Psychische Gesundheit von Kindern – wir müssen viel mehr dafür tun!

Ihr Lieben, 2020 war für uns alle ein krasses Jahr. Jede Familie ist anders mit den neuen Herausforderungen umgegangen und jede Familie steckt sie auch anders weg. Einige fanden diese Zeit schon entschleunigend, andere einfach nur schrecklich. Und immer wieder erreichen uns auch Nachrichten von Müttern, die sich Sorgen um ihre Kinder machen, weil diese sich in diesem Jahr komplett verändert hätten. Psychische Gesundheit bei Kindern – ein Thema, das noch viel zu wenig Beachtung findet. Wir haben mit Tilman, einem der Gründer von Aumio – einer Achtsamkeits-App für Kinder, genau darüber unterhalten:

27 Prozent aller Schulkinder zeigen psychische Auffälligkeiten, schreibt Ihr auf Eurer Internetseite. Was meint Ihr: Inwieweit hat die Corona-Pandemie Einfluss auf diese Zahl?

Enge, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und kaum soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und Verwandten: All dies sind einschneidende Veränderungen im täglichen Leben von Kindern. Das macht vielen zu schaffen. Schlafstörungen, Stress und Konzentrationsprobleme sind häufig die Folge. In einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gaben zwei Drittel der befragten Kinder eine verminderte Lebensqualität und ein geringeres psychisches Wohlbefinden an. Besonders schwierig für Kinder ist die Unsicherheit und die fehlende Aussicht auf ein baldiges Ende der Einschränkungen. In einer solchen Situation braucht es Geduld, Verständnis und Akzeptanz. Und genau dabei kann Achtsamkeit helfen, auch den Jüngsten unter uns.

Wir Eltern gehen mit den Kindern regelmäßig zum Arzt, um die körperliche Entwicklung zu untersuchen – wird Eurer Meinung nach die mentale Gesundheit bei Kindern vernachlässigt?

Die psychische Gesundheit erhält in unserer Gesellschaft insgesamt noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Besonders im Kindesalter findet das Thema häufig kaum Beachtung. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Großteil aller psychischen Probleme ihren Ursprung früh im Leben haben – 50% aller psychischen Probleme entstehen vor dem 14 Lebensjahr. Viele Probleme, die sich erst später im Leben manifestieren, könnten durch einfach präventive Maßnahmen verhindert werden. 

Gute Ernährung und Sport gehören heute genauso zum Alltag der meisten Kinder wie das regelmäßige Zähneputzen – warum nicht auch öfter mal auf die geistige Hygiene achten? Mit kleinen Übungen kann die mentale Gesundheit von Kindern gezielt gefördert werden. Das fördert nicht nur das Wohlbefinden im Hier und Jetzt, sondern hilft den Kindern dabei, Stärke und Resilienz zu entwickeln, wovon sie ihr Leben lang profitieren werden.

Welche psychischen Auffälligkeiten sind denn am häufigsten?

Das ist je nach Altersgruppe unterschiedlich, die meisten Auffälligkeiten zeigen sich aber bei Kindern zwischen 9 und 11 Jahren. Bei jüngeren Kinder um die 6, 7 Jahre sind die häufigsten Auffälligkeiten Sprachentwicklungsprobleme, denen häufig auch soziale Angst zugrunde liegt.

Danach folgt ADHS in verschiedenen Ausprägungsformen, die gekennzeichnet sind durch Aufmerksamkeitsprobleme, einen übermäßiger Bewegungsdrang oder häufige Wutanfälle. Doch auch emotionale Störungen, also stark ausgeprägte Schüchternheit, Angst und Nervosität oder Depressionen spielen bei jüngeren Kindern schon eine Rolle. Hier nehmen die Auffälligkeiten ab 9, 10 Jahren stetig zu und werden über die Jugend immer ausgeprägter. 

Ihr empfehlt schon für Kinder Meditation und Achtsamkeits-Training. Was soll das bewirken?

Achtsamkeit beschreibt die Fähigkeit, bewusst und aufmerksam im Moment zu sein. Viele Kinder sind von Natur aus erstmal sehr neugierig und so meistens schon sehr achtsam. Die vielen Unruhen und Reizüberflutung des Alltags führen jedoch auch bei ihnen dazu, dass sich der Autopilot einstellt und sie beginnen unbewusst, gestresst und in Gedanken verloren durch das Leben zu fliegen. 

Durch regelmäßiges Einüben von Achtsamkeit, beispielsweise durch Meditation, lässt sich das Gedankenkarussell leichter stoppen. Und Stress und Sorgen lassen sich auch mal abschalten. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen Gefühle hilft zudem dabei, Mitgefühl zu entwickeln – für andere, aber auch für sich selbst. All diese Eigenschaften wirken sich bei Kindern positiv auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche aus.  

Ihr habt Aumio entwickelt – was genau ist das?

Aumio ist eine App mit Meditationen und Geschichten für Kinder ab 6 Jahren, die wir gemeinsam mit Expert*innen an der Freien Universität Berlin entwickelt haben. Das Ziel der App ist es, Übungen zur Achtsamkeit kindgerecht in spielerische Kurse zu verpacken und ihnen Tools an die Hand zu geben, die ihnen im Alltag helfen können.

Neben Kursen zu Themen wie Konzentration oder Entspannung gibt daher es nun auch einen Kurs, der speziell für die Corona-Situation entwickelt wurde und der Kindern dabei helfen soll mit den aktuellen Schwierigkeiten besser umzugehen. Außerdem werden Kinder-Yoga Videos und Schlafgeschichten angeboten, die den Alltag in den eigenen vier Wänden erleichtern sollen.

Wie wirkt sich Aumio auf Kinder aus? 

Aumio hilft Kindern in erster Linie dabei sich besser zu konzentrieren oder sich zu entspannen. Wir beobachten dass die Übungen insbesondere die Konzentration und Aufmerksamkeit stärken. Kindern hilft ein Training mit Aumio dabei, sich weniger ablenken zu lassen und beim Lernen fokussiert zu bleiben – ob zuhause oder in der Schule. 

Durch zu viele Reize finden viele Kinder oft abends außerdem nicht die Ruhe abzuschalten und einzuschlafen. Wir bieten Meditationen, Entspannungsübungen und Traumreisen, die dabei helfen, schneller ein- und erholsamer durchzuschlafen. Außerdem bieten wir Kinder-Yoga Videos und Entspannungsgeschichten, die Kindern dabei helfen herunterzufahren.

Zudem lernen Kinder in den Geschichten bei Aumio wertvolle Kompetenzen für ihr Leben. Und sie verstehen: ich bin nicht allein. Auch andere Kinder haben Ängste, Sorgen oder können manchmal mit ihrer Wut nicht umgehen. Was das überhaupt ist – Angst und Wut – das erfahren Kinder in Aumios Abenteuern und erfahren dann, wie sie im Alltag mit diesen starken Gefühlen umgehen können.

Viele Eltern wollen die Kinder ja eher weg vom Smartphone holen – warum ist Eure App etwas Sinnvolles auf dem Handy?

Wir sehen in Studien, dass Kinder sich in der Corona Zeit häufig an das Smartphone gewendet haben, um dem Alltag zu entfliehen und Ablenkung zu finden. Natürlich ist es schöner, wenn sie dafür auch andere Möglichkeiten haben. Früher oder später werden Kinder jedoch den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten lernen müssen. 

Es kommt dann vor allem darauf an, auf die Qualität der Inhalte zu achten, welche Kinder auf Smartphone oder Tablet anschauen und ihnen einen bewussten Umgang damit beizubringen. Youtube und viele Spiel-Apps sind hier oft keine gute Wahl: Sie sind darauf ausgerichtet die Kinder so lange wie möglich vor dem Bildschirm zu halten. Mit Aumio haben wir eine App geschaffen, mit der Kinder auf eine achtsame Art und Weise interagieren können. Dabei wird das Smartphone auch mal weggelegt, wenn es an eine bewegte Übung geht. Bei anderen Übungen werden die Augen geschlossen und es wird einer Meditation oder Traumreise gelauscht.

Was ist Euer persönlicher Hintergrund und warum was das Thema ein Anliegen für Euch? 

Die Idee für Aumio stammt von unserem Gründer Jean Ochel (Psychologe und Achtsamkeitstrainer), der Aumio vor dem Hintergrund einer persönlichen Leidensgeschichte entwickelt hat. Jean: “Als Kind und Jugendlicher war ich selbst von ADHS und Angstproblemen betroffen. Das machte das Heranwachsen mal mehr, mal weniger herausfordernd. Im Umgang mit anderen war es teilweise schwierig, das meiste Leid steckte jedoch in mir drin und machte ich mit mir selbst aus. Daher konnten meine Eltern auch nicht wissen, dass ich vielleicht zusätzliche Unterstützung gebraucht hätte. Und tatsächlich ist das bei den meisten Kindern mit psychischen Schwierigkeiten noch heute so. Viele leiden im Stillen. Im Psychologiestudium habe ich dann Achtsamkeitsübungen und Meditation als wirksame Technik entdeckt – das hat mir damals sehr geholfen. Ich hatte auf einmal nicht mehr diese impulsiven Wut-Momente, konnte mich beim Lernen deutlich besser konzentrieren und wurde vor allem nicht mehr von so vielen zweifelnden Gedanken geplagt. Ich war rundum zufriedener und dachte mir: warum konnte ich das nicht schon eher haben?”

Wer möchte, kann sich HIER noch mehr Infos über Aumio holen. Wir finden: Aumio ist eine tolle Idee, unsere Kinder mental zu unterstützen. Um alle Familien schnell und unkompliziert zu unterstützen, hat sich das Team von Aumio (siehe Foto unten) entschlossen, die App bis zum Ende des Jahres kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Probiert es doch einfach mal aus!

Und: Zur Weihnachtszeit veranstaltet Aumio eine „Achtsamkeits-Challenge“ mit einem besonderen Gewinnspiel: Pro abgeschlossener Achtsamkeitsübung (Dauer 5 Min.), sammelt man Abzeichen in Form von Sternen, die im persönlichen “Reisepass” in der App angezeigt werden. Bei 4 Sternen erhält jede*s Kind ein Aumio-Stickeralbum von uns geschenkt. Zusätzlich verlost Aumio unter allen Einreichungen drei Tonie-Figuren, die mit Aumio Geschichten bespielt sind. Mitmachen kann jede*r – einfach einen Screenshot mit den 4 Sterne machen und an info@aumio.de senden.

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