Zum Weltfrühgeborenentag: Kein Besuch auf der Intensivstation? „Dann kommen wir eben per Video zu dir…“

Baby im Tragetuch

Das Baby schmiegt sich an. Foto: pixabay

Ihr Lieben, unsere Leserin Susanne Bürger setzt sich sehr für Eltern ein, deren Kinder als Frühchen weit vor dem Termin auf die Welt kamen und die sich plötzlich und unerwartet auf einer Kinder-Intensivstation wiederfinden. Sie hat nicht nur selbst eine Frühgeburt erlebt und viel Klinikerfahrungen gesammelt, sondern auch ein Buch geschrieben und eine Videoreihe zum Thema entwickelt. Vor allem möchte sie Mut machen. Hier kommt ihr Gastbeitrag:

Es gibt Worte, die gab es in deinem, in meinem, in unserem Leben bisher vielleicht nicht.

Dieses Jahr ist vieles anders und nochmal besonders anders, wenn du Mama wirst und dein Baby einfach länger in einer Klinik bleiben muss als vorgesehen. Die Gründe dafür sind so verschieden wie wir Menschen selbst. Jeder Start ins Leben ist einzigartig. Es gibt Babys, die lassen sich Zeit, werden im Ärztedeutsch „übertragen“ und dann gibt’s genauso die frühen Kämpfer oder Babys mit einer Diagnose in der Schwangerschaft.

Weltfrühchentag: Eltern gehen durch alle Emotionen

Am heutigen Weltfrühchentag, dem 17. November, wird gerade diesen besonderen kleinen Kämpfern durch eine wunderbare Aktion gedacht. Überall werden Gebäude in schönstem „Purple“ angestrahlt. Was jedoch die Farbe nicht ausdrücken kann, sind die Emotionen, die für die Eltern damit einhergehen.

Was ein solch früher Start für Eltern, Kind und Umfeld wirklich bedeutet, kann man nur erahnen, wenn man/frau noch nie eine Kinder-Intensivstation von innen gesehen hat.

Frühchen: Wenn das Leben auf der Intensivstation beginnt

Meistens ist damit ein längerer Aufenthalt in einer Kinderklinik verbunden. Ob mit oder ohne Operation – die Babys starten intensiv. Das heißt immer einen anfänglichen Kampf zwischen den Welten, Fortschritte, am nächsten Tag ein Rückschritt und wieder von vorne….

Das komplette Spektrum der Gefühle habe ich selbst 2014 durchlebt, da mein zweiter Sohn aufgrund einer super seltenen Grunderkrankung ebenfalls zu früh geboren wurde.

Frühgeburt und Kinderklinik: Alles so anders als gedacht

Angst, Sorge, Trauer um den fehlenden Babymoon, alles war da. Das ist der Grund, warum es seit 2018 das Elternbegleitbuch „Wenn das Leben intensiv beginnt“ bei deinem Buchhändler des Vertrauens gibt. Mit wertvollen Informationen, Erfahrungen von Betroffenen und Fachleuten, sowie hilfreichen Tipps möchte ich Eltern in dieser Situation einen Weg ermöglichen, der nicht nur von Hilflosigkeit und Angst geprägt ist, sondern vom Vertrauen in die eigene Kraft und Handlungsfähigkeit.

Das Buch liegt mittlerweile in sehr vielen Elternbibliotheken in deutschsprachigen Kinderkliniken auf der Kinderintensivstation oder Frühchenstation. Genau dort muss es stehen. Aufgrund der jetzt wieder stärker verhängten Kontaktverbote und eingeschränkten Besuchszeiten entstand mit ganz vielen Eltern und Fachleuten die ergänzende Videoreihe. Wir kommen zu dir in die Klinik – direkt aufs Handy mit der knapp 7-stündigen Videoreihe, die in 44 kurze mutmachende Interviews aufgeteilt ist mit Botschaften aus dem Herzen.

Wir kommen zu dir. Grade in diesen Zeiten braucht es neue Wege und Lösungen.

Eltern, die die Gefühle und die Situation selbst schon hinter sich haben oder teilweise auch immer wieder vor sich sehen, teilen praxiserprobten und alltagstauglichen Best Practise. Was hat ihnen selbst in dieser Zeit geholfen, wovon würden sie mehr machen und was würden sie vielleicht auch lassen, damit diese intensive Zeit für aller leichter fällt?

Thematisch wird vom Stillen in der Kinderklinik, der Vorbereitung auf Operationen bis hin zur Betreuung von Geschwisterkindern und zur Schlafsituation der Eltern alles abgedeckt.

Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, dem es helfen würde. Hier geht es zu unserem Instagramkanal „Wenn das Leben intensiv beginnt“ oder zu unserem Buch: Susanne Bürger: Wenn das Leben intensiv beginnt (Affiliate Link).


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