Elternfragen

28/08/2018 - 12:00

Stadt-Mama Katharina

Leserfrage: Mein Sohn schadet absichtlich Tieren

Mein Name ist Marion und mein Sohn ist fünf Jahre alt. Vor einiger Zeit habe ich ihn dabei erwischt, wie er mit dem Daumen absichtlich Ameisen zerquetscht hat. Ich habe ihm natürlich gesagt, dass das nicht geht, dass er sich mal vorstellen soll, wie es wäre, wenn ein Riese käme und ihm weh tut. Und dass Tiere Lebewesen sind und wir ihnen nicht absichtlich schaden wollen. Das schien er verstanden zu haben. 

Doch neulich beim Spaziergang ist er absichtlich auf einen Käfer gestiegen, ich traue es mich kaum zu sagen, aber es schien fast, als hätte er die Macht genossen. Und die Mutter eines Kita-Freundes hat mir auch schon mal erzählt. dass die Jungs absichtlich Schnecken kaputt gemacht haben. Das schockt mich total. Denn eigentlich mag mein Sohn Tiere - Freunde von uns haben einen Hund, mit dem er viel spielt. Und wir haben auch schon mal auf die Meerschweinchen des Cousins aufgepasst, das hat auch super geklappt. 

Ich weiß nicht, ob ich jetzt überreagiere, aber ich finde es schrecklich, dass mein Sohn Tiere tötet. Klar kann man sagen, dass es "nur" Ameisen und Käfer sind, aber für mich macht das keinen Unterschied - Lebewesen ist Lebewesen. Und ich habe auch Angst, dass sich das steigert und es dann eben irgendwann keine Kleinstiere sind. 

Hat jemand einen Tipp, wie ich damit umgehe? Ich danke Euch!

Foto: Pixabay

 

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Kommentare

anja — Di, 08/28/2018 - 13:53

ameisen, käfer und schnecken gibt es mehr als genug. ist doch egal, wenn ein paar tiere getötet werden. das heißt noch lange nicht, dass dein kind später mal einen menschen tötet. ich finde deine sorge sehr übertrieben, lass das kind doch machen. menschen töten täglich millionen tiere um sie zu essen. das liegt in der natur, die natur ist eben manchmal grausam.

Ant. — Di, 08/28/2018 - 20:32

Das ist dennoch keinen Grund. Es gibt viele Menschen auf der Welt und es wird immer mehr, so als ob wir uns vermehren würden wie die Ratten. Dann ist es ja nicht so schlimm, dass man die Menschen töten könnten. Liegt ja in der Natur *ironieoff* Immer wieder sagen , dass es nicht geht und direkt einschreiten und ablenken. Mach ich auch.

Catherine — Di, 08/28/2018 - 17:34

Naja, um dem Vorkommentar mal einen Denkanstoß zu geben: Die Welt hat auch mehr als genug Menschen, klar könnte man da genauso argumentieren, es sei nicht schlimm, wenn da ein paar getötet werden. Oh Mann. *ironie aus* Liebe Marion, mach dir keine Sorgen. Ich denke, alle Kinder machen solche Erfahrungen durch. Für viele von uns Erwachsenen ist es schwer mit an zu sehen. Ich denke, es ist wichtig, da immer wieder zu kommunizieren. Bis die Empathie beim Kind ausreichend gereift ist. Ich glaube auch, dass gerade Insekten auf Kinder sehr abstrakt wirken. Dein Sohn wird sicherlich ein umsichtiger Erwachsener, der gut mit Tieren umgeht, wenn du es weiter vorlebst. Alles Gute euch!

Merle — Di, 08/28/2018 - 22:42

Allein, dass Du Dich des Themas annimmst, ist doch schon eine tolle Sache. Ich selbst habe in dem Alter mit Begeisterung Regenwürmer zerteilt, weil sie sich danach weiter bewegt haben. An meinem Handeln habe ich dabei nichts böses gefunden - es war pure Neugierde. Meine Mutter hat ebenfalls mit mir darüber gesprochen - ähnlich wie Du mit Deinem Sohn. Irgendwann habe ich es dann wohl verstanden oder schlicht das Interesse verloren. Jedenfalls hörte ich damit auf. Catherine beschreibt es wohl sehr schön mit dem Wort "abstrakt". Insekten sind eben keine typischen Haustiere, wie Hunde oder Meerschweinchen, auf die wir Menschen gerne menschliche Züge übertragen. Da ist die Hemmschwelle für solche Experimente wahrscheinlich viel niedriger, weil ein kleines Kind noch keinen konkreten Wert mit diesen Lebewesen verbindet. Halte weiter zu ihm und erkläre ihm Deine Sicht der Dinge. Daraus kann er nur lernen.

SilkeAusL — Mi, 08/29/2018 - 07:37

...musste ich letztens leider auch töten(eine ganze Ameisenstraße führte wegen eines heruntergefallen Eispapiers auf unseren Balkon im 1.Stock. Die Straße konnte ich mit Backpulver stoppen, aber ein paar verirrte Ameisen fanden nun den Weg nicht wieder raus. Ich habe noch etwas abgewartet, aber nach einer Woche liefen sie immer noch rum. Und bevor sie auf dem Balkon einen Staat eröffnen. ..). Aber sehr ungern. Nur wie erklärt man das dann? Man sagt zu den Kindern, sie dürfen es nicht, man selbst macht es aber dann doch hin und wieder(nervige Fliegen, Mücken, Spinnen). Aber Meine können das glaube ich schon irgendwie auseinander halten. Ich hab ihnen ja auch schon gezeigt, wie man Spinnen mit einem Glas einfängt und nach draußen befördert, bei Fliegen mache ich auch oft alles sperrangelweit auf, bis sie draußen sind. Wenn sie so etwas sehen, färbt es vielleicht ab?

Miri — Mi, 08/29/2018 - 09:24

Ich reagiere auf so etwas auch "allergisch". Lebewesen sind Lebewesen und alle haben ihre Daseinsberechtigung. Es wird nicht getötet. Punkt. ..... so lange sie uns nichts tun (Stichwort: Mücken). Ich kann die Mutter da schon verstehen, da es schon etwas verstörend ist, Macht über Lebewesen so zu "zelebrieren". Hast Du ml versucht, mit Deinem Sohn das "Schöne" an Insekten festzustellen? Ameisen, Käfer, Spinnen, Bienen etc. zu beobachten, zu erklären, was sie da tun und warum sie das tun? Mit meinen Kindern mache ich das regelmäßig. Gebt den Insekten dabei vielleicht auch Namen, das nimmt die Distanz.... Kaufe Bücher über Insekten, damit er für diese Tiere sensibilisiert wird. Wenn allerdings das "Macht" ausüben das "Problem" ist, dann weiß ich auch keinen Rat..... Alles Gute

Tanja — Mi, 08/29/2018 - 09:56

Wie Miri schon gesagt hat, würde ich einfach mal versuchen mit deinem Sohn zusammen die Insekten zu beobachten. Kauf ihm ein Lupenglas & ein Erklärungsbuch & macht euch zusammen auf die Suche. Guckt in dem Buch was für Insekten ihr gefangen habt & dann erkläre ihm, dass es wichtig ist, die Insekten wieder frei zu lassen, weil jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat. Vielleicht kann auch euer Kindergarten bei einer Waldwoche das Thema ansprechen. Irgendwann wird dein Sohn verstehen, dass man keine Lebewesen tötet. Ich wünsche euch alles Gute!

Birgit — Mi, 08/29/2018 - 10:31

Zunächst meine Meinung zu Marions Text: Ich glaube, das ist ein Phase, die alle Kinder durchmachen. Auch meine 5jährige Tochter, die seeehr tierlieb und empathisch ist, tritt mal auf eine Ameise drauf, wenn die sie wiederholt auf der Picknickdecke stört. Klar red ich dann mit ihr drüber, dass es besser ist, das Insekt ohne Schaden in die Wiese zu setzen, aber ganz ehrlich: Ich hab auch schon lästige Fliegen und Mücken getötet, wenn sie mir zB den Schlaf geraubt haben. Tiere sinnlos quälen geht gar nicht - da würde ich direkt einschreiten. Zu den anderen Kommentaren: Ich frage mich, ob hier lauter Buddhisten oder Veganer schreiben, denn jetzt mal ehrlich: was liegt denn auf den meisten Tellern? Von wegen "alle haben ihre Daseinsberechtigung" und "es wird nicht getötet" ... Ich esse seit 13 Jahren kein Fleisch mehr und wäre echt erfreut (wenngleich auch überrascht) wenn der Anteil an Fleischverweigerern hier soviel höher wäre, als bei der Restbevölkerung. *ironieaus*

Maria — Mi, 08/29/2018 - 14:47

Ich glaube auch, dass in erster Linie kindliche Neugier dahinter steckt. Meine Tochter hat eine Zeitlang auch öfters kleine Tiere zertreten. Sie macht es manchmal immer noch,aber sehr selten. Ich habe immer viel mit meinen Kindern darüber gesprochen. Bücher über Insekten (also auch Geschichten wie die Spinne Widerlich) helfen uns auch immer dabei. Da Kinder sich in diesem Alter noch nicht 100%ig in jemand anderen hineinversetzen können,schaffen sie es auch bei kleineren Lebewesen nicht. Ich glaube nicht,dass ihnen immer klar ist, dass es Tiere sind, eben weil diese so klein sind. Wir haben eine Mimose geschenkt bekommen und sie hat den Kindern geholfen zu verstehen,dass sogar Pflanzen Lebewesen sind. Meine Töchter bekommen sofort eine Rückmeldung von der Mimose, wenn sie sie zu grob angefasst haben. Sie ist unser Paradebeispiel,auf das ich anspiele, wenn das Zetreten mal wieder Thema wird.

Maria — Mi, 08/29/2018 - 14:52

Ich habe aber auch schon Eltern erlebt, die selbst jede Fliege, Spinne und Ameise, die ihnen über den Weg laufen, töten. Und den Kindern dann was anderes beibringen. Da sollten wir uns selbst natürlich auch unter die Lupe nehmen.

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