Wie die Großen durch den kleinen Bruder selbstständiger werden mussten

selbstständiger

Ihr Lieben, ich hatte ja schon ein paar Mal in den Artikeln angedeutet, dass die drei größeren Kinder mehr in die Verantwortung gehen und selbstständiger werden müssen, seit unser viertes Kind da ist. Nun hat mich jemand über Instagram gefragt, was das genau bedeutet und ob ich das mal erklären kann. Na klar kann ich das!

Der Schulweg

Kind 2 und 3 gehen auf die gleiche Grundschule, die nicht fußläufig erreichbar ist. Früher habe ich die beiden morgens öfter mal mit dem Auto gefahren, seit der Geburt fahren die Kinder konsequent mit dem Bus. Als das Baby geboren wurde, war Kind 3 ja noch in der Kita – auch da haben die Großen ihre Schwester in die Kita, die direkt neben der Grundschule ist, gebracht und abgeholt. Ich muss zugeben, dass ich da zuerst Bammel hatte, weil Kind 3 ein sehr kleines, zartes Kind ist und der Schulranzen für sie erdrückend wirkte. Ich dachte, sie schafft das kräftemäßig nicht, aber es klappt wunderbar.

Unsere Große ist seit diesem Schuljahr auf der weiterführenden Schule (in Berlin geht die Grundschule bis zur 6. Klasse), die nicht in unserem Wohnbezirk liegt. Sie muss entweder Bus oder S-Bahn und Bus fahren, je nachdem was gerade mal wieder streikt oder ausfällt. Sie muss nun ziemlich früh aufstehen, da war es im Winter noch stockdunkel. An der Bushaltestelle trifft sie zum Glück Mädchen aus der Parallelklasse, so dass sie nicht alleine ist. Trotzdem schreibt sie mir morgens, wenn es noch dunkel ist, immer eine Nachricht, dass sie im Bus ist. Das beruhigt mich dann doch immer. Heißt also zusammengefasst: Die Kinder bewältigen ihre Schulwege nun komplett alleine.

Die Hobbies

Früher habe ich meinen Sohn öfter mal zum Fußball-Training gefahren, weil der Sportplatz auch in einem anderen Stadtteil liegt. Auch hier gab es Veränderungen – er fährt nun den Weg (etwa 25 Minuten) mit dem Bus und läuft den Rest. Auch zurück nimmt er meistens den Bus, außer an einem Trainingstag, an dem das Training sehr spät endet. Da holt ihn mein Mann mit dem Auto oder wir machen regeln das per Fahrgemeinschaft mit anderen Eltern.

Meine Große radelt zu ihrem Hobby, die Kleine turnt bei uns in der Nähe. Hinwärts laufe ich mit ihr, die beiden großen Geschwister holen sie zu Fuß ab, weil das dann schon in der Bettgeh-Zeit des Babys ist.

Verabredungen

Kind 1 und 2 (sie sind 13 und 10 Jahre alt) machen alles mit dem Bus oder mit dem Rad. Kind 3 (sie ist 7) lasse ich allerdings noch nicht alleine Bus fahren – da übernehme ich schon noch die Fahrdienste zu Freundinnen. Allerdings haben mir da viele Eltern mindestens einen Weg abgenommen, weil sie mitbekommen haben, wie anstrengend anfangs das Autofahren mit dem Baby war.

Haushalt

Die Kids übernehmen Aufgaben im Haushalt, wir haben keine Liste oder feste Aufgaben, aber ich hab ziemlich gut im Kopf, wer das letzte Mal Spülmaschine ausgeräumt hat und wer nun dran ist. Zu den Aufgaben gehört also Spülmaschine ausräumen, Tisch decken, Wäsche verräumen (ich mache Stapel für jedes Kind und die Kinder verräumen das in die Schränke), Zimmer aufräumen, Klamotten aus dem Bad wegräumen, Müll rausbringen. Das ist aber nicht erst seit der Geburt des vierten Kindes so, ich finde es extrem wichtig, dass Kinder altersentsprechend kleine Aufgaben übernehmen. Seit der Geburt fordere ich es aber konsequenter ein.

Auf den kleinen Bruder aufpassen

Machen alle drei sehr gerne und tatsächlich lasse ich den Kleinen schon mal 20 Minuten bei den Großen, um zum Beispiel mal schnell noch Milch zu kaufen. Oder wenn ich sage, ich muss jetzt mal schnell irgendwas Dringendes machen, bleibt der Kleine auch bei den Großen im Zimmer. Das klappt prima. Abends würde ich die Großen allerdings nicht als Babysitter einspannen, das ist mir zu viel Verantwortung für sie, weil der Kleine nach wie vor nicht besonders gut schläft…

Selbstständiger werden ist so wichtig für Kids

Fazit: Meine drei Großen sind im letzten Jahr sehr viel selbstständiger geworden, was alle drei mega gut finden. Ich muss leider zugeben, dass ich einen Hang zur Glucke habe, den Kinder oft zu viel abnehme und denke, dass die Großstadt zu gefährlich ist. Es kostet mich mehr Überwindung, die Kinder alleine Wege bewältigen zu lassen als die Kinder selbst. Die ersten Male war ich wirklich schrecklich aufgeregt. Aber ich merke, wie gut es ihnen gut, wie sehr sie daran wachsen und wie viel Selbstbewusstsein sie daraus ziehen.

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1 comment

  1. ich lese sowas immer gerne, aber als Mama von Dorfkindern auf dem Land lebend gibt es ein und die Option mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Ballett, reiten, Schwimmkurs oder Freunden zu fahren schlicht einfach nicht.
    Dafür gab es das bei uns noch nie, dass ein Kind in die Schule mit dem Auto gefahren wurde da ist es ab der 1. Klasse normal dass alle Bus fahren.
    Der große Bruder konnte aber auch schon öfter die Mittlere vom Kiga abholen, wenn die Kleinste daheim geschlafen hat oder ich noch am Essen kochen war 🙂
    Große Kinder sind einfach eine riesige Hilfe:)

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