Krass: In Amerika gibt es Live-Stream aus der Kita

kuche

Hey Lisa,

daaaanke für Deine laaange (aber sehr gute!) Antwort zum Thema, ob mein Sohnemann mit zehn Monaten zu klein für die Kita ist. Da sitze ich nun jeden Morgen in meiner Küche an meinem Laptop (siehe Foto), arbeite so vor mich hin und denke daran, dass ich November wieder ins Büro muss und mache ich mir natürlich meine Gedanken, ob das alles so richtig ist.

Deshalb habe ich mir mal erlaubt, die Frage bei Netmoms im Forum zu stellen und gleich 32 Antworten bekommen.

Hier mal ein paar davon:

Erdbeer82 schreibt: „Ja, wozu macht es dann Sinn, Kinder zu bekommen, wenn man nicht einmal die ersten drei Jahre Zeit für das Kind hat?“

Polarlicht schreibt: „Ich finde, vor dem ersten Geburtstag muss das nicht sein.“

ChrisBerlin schreibt: „Wenn es nicht anders geht, geht eben genau das. (…) Mein Sohn kam mit 4,5 Monaten in die Kita, es geht ihm sehr gut – auch heute mit 2,5 Jahren.“

Goodoldmummy schreibt: „Ich hätte das nie übers Herz gebracht.“

 

Tja, Lisa, Du siehst: Schwierig, schwierig.

Und weil ich bei solchen Themen immer gerne über den Tellerrand ins Ausland blicke, habe ich mal auf US-Seiten recherchiert und diesen (mal neutral gesagt) erstaunlichen Artikel zum Thema Kita gefunden.

Da erzählt Melissa Henriquez, Bloggerin von Let There Be Light, von der Kamera in ihrer Kita, die es ihr ermöglicht, via Web den ganzen Tag vom Rechner im Büro aus ihre Tochter zu beobachten. Wie sie spielt, wie sie weint, wie die Erzieherin sie beim Spielen durch die Luft wirbelt.

Beim Lesen war ich ziemlich baff: Ist das ein Zukunftsmodell für deutsche Kitas? Würden Eltern, denen es eher schwer fällt, ihre Kleinsten abzugeben, eine solche Idee dankend annehmen?

Was meinst Du denn, Lisa? Dir, der es schwer fiel, ihre zwei Jungs nach Eingewöhnung in der Kita zu lassen und alleine nach Hause zu fahren? Hättest Du gerne einen Live-Stream zu Deinen Söhnen?

Was mich angeht, wäre das der Untergang jeder Produktivität.

Ich, die eh’ schon Iphone-süchtig ist, würde den Blick nicht abwenden können – und wenn doch sofort ein schlechtes Gewissen kriegen.

Was, wenn ein älteres Kind ihn mit einem Spielzeug haut? Ihm sein Kuscheltier wegnimmt? Es würde mir das Herz brechen, nicht einschreiten zu können…

Gestern sagte die Erzieherin zu mir: „Max gibt hier beim Spielen den Ton an!“

Mein Maxime, Lisa!

Mit zehn Monaten!

Der Jüngste der Gruppe!

Ein kleiner Angeber!

Ganz frech und aufgeweckt!

Mann, was war ich beruhigt! Und mehr muss ich (für meinen Teil!) auch gar nicht wissen…

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1 Kommentar

  1. Wie gruselig?
    Das klingt ja nach: „Herzlich Willkommen im Überwachungsstaat – wir überwachen auch Babys.“
    Mann ich hab schon ne Abneigung gegen diese Babyphones mit Kamera, aber das ist ja noch einer drauf!
    Ich finde es ist NORMAL, wenn es einem schwerfällt das beste, was einem im Leben passiert ist, in der Obhut anderer zu lassen. Aber das ist doch der erste Schritt zu „Wir schenken unseren Kindern Flügel“. Dabei ist das Alter irrelevant. Manchmal muss es eben sein, manchmal braucht man es für sich selbst und die eigenen Nerven und manchmal muss das Kind dringend mal ausprobieren, wie es mit gleichaltrigen so ist, die auch nicht teilen können und auch nicht sprechen können und laufen anfangs auch nicht.Vielleicht brauch ich das auch alles nicht und mein Kind auch nicht, dann ist es meine Pflicht dafür zu sorgen, dass Baby und ich noch ne Weile zu Hause bleiben können.
    Kein Kind wird Schaden nehmen, wenn es früh fremdbetreut wird, denn unsere Wunderkinder sind in der Lage mehrere Beziehungspersonen zu haben, wichtig ist doch nur, dass Mama wieder kommt und dass sie dann Zeit für und Lust auf ihren Schatz hat!
    P.S.: Ich hab meinen Sohn seit 7 tagen in der Schule, DAS ist seltsam 😉