freundschaften der einen immens intensiviert, die anderen sind nun ‚aus den Augen, aus dem Sinn‘. Ich bin gespannt, ob sich das wieder ändert, wenn die Schulen (bei uns nächste Woche) wieder im Wechselunterricht öffnen u. alle Kinder zurückkehren. Und LehrerInnen haben da nur begrenzt Einfluss drauf (ich bin selbst Grundschullehrerin) – ja, Mobbing ist verboten, aber wenn die einen Kinder sich nun eben intensiver befreundet haben u. auch drüber reden, weil die Eltern etwas ‚flexibler‘ waren, dann ist das erstmal kein direktes Mobben. Finde ich zumindest. Nur eine Folge der Prioritäten der Eltern des betroffenen Mädchens, die man so oder so beurteilen kann…………

    1. Wow, wegen solchen Grundschullehrerinnen war die Grundschulzeit meiner Tochter ein Alptraum! Da klingt ja das Mobbing gegen alle Eltern,die nicht so ticken wie sie das für richtig hält aus jedem Satz! Arme Kinder!

      1. Nö, wo ist das Mobbing? Es finden sich Leute zusammen, die ähnliche Interessen teilen. Wenn Kinder immer zusammen zum Fußball gehen, freunden sich die Kinder u.U. an. Wenn Eltern nicht wollen, dass ihr Kind Fußball spielt, kann es sein, dass es nachher eben nicht so eng mit den fußballspielenden Kindern befreundet ist, weil sie weniger Zeit miteinander verbracht haben. Geht eine Kindergruppe nach der Schule immer Eis essen u. es gibt Eltern, die das zu ungesund finden, ist deren Kind halt nicht dabei u. irgendwann u.U. kein Teil der Clique mehr, nicht bewusst, sondern weil es oft fehlt usw. Wo sollen da denn bitte LehrerInnen gegensteuern? Das überschätzt die Macht von Schule auf das Privatleben.

    2. Hallo Katja,
      ich sehe es ganz genauso wie du. Wir haben uns auch an die Regeln gehalten. Aber jedes unserer beiden Kinder hat noch zwei Spielkameraden aus der Nachbarschaft oder Klasse. Den Kontakt habe ich nie abbrechen lassen.
      Wenn ich keine Freundin mehr treffen könnte würde ich durchdrehen.
      Durchhalten!
      Viele Grüße
      Ramona

  6. Ich möchte das nochmal bestätigen! Obwohl ich mich an alle Corona-Regeln halte und fast alle wichtig und sinnvoll finde und auch überfüllte Spielplätze meide, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mein Kind zu isolieren. Das ist doch verrückt!
    Er durfte draußen immer auch mit mehreren Kindern spielen, drinnen durfte halt immer nur einer kommen und möglichst derselbe.
    Aber auch da hab ich im (seelischen) Notfall auch mal ne Ausnahme gemacht.
    Ich will dir nicht die „Schuld“ zuschieben, Ute, aber ein wenig befremdlich ist dein Verhalten schon. Oder wie siehst du das im Nachhinein?

  7. Hallo:)

    Kinder in diesen Alter brauchen meines Erachtens auch in einem Lockdown dringend persönliche Kontakte zu Gleichaltrigen, nur so bleiben sie fröhlich und möglichst unbeschwert. Meine beiden Kinder treffen sich überwiegend draußen, wenn das Wetter es zulässt. Niemand wird ausgeschlossen, ich verlange nicht, dass sich nur noch mit einem Kind getroffen wird, das ist meines Erachtens für gesunde Kinder und ohne Risikopatienten in der Familie nicht angemessen. Sie treffen sich also draußen, mit einem Kind, dass einen Risikopatienten in der Familie hat, eben auch draußen mit Mundschutz, aber sie sind weiter in persönlichem Kontakt. Alle Eltern aus den Klassen meiner Kinder oder aus dem privaten Bereich halten es so, keiner isoliert sein Kind komplett.
    Veruche doch, wenn möglich, einen Kontakt wieder herzustellen, vielleicht musst du als Mama es in die Hand nehmen, nachdem deine Tochter nun so traurig ist, aber auch, wenn der Lockdown noch länger andauert, oder, was anzunehmen ist, vielleicht im Herbst wiederkommt, bitte keine Kontakte abreißen lassen…..

    Viele Grüße

    1. Also befremdlich finde ich das Verhalten von Ute gar nicht. Erstens hält sie sich nur ganz strikt an die Regeln und du kennst doch die Hintergründe gar nicht. Bei uns ist es ähnlich. Mein Kind geht seit 5 Wochen nicht wie ihre Mitschüler in den Wechselunterricht. Ich gehöre zur Risikogruppe und was nützt meinem Kind im schlimmsten Fall eine ernsthaft kranke oder eventuell sogar tote Mutter. Ich muss mich doch sehr wundern, wie hier pauschal über das Vorgehen und die Einstellung von Ute geurteilt wird. Und wer sich immer streng an die Regeln hält scheint in der heutigen Gesellschaft irgendwie ein Spielverderber zu sein. Schade wirklich… da trennen sich Sozialisierung, Empathie und Egoismus wie die Spreu vom Weizen…

      1. Herzlichen Dank für dein Bemühen, möglichst sachlich zu diskutieren, Franziska. Gerade im letzten Satz merkt man deutlich, dass du einfach empathisch bist. Die anderen hier sind alle totale Egoisten, die locker Coronatote in Kauf nehmen, weil sie ihre Kinder draußen mit anderen spielen lassen. Vor allem deine Empathie gegenüber Utes Tochter ist ja gewaltig.
        Ich verabschiede mich hier aus der Diskussion, die ja nun durch solche Beiträge eher blöd wird. Schade, vielleicht hätten alle zusammen Ute ja helfen können.

  8. Hallo, ich habe zwei Töchter (8und 9 Jahre) und sie haben durch Corona weniger Kontakte. Auch mir als Erwachsene fehlen die Treffen mit Gleichaltrigen:-)
    Ich persönlich sehe den aktuellen Ausschnitt deiner Tochter aber nicht unbedingt so schwarz.
    Was war denn das am Geburtstag? Da gibt es doch auf vielen Feiern ein Drama mal weint das Geburtstags Kind mal ist ein Mädchen dabei das dich schon als Gast Mutter nervt oder die anderen Kinder. Mal läuft es sehr harmonisch. Wieso konntest du am Geburtstag nicht das eine Kind bremsen? Ok Haken daran es ist nicht mehr zu ändern.
    Jetzt braucht deine Tochter Treffen um ihr langes Defizit aufzuholen. Dann ist sie gleich wieder fröhlich.
    Schreib die Mamas direkt an oder ruf an für ein Treffen zum Spielen. Vergiss was war. Probiere es bei den Mädchen mit denen sich deine Tochter treffen mag. Ok die hat keine Zeit, wen magst du noch und so weiter. Das klappt bestimmt. Selbst wenn ein Besuch kommt, der dann nicht so toll war, tut es deiner Tochter gut überhaupt wieder Kontakt zu Gleichaltrigen zu haben.
    Male nicht gleich dieses einsame Bild für das restliche Halbjahr.
    Und sei nicht so wählerisch mit den Eltern, sonst wird das nie was.
    Viel Erfolg!

    1. Hallo Franziska,

      falls das eine Antwort auf meinen Post war: Jeder trifft seine Entscheidungen ab einem gewissen Alter selbst und lebt mit den Konsequenzen, die es immer geben wird. Hier ist für das Kind entschieden worden (denn ich denke nicht, dass die Tochter selbst niemanden mehr treffen wollte) und meine Meinung ist, dass das so in dieser Absolutheit nicht richtig war. Die Konsequenzen trägt jetzt das Kind. Und nebenbei: Mit „toten Großeltern/ toter Mutter“ usw. zu „drohen“ und den Kindern eine Schuld einzureden, auch falls diese an Covid erkranken sollten, ist ja wohl ganz daneben. Der Freund meines Sohnes hat auch einen Vater, der Risikopatient ist, dann treffen sich die beiden Kinder eben nur draußen zum Spielen, aber mit Mundschutz. Das ist für alle okay und Risiko bleibt immer, das gehört zum Leben dazu.

  9. Einen Tipp kann ich dir nicht wirklich geben. Aber wer so viel Angst vor Corona hat, dass er sein eigenes Kind vor Mitschülern isoliert deren Eltern vllt nicht vollends dem Coronawahn verfallen sind, der ist auch selbst schuld wenn das Kind alleine ist. Meine Kinder durfte das ganze letzte Jahr selbstverständlich andere Kinder treffen, wir haben als Familie entschieden, dass der Sozialkontakt & das seelische Wohl unserer Kinder wichtiger ist, als die Panik vor einem Virus. Diese Entscheidung treffen Eltern zwar für sich und ich möchte auch die Gründe für die Entscheidung nicht bewerten, aber man musste doch davon ausgehen, dass das dann das Ergebnis ist, auch wenn es natürlich traurig für ihre Tochter ist, frage ich mich schon wer die Schuld daran trägt, Sie oder die anderen Eltern?
    Am Ende bleibt als Lichtblick wohl nur die nächste Schule und die Möglichkeit auf einen Neustart & dann eine Beirteilung der Situation mit Blick auf das Kindeswohl und nicht die eigenen Ängste.

  10. Liebe Ute,
    mir blutet das Herz. Meine Tochter ist durch eine ähnliche Situation gegangen und es ging ihr wirklich schlecht. Ich war damals verzweifelt, aber wie schlecht es ihr wirklich ging und was das mit ihr gemacht hat, weiß ich heute erst. Meine Tochter ist jetzt Studentin und wir sprechen offen über das, was ihr damals passiert ist. Das Schlimme ist, schildert meine Tochter, dass sie irgendwann angefangen hat, denen zu glauben, dass sie das verdient hätte, dass irgendwas wirklich nicht mit ihr stimme.
    Sie hat die Schule gewechselt und das war ihre Rettung. So konnte sie sich erholen, auf der neuen Schule war alles anders. Sie hat gelernt, dass sie liebenswert ist und schöne Freundschaften verdient hat.
    Nach dem, was du schilderst, schreit alles in mir, dass ihr die Schule wechseln müsst. Gerade dieses dominante Mädchen wird doch wahrscheinlich keine Ruhe geben und möglicherweise noch andere Hebel finden, deiner Tochter weiter zu schaden, um sich zu erhöhen. Das scheint sie leider zu brauchen. Das ist traurig für das Mädchen, aber für die psychische Gesundheit deiner Tochter in der Konstellation geradezu gefährlich.
    Ich drück euch die Daumen, dass ihr die richtige Entscheidung trefft.
    Alles Liebe für dich und deine Tochter!

  11. Hallo zusammen,
    Wenn ich solche Beiträge lese, überkommt mich eine derartige Wut an dem ganzen die ich nicht in Worte fassen kann. Was momentan mit unseren Kindern passiert ist eine Schande. Isoliert, Himescho, Kleinkinder die nur um sich herum Menschen mit Maske sehen.. Ich fange an das aufs tiefste zu verabscheuen… Ich leugne nicht Corona… Aber ich will mein Leben zurück.. Für mich und meine Tochter… Das ganze ist für mich rational gesehen nicht mehr nachvollziehbar… Ich mach mittlerweile mein Ding und mir ist es egal was von ganz oben gefordert wird… Es geht um unsere Kinder

  12. Hallo, liebe Ute,
    ich fühle mit Dir und Deiner Tochter!
    Das ist sehr grausam – doch leider zu oft der Fall. Oft hilft der Blick ‚hinter die Kulissen‘ – weshalb das geschieht und andere Kinder so sind..
    auch ich habe soetwas selbst, am eigenen Leib zur Grundschulzeit erlebt.. und bin über 30 Jahre später noch geprägt, dass es mich hin und wieder einholt..
    Meine Mutter hat das auch versucht ‚aufzufangen‘, mir zu erklären, dass die anderen Mädchen das aus Neid/Missgunst/o.ä. tun, hat versucht mein Selbstwertgefühl zu stärken.. leider alles nicht in die Tiefe so wirksam wie die Verletzungen gingen..
    (auf jede negative Erfahrung müssen 7!!! positive folgen um diese eine auszugleichen)!
    ich weiß noch, ich hatte mich zwischen zwei Schulen entscheiden dürfen und habe die gewählt in welche meine beste (von Geburt an) Freundin käme – und sie war es dann, die andere und sogar Lehrer gegen mich (u.a.mit Lügen) aufhetzte..
    Ein Schulwechsel wäre im Rückblick eine (frühere) Lösung gewesen.. der Wechsel auf die weiterführende Schule war es dann zum Glück auch!!! Leider auch nur bis zur Oberstufe (in der Pubertät geht das dann alles irgendwie wieder von vorne los?!?!)
    Viele Jahre später, verstehe ich wohl auch, wie es dazu kam.. und vermute dass Deine Tochter ähnlich ist???
    Dass ich sehr sensibel war!!! Damals schon mit viel Sinn für Gerechtigkeit und mich für andere stark gemacht und eingesetzt habe.. Wenn Kinder/Mädchen ihre echten Gefühle zeigen (können), nicht überspielen und ignorieren müssen (weil sie eigentlich schon starke persönlichkeiten sind) also auch, dass sie traurig/verletzt sind, macht sie das oft zu ‚Opfern‘ unter gleichaltrigen..
    Man sagt, lästern (also andere schlecht/schlechter als sich selbst reden) stärkt das eigene Selbstwertgefühl.. nichts anderes tut dieses/tun diese Mädchen..
    Wobei es immer ein ‚Drahtzieher‘ und die ‚Mitläufer‘ gibt..
    frage dich und erkläre deiner Tochter welches schlechte Selbstwertgefühl es damit ausgleichen muss..??
    Erkläre ihr, dass sie nicht das Problem ist, dass sie die ’starke‘ ist und solche Mädchen ’nicht braucht“
    Ich kann bis heute lästern/mobben nicht ausstehen! Spätfolgen des Erlebten? Und sage das jedem (der mich noch nicht gut genug kennt) der versucht mich mit irgendwas in dieser Art ‚ins Boot holen zu wollen‘!!! Aber es hat trotzdem Spuren hinterlassen!!
    Also JA! helfe/unterstütze/stärke Deine Tochter so sehr du kannst!!!
    Wenn Du mit den Lehrerinnen sprichst, und diese es gut meinen und versuchen zu helfen, ok.. aber auch viele (nicht alle) Lehrer sind beeinflussbar/vorurteilend.. überlege/wäge bitte ab, bespreche es vorher mit deiner Tochter.
    Überlege auch, ob das was auf dem Pausenhof von Anderen geregelt wird, sich nicht auf dem Heimweg umso stärker ‚entlädt‘.. wenn dieses dominante Kind eh schon so ‚unter Druck von oben‘ steht, dass es den Frust an anderen auslassen muss..
    eine befreundete Grundschullehrerin erzählte mir kürzlich erst, dass sie nur für Aktionen auf dem Schulgelände zuständig sei, nicht jedes Kind auf dem Heimweg begleiten könne, etc. etwas das wohl stimmt und gewisse Richtigkeit hat.. und/aber auch aufzeigt, dass man sich nicht unbedingt auf Lehrer verlassen sollte.. und auf Eltern mit denen man nicht ’normal‘ ins Gespräch kommt/Reaktionen erhält erst recht nicht!!!
    Egal was Du oder Deine Tochter tust oder nicht, wird das richtige für Euch sein! Da bin ich sicher! Und – auch wenn nicht wirklich gerade großer Trost – es kommen zum Glück wieder bessere Zeiten!!! WIRKLICH! 😘
    Für Euch alles alles Gute! Viel Kraft!!! und viel Ausdauer!!! an Euch zwei tapfere Seelen!!

  13. Ich hatte das bei meinem 13jährigen erlebt. Kein Reden mit denn Kindern, Eltern half, selbst die Lehrer machten dicht. Bei uns half wirklich nur der Schulwechsel, sonst wäre mein Sohn kaputt gegangen. Heute ist er 18, immer noch auf der Schule(Waldorf) und fühlt sich nach wie vor dort wohl und anerkannt. Sucht das Gespräch, aber ich befürchte, ihr kommt um einen Schulwechsel nicht herum. Alles Liebe und viel Kraft für eure Tochter.

  14. Liebe Ute, deine Tochter tut mir wirklich sehr leid – ich weiß, wie schwer ihr Herz gerade ist. Ich selbst habe eine solche Situation am eigenen Leib erlebt, auch wenn es damals kein Corona gab.
    Natürlich verstärkt das die ganze Sache noch.
    Ich war damals wahrscheinlich auch so 10 Jahre alt und ein dominantes Mädchen hat die anderen dirigiert, mich links liegen zu lassen und wegzulaufen, wenn ich dazu komme.
    Ich habe sehr darunter gelitten, meine Mutter hat das lange mitangesehen, ohne einzugreifen. Sie war damals der Meinung, dass Kinder das untereinander regeln müssen.
    Eines Tages konnte ich es nicht mehr aushalten und bin morgens vor der Schule von der Bushaltestelle unseres Örtchens direkt wieder nach Hause gegangen, weil die Mädchen vor mir weg gelaufen sind. Da hat meine Mutter eingegriffen. Sie ist direkt zur Bushaltestelle gegangen und hat den Mädchen ins Gewissen geredet. Nicht fies oder gemein, sondern „stellt euch mal vor, so würde mit euch jemand umgehen“.
    Von da an wurde es besser. Das dominante Mädchen ist nie meine Freundin geworden – darauf habe ich auch niemals Wert gelegt. Die anderen Mädchen haben aber verstanden, worum es geht und eines von diesen Mädchen ist auch heute – 35 Jahre später – noch meine Freundin. Sie hat auch nie vergessen, dass meine Mutter damals, wo man die Kinder „machen ließ“, offen zu mir gestanden hat.
    Mittlerweile habe ich 3 große (noch nicht ganz erwachsene) Kinder und ich war nie in der Situation in so einen Fall eingreifen zu müssen – aber glaub mir, ich hätte es getan.
    Ich bin weit davon entfernt, eine Glucke oder Helikoptermutter zu sein – aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich nicht zögern würde, da stärkend an der Seite meines Kindes zu stehen. Und auch nicht nur aus dem Hintergrund.
    Ich habe meinen Kindern auch oft davon erzählt, wenn sie mir aus der Schule erzählt haben, wenn es zu Konflikten und Ausgrenzungen kam.
    Übrigens lebt das dominante Mädchen (mittlerweile gegen wir auf die 50 zu) immer noch in meiner Region und wir laufen uns gelegentlich über den Weg.
    Ich habe auch heute noch eine innere Abneigung gegen sie und könnte ihr aufgrund der damaligen Erlebnisse nie unbeschwert gegenüber treten.
    Aus heutiger Sicht weiß ich, dass Neid, Eifersucht und Missgunst eine große Rolle gespielt haben, aber als kleines Mädchen hat man diese Weitsicht nicht.
    Liebe Ute, stell dich an die Seite deines Mädchens und greif ein, wenn dein Herz es dir sagt.
    Deine Tochter wird es dir danken.

    Liebe Grüße
    Andrea

  15. Liebe Ute,
    gibt es denn nicht außerhalb der Schule die Möglichkeit Freunde zu finden? Vielleicht sogar erstmal online? Alternativ wäre es doch ein Überlegung wert einen Ausflug zu machen und gezielt ein Mädchen einzuladen? Bei etwas Besonderem sagt bestimmt kein Kind nein. Ich glaube außerdem dass es auch hilft wenn ihr in dieser zugegebenermaßen schwierigen Situation eurer Tochter vorlebt wie man gut damit umgehen kann. Eure Tochter wird an der Situation wachsen und kann auf ein gutes Support System zurückgreifen, selbst wenn die Schule für eine Zeit nicht toll wäre, kann sie versuchen andere Dinge zu finden die ihr Spaß machen (was sie automatisch auch wieder interessant für die anderen Mädchen macht…). Ich weiß, viel davon ich leicht gesagt und schwer getan, aber vielleicht ist die Lösung nicht das Problem zu lösen sondern den Fokus zu ändern.

  16. Ich kann das sehr gut nachempfinden. Unserer Tochter ging es nach einem Umzug 2019 ähnlich. In der Klasse waren nur zwei Mädchen, das zurückhaltende war offen für eine Freundschaft, aber die dominante unterband das. Infolgedessen war meine offene, in der alten Klasse so beliebte Tochter während der Schulzeit allein. Lehrer und Horterzieher kümmerten sich rührend, aber es half nichts. Auch die Mädchen aus der Nachbarklasse ließen sie auflaufen und in der neuen Nachbarschaft fand sich ebenfalls keine Freundin.

    Den Weg über die Eltern des dominanten Mädchens sind wir nicht gegangen, weil wir dann entschieden, die Schule zum kommenden Schuljahr zu wechseln und dann kam Homeschooling. Rückblickend hätten wir den Kontakt frühzeitig suchen sollen, aber wir unterschätzten schlichtweg die Auswirkungen dieses unterschwelligen Mobbings.

    Im Lockdown erkrankte unsere Tochter dann an einer Essstörung, die Folge von Corona, aber auch von der fortlaufenden Zurückweisung in den vorangegangenen Monaten war. Wir standen noch am Anfang der Therapie, als sie in der neuen Schule (5. Klasse Oberschule) startete. Trotz der erschwerten Bedingungen hat sie dort schnell Freunde gefunden. Jungen, Mädchen – das spielt dort inzwischen keine Rolle mehr. Sie ist wieder glücklich.

    Ich kann euch nur raten: Dieses Verhalten der Mädchen, vor allem des ausgrenzenden Mädchens, ist NICHT zu tolerieren. Wenn deren Eltern das nicht einsehen (leider sind viele Eltern da sehr bequem, solange es nicht ihre eigenen Kids betrifft), dann schaut euch nach einer anderen Schule um, macht eine Probewoche. Tut alles, damit eure Tochter wieder in eine gesunde Umgebung kommt. Für uns liegt die schwerste Zeit hinter uns, aber die Erinnerung daran ist noch sehr schmerzhaft.

  17. Ich fühle mit dir/euch. Das ist eine schwere Situation, die wir auch schon so oder ähnlich erlebt haben. Unsere Erfahrung damals war, dass es wenig genutzt hat, die Schule/Lehrer mit ins Boot zu nehmen, denn tatsächlich kann man Freundschaften nicht erzwingen – ABER, das ist wirklich nur meine Erfahrung, bestimmt nützt es in anderen Situationen sehr viel. Da musst du sehen, wie gut du und deine Tochter sich damit fühlen. Ansonsten kann ich nur raten, viel mit deiner Tochter reden, sie ermuntern sich mit anderen Kindern zu treffen (müssen ja nicht aus der Schule sein) und wenn die Situation länger anhält, Hilfe suchen. So viel Hilfe es gerade gibt. Von Freunden, von sozialen Einrichtungen, ich glaube die Bandbreite ist da sehr groß. Und hoffentlich wird sie noch größer, da gerade während Corona so viele Kinder Probleme haben. Alles Gute!!

  18. Das tut mir sehr leid. Ich kenne so Situationen aus früherer eigener Erfahrung mit meiner Tochter. Hatte bei gewissen Familien auch das Gefühl, sie meiden den Kontakt zu uns oder legen keinen gesteigerten Wert auf Kontakt, obwohl die Kinder sich sehr gut verstehen und wir keine Assis sind, sondern durchaus „mithalten“ können.
    Man kann eben niemanden zwingen Kontakt zu haben und das habe ich auch meiner Tochter erklärt und versucht ihr klar zu machen, dass es nicht an ihr liegt.
    Ich weiß aber, wie schwer das ist.
    LG

  19. Hallo Ute!

    Du bzw ihr seid nicht allein. Unserer Maus (6) geht es auch so. Ihre eigentlich besten Freundinnen (kennen sich von klein auf) dürfen sich – wegen den Kontaktbeschränkungen – seitens der Eltern nur mit je zwei (festen) Spielkameradinnen treffen. Und haben sich jeweils nicht für unsere Tochter entschieden. Sondern sich gegenseitig und ein anderes Mädchen aus der Klasse erwählt.
    Ich konnte es noch nicht übers Herz bringen, es ihr zu sagen. Sagen immer, dass man sich wegen dem Lockdown nicht treffen darf. Da sie durch ihre Geschwister nicht allzu einsam ist, geht es.
    Mache mir aber auch schon Gedanken, was nächste Woche ist, wenn der Wechselunterricht beginnt. Allerdings sind nicht alle „Freundinnen“ in einer Gruppe. Vielleicht bilden sich neue Konstellationen.
    Hoffen wir das Beste. Sollte ich merken, dass sie total ausgeschlossen wird (Pausen etc) werde ich auf jeden Fall die Lehrerin mit ins Boot holen.

    LG

  20. Liebe Ute,
    unsere Tochter wurde ebenfalls in der Grundschul-Zeit ausgeschlossen. Sie war so traurig, dass sie uns fragte, warum sie geboren wurde….Über Wochen hat sie jeden Abend 2 Stunden geweint….
    Wir haben uns von einer Erziehungsberatungsstelle-Stelle Rat eingeholt. Unter anderem gibt es bei der Diakonie und bei der Caritas Unterstützung. Dort haben wir hilfreiche Anregungen bekommen, wie wir unser Kind begleiten können. Uns wurde auch davon abgeraten, mit den Eltern der Kinder Kontakt aufzunehmen.
    Ich wünsche euch viel Kraft und eurer Tochter alles Gute.🍀
    PS: Die Grundschul-Zeit war für unser Kind eine schreckliche Phase; aber sie blickt nun mit Zuversicht in die Zukunft und plant mittlerweile die Bewerbung für ein Studium.
    Herzliche Grüße sendet euch
    Simone

  21. Hallo Ute, ich kann die Sorge um deine Tochter gut verstehen und finde es auch extrem schwierig, was Lockdown etc. mit den Freundschaften unserer Kinder machen. Mein Sohn (8) hat da ähnliche Erfahrungen gemacht; besonders schlimm finde ich es für ihn, wenn er dann mitbekommt, wie sich andere Kinder in den ZOOM-Konferenzen miteinander verabreden. Er dürfte sich auch verabreden, hat aber nur noch selten Lust dazu, weil die paar Jungs, die rausdürfen, dann oft schon anderweitig verabredet sind und sich neue Kontakte durch die derzeitige Situation gar nicht ergeben können.
    Ich fürchte aber auch, dass man da als Eltern kaum intervenieren kann, außer, es geht tatsächlich um aktives Ausschließen oder gar Mobbing. Dann sollte man tatsächlich die Klassenlehrerin bzw. Schulsozialarbeiterin einschalten.
    Ich hoffe einfach darauf, dass sich „nach Corona“ vieles wieder normalisiert und neu mischt. Vielleicht dürfen die Kinder ja auch irgendwann wieder in den Sportverein etc. oder auf dem Schulhof mit Kindern aus der Parallelklasse spielen.
    Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute für deine Tochter!

  22. Hallo,
    Echt traurige Situation. Wir hatten mit unseren inzwischen teilweise schon erwachsenen Kindern ähnliche Probleme.
    Ich habe
    1. Die Klassenlehrerin/den Schulleiter schriftlich um Klärung gebeten. Mit dem Verweis darauf mich eventuell noch an die Mobbingstelle der Stadt wenden zu wollen. Das hat in einem Fall geholfen.
    2. Die Schule wechseln, war im anderen Fall die einzige Lösung, und absolut richtig.
    3. Mit den Kindern reden, reden, reden. Dankbar waren unsere Mädchen immer dafür, dass ich mich stark gemacht habe und die Initiative ergriffen habe.
    4. Für schöne Momente außerhalb der Schule sorgen. Das ersetzt keine Freundschaft, aber tröstet. Da reicht schon zusammen backen, spazieren gehen. Unsere Hunde waren oft auch die Seelentröster.
    5. Freundschaften außerhalb der Klasse fördern, z. B in den anderen Klassen, in der Nachbarschaft.
    6. Unsere jüngste spielt nur mit Jungs. Da haben wir sowas noch gar nicht erlebt.
    Viel Kraft für dich und deine Tochter.
    Liebe Grüße Daniela

  23. Hallo! Ich kann gut nachvollziehen wie es euch gerade geht. Leider kann man Freundschaften nicht erzwingen. Die Kids machen sich das selbst aus. Was aber gar nicht geht ist, dass ein Mädchen die anderen auffordert die Straßenseite zu wechseln wenn deine Tochter kommt. Das würde ich auch mit der Schule besprechen, das geht in Richtung Mobbing.
    Sonst kann ich dir nur empfehlen, dass deine Tochter sich einzeln mit den anderen beiden Mädchen verabredet. Nur weil sie das eine Mal schon etwas vor hatten, heißt ja nicht, dass sie nicht mit deiner Tochter spielen wollen. Ich wünsche euch alles Gute! Das wird wieder 🙂 Gruß von einer Mama mit Kids im Alter von 10 und 11, wo es auch schon Freundschaftskrisen gab 😉

  24. Ja ich finde die Idee mal mit der Lehrerin zu reden gut. Natürlich ist das jetzt noch blöder, wenn die Lieblingslehrerin nicht da ist. Wir waren in einer ähnlichen Situation. Mein Sohn wurde auf dem nach Hause Weg und in der Schule oftmals von einem Mitschüler aus Eifersuchts Gründen ( die zwei waren eigentlich Freunde) der andere stachelte auch andere an, gemobbt. Wir haben uns an die Eltern gewandt, null Rückmeldung . Dann der letzte Weg die Lehrerin. Sie hat klipp und klar gesagt, wenn es nicht klappt mit der Freundschaft dann aus dem Weg gehen. Und den anderen respektieren. Wer sich nicht daran hält bekommt ein Gespräch mit den Eltern. Siehe da es hat funktioniert und er hat aufgehört und sie reden wieder normal miteinander.(Aber es finden keine Treffen außerhalb der Schule statt) Eure Situation ist natürlich noch etwas anders, allerdings verstehe ich nicht warum die 3 da so sind. Da das doch eigentlich eine Prima Konstellation ist. 4… Schade,dass die anderen Eltern da auch nicht mitwirken. Bei uns ist es allerdings auch so, dass jedes unserer Kinder nur ein festes Kind trifft. Aber das ist bei der anderen Familie auch so und ich bin auch mit der Mama befreundet. Aber ich kann dich voll verstehen. Wie gesagt versuch es über die Lehrerin. Vielleicht kann sie vermitteln und sie verstehen sich in der Schule und auf dem nach Hause Weg. Und das andere kommt dann noch…Ich drücke die Daumen! Wir sind auch froh,wenn alles wieder ohne Corona läuft. Liebe Grüße 💖

  25. Hallo!
    Ich fühle sehr mit dir. Allerdings weiß ich nicht inwiefern du an der ganzen Situation etwas ändern kannst. In meinem Augen hast du bereits vieles getan ohne das es von Erfolg gekrönt ist.
    Das ist schade, aber im Endeffekt kann man die Freundschaften der Kinder nicht beeinflussen. Wenn die anderen Mädchen sich gerade nicht mit deiner Tochter treffen wollen, dann ist das traurig aber leider deren Entscheidung.
    Du kannst nur deine Tochter unterstützen und sie auffangen.
    Vielleicht gibt es ja in der Nachbarschaft und/oder über Hobbys noch andere Kinder mit denen deine Tochter Kontakt haben möchte. Dann könntest du da etwas organisieren.
    Ich wünsche euch viel Kraft und hoffe dass deine Tochter bald nette Kontakte bekommt.

  26. Ich fühle mit euch und kann eure Situation gut nachvollziehen. Leider habe auch ich keine gute Lösung. Ich würde euch kurz unsere Situation schildern, ganz nach dem Motto ‚zusammen ist man weniger alleine’…

    Wir wohnen in einem von zwei Mehrfamilienhäuser mit einem gemeinsamen Innenhof. Der beste Freund meines Sohnes (8) wohnt in unserem Haus, die beiden durften sich im 2. Lockdown treffen, alles war gut.
    Seid drei Wochen geht unser Sohn in die Notbetreuung. Das hat alles geändert. Sein Freund hat einen anderen Jungen in der Nachbarschaft gefunden, mit dem er die Tage verbringt. Mein Sohn kommt um 14 Uhr heim, sieht die beiden von seinem Fenster aus spielen, darf dort nicht rein, die Jungs wollen nicht raus. Unser Sohn wurde so unsicher in seinem Umgang, dass auch Treffen der Dreien draußen nach wenigen Minuten in einer Katastrophe geendeten (wenn du das nicht tust, gehen wir rein… dann machen wir das alleine…). Unser Sohn, hat sehr viel geweint, hat Dinge gesagt, die ich noch nie von ihm gehört habe (Mama, jetzt kommt die Angst wieder… Ich möchte ein Foto von meinem Freund sehen als noch alles gut war…), sehr schlecht geschafen, schlecht gegessen.
    Unser Riesenglück ist, dass die beiden anderen Familien sehr offen waren für Gespräche. Beide hatten inzwischen einige unangenehme Situationen mitbekommen. Beide Familien haben angeboten, in der Dreierkonstellation das Spielen zuzulassen. Ich hatte das für uns ausgeschlossen, alleine wegen der Notbetreuung. Vor einer Woche habe ich das Angebot dennoch angenommen. Wir haben mit allen drei Jungs gesprochen, unser Sohn hat geweint vor Glück. Alles normalisiert sich seitdem. Es ist Wahnsinn zu sehen, was solche Regel mit den Kindern machen. Ich bin mir nach wie vor unsicher, ob es so richtig ist. Als Erwachsene versuchen wir uns nach wie vor strikt an die Regeln zu halten und empfangen keinen Besuch.

    Eins noch, während der schwierige Wochen haben wir uns ab und an mit einer entfernteren Freundin draussen getroffen. Auch sie ist aktuell sehr isoliert. Das hat beiden sehr gut getan, obwohl sie sich zuvor lange nicht gesehen hatten. Vielleicht könntet ihr alte Freundschaften aufleben lassen?

    Alles Gute euch
    Maja

    1. Oh Mann, das ist ja herzzerreißend! Ich hätte vermutlich ähnliche Konsequenzen getroffen. Risikoabschätzung ist immer die eine Seite, aber schlimm zu lesen, wie es sich psychisch auswirkt….

  27. Hallo Ute,
    wir hatten letztes Jahr eine ähnliche Situation in der 3. Klasse. Mein Kind wurde ausgeschlossen und hat sogar das Vertrauen in Freundschaften verloren. In diesem Jahr hat sein „bester Freund“ aus der 2. Klasse ihn dann auch nicht mehr zum Kindergeburtstag eingeladen. Es waren wegen Corona nur 3 Gäste auf dem Spielplatz seitens der Eltern erlaubt und er gehört jetzt nicht mehr zu den besten Freunden.
    Will man sich verabreden dauert es ewig bis ein Termin zustande kommt und dann hat das Kind es vielleicht vergessen…
    Es liegt ja nicht wirklich an den Kindern, sondern auch an den Müttern. Die lenken und moderieren und suchen die Freunde aus. Es entscheiden die kleinsten Dinge über eine „feste Kinderfreundschaft“. Die Mütter sind befreundet, man wohnt in der selben Straße, es gibt ein gemeinsames Hobby…
    Ich kann Dir leider keinen Tipp geben, aber ich denke, dass Freundlichkeit, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit und auch ein bisschen Offenheit vielleicht einfach nicht mehr zu den gesellschaftlichen Werten gehören.
    Es ist megatraurig und tut weh! Mein Kind hat ein gutes Herz und hat sehr viele tolle Eigenschaften. Ich vertraue darauf, dass sich die richtigen Freunde irgendwann finden werden. Bis dahin müssen wir durchhalten ❤
    Vielleicht könnte eine Kinderpsychologin erstmal helfen, um die negativen Gefühle angemessen zu be- und verarbeiten.
    Ganz liebe Grüße an Euch und viel Glück!

  28. Hallo,
    Das tut mir für Deine Tochter sehr leid. Das mit der Schulsozialarbeiterin finde ich eine gute Idee. Ausgrenzung ist in dem Alter häufig ein Thema. Das hängt auch mit der emotionalen Entwicklung zusammen. Viele können da noch nicht sich so richtig in andere einfühlen. Andererseits sind d gerade dominante Kinder stark verunsichert und versuchen eben durch solche Manöver soziale Situationen zu kontrollieren. Das dürfte deine Tochter nicht wirklich trösten.
    Es ist wirklich wichtig, dass sie lernt zu unterscheiden: das liegt an anderen und an mir ist alles okay. Ich fürchte dann muss sie loslassen lernen. Das tut bestimmt weh u d ist gemein. Sich um allen Preis zu arrangieren und anzudienen ist dennoch kein guter Weg. Das schadet dem Selbstwertgefühl und macht auch sie für andere Kinder nicht attraktiver.
    Vielleicht geht der Weg eher so zu gucken, wo z. B.in der Nachbarschaft oder bei anderen Kindern in der Klasse vielleicht andere Kontaktmöglichkeiten sind. Gerade Mädchen möchten häufig am liebsten in der Ingroupsein, aber wie hier zu sehen ist, ist der soziale Stress die Mühe nicht wert. Wahre Freunde diktieren nicht, wie man zu sein hat sondern sie freuen sich, dassmanda ist, so wie man ist.
    Ich hoffe das war was Hilfreiches dabei.

  29. Die Arme, habt ihr vielleicht Kinder aus dem Bekanntenkreis, Sport oder vielleicht sogar noch aus dem Kindergarten, denen es vielleicht auch so geht und mit denen deine Tochter spielen kann?

    Unser Sohn ist letztes Jahr in die 5.Klasse/Schulwechsel gekommen und hat sich auch schwer getan und war unglücklich da alle Jungs (nur 9 Jungen in der Klasse) nicht auf seiner Wellenlänge waren. Wir haben ihn dann dazu gedrängt seinen besten Grundschul-Freund und Freunde vom Sport regelmäßig weiter zu treffen und er hat sich damit abgefunden das er keinen besten Freund in der Klasse hat und ist zufrieden das er Freunde von außerhalb nachmittags trifft. Wir haben es derzeit auf 3 Kinder aus 2 Familien beschränkt.

    Ich wünscheeuch alles Gute.

  30. Ich habe bei uns gemerkt je mehr ich versuche es für meine Tochter zu regeln um so mehr ging es in die Hose… Ich habe unheimlich Angst das meine Kinder leiden, so wie ich während meiner Schulzeit. Aber ich glaube manches müssen die Kinder einfach selber regeln. Warte ab, so schwer es fällt, wie es wird. Sobald es natürlich schlimmer wird würde ich zuerst mit der Klassenlehrerin reden. Viel Glück für deine Tochter und dich und ein hoffentlich gutes Ende.

  31. Erfahrung o.ä.mit so einer Situation habe ich leider nicht, aber meine erste Idee wäre mit der Schule zu sprechen, die Situation zu erklären und darum zu bitten, dass eins der 3 Mädels mit deiner Tochter in den wechselunterricht geht, während die anderen Beiden zum anderen Zeitpunkt den Unterricht besuchen. Ich kann mir vorstellen, dass sie so wieder rin die Mädelsgruppe hinein kommen kann.

    1. Als erstes stellt sich mir dringend die Frage: Warum treffen sich 3 Mädchen? Das ist ganz offen ein Verstoß gegen die geltenden Corona-Regeln: 1 Person mit einem weiteren Hausstand! Und warum berichten die 3 Mädchen das noch offen in der Zoom- Konferenz? Sagt da die Lehrerin nichts dazu? Ich kann verstehen, dass Du für Deine Tochter im erlaubten Rahmen Kontakte möchtest. Jedoch scheinen die anderen 3 Ja offensichtlich gemeinsame Sache zu machen und wenn dann auch noch die Mütter mitmachen, dann ist es sicher aussichtslos da etwas erzwingen zu wollen. Höchstens über die Schule, mit dem Vorschlag 2 und 2 im Wechselunterricht. Aber vielleicht wäre es ja auch noch viel besser, wenn Deine Tochter im Wechselunterricht keine der 3 Ausschließrrinnen sieht und so völlig neue Beziehungen zu den anderen Mädchen der Klasse aufbauen kann. Also unbedingt jetzt mit der Schule sprechen! Und auch darauf hinweisen, dass es Züge von Mobbing hat, die Straßenseite zu wechseln etc… Das wird an unserer Grundschule überhaupt nicht toleriert, dass Kinder so offen ausgeschlossen werden. Da können LehrerInnen und auch HorterzieherInnen eingreifen und haben da auch auch spezielle Methoden um das zu verhindern! Vielleicht kann auch der/die SchulsozialarbeiterIn ein Projekt mit der Klasse starten. Bei uns im Bundesland dürfen sie drinne noch nicht wieder in die Klasse. Aber draußen auf dem Hof! Viel Glück für Deine Tochter. Diese ganzen Regeln bringen so viele Kollateralschäden, das kann so keiner gewollt haben.

  32. Hallo,

    Wie wäre es in der Schule um Hilfe zu bitten? Heißt mit der Klassenlehrerin Kontakt aufzunehmen. Vielleicht einen Kontakt zur Vertrauenslehrerin oder Schulsozialarbeiterin, wenn es sowas gibt. Eine neutrale Erwachsene die alle vier Kinder kennt, kann da vielleicht eher einen Austausch und eine Sensibilität erreichen.
    Alles Gute. Gruß L.T.

    1. Liebe Mama, deine Tochter wird sich wohl leider andere Freundinnen suchen müssen, da die anderen aktuell kein Interesse haben. Du selbst solltest jedoch mal darüber nachdenken, ob es nicht unfair ist, den Eltern der anderen Kinder hinsichtlich des Umgangs mit Corona zu misstrauen und deswegen mögliche anderweitige Freundschaften nicht zu unterstützen. Schließlich kann sich jeder mit diesem Virus unbemerkt überall anstecken.
      Alles Gute!

      1. Überspitzt gesagt: eine Mutter, die sofort drauf hinweisen würde, dass das ein Verstoß gegen die Coronaregeln ist – nun ja, dann halt nicht, so Eltern (u. damit die Kinder, die das dann austragen müssen) sind schnell von der Liste derer, mit denen man privat zu tun haben möchte. Bei uns in der Klasse war recht schnell klar, wer das ist. Und wer eben nicht. Die Kinder tun einem zwar leid, aber auf den Stress hat man dann auch keine Lust.

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