Stadtleben

30/12/2015 - 08:15

Stadt-Mama Katharina

Wieviel Mode brauchen Kinder?

Liebe Lisa, die Tage zwischen den Jahren sind ja berühmt für ihre besondere Stimmung. Mit Glück muss keiner arbeiten, die Kinder sind immer noch völlig aus dem Häuschen wegen Weihnachten und die Vorbereitungen für Silvester laufen schon wieder auf Hochtouren. Und in den Geschäften geht es zu wie auf dem Rummelplatz, weil fast alles auf SALE ist. Ich war gestern so irre und bin auf den Kudamm gefahren. Die Masse an Menschen hat mich fast erschlagen – aber die Aussicht, gute Teile für 50 Prozent off zu bekommen, hat mich doch sehr gereizt.

Ich kaufe viel im Sale. Vorallem für die Kinder. Nicht Alltagssachen wie Strumpfhosen, sondern eher besondere Teile für besondere Anlässe. Es gibt zwei Marken, die machen soooo schöne Klamotten, genau so, wie ich es mag. Schlicht, nicht zu bunt, ohne diese schrecklichen Aufdrucke, gute Qualität. Aber leider eben ganz schön teuer. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich mitkriege, dass sie die Klamotten reduziert haben.  

Meine Tochter ist ja gerade 5 Jahre alt geworden und im Gegensatz zu vielen Mädchen in ihrem Alter zieht sie jeden Morgen noch das an, was ich rauslege. Deshalb bin ich auch bisher immer ohne sie einkaufen gegangen. Gestern hab ich sie gefragt, ob wir zusammen auf den Kudamm fahren wollen und für sie einkaufen gehen. Ich bin mir sicher, dass sie das bis vor ein paar Wochen noch total öde gefunden hätte. Aber jetzt war sie begeistert dabei und wir haben einen richtigen Mädchen-Nachmittag gemacht. Es war herrlich und wir haben einige tolle Schnäppchen mit nach Hause gebracht.

Trotzdem ist mir wichtig, dass das Thema Klamotten bei meinen Kindern nicht zu dominant ist. Natürlich bemerkt meine Große, dass ich mich zu Feiertagen oder Festen rausputze, aber ich möchte, dass sie selbst sich so lange wie möglich so wenig wie möglich Gedanken darüber macht, was sie anzieht. Ich kenne zwei Kinder, die bereits in der Grundschule nur noch Kleidung von bestimmten Marken anziehen wollen und die ihre Freunde auch danach aussuchen, was diese tragen. Ein schrecklicher Gedanke, oder?

Als ich in der Grundschule war, trug ich überwiegend die Kleidung meiner großen Brüder auf. Was mir aber gar nicht so bewusst war. Und meinen Mitschülern auch nicht. Irgendwie trugen wir alle braun-grün-rote Cordhosen und irgendwelche Pullis drüber. Niemand wurde bei uns ausgelacht, weil sich seine Eltern keine Markenklamotten leisten konnten. Lange Zeit war ich absolut unbelastet war Mode anging. Nicht das Schlechteste, wie ich heute finde...

Denn ist es nicht so: Mode macht Spaß - aber es ist doch so viel wichtiger, was für ein Mensch in den Klamotten steckt...

Tags: Einkaufen, Sale, Klamotten, Kinderkleidung, Berlin, Kudamm

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Kommentare

Anni — Mi, 12/30/2015 - 11:43

Für beide Kinder versuche ich so wenig wie möglich zu kaufen Die meisten Sachen, vor allem in den ersten Jahren haben wir von Freunden geliehen oder gebraucht gekauft. Die Kleidung war in Ordnung und ganz normal. Nicht kaputt, aber auch nicht stylisch. Die Grosseltern schenken ganz gerne ab undizu was. Das ist meist nicht mein Geschmack, aber den Kids gefällt es. Ich kaufe selten (2 oder 3 Teile pro Kind und Saison) stylische, neue Sachen von skandinavischen Labels. Viel wichtiger finde ich, dass die Kleidung unter vernünftigen Bedingungen uns aus vernünftigen Rohstoffen gefertigt wurde. Also rein theoretisch sollte wirklich viel mehr gebrauchte Kleidung aufgetragen werden. Praktisch funktioniert das bei uns aber auch nicht zu 100Prozent. Modische Aspekte werden natürlich für die Kids auch wichtiger. Oft schon im Kindergarten, spätestens in der Schule. Tja, gar nicht so leicht ;-) LG von Anni.

Nicole Brokate — Do, 12/31/2015 - 08:15

Interessanter Beitrag. Mir ist die Kleidung unserer Tochter schon wichtig. Ich mag die bunten Aufdrucke nicht und ziehe sie lieber schlicht an. Oft ist es nicht einfach etwas Passendes zu finden und ich kaufe ebenfalls viel und gerne im Sale. Kleidung in der Schule war bei uns leider schon ein Thema. Nicht unbedingt in der Grundschule, aber ab der fünften Klasse ging es los. Und leider war ich genau zu diesem Zeitpunkt ein ziemlicher Außenseiter und wurde wegen meiner Kleidung (ich trug damals gerne Jungsklamotten) gehänselt. Meine Eltern waren nie richtig mit mir shoppen und meine Großeltern haben mein Leid durch ihren Geschmack nicht unbedingt verbessert. Für meine Tochter wünsche ich mir, dass sie so etwas nicht durchleben muss und daher ist mir ihre Kleidung doch recht wichtig. Liebe Grüße Nicole

alexandra — Di, 01/05/2016 - 08:59

ich finde es sehr wichtig dass kleidung nicht selbst von kindern oder unter schlechten bedingungen hergestellt wird, dass keine gifitgen farben und produktionsstoffe verwender werden und dass sie dann nicht von abzockerischen konzernen verkauft wird. man muss sehr gut hinsehen bei den firmen und lange suchen, bis man süsse sachen finder, die diese kriterien erfüllen. bei kindern ist es beinahe noch einfacher als bei erwachsenen. aber ich kann verstehen dass viele eltern einfach nicht 17 euro für einen guten body ausgeben können kleidung weitergeben bzw tauschen ist auch eine super sache um die ressourcen zu schonen. v.a. denke ich dass den kindern vermittelt werden soll, dass "mehr zu haben" nicht schöner und erstrebenswerter ist.

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