Tobi Hebbelmann: Erst Chor für Menschen mit Demenz, jetzt Kindermusik

Kindermusik aus Köln

Foto: Ben Wolf

Ihr Lieben, wir sind ja immer wieder fasziniert, wie sehr Kinder ihre Eltern inpsirieren. Und freuen uns dann umso mehr, wenn Mütter und Väter etwas daraus machen. Wir hier bloggen fröhlich drüber – und Tobias Hebbelmann schreibt Songs. Er ist Zweifachvater und Pianist und Chorleiter und nun als Papa Müsli auch noch Kindermusiker. Uns hat er verraten, welches Kinderlied er das absolut schlimmste findet, wie er es schafft, auch als Zweifachvater noch Kind zu bleiben und am Ende könnt ihr sogar noch drei CDs mit GUTEN Kinderliedern von ihm gewinnen, die auch Mama und Papa nicht auf die Nerven gehen…

Lieber Tobi, wie schaffst du es eigentlich, dir als Papa das Kind in dir zu bewahren?

Ich bin von Natur aus ein sehr humorvoller, entspannter und positiver Mensch, der super gerne Quatsch macht und nicht alles so ernst nimmt. Vielleicht ist das eine ganz gute Grundvoraussetzung dafür.

Vincent und Jakob mit ihrem Papa Müsli. Foto: Thomas Zimmer

Dieses Kind, das da noch in dir steckt, hilft dir das beim Produzieren deiner Kinderlieder? Oder sind die viel größeren Helfer eher deine eigenen Söhne Jakob und Vincent?

Die Inspiration für viele Themen in meinen Kinderliedern kommen definitiv von Jakob und Vincent. Beim Produzieren selber hilft es mir total, dass ich den kleinen wilden Jungen, der sich nicht an Regeln hält, gerne auch mal andere veräppelt und viel Blödsinn im Kopf hat, noch tief in mir trage. Manchmal bin ich glaube ich etwas zu albern, ich selber finde das aber ok ;-). Dieses „sich nicht an Regeln halten“ und „nicht alles zu ernst nehmen“ ist eine gute Arbeitsgrundlage bei meinen Kinderliedern.

Du warst irgendwann so genervt, von dem, was da aus dem Kinderzimmer deiner Jungs dudelte, dass du selbst Lieder für sie erfunden hast. Was erzählst du in diesen Liedern?

So sieht Tobi aus, wenn sein Sohn nachts um 4 ein Müüüüsli verlangt. Foto: Stephen Petrat

In den meisten Liedern erzähle ich ehrlich gesagt nur, was ich im Alltag mit meinen Jungs so erlebe. Papa Müsli ist nicht zufällig entstanden. Als Jakob ca. 1,5 Jahre alt war, ist er regelmäßig nachts wach geworden und hatte Hunger. Er hat mich dann immer mit der freundlichen Aufforderung „Papa Müsli“ geweckt, so haben wir viele, viele Nächte gemeinsam bei Müsli in der Küche verbracht.

Dann gab es mal so eine „Nö“-Phase. Egal was ich gefragt habe, die Antwort war Nö. Daraus ist dann der Song „Mein Lieblingswort ist Nö“ entstanden. Die Situationen sollten vielen Mamas und Papas bekannt vorkommen…

Tobi mit seinem Sohn: Nö. Foto: Thomas Zimmer

Känguruh dich doch mal aus ist auch aus so einer Situation entstanden. Man ist der Meinung, der „Kleine“ sollte doch jetzt mal einen Mittagsschlaf machen. Pustekuchen. Er denkt an alles andere, aber nicht an schlafen, hüpft wie ein wildgewordenes Känguru im Bett herum, macht Quatsch… irgendwann gibt man dann auf!

Das Schöne an diesen Themen ist, dass sich in den Liedern sowohl die Kleinen als auch die Großen wiederfinden.

Verrätst du uns das schlimmste Kinderlied, das je in deine Ohren geriet?

DIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEE TÜREN VOM BUS GEHEN AUF UND ZU, AUF UND ZU, AUF UND ZU, DIE TÜREN VOM BUS GEHEN AUF UND ZU, STUUUUUUUUUUUUUNDENLANG. Dicht gefolgt von: TSCHU TSCHU WA TSCHU TSCHU WA ALLE KINDER DA, TSCHU TSCHU WA TSCHU TSCHU WA MIT DER EISENBAHN produziert im Stil eines billigen Ballermannschlagers.

Und das Tollste?

Tobi, wie er känguruht. Foto: Stephen Petrat

Das ist schwer. Ich selber bin mit Rolf Zuckowski groß geworden. Vor allem in der Vorweihnachtszeit dürfen die Winterkinder nicht fehlen. Ansonsten mag ich besonders gerne Lieder, die mit Humor spielen. Im Moment z. B. Giraffenaffen mit „Ein Nilpferd muss aufs WC“ oder Deniz & Ove mit „Krümelkind“.

Mein absoluter Favorit ist aber ein Gute-Nacht-Lied: Wisst ihr wie die Elefanten abends geh‘n zur Ruh. Davon ist auch eine Coverversion auf dem Album gelandet.

Du bist echt ein renommierter Musiker, leitest den Chor für Menschen mit Demenz, der durch das ZDF so bekannt wurde, bist musikalischer Leiter der Kabarettshow „Stunk – alles andere ist nur Karneval“, bist Pianist am Haus der Springmaus und Sidekick von Eddi Hüneke von den Wise Guys. Erzähl uns doch bitte, warum du dich trotzdem Papa Müsli nennst ;-)?

Das liegt glaube ich daran, dass ich nur zu 50 Prozent als Musiker arbeite. Die anderen 50 Prozent bin ich Hausmann und Papa. In meinem Fall lässt sich Familie und Beruf ganz gut vereinbaren. Als Kinderkünstler wollte ich einen Namen haben, der nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern Kindern auch vertraut ist. „Papa“ kennt jeder, „Müsli“ kennt jeder, das hat irgendwie etwas Vertrautes, Familiäres und Gemütliches.

Tobi Hebbelmann und Annette Frier mit Orchester und ihrem Chor für Menschen mit Demenz. Foto: Jan Rothstein

Ich hab selbst grad nochmal mit Klavierunterricht begonnen, für mich ist Musik – und vor allem, sie selbst zu erschaffen – so eine neue Ebene. Anders als alles andere. Ist sie das für dich auch?

Auf jeden Fall. Ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, wie (meine) Musik Menschen Freude macht. Das kann man schwer vergleichen mit irgendetwas. Musik weckt Emotionen, macht Welten auf, man kann zu Musik tanzen, man kann zu Musik träumen, man kann weinen, man kann lachen. Diese wahnsinnige Bandbreite schätze ich so sehr daran. Super cool, dass du mit dem Klavierspielen angefangen hast, viele Erwachsene trauen sich das nicht, dabei ist es dafür nie zu spät! 🙂

Was wünschst du dir für die Ohren der Kinder dieser Welt?

Dass sie erstmal offen sind und zuhören, egal, wer etwas erzählt, was der oder die Gegenüber zu sagen hat und was die Message ist. Im Lied „Komm mit mir ins Land der Träume“ heißt es: Komm mit mir ins Land der Träume, wo die Lauten und die Leisen mal die Ohren spitzen um zu hören wie’s dem ander’n geht. Komm mit mir ins Land der Träume, wo die Jungen und die Alten sich auf gleicher Höhe in die Augen sehen und versteh’n.“ Das trifft es eigentlich ganz gut.

Und jetzt dürfen wir auch noch etwas verlosen, erzähl doch mal, was du uns da mitgebracht hast…

Seitdem mein Großer (Jakob, mittlerweile 6 Jahre alt) auf der Welt ist, hatte ich die Idee, eine eigene Kinderlieder-CD zu machen. Irgendwie habe ich es nie hinbekommen, mich dann aber im letzten Jahr endlich drangesetzt. Jetzt ist es endlich soweit und „Papa Müsli Vol. 1“ ist da. Eine CD mit 11 Liedern für den Tag und die Nacht, mit tollen Musikern und viel Liebe produziert. Garantiert geeignet für Klein und Groß!

Und ihr könnt jetzt drei dieser CDs hier bei uns gewinnen. Kommentiert uns dazu bitte einfach, welchen Lieblingssong ihr oder euer Kind hat, wir losen dann aus! Ganz viel Glück und schöne Töne für euch! Wir drücken die Daumen!

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28 comments

  1. Unsere 3 Jungs hören aktuell „The Wellermann“ rauf und runter und in allen Versionen. Geliebt wird auch der Titeltrack von den Pinguinen aus Madagaskar und King Julien. Über eine CD von Papa Müsli würden wir uns sehr freuen!

    1. Meine Zwillinge mochten immer gern von Herrmann van Veen „Warum bin ich so fröhlich? “ Sie hörten es immer und immer wieder. Erst einige Jahre später kam dann der Film im Fernsehen mir der kleinen Ente dazu. Da waren sie dann 6 Jahre alt und liebten diese kleine Ente sehr.

  2. „Häschen hüpf“ von Deine Freunde und „Boom Shakkalakka“ von DIKKA sind hier bei unserer Fünfjährigen sehr beliebt. Der Einjährige wippt bei allem mit, sogar wenn ich ihm etwas vorsinge. 😉 Würden uns über neue musikalische Einflüsse freuen! Beide Kinder lieben es, die Stereoanlage zu bedienen und drehen die Musik so richtig schön laut auf.

  3. Meine Tochter (heute genau 1 Jahr alt) liebt es, wenn Oma „Der Kuckuck und der Esel“ für sie singt -obwohl Oma eigentlich gar nicht so gut singen kann 😉

  4. Unser fast 4jähriger liebt gerade „Fledi Fledermaus“. Und zum Einschlafen singt er gerne, mittlerweile mit mir zusammen, „my bonnie is over the ocean“….
    Unsere 7 jährige favorisiert vor allem die Titelsongs ihrer aktuellen Lieblingshörbücher.
    Wir würden uns sehr über die CD von Papa Müsli freuen.

  5. Hallo!

    Das klingt doch echt prima. Kindermusik, die man auch als Erwachsener (noch) hört, ist die beste. Darum höre ich auch immer noch alles von Rolf Zuckowski. Meine Favoriten wechseln, aber ganz abgesehen von den Weihnachtsliedern sind es „Du brauchst ein Lied“ und „Oma liebt Opapa“.

    Und mein kleiner Krümel (6 Monate alt) liebt es, wenn ich ihm „Die Affen rasen durch den Wald“ und „5 kleine Fische“ vorsinge.

    Über eine CD mit coolen Kinderliedern zum groß werden würden wir uns freuen 🙂

  6. Das „Lieblingslied“ meiner Tochter ist im Moment das Intro von Feuerwehrmann Sam, wird rauf und runter gesungen.

  7. Guten Morgen, wir lieben hier Mira mit „ich bin ich“. Von Papa Müsli habe ich noch nie gehört, hört sich aber auch mega an. Wir würden uns total über die CD freuen!

  8. Hier einer von vielen Dauerbrennern: Häschen hüpfen von Deine Freunde.
    Wir würden uns sehr freuen über Tobis CD freuen, da ich Tobi bereits via Eddi Hünnecke „kenne“ und Papa Müsli bestimmt hier gut ankommt.

  9. Meine Töchter lieben beide „Der Kuckuck und der Esel“, die Große mag im Moment „Schmetterling, du kleines Ding“ am liebsten, denke ich.
    Über die CD und neue schöne Lieder würde ich mich sehr freuen!

  10. Ich krieg hier schon wunde Ohren, brauche dringend andere Musik für die Kinder (1-7). Bei uns läuft grad viel Stern des Südens (FC Bayern, bei meinen Großen hat das Fußballfieber um sich geschlagen) und Schokolade.

    1. Huhu…. Bei uns ist wirklich im Sommer wie im Winter „In der Weihnachtsbäckerei“ der Dauerbrenner. Vielleicht schaffen wir es mit Papa Müsli den ein oder anderen neuen Ohrwurm zu bekommen….Zeit wird es😀

  11. Mit Musik geht doch gleich vieles viel leichter. Das aktuelle Lieblingslied unserer Kinder ist ein Lied aus meiner eigenen Kinderchorzeit: Tante Trude Truppenstein.

    1. Genau wie Tobi Hebbelmann sind wir auch mit Rolf Zuckowski groß geworden, weshalb seine Lieder auch heute noch rauf und runter laufen. Ganz beliebt bei unserem 2 Jährigen (und auch bei uns 😉 ) sind aktuell aber vor allem „Die Piraten“ von Eddi und Dän 🙂

    1. Meine Tochter liebt „Schwuppdiwupp die Leni“ von Frederick Vahle. Das Lied hat sie rauf und runter gehört. Mein Sohn hört gerne das Lied von der Eule mit der Beule.

  12. Bei uns steht Rolf Zuckowski ganz oben auf der Liste und der „Rolltreppenmax“ sowie einige spanische Lieder. Aber neue Songs sind auch immer willkommen! Wir würden uns riesig freuen! LG Miri

  13. Bei uns steht gerade in der Weihnachtszeit „In der Weihnachtsbäckerei“ immer noch ganz hoch im Kurs.

    Ich musste gerade so lachen, als ich die Lieder,
    die bei Tobi gar nicht gehen, gelesen habe, weil ich feststellen musste, dass wir da wohl was gemeinsam haben. Diese beiden Titel
    liefen hier eindeutig ein bisschen zu oft 😂😂😂

  14. Hallo ; )

    wir haben drei Kinder zwischen zwei und acht Jahren, und alle lieben die Songs auf dem Album „Krümelmucke“. Dort ganz besonders „Eine Giraffe mit Halsweh“, „Die Fee im Tee“ und „Pfützenhüpfen“.

    Ein zweites Lieblingsalbum ist der Traumzauberbaum. Von diesem singen wir morgens sehr oft das „Aufwachlied“ und wenn es regnet „Eine dicke Regenwolke“.

    Wir würden uns sehr über neuen Musik-Input freuen!

    Liebe Grüße
    Kim

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