Mein Afterbaby-Body geht mir am H***** vorbei. Und das hier ist ein altes Foto!

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Hallo Ihr Lieben, hallo Lisa, 

der Artikel von Carolin Kebekus (eine Namensvetterin :-)!), der gestern viral durch alle Social-Media-Kanäle ging, hat mich inspiriert, jetzt auch mal was zum Thema After-Baby-Body zu schreiben. Nämlich meine Geschichte. Und die ist von Höhen und Tiefen geprägt. 

Zuerst zum Foto oben: Das war in Athen im Sommer 2010, sechs Monate vor meiner ersten Schwangerschaft. Ich fand mich damals ein bisschen zu dick. Ja, ich gestehe: Ich war eine dieser albernen Mädchen, nein, dieser dummen Mädchen. Es war jetzt nicht so, dass ich überall rumerzählt habe: „Oh, ich müsste abnehmen“ oder auf Nulldiät war, aber Regeln wie „Abends keine Pasta“ oder „Nicht zu viele Longdrinks mit süßer Limo“ galten für mich schon. Sicher, habe ich auch abends mal wie damals in Athen eine riesige Fleischplatte verdrückt, also mein späterer Mann hatte beim Dinner essensmäßig immer Spaß mit mir, aber wenn dann doch der Hosenknopf am Ende zwickte, dachte ich mir dann immer insgeheim: Hmm, besser morgen ein bisschen weniger reinhauen. 

Davor war ich übrigens durch eine noch extremere Phase gegangen. Ich bin eine zeitlang viel gereist und als ich aus Indien wiederkam: Oh, Mann war ich damals dünn. Ich werde jetzt keine Gewichtsangaben machen, weil ich dann doch weiß, dass sich gerade anonym im Internet viele Anorexie-Sympathisanten tummeln, aber schön sah ich damals nun wirklich nicht mehr aus… Das Ende des Liedes war, dass mir sogar meine Frauenärztin sagte, dass ich momentan nicht schwanger werden könne, ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Kinderwunsch oder vielleicht einen langsam beginnenden, aber das Ganze hätte auch gut nach hinten losgehen können. Was soll ich sagen: Ich war Studentin, hab paralell Vollzeit gearbeitet, Stress, Herzschmerz, das alte Lied…

Lustigerweise fing mein Körper (Mann, ist das heute alles intim) genau dann an sich zu verändern als ich meinen späteren Mann vor drei Jahren kennenlernte. Es war absurd, aber ab dem Moment als wir anfingen uns zu daten, nahm ich spontan fünf Kilo zu, obwohl ich meine Essensgewohnheiten null veränderte. Es war körperlich gefühlt wie ein zweiter, dritter, vierter Frühling, so nach dem Motto: Jetzt lass‘ uns mal eine Familie gründen! Habe ich das wirklich gerade geschrieben? Ja, habe ich… Egal, so war es aber halt, auch wenn’s schlüpfrig klingt…

Tja, und nach zwei Schwangerschaften und jetzt mit einer vier Monate alten Tochter lässt sich die Zeit eben auch nicht mehr zurückdrehen wie man so schön sagt. Nein, im Ernst, ich glaube ich bin heutzutage so eine Super-Durchschnittsfrau, die allerdings keine Waage benutzt. Und ja ich gestehe: Ich war nicht einmal bei der Rückbildung, aber das sollte mir jetzt wirklich keiner nachmachen. Dafür habe ich mir zum Geburtstag ein Fitness-Abo gewünscht und mir versprochen, abends in den zwei Stunden, in denen die Kleine tief und fest schläft, zum Yoga zu gehen. Ja, nach vier Monaten ist ja auch keine Schande wieder körperlich aktiv zu werden…theoretisch…was soll ich sagen, der Geburtstag ist vier Wochen her und mein zweistündiger Mittagsschlaf, sowie das morgentliche zweite Frühstück vor dem Mittagessen sind mir heilig, seitdem ich wieder stille. 

Aber was will ich eigentlich mit all diesen Geschichten sagen: 

Vielleicht nur das eine. Als ich diesen Blog mit Lisa angefangen habe, haben wir Beide eigentlich gewusst, dass wir bereit wären so ziemlich jedes Thema im Rahmen der politischen Korrektheit zu bedienen, außer Gewichtsabnahme. Das ist mir nämlich zu hohl. Und wer sich fragt, warum es das ist, der soll sich jetzt mal bitte Mick Jagger, Simon de Beauvoir, Helmut Schmidt, Goethe, Mutter Theresa, Ghandi oder andere große Dichter und Denker vorstellen, die sich ernsthaft öffentlich dazu äußern. EBEN. 

Wir sind Frauen. Wir sind erhaben über diese Dinge. Und der Artikel von Carolin Kekebus ist wirklich gut gelungen. 

Schönen Samstagabend Euch. Caro xxx

P.S.: Das war das erste und das letzte Mal, dass ich über meinen Afterbabybody geschrieben habe. Horror-Wort!


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6 comments

  1. Trotzdem
    Hallo,

    meine Vorschreiberinnen haben alle nur noch 3-5 kg zuviel drauf. Was soll ich da sagen? Ich habe nach 2 Schwangerschaften immer noch 13 kg zu viel und die gehen trotz Diät und Sport nicht weg :-(. In der ersten Schwangerschaft nahm ich fast 30 kg zu (hatte tierische Wassereinlagerungen und Schwangerschaftsvergiftung). Da war ich noch einigermaßen entspannt, weil ich dachte durch das Stillen werde ich schon ratz fatz abnehmen. Aber denkste. Kein Gramm nahm ich ab. Erst nach dem Abstillen nach ca 13 Monaten purzelten die ersten Kilos. Und promt wurde ich wieder schwanger. Ich hatte solchen Horror mit den damals noch 10 kg zu viel wieder so viel zuzunehmen. In der2. Schwangerschaft waren es dann doch nur 13 kg.. Tja und diese 13 kg kleben an mir. ich muss mich wohl arrangieren oder 🙁

  2. auch ich
    Liebe Caro, auch ich sah vor meiner Schwangerschaft so super schlank aus und war mega stolz trotz ich-esse-gerne-und-viel nie zugenommen zu haben. In der Schwangerschaft habe ich dann 20kg zugenommen. Jetz habe ich zwar noch 3-4kg mehr als vor der Schwangerschaft, aber das ist mir egal. Schließlich bin ich auch nicht mehr 18 und habe einen Mann der zu mir steht und mich auch so vergöttert. Klar ist alles nicht mehr so straff, der busen hängt, dazu die schwangerschaftsstreifen. Durch mein Kind hab ich so viel Selbstbewusstsein drüber zu stehen. Nach meinem (irgendwann) zweiten Kind habe ich geschworen Sport zu treiben damit alles wieder fester wird. Aber so wie ich mich kenne wird das wohl nichts 😀 ich schaffe es bestimmt nicht mal zur Rückbildungsgymnastik. Trotzdem mach ich mich nich verrückt. Solange ich ohne Scham im Bikini rumlaufen kann ist alles gut 😉

  3. Innerer Frieden
    Ich war immer schlank, habe in beiden Schwangerschaften nur Kind zugenommen. Nach beiden Schwangerschaften passten innerhalb weniger Tage wieder die alten Sachen. Aber ohne dass ich selbst so viel dafür getan hätte. War noch nie ein guter Esser was ich wohl jetzt auch an meine Tochter weitergegeben habe. Gesunde Ernährung und auch Sport gehören als feste Bestandteile zu meinem Leben einfach dazu. Und so bin ich im 3. Monat auch noch einen Halbmarathon gelaufen. Wichtig ist mir meiner Tochter (6) schon jetzt ein gutes Vorbild zu sein. Ich war und bin auch nicht zufrieden mit allem an mir, habe jedoch nach Schwangerschaft 2 meinen inneren Frieden gefunden.

  4. Egal!
    Ich hatte bei beiden Kindern mein Ausgangsgewicht 5 Monate nach der Geburt wieder. Damit bin ich zufrieden. Ich passe in alle Hosen und Oberteile. Nur neue BHs waren nötig, weil auch bei mir der Busen nur noch in eine Richtung zeigt- und das ist nicht gerad nach oben…aber egaaal. Ich bin jetzt, auch wenn ich vielleicht insgesamt etwas schlaffer umd weicher am Körper bin, viel zufriedener als zuvor mit meinem Körper. Ich fühle mich fitter denn je, weil ich weiß, was mein Körper alles kann und ich mit den beiden Jungs ständig auf Trab bin! Und nicht nur mein Körper ist weicher, vor allem mein Herz…

  5. Das ist, so kommt es mir vor,
    Das ist, so kommt es mir vor, in den letzten Jahren erst Trend geworden. Dass Frauen nach der Geburt so ganz besonders kritisch beäugt werden. Wundern tut mich das nicht, ist es doch nur ein weiterer Ausdruck und ein Instrument der breit angelegten Diskriminierung und Inbesitznahme des weiblichen Körpers. Noch eine Aufgabe, die Frau erfüllen soll. Nicht nur soll sie eine hingebungsvolle Mutter sein, geduldig und flexibel und weiterhin eine vielseitige Gesprächspartnerin – nein, sie soll gefälligst auch schön fickbar bleiben.

    5 Monate nach der Geburt meiner Tochter habe ich noch 4 Kilo mehr als vor der Schwangerschaft. Mein Bauch und meine Hüften sind irgendwie weich, trotz Yoga und brav erledigtem Rückbildungskurs. Ich weiß nicht, ob mich das ärgert, weil ich einem bestimmten Bild entsprechen möchte oder weil ich mir anders eben ein bisschen besser gefiel. Aber ne Diät mach ich jetzt ganz sicher nicht. Ich hab Hunger. Weil es anstrengend ist mit Baby. Und ich ess was ich möchte. Weil ich es mir verdammt nochmal schuldig bin, gut zu mir zu sein.

  6. Afterbabybode
    Ich muss gestehen, dass ich während der Schwangerschaft mein Körper geliebt habe und mir bis heute mein Bauch fehlt. Vor der Schwangerschaft war ich, wie man so sagt, ein Strich in der Landschaft! Und jetzt, jedes Mal wenn ich nackt vorm Spiegel stehe, denke ich, ja sehr hübsch die Frau. Klar, ein Bäuchlein ist geblieben und die Brust hat nach 15 Monate Stillen den Kampf mit der Erdanziehungskraft verloren. Aber was soll’s. Ich habe einen wunderschönen Jungen, der gesund und glücklich ist. Und wenn ich dafür eine Kleidergröße mehr habe und mein Schrank aussortieren muss, weil viele Sachen nicht mehr passen. Tja, das ist es mir wert!!!! Ich weiss, dass viele Frauen mit ihrem Körper einen Kampf haben, aber liebe Frauen, Mitmamis und auch eure Männer, wir haben ein Leben erschaffen und sollen stolz auf unser Körper sein, weil er uns es ermöglicht hat das kleine Wunder, was wir jeden Abend im Bettchen uns anschauen, zu erschaffen. Wir sind durch Schmerzen und „Bitte einmal richtig atmen und pressen“-Geschrei gegangen! Wir haben fremden Leute erlaubt die intimsten Stellen unseres Körpers zu betrachten und zu berühren. Also freuden wir uns mit unserem Körper an und geniessen das Leben. Es gibt genug andere Sachen über die wir unser Kopf zerbrechen können!