AfD und Fremdenhass – meine Familie tickt ganz anders als ich

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Liebe Stadtlandmama-Leser*innen, ich heisse Marie und brauche mal eure Tipps.

Meine Eltern und mein Bruder sind AFD-Sympathisanten und offen flüchtlingsfeindlich. Ich rede mir den Mund fusselig und dringe weder mit Vernunft noch mit Argumenten zu ihnen durch.

Es macht mich unendlich traurig und auch wütend, denn sie greifen auch mich aufgrund meiner toleranten Meinung an. Ja, mir gefällt auch nicht alles was die Politik tut, manches macht mich auch wütend. Aber die AFD zu wählen und auf Geflüchtete zu schimpfen ist doch keine Lösung.

Ich mache mir auch Sorgen, welchen Einfluss das auf die Enkelkinder ausübt, wenn sie so ein Gerede hören. Ich wäre dankbar über Erfahrungen von euch, wenn ihr in einer ähnlichen Situation gesteckt habt oder steckt. Wie gehe ich weiter vor?

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20 comments

  1. Es ist wirklich eine Tragödie, wenn ich höre, dass eine Tochter den Kontakt zu den Eltern abbrechen soll und dies aufgrund von politisch unterschiedlichen Meinungen. Bestimmte Dinge, sollten heilig bleiben. Mein Tipp : Versuche politische Themen auszublenden und finde eine Flüchtlingsfamilie oder einzelne Person und lade alle zusammen ein. Das habe ich gemacht. Es wird die Meinung deiner Eltern nicht unbedingt verändern, doch sie werden auf jeden Fall nicht mehr so radikal diskutieren, da der „Flüchtling“ ein Gesicht bekommt und eine eigene Geschichte hat.
    Aber niemals den Kontakt abbrechen.
    Violetta

  2. Du wirst sie nicht umstimmen können.

    Daher bleibt nur: Das Thema Politik mit der Familie ausklammern.

    Ich würde klipp und klar sagen: „Wir sind da anderer Meinung und ich werde nicht versuchen Euch zu bekehren. Im Gegenzug hört Ihr aber auch auf mich bekehren zu wollen und mich mit Euren AfD-Themen vollzulabern. Wenn Ihr das nicht respektiert, bin ich weg. Es liegt bei Euch.“

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass so eine klare Ansage Wunder wirken kann. Ich selbst habe im Freundeskreis einige Personen, die verschwörungstheoretischen Ideen folgen und ich mag diese Personen zwar weiterhin, aber ich habe auch keine Lust mir irgendwelche Stories über „Chemtrails“ und ähnlichen Quatsch anzuhören. Also habe ich klar gesagt, dass ich davon nichts hören will.

    Die Leute glauben nun zwar weiterhin was sie glauben, aber ich kann mich mit ihnen treffen, ohne mir jedes Mal irgendwelche Vorträge anhören zu müssen.

  3. Igh finde den Artikel und die Aussagen ehrlich gesagt ziemlich platt und kann nur raten in der Familie im Gespräch und im Diskurs zu bleiben. Es gibt unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen und jemanden gleich als Fremdenfeindlich zu bezeichnen der mit der derzeit vorherrschenden Politik nicht einverstanden ist ist für mich sehr intolerant … es läuft wirklich sehr viel schief im moment und ich kann die Unzufriedenheit und die wir der Menschen im Land echt gut verstehen. Angst ist ein schlimmer Indikator, die seit 2-3 Jahren massiv geschürt wird von der Politik und den Medien. Umso wichtiger ist es gemeinsame Nenner in der Familie und im Freundeskreis zu finden und das zu stärken als sich auf die Spaltung einzulassen und dieser Haus und Hof zu öffnen. miteinander statt gegeneinander 🙏

  4. Wie unten auf Sylvias Beitrag bereits angeschnitten, stellt sich mir hier ganz konkret die Frage, wie die Großeltern etc. reagieren würden, wenn der Vater der Kinder, enge Freunde der Kinder/ Eltern, die Paten der Kinder, befreundete Nachbarn etc. einen ausländischen oder (Flüchtlings-)Hintergrund haben/hätten?
    Wie verhalten sich solche Großeltern/ Onkel, wenn die Enkelkinder, Neffen, Nichten oder Freunde der Familie auf Feiern offenkundig einen Migrationshintergrund haben?
    Was passiert im Jugendalter, wenn der Freund / die Freundin mitgebracht werden? Wenn bis dato dieses Thema tabuisiert wurde und die Großeltern/ Onkel dann entsprechend reagieren oder gar von ihrer Seite den Kontaktabbruch wünschen, ist es für Kinder sicherlich härter und ein viel größerer Schock, da sie nicht die Möglichkeit hatten, über die wahre Gesinnung ihrer Verwandten durch die Mutter/ Eltern informiert zu werden und ggf. eine eigene Entscheidung zu treffen.

  5. Schade, wieviele unbeteiligte hier wieder wissen wie einfach das ganze ist, Kontakt abbrechen und fertig! Interessanterweise schreiben genau die anderen Betroffenen etwas anderes.

    Liebe Marie, du machst das super, dass du dir den Mund fusselig redest und nicht gleich den einfachsten Weg gehst. Ja, Kontaktabbruch kann ein Weg sein, aber je nachdem wie ausgeprägt die „Sympathie“ zur AFD ist und wie sich das zeigt (denn ja, da kann es große Unterschiede geben!), wie sehr das im Alltag eine Rolle spielt und den Enkeln gegenüber kommuniziert wird oder auch nicht, ist, meiner Meinung nach, ein Kontaktabbruch nicht immer nötig bzw. ein guter Weg.
    Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass ich mit zuhören und Fragen stellen mehr erreiche als mit reden. Oft reden alle und reden nur an einander vorbei… Fragen bringen den gegenüber auch viel mehr zum Nachdenken.
    Alles Gute!

  6. Natürlich ist da eine ethisch-moralische Grenze überschritten. Das Gift dieser menschenverachtenden Partei würde ich nie und nimmer auch nur im Ansatz an meine Kinder heranlassen und würde den Kontakt rigoros abbrechen. Und es täte mir nicht mal leid. Zumal du ja auch attackiert wirst…Ein Kontaktabbruch wird insbesondere dir eine Last von den Schultern nehmen.

  7. Ich finde das die AfD etwas differenzierter betrachtet werden sollte. Man kann auch in Anwesenheit der Kinder über politische Parteien und ihre Programmthemen reden, das ist eine ganz gute „Demokratie-Schule“ für Kinder. Nicht umsonst werden auch in Schulen oftmals „Erwachsenenwahlen“ nachgespielt und Wahlergebnisse ausgewertet wo nicht selten Grüne und AfD als stärkste Parteien hervorgehen. AfD und Grüne…..ausgerechnet diese beiden Extrempositionen im Parteienspektrum. Aber die Lehrer und Schüler diskuttieren über diese Ergebnisse, was zum besseren Verständnis demokratischer Prozesse führt. Die Kinder von politischen Diskussionen in der Familie künstlich „abzuschirmen“ halte ich für nicht gut. Am Ende werden sie in eine Welt hinausgelassen, welche sie nicht verstehen und in der sie sich nicht zurechtfinden. Das will doch keiner wirklich.

  8. Tja, was soll ich sagen. Mein Vater ist Landtagsabgeordneter in besagter Partei. Ich handhabe das so: er kennt meine klare Meinung und weiß, dass ich ihn niemals unterstützen werde. Wir reden konsequent nie über politische Themen und ich bin auch schon mal gegangen bzw habe beim Telefonat aufgelegt, wenn es mir zu bunt wurde. Mehr kann ich nicht machen. Familie kann man sich nicht aussuchen. Den Kontakt abbrechen deshalb kämer aber für mich nie in Frage. Ich habe Kinder, die ihren Opa abgöttisch lieben unabhängig von seiner politischen Gesinnung…

  9. Es ist die Meinung deiner Familie.
    was du für dich und deine Familie tun kannst, ist Grenzen für dich und deine Kinder aufzeigen. zB du möchtest nicht damit bequatscht werden. und das deine kinder nicht damit bequatscht werden sollen. einfach ein Tabu thema zwischen euch.
    wenn ihr euch sonst gerne seht und mögt, würde ich versuchen den kontakt nicht zu unterbinden aber klar sagen was in eurer gegenwart gesprochen werden darf und was nicht.
    erst wenn deine familie uneinsichtig ist und das trotzdem macht wäre der letzte weg ein vermeiden des kontakts.
    im normalfall, wenn alle sich gegenseitig schätzen und respektieren sollte das zu schaffen sein!

  10. Liebe Marie, ich beneide dich nicht um die doofe Situation, in der du da steckst und wünsche dir erstmal ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen.
    Ich würde mit meinen Kindern ganz viel darüber sprechen, was und warum du die Einstellungen der Großeltern und Onkel nicht teilst und je nachdem wieviel da tatsächlich an die Kinder getragen wird, würde ich den Umgang ganz klar einschränken/verbieten. Denn das ist keine Umgebung, die ich für meine Kinder möchte.
    Viel Kraft für dich!

  11. Wenn meine Familie „Werbung“ für diese Partei machen würde, die Krieg/Raub/Erpressung/Mord/Unterdrückung und Vergewaltigung usw. unterstützen will, dann würde ich meinen Kindern keinen Kontakt mehr zu meiner Familie erlauben.
    Ich bin auch mit vielem nicht einverstanden, aber auf Stimmenfang zu gehen, um Deutschland als „Alternative“ weiterhin/wieder von „diesem“ Russland abhängig zu machen – definitiv nein!!

  12. Hallo Marie,

    wie sieht es denn mit den sonstigen Werten innerhalb der Familie aus? Wenn du mit diesen gut klar kommst und sie deine Kinder toll behandeln,würde ich das politische als Tabuthema deklarieren. Seitdem wir dies in unserer Familie eingeführt haben, ist es deutlich harmonischer.Denn meine beiden älteren Geschwister sind wie Feuer und Wasser ( Wissenschaftlerin vs.Homöopathie; Impfpflicht vs.Impfskeptiker etc.). Mittlerweile können wir einen Streit häufig entspannen, indem jemand einfach das Wort “ Tabuthema“ in die Runde wirft. Dann wird das Thema fallen gelassen.
    Und je älter die Kinder werden, desto mehr Erklärungen kann man ja geben :ich finde die Einstellung die Oma und Opa haben gar nicht schön und finde es sogar mehr als schwierig,Menschen unterschiedlich zu behandeln und manchmal muss ich meinen Ärger auch beiseite schieben. Ich mag aber sehr wie sie mit dir umgehen. Ich finde es toll,dass du so einen Spaß mit ihnen hast.
    Auch wenn man unterschiedlicher Meinungen ist, gibt es trotzdem gemeinsame Verbindungen. Kinder können ja auch daran wachsen zu sehen, wie man mit Konflikten umgeht.

    1. Hallo Marie,

      in unserem Familienkonflikt ging es nicht nur um Parteien sondern auch um anderes Weltgeschehen. zunächst haben wir es auch mit informieren und fragen/ reden probiert. Eine Weile hat ein „nicht Angriffspakt“ geholfen. wir kamen auf den Nenner, dass wir uns wirklich uneinig sind und einfach das Thema vermeiden sollten. Irgendwann hat das nicht mehr geklappt, wenn gewisse Themen angesprochen werden versuchen wir konsequent zu ignorieren, nicht zu antworten, nicht sichtbar zu reagieren und suchen ein anderes Thema. Leider hat sich der Kontakt auch eingeschränkt.
      Das Alter der Kinder spielt natürlich eine Rolle, ich würde versuchen durch Gespräche Unternehmungen und z.b.Bücher auszugleichen und versuchen der anderen Partei klar zu machen, dass wir nicht wollen das unser Kind z.b. Fremdenhass ausgesetzt wird.

      ich wünsche dir von Herzen ganz viel Kraft!
      liebe Grüße Jutta

  13. Jetzt wäre es natürlich hilfreich zu wissen, wie alt Marie ist und ob schon Enkelkinder da sind?
    So traurig die Situation ist, hilft nur die “ Meinung “ zu akzeptieren ( was ja auch jeder andere Mensch erwarten kann). Mit Umerziehung ( bei Erwachsenen!) erreichst Du nur Abwehr. Meinungsaustausch okay, Umerziehung nein. Und die Entscheidung über den Kontakt der Enkel liegt immer bei den Kindeseltern.
    Und, so gut das vielleicht gemeint ist, die Art und Weise ( auch noch “ öffentlich“) kommt überhaupt nicht gut an. Man kann nur jeden Menschen auf seine eigene Art leben lassen. Toleranz ist eben auch genau DAS zu können. ( sonst ist man selbst nicht tolerant/ liberal) Oder würdest Du Dich umerziehen lassen und Deine Meinung aufgeben? Gleiches Recht für ALLE!

    1. Totaler Quatsch!
      Wenn der Partner oder Freunde der Kinder / der Eltern einen ausländischen Hintergrund haben / hätten, würden diese sicherlich bei solch fundamentalen Meinungen nicht akzeptiert bzw. bei Feiern etc. nicht genauso (!) nett und freundlich behandelt, wie ALLE anderen Gäste.
      Aus diesem Grund, weil ein menschliches, freundliches, harmonisches Miteinander nicht gewünscht oder dagegen sogar gehetzt wird, kann Toleranz nie einseitig gelebt werden. Wie alles im Leben ist es ein Geben und Nehmen und wenn die Waage im in Schieflage hängt, sollte man für das eigene Wohlergehen -so schmerzlich es ist- auf den Kontakt verzichte, ihn massiv einschränken oder wenn es ausreichend erscheint das o.g. „Tabuthema“ einführen. Ich befürchte nur, dass das aus den ausgeführten Gründen in dieser Konstellation nicht möglich sein wird und es letztlich mehr als nur eine theoretische Auseinandersetzung über ein heikles Thema ist, sondern ganz konkret das soziale Miteinander beeinflusst.

      1. Hass ist keine Meinung. Wenn alles Reden nicht hilft, gibt es nur eine Konsequenz: Kontaktabbruch. Es geht auch um deine Kinder, die Enkelkinder.

  14. Liebe Marie,

    Das klingt nach einer belastenden Situation für dich. Ich kann dir empfehlen, dich mit Gewaltfreier Kommunikation nach Marshall Rosenberg zu beschäftigen (am besten . Hinter ihrer Ablehnung stecken mir Sicherheit Ängste oder auch Wut aufgrund nicht erfüllter Bedürfnisse. Wenn du diesen Bedürfnissen auf den Grund gehst (und dabei hilft dir die GFK), kannst du dich wieder mit ihnen verbinden. Und du kannst es dann auch schaffen, deine Ansichten dazu zu äußern, ohne dass sie dich dafür angreifen (bzw wenn sie sich angreifen, kannst du darauf gut reagieren). Ich denke leicht ist das nicht, aber es lohnt sich bestimmt, wenn dir der Kontakt und die Beziehung zu deiner Familie wichtig sind. Gerade wenn du mit Vernunft und Argumenten nicht weiter kommst, kann die GFK dir helfen. Denn sie basiert auf Kommunikation zu Bedürfnissen, und die sind für alle Menschen gleich. Ist etwas schwierig in wenigen Sätzen zu erklären :-).

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