Ich bin „nur“ Hausfrau und Mutter – und das erfüllt mich komplett

Mein Name ist Christine und ich möchte Euch über mein Corona-Jahr erzählen. Als es im März in den Lockdown ging, habe ich für eine Bäckerei mit angeschlossenem Café gearbeitet. Ich hatte diesen Job erst seit Januar, zuvor war ich 7,5 Jahre zu Hause gewesen.

Relativ zügig musste der Betrieb dann Kurzarbeit anmelden, ich arbeite dann nur noch samstags und Sonntag morgen für ein paar Stunden. Unter der Woche war ich – wie viele Mamas auch – nun voll Mutter, Lehrerin, Hausfrau und Bespaßerin. Mein Mann ging ganz normal weiter arbeiten und ich war ehrlich gesagt auch froh, dass unser nicht in die Notbetreuung mussten. Viel war ja noch nicht über das Virus bekannt und ich war froh, dass unser Kind bei mir sein konnten.

Dann rief eines Tages mein Job an und flehte, dass ich einspringen müsste. So schnell bekam ich keine Notbetreuung, also bleib mein Kind drei Stunden alleine zu Hause, bis Papa von der Arbeit kam. Ein seltsames Gefühl…

Im Juli wurde ich betriebsbedingt gekündigt, fand aber schnell etwas Neues. Leider lagen die Arbeitszeiten nicht besonders gut für mich. Mein Kind hätte nun unter der Woche öfter alleine bleiben müssen und weil ich das nicht wollte, packte ich umso mehr Stunden aufs Wochenende – was wiederum hieß, dass wir kaum noch Familienzeit hatten. Irgendwann merkten wir, dass das alles nicht gut läuft und ich habe gekündigt.

Seitdem suche ich eine neue Stelle. Und habe Probleme, einen passenden Job zu finden. Ich stehe dem Arbeitsmarkt gerne zur Verfügung – von 8 bis 12 Uhr, denn in der Zeit hat mein Kind normalerweise Schule. Ich kann aber nicht um 7 Uhr irgendwo anfangen oder jeden Nachmittag arbeiten – mein Mann geht nämlich um 5.30 Uhr aus dem Haus und kommt um 16.30 Uhr wieder. Da für uns eine OGS Betreuung nicht in Frage kommt, müssen meine Arbeitszeiten also zu den Schulzeiten passen. Das heißt: ich bin nicht flexibel genug für den heutigen Arbeitsmarkt.

Ich habe entschieden, dass ich in erster Linie Hausfrau und Mutter bin – und der Job für mich zweitrangig ist. Damit gehöre ich zu einer aussterbenden Art. Auch, weil viele Familien es sich gar nicht anders leisten können.

Früher habe ich viel gearbeitet, auch als ich meinen Mann kennengelernt habe. Als ich schwanger wurde, haben wir gemeinsam beschlossen, dass ich zuhause bleibe, weil er mehr in seinem Job eingespannt war, als ich. Deshalb ging unser Kind auch nur 25 Stunden in der Woche in die Kita, wurde mittags immer abgeholt. Schon damals war das etwas Exotisches. Auch heute sind viele ihrer Freunde bis 16 Uhr im Hort und sind danach sind sie zu platt, um sich noch zu verabreden. Was für meine Tochter schon traurig ist.

Wie gesagt, ich weiß, dass viele Familien beide Einkommen brauchen oder dass Frauen auch einfach finanziell unabhängig sein wollen, schließlich wird jede dritte Ehe geschieden.

Dennoch haben wir uns anders entschieden. Kinder sind nur einmal klein und glaubt mir, auch wenn meine Tochter mich hier lauthals verflucht und Türen schmeißt, wenn ich ihr zu x-ten Mal sage, sie soll ihre Hausaufgaben machen – innerlich ist sie froh, dass ich da bin. Denn ich bin ihr Hafen, ich bin immer da. Ich halte ihr und meinem Mann den Rücken frei. Ich tröste die Tränen meinen Tochter, wenn sie heulend von der Schule kommt, weil sie geärgert wurde. Ich mache ihr ihr Lieblingsessen, trinke eine Tasse Tee mit ihr und erkläre ihr in Ruhe und ohne zu schimpfen zum hundertsten Mal die Aufgabe und höre mir an, wie ihr Tag war. Und all das sofort nach der Schule und nicht erst viele Stunden nach Schulschluss.

Warum ich das schreibe? Um Frauen Mut zu machen, diesen Weg zu gehen – wenn sie denken, dass es der Richtige für sie ist. „Nur“ Hausfrau und Mutter zu sein – das ist gesellschaftlich vielleicht nicht besonders anerkannt, aber wirklich sehr schön. Meine Tage sind absolut gefüllt und erfüllend. Ich vermisse nichts, das kann ich mit Gewissheit sagen. Ich wünschte, meine Arbeit zu Hause würde von der Gesellschaft mehr gewürdigt werden.


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29 comments

  1. Lustige Diskussion hier… Und eigentlich völlig unnötig. Jeder soll doch leben und leben lassen… Ich bin auch Vollzeit Hausfrau und Mama aus Überzeugung und mit Leidenschaft. Schön zu lesen, dass es da noch andere gibt! Lasst euch nicht beirren!

  2. Ich seh das halt so:
    Ich habe bevor ich Kinder hatte, einen Beruf gehabt. Um die Ausbildung bzw. Studium erfolgreich zu beenden, habe ich sehr viel Zeit, Energie und Geld investiert. Sowohl der Weg zum Beruf als auch mein Beruf und meine Arbeit haben mir immer sehr, sehr viel Freude gemacht. Nicht jeden Tag gleich viel, aber ich bin grundsätzlich jeden Tag immer gerne hingegangen! Und ich bin gut in dem, was ich da mache.
    So ziemlich das Gleiche gilt für meinen Mann!
    Warum soll nun einer von uns (gängigerweise ich) damit komplett aufhören??? Das ist doch absurd! Dass jeder von uns berufliche Abstriche macht ist klar-wir wollten ja eine Familie. Aber aufhören? Doch nur, wenn ich meinen Beruf total blöd finde.
    Insofern: Jeder wie er will-aber warum will/brauch ich Applaus für mein Lebensmodell? Ist mir unklar?!

  3. Auch wenn mich jetzt vielleicht einige lynchen;)
    Für mich ist es schon auch ein Unterschied, ob ich mit drei Kindern oder daheim bin oder mit einem einzigen- mittlerweile 7-jährigen Kind! Das eine kann definitiv ein Vollzeitjob-das andere (tschuldigung) nicht.
    Und auch, wenn es sich arrogant anhört: Es ist auch ein Unterschied, welchen „Job“ ich gegen das Hausfrauendasein eintausche.
    Wenn ich promovierte Physikerin bin, tue ich mich (vermutlich) schwerer damit, als wenn ich Bäckereifachverkäuferin bin-schon wegen der unterschiedlich langen Ausbildungsdauer und auch, weil das „Ich bin jetzt mal zehn Jahre raus und dann komm ich einfach wieder“ in den meisten Berufen auch nicht so einfach bzw. gar nicht möglich ist.

  4. Ich war ein Jahr lang Vollzeit-Hausfrau, dann abends und am Wochenende arbeiten gegangen (klassischer Nebenjob) und nach 2-Jahren Elternzeit wollte ich in meinem alten Beruf arbeiten und nochmal ein wenig Karriere machen. Mein Mann wollte nicht dauerhaft alleine für das Einkommen (v.a. da wir ein eigenes Haus haben) verantwortlich sein und auch die grundsätzliche Freiheit behalten, den Job zu wechseln.
    Wir haben dann ein wenig hin und her experimentiert mit unseren Stunden und nun arbeite ich 40 Stunden mit Führungsverantwortung, mein Mann 30 Stunden mit gelegentlichen Dienstreisen. So verdienen wir in etwa gleich viel und schaffen zusammen alles – Kinderbetreuung (2 Nachmittage lange in Kita / Hort, 1 Großelternnachmittag), Haushalt, Familienzeit, Paarzeit, Zeit für sich und das Finanzielle.

    Gleichberechtigung bedeutet auch für mich – jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste und Passendste machen können, ganz unabhängig von irgendwelchen Rollenbildern oder Anerkennung.

    Toleranz bedeutet, genau das zu akzeptieren, selbst wenn man das versteht oder gutheißt.

    Bei „Ich wünschte, meine Arbeit zu Hause würde von der Gesellschaft mehr gewürdigt werden“ hört es da bei mir leider auf, wenn ich im gleichen Artikel herauslese, dass nur Hausfrauen immer für ihre Kinder und Ehemänner da sein können.
    Wo bleibt denn hier die Würdigung derer, die es anders machen (wollen :))?

  5. Hallo,
    Ich kenne beide Modelle aus eigener Erfahrung:
    Bei meinem Ältesten war ich selbstständig, habe 6 Wochen nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten, konnte ihn da aber zum Glück viel mitnehmen und hatte für die restliche Zeit meine Mutter, die sich um ihn gekümmert hat (lebe von seinem Vater getrennt). Er kam trotzdem erst mit 3 Jahren in Kindergarten und ist immer nur bis Mittags gegangen. Wir konnten immer gemeinsam Mittagessen, er war weiterhin viel dabei und ansonsten bei meinem neuen Partner( der schon um 15 Uhr Arbeitsschluss hat) oder der Oma. Ihm hat also sicher nie was gefehlt, mir schon. Es gab diverse Nachmittage da bin ich weinend zu meiner geliebten Arbeit gefahren. Einfach weil ich das Gefühl hatte, soviel zu verpassen.
    Das war dann einer der Hauptgründe die Selbstständigkeit aufzugeben, bevor wir über weitere Kinder nachgedacht haben.
    Dann bin ich in Festanstellung mit 30Wochenstunden gegangen und hatte plötzlich schon sehr viel Zeit für ihn…
    Als dann meine Tochter geboren wurde, haben wir uns gemeinsam entschieden dass ich den größten Teil der Elternzeit nehme, mein Mann nur 2 Monate.
    Die ganze Familie hat dieses Jahr genossen und so wurde wieder gemeinsam entschieden, dass ich Zuhause bleibe. Bald kam dann auch Kind Nummer 3 und ich bin weiterhin Zuhause geblieben. Und ja mit 3 Kids, Haus, Garten und Hund wird mir nicht langweilig.
    Ich sehe das als persönlichen Luxus, nicht weil ich halbe Tage auf dem Sofa liege, sondern weil ich die Möglichkeit habe meine Kids voll zu unterstützen, fast alles selbst herzustellen, vom Brot, über Marmeladen bis zum Gemüsegarten.
    Seit der jüngste 1 Jahr ist, hab ich einen Vormittag in der Woche gearbeitet, seit er im Kindergarten ist 2. Nebenbei bin ich ehrenamtlich im Eishockeyverein engagiert, was locker 10 Wochenstunden und mehr bedeutet.
    Wir haben uns als Familie für diesen „altmodischen“ Weg entschieden und genießen es.
    Ich weiß, dass es Glück ist sich das finanziell so leisten zu können.

    Und klar habe ich später eine Rentenlücke und bin momentan von meinem Mann finanziell abhängig. Das ist okay für mich.
    Auch könnten wir uns mit einem zweiten vollem Einkommen mehr Urlaube oder sonst was leisten, das ist aber nicht unser Wunsch…

    Man weiß nie wie einem das Leben spielt…und wir sind momentan mit unserem Leben sehr zufrieden.
    Wenn’s anders wird oder sich anders besser anfühlt werden wir/ich etwas ändern.
    Und nur weil ich jetzt Zuhause bleibe, kann ich, wenn es nötig wird selbst für mich und meine Kinder sorgen…

  6. Interessanter Bericht. Ich denke auch, jede Familie sollte da ihren Weg finden, ohne angefeindet zu werden oder sich rechtfertigen zu müssen. Eine finanzielle Absicherung finde ich dennoch wichtig!
    Was mich aber irritiert hat ist der Hinweis, dass das Kind „nur“ 25h im Kindergarten war. Dass das deutlich entspannter ist als bei (Teilzeit) arbeitenden Eltern bzw. Eltern, wo die Kinder immer zuhause sind, glaube ich gern. Ich finde, das kann man auch nicht vergleichen, da mit Kindern, die immer zuhause sind, deutlich mehr Arbeit anfällt. Ich kenne alle Möglichkeiten (Vollzeit arbeiten, Vollzeit zuhause, Teilzeit arbeiten), letzteres fand ich am persönlich am Schönsten/ Entspanntesten. Aber das muss jede/r für sich entscheiden.

  7. Ich könnte gerade … grr …
    Danke, vielen lieben Dank auch.
    Es gibt auch noch eine dritte Gruppe!!!!!!
    Nicht nur die Teilzeit-/Vollzeitarbeitenden, nicht nur die Hausfrauen!
    Neben den Frauen, die Arbeiten gehen MÜSSEN (ob finanziell oder Verwirklichung), gibt es auch die, die zu Hause bleiben MÜSSEN!!!
    Fragt mal die Mütter mit mehreren Schwerbehinderten Kindern – uns bleibt in 99% der Fälle nichts anderes übrig!
    Immer, immer müssen sich die oben genannten Gruppen streiten! Akzeptiert es einfach, wie es ist!
    Sorry, aber das Gekeife trifft mich wirklich!

    Zum Wohl meiner Kinder MUSS ich lange nur Hausfrau bleiben oder darf ich mich wegen des Pflegegeldes „Fachkraft für Pflege“ nennen? Und arbeite dann doch?

    Grüße 😔

  8. Ich kann nicht verstehen, wie sich jemand freiwillig dieses Leben aussuchen kann. Aber jeder wie er mag. Hauptsache die Frauen sichern sich auch finanziell gut für die Zukunft ab – das Klischee das der Mann sich mit Mitte 50 dann eben doch für die jüngere Kollegin entscheidet, ist eben leider viel zu oft nicht nur Klischee, sondern Realität. Klar passiert das auch in anderen Ehen – aber da ist die Frau dann finanziell unabhängig.

    Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass die „Hausfrauen“ sich als genauso viel arbeitend wie eine berufstätige Mutter sehen (stand in irgendeinem Kommentar). Das wird wohl eher nicht so sein – schließlich schmeißen auch wir den Haushalt, machen die Wäsche, machen Erziehungs- und „Care“-Arbeit und kochen am Abend für die Familie. All das machen wir aber eben in der Hälfte der Zeit bzw. zu Zeiten, in denen eine Hausfrau auf dem Sofa sitzt. Wenn man sich für das Hausfrauen-Leben entscheidet und das der Welt mitteilen muss, sollte man sich nicht ständig angegriffen fühlen, wenn man den „entspanntes Leben“-Stempel bekommt.

    Jeder von uns hat die Wahl (ok vielleicht nicht jeder, aber würden wir auf einige Annehmlichkeiten verzichten wohl die große Mehrheit) – auch wir könnten uns für ein anderes Lebensmodell entscheiden. Aber auch wir stehen zu unserer Entscheidung für Fremdbetreuung und Stress durch Mehrfachbelastung.

  9. Wenn ich ehrlich bin, macht dieser Artikel mir so gar keine Lust auf so ein Leben. Also sowieso nicht, ein Hausfrauenleben fand ich noch nie verlockend, aber dieser Beitrag könnte daran auch nichts ändern. Ich finde nämlich, der strotzt vor unbewiesenen Behauptungen. Zum Beispiel der Behauptung, „innerlich“ fände die Tochter es doch besser, bei der Mutter zu sein. Häh?! Vielleicht fände sie es besser, nachmittags mit Freundinnen zu spielen. Die können nämlich im OGS zusammen spielen und haben danach vielleicht gar keine Lust mehr, sich zu verabreden?! So grenzt man sein eigenes Kind aus, weil man denkt, Nachmittagsbetreuung sei was Schlimmes?! Was genau besser daran sein soll, mit Mutti zuhause zu sitzen, hat sich mir noch nie erschlossen.
    Und nein, ich stimme der Aussage nicht zu, Wahlfreiheit sei schon Gleichberechtigung. Das ist mir zu einfach. Da erhoffe ich mir wirklich ein bisschen mehr an Emanzipation.

    1. Ich finde es großartig, dass es Frauen gibt, die ihre Kinder bei sich zuhause haben. Keiner ersetzt die Mutter bzw. das Elternhaus und dem Staat ist einfach dran gelegen unter dem Deckmäntelchen der Gleichberechtigung Steuern einzunehmen- nämlich von der Mutter und der Person, die das Kind betreut. Es ist mittlerweile voll gesellschaftsfähig sein Kind bereits mit 6-12 Monaten abzugeben. Wer glaubt hier ernsthaft, dass das gut ist und kann sein Kind ohne schlechtes Gefühl abgeben? Die Mütter zerreißen sich innerlich unter den Anforderungen, die ihnen abverlangt werden. Ich sehe in meiner Hausarztpraxis viele Kinder, die bereits in der Grundschule chronische Kopfschmerzen haben und unter Dauerstress stehen. 50 Wochenstunden Schule, Hort und Freizeitaktivitäten sind ein Pensum wie ein Manager es hat. Die Mütter leiden unter Burn Out und Depression versteckt unter Kopfschmerzen, vertragen, schlechten Schlaf und nah am Wasser gebaut sein. Kranke Gesellschaft im wahrsten Sinn des Wortes.

      1. Sandra, ich muss das einfach nochmal kommentieren, auch wenn es sich wie ein Gegen-die-wand-reden anfühlt. Auch berufstätige Mütter „haben ihre Kinder“ bei sich. Wie dreist ist es eigentlich, so zu tun, als würden die kaltherzig ihre Kinder permanent weggeben?! In der Zeit, in der ich arbeite, sind meine Kinder in der Schule, danach im Hort. Meist bis 15 Uhr. Früher waren sie in der Kita. Dort fühlen sie sich meist wohl, machen Erfahrungen mit Menschen,Ausflüge, basteln, toben, spielen mit Kindern (echt grausam, haha). Nachmittags , abends, nachts, morgens sowie am Wochenende und in den Ferien „habe ich sie bei mir“. Im Endeffekt geht es vielleicht um 2 oder 3 Stunden täglich, die meine Kinder länger in Betreuung bleiben als die von Leuten, die den Hort zum Beispiel nicht in Anspruch nehmen. Mein Gott, entspannt euch mal.

        1. Ich lach ja da immer nur drüber…
          Mein (armes) Kind kam mit 6 Monaten(!) für täglich 5 Stunden am Tag(!) zur Tagesmutter. Noch schlimmer:Er kam da nur hin, weil mein Mann und ich arbeiten wollten! Beide! Keine Ahnung, wie das Kind das geschafft hat- aber erstaunlicherweise hat er es unbeschadet überstanden?! Obwohl er auch nur ein paar Monate gestillt wurde… Ist ein fröhlicher Knirps, der fast jeden Tag mault, weil er nicht bis halb vier im Kiga bleiben darf, sondern nur bis halb zwei…Und dabei kann doch nix und niemand die Mama ersetzen?! Schon gar nicht in den ersten drei Jahren! Und man kann doch noch so lange arbeiten…und überhaupt das arme Kind!!!

  10. Wenn Dein Mann gewillt ist, Dir diesen Lebensstil zu finanzieren und Dich die dadurch entstehende finanzielle Abhängigkeit nicht stört, dann ist das Eure Entscheidung und ich finde auch, dass das niemand kritisieren oder herabsetzen sollte.

    Für meine Frau und mich wäre das aber nichts. Zum Glück sind wir uns darin auch sehr einig.
    Ich persönlich lege Wert darauf, dass meine Frau sich nicht nur beruflich selbst verwirklichen kann, sondern dies auch tut. Ich finde es wichtig, dass meine Partnerin gedanklich nicht nur um das Häusliche kreist, sondern auch draußen in der Welt Sachen erlebt, über die man sich dann beim Abendessen gemeinsam austauschen kann.
    Eine unabhängige und im Berufsleben stehende Frau ist zumindest nach meiner Einschätzung eine bessere Gesprächspartnerin. Ich fände es auch nicht gut, wenn meine Frau nur halbtags arbeiten würde. Aus meiner Sicht hat der Staat (welcher sich die Gleichberechtigung als Ziel gesetzt hat) dafür Sorge zu tragen, dass Frauen und Männer auch mit Kindern einer erfüllenden Berufstätigkeit in Vollzeit (oder ggf. mit geringfügig reduzierter Stundenzahl) nachgehen können, auch wenn sie Kinder haben.

    Zum Glück gibt es bei uns in der Nähe super Angebote zur Ganztagsbetreuung (Ganztagskita auch für U3-Kinder + Pakt für den Nachmittag in der Schule), die wir für unsere Kinder auch gerne nutzen. Meist sind die Hausaufgaben dann auch schon in der Nachmittagsbetreuung erledigt.
    Ich finde sowieso, dass die Kinder (zumindest meine) nachmittags unter Gleichaltrigen besser aufgehoben sind als mit uns Eltern, egal wie viele Aktivitäten wir auf die Beine zu stellen versuchen. Als wir sie wegen Corona eine Zeitlang selbst daheim betreuen mussten, wurden die Kinder ziemlich unausgeglichen ohne den Kontakt zu Gleichaltrigen.

    Außerdem finde ich für unsere Beziehung getrennte Konten sehr wichtig. Ich bin froh, dass meine Frau ihr eigenes Geld hat, aus dem sie ihre eigenen Anschaffungen bestreiten kann und für mich gilt das natürlich ebenso. Niemand muss den Anderen fragen, wenn er oder sie sich schicke Klamotten oder ein neues Gaming-Notebook kaufen will. So lange das Geld für die gemeinsame Miete reicht, redet niemand dem Anderen rein, wofür das eigene Geld ausgegeben wird.

    So etwas ist in einer Beziehung in der nur eine Person Geld verdient wohl nur schwer möglich. Es sei denn einer der Partner gibt dem anderen „Taschengeld“, aber das würde ich weder zahlen noch annehmen wollen, da ich es als entmündigend empfinde.
    Eine 100%-Hausfrau im Hause würde mich, glaube ich, wahnsinnig machen, von daher kann ich es überhaupt nicht nachfühlen.
    Aber wie schon Eingangs gesagt: Die Geschmäcker, Persönlichkeiten und Lebensmodelle sind verschieden.

    Das Anderssein anderer Menschen sollte ein Grund zur Freude und zum Staunen sein und nicht ein Grund für Verurteilungen und Vorwürfe.

    1. Auch wenn Sie versuchen möglichst neutral zu schreiben empfinde ich Ihren Kommentar als sehr abwertend. Schon der erste Satz „wenn dein Mann gewillt ist dir diesen Lebensstil zu finanzieren“ ist furchtbar!das klingt doch als würde sich die Hausfrau mit Sektfrühstück und Shopping vergnügen. Wie absurd!!!Hausfrau und Mutter zu sein ist Arbeit und kein Lebensstil, ich möchte mal sehen wie Sie ein paar Wochen die unzähligen Aufgaben einer Vollzeitmama erfüllen!
      Und Sie möchten Ihrer Frau kein Taschengeld bezahlen? Gut so,denn sie verdient auch mehr als das.
      Ich bin daheim als Hausfrau und Mutter von bald 3 kleinen Kindern und das war nicht meine Entscheidung,sondern UNSERE.Mein Mann findet es toll wie ich mich um die Kinder kümmere und wünscht sich für sie eine Mama,die eben immer da ist wenn man sie braucht.die gesundes Essen kocht,Bücher liest,Tränen trocknet und einfach DA ist,in dieser kurzen Phase der Kindheit.und dafür bezahlt er such gerne einen finanziellen Ausgleich,damit ich mich um meine Pension kümmern kann.

      Schön,wenn Sie einen anderen Weg gewählt haben,aber bitte behalten Sie ihre abwertenden Kommentare für sich. Ich erdreiste mich auch nicht in Frage zu stellen ob Ihre Kinder wirklich davon profitieren wenn sie fast rund um die Uhr von Fremden betreut werden und nie einfach mal zu Hause sein dürfen.

      Gleichberechtigung bedeutet nicht,dass jeder Vollzeit arbeiten gehen muss um ja nicht aus dem System zu fallen. Ich wünsche mir ehrliche Gleichberechtigung,wo jede und jeder frei entscheiden kann was er/sie will,was ihm/ihr wichtig ist. Und ja,dazu gehört auch faire Bezahlung in den so genannten „Frauenberufen“,denn nur dann gibt es Entscheidungsfreiheit.

      1. Liebe Esther, super wertschätzend finde ich Deinen Kommentar Flo gegenüber auch nicht grad. Okay, ein wenig von oben herab klingt er schon, aber Deinen finde ich härter im Ton.
        Was mich immer sehr stört, und diese Äußerung kommt in dieser Debatte immer wieder, ist die Unterstellung, wenn eine nicht komplett zuhause bleibt, würden die Kinder „ständig“ weggegeben und „fremdbetreut“ und könnten nie einfach mal Zuhause sein. Das ist einfach Quatsch. Ich arbeite 30 Stunden und habe trotzdem noch sehr viel Zeit mit meinen Kindern. Es gibt hier kein „entweder-oder“ sondern ein „sowohl-als-auch“. Diese Schwarzweißmalerei kommt immer eher von der Hausfrauenfraktion, finde ich.

        1. Liebe Esther,
          ich finde dein Kommentar sehr abwertend. Du erwartest von den arbeitenden Müttern (was ist mit den Vätern?), dass Sie dein Lebensmodell akzeptieren und wertschätzen, aber sprichst uns (wir sind zwei arbeitende Eltern) ab, dass wir gesund für unsere Kinder kochen, sie trösten wenn sie traurig sind oder für sie „da“ sind.
          Es ist kein Verbrechen ein Kind das 6 Monate alt ist, von dafür ausgebildeten Menschen betreuen zu lassen. Es gibt Länder in Europa, die nicht aus lauter gestörten, bindungsunfähigen Erwachsenen bestehen, in denen es völlig normal ist, dass auch Kinder unter einem Jahr betreut werden und die über einem sowieso- und das ohne, dass man den Müttern (wieder, warum eigentlich so gut wie nie den Vätern) ein schlechtes Gewissen macht. Und zu behaupten eine Hausfrau würde genauso viel arbeiten, wie eine Mutter, die Erwerbsarbeit nach geht, finde ich einfach falsch. Natürlich bastele ich nicht tagsüber mit meinen Kindern, aber wenn ich aus der Arbeit komme, wird auch gesund gekocht, gespielt, die Brotzeit und das Frühstück für den nächsten Tag gerichtet und noch schnell eine Wäsche gewaschen oder was auch immer. Es ist ja nicht so, dass am Ende des Tages diese Hausarbeit nicht auch gemacht werden muss (okay, ich gebe zu, wir gönnen uns den Luxus einer Putzfrau einmal pro Woche).

      2. @ Esther:

        Es bleibt nun mal unabänderlicher Fakt, dass Du, wenn Du ein Leben als Hausfrau wählst, nicht von Deinem selbst erwirtschafteten Geld lebst, sondern von dem Geld, das Dein Mann Dir gibt.
        Dies habe ich durch den Begriff „Taschengeld“ ausgedrückt und hierbei ist es auch unerheblich, ob es eher gering oder eher großzügig bemessen ist.

        Es besteht ein faktisches Abhängigkeitsverhältnis. Dieses Abhängigkeitsverhältnis wird von Feministinnen aus gutem Grund kritisiert. Ich teile (auch als Mann) diese feministische Kritik. Mag sein, dass man dies an der etwas spitzen Formulierung meines Beitrages herauslesen kann.

        Aus meiner Sicht ist es auch keine Lösung, wenn künftig mehr Männer daheim bleiben und den Weg als Hausmann wählen. Damit wechselt zwar gewissermaßen das Vorzeichen, aber das Abhängigkeitsverhältnis als solches bleibt bestehen.

        Deinem Satz „Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass jeder Vollzeit arbeiten gehen muss um ja nicht aus dem System zu fallen“ kann ich sogar teilweise zustimmen. Aber wirtschaftliche Abhängigkeit einer Seite ist aus meiner Sicht auch kein Nährboden, auf dem Gleichberechtigung wirklich gedeihen könnte.

        Ich bin mir aber auch bewusst, dass man niemanden zu seiner Emanzipation zwingen kann. Oder um mal Brecht zu paraphrasieren: „Weil der Mensch nun mal ein Mensch ist, wird ihn auch kein anderer befreien“. In diesem Sinne kann ich durchaus ein Lebensmodell tolerieren und gleichzeitig kritisieren. Das ist für mich kein Widerspruch.

        Faire Bezahlung in überwiegend weiblich besetzten Berufen befürworte ich absolut. Aber bei dieser Forderung geht es um Berufe und nicht darum keinen Beruf auszuüben, um sich ganz dem Häuslichen widmen zu können, weil man das Privileg besitzt, einen Partner zu haben der das finanziell stemmen kann. Ich finde, dass es nicht diskriminierend ist, ein Privileg auch als solches anzusprechen.

        Übrigens darfst Du Dich in einer offenen Diskussion natürlich „erdreisten“ (ich finde es eigentlich nicht dreist), mich zu fragen, ob meine Kinder davon profitieren, den ganzen Tag überwiegend an der frischen Luft mit Gleichaltrigen spielen zu können und dabei Kinder aus vielen verschiedenen Kulturen und Lebensverhältnissen kennen zu lernen. Ich antworte auch gerne: Klar profitieren sie.

  11. Ich bin da immer hin und hergerissen, wenn ich das lese. Einerseits finde ich es gut und wichtig, dass jede Frau selbst entscheiden kann wie sie es machen will. Andererseits ärgert es mich schon, dass offenbar immer der Job der Männer besser bezahlt ist, so dass es sich komischerweise fast nie einfach so „ergibt“ dass der Papa zuhause bleibt, weil er ohnehin weniger verdient. Da sehe ich wirklich Änderungsbedarf in unserer Gesellschaft, denn ein Grund dafür ist, dass Jobs die traditionellerweise eher von Frauen gewählt werden (wie Erzieherin, Krankenpflegerin, Sozialarbeiterin etc…) einfach immer schlechter bezahlt werden. Ein weiterer Punkt der hier schon erwähnt wurde ist die (fehlende) finanzielle Absicherung der Frauen die zuhause bleiben. Meine Mutter hatte als Juristin, die unter anderem als Richterin gearbeitet hatte letztlich eine Rente von 800 Euro im Monat, einfach weil sie mit 3 Kindern so lange pausiert hat. Und auch wenn sie selbst immer meinte, das war die einzig richtige Entscheidung mit uns zuhause zu bleiben, habe ich rückblickend oft gedacht, dass es für sie persönlich besser gewesen wäre schneller wieder berufstätig zu sein. Einfach für ihr Ego und für ihren Stand in der Beziehung zu meinem Vater. Ich denke diese Aspekte unterschätzt frau leicht, solange sie mittendrin steckt in der Phase in der die Kinder klein sind.

    1. also, hier muss niemand irgendjemanden für irgendwelche Ausgaben Rechenschaft ablegen.
      Und das obwohl mein Mann das Geld verdient und ich so gut wie keines (zumindest momentan).
      Das erwirtschaftete Geld gehört uns beiden zu gleichen Teilen, da mein Mann es ja nur durch mein zu Hause bleiben verdienen kann. Ich finde es tatsächlich auch viel gleichberechtigter, wenn man in einer Ehe und Partnerschaft (solange sie dann Bestand hat) alles partnerschaftlich teilt. Das gilt insbesondere dann, wenn der eine mehr als der andere verdient.

  12. Für dieses Modell, arbeite ich schlicht und einfach zu gerne und mache zu ungern Hausarbeit. Ich liebe meinen Sohn und wenn mein Mann und ich feststellen würden, dass er in der KiTa leidet, müssten wir umdenken. Aber ich würde mich niemlas darauf verlassen, dass ich nicht selber berufstätig bleibe und für mich (und meine Kinder) sorgen kann. Abgesehen von Scheidung (habe ich bei meinen Eltern erlebt und meine Mutter hatte immer gearbeitet und mein Vater hat fairern Unterhalt gezahlt, so dass es bei uns gut gelaufen ist), kann es ja auch passieren, dass der Partner krank oder arbeitslos wird.
    Mich hat auch der Satz „ich halte meinem Mann und meiner Tochter den Rücken frei“ irritiert. Das ist für mich ein 60ger Jahre Klischee Satz. Sollte man sich nicht gegenseitig stärken in einer Partnerschaft.
    Natürlich muss es jde Familie für sich entscheiden. Doch wie schon meine Vorrednerinnen geschrieben haben, sollte man sich der Konsequenz bewusst sein und dann einen zB Ehevertrag schließen.

  13. ‚Einmaliges Jobangebot (befristet)‘ – so sehe ich meine aktuelle Vollzeitstelle als Mama und Hausfrau. Dass es kaum Urlaubstage und keine finanzielle Vergütung gibt wissen ja alle, die hier lesen 😉 Aber der Punkt ist, wie in Christines Beitrag schon gesagt: die Kinder sind eben nur einmal ‚kurz‘ klein und danach ist der Hausfrauen-Job für mich gegessen (bin eigentlich in meinem Selbstbild eh gar nicht so der Typ dafür…). Ich bin seit 8 Jahren mit den Kindern/für die Kinder Zuhause. Sie sind jetzt 8, 6 und 3 Jahre alt und in der Tat: die Tage sind gefüllt und erfüllend. Mein Partner verdient 3x soviel wie ich und obwohl ich auch studiert und ‚früher‘ gerne gearbeitet habe würde es in unserem Fall wenig Sinn machen, die Erwerbsarbeit aufzuteilen. Wir sind sehr für Gleichberechtigung – aber nicht um jeden Preis. Und eine feste Bezugsperson für die Kinder, Flexibilität in der Betreuung (oh, zur 2. Stunde, hoppla, beweglicher Ferientag, plötzlich eine_r krank oder eben Lockdown mit homeschooling…) sowie das Gefühl, dass Zuhause eben ‚der Laden läuft‘ ist uns in der aktuellen Lebensphase wichtiger (auch wenn ich mich manchmal in ein Meeting mit Erwachsenen wünsche und mein Mann schonmal seufzt, wenn er etwas Wichtiges im Alltag der Kinder verpasst hat). ‚Irgendwann‘ kommt auch bald – und dann such ich mir einen anderen schönen Job 🙂

    1. Den Kommentar finde ich sehr sympathisch, auch wenn ich in der Sache nicht sehr überzeugt bin. Zu häufig sehe ich in meinem Beruf Mütter, die nach 8 oder 10 Jahren zu Hause fassungslos sind, weil sie auf dem Arbeitsmarkt nur noch sehr einfache Jobs angeboten bekommen. Die Bildungsabschlüsse werden durch das zu Hause bleiben leider sehr schnell entwertet. Ich wünsche dir trotzdem von Herzen, dass du nach der Zeit zu Hause wieder einen erfüllenden Job findest.

      Ansonsten finde auch ich die Kommentare kaum erträglich, die suggerieren, berufstätige Eltern seien nicht für ihre Kinder da. Meine Tochter möchte, wenn man sie fragt, nie vor 15:30 aus dem Hort abgeholt werden. Sie kann dort eben mit ihren Freundinnen spielen und die Hausaufgaben sind allesamt erledigt, wenn sie zu Hause ist.

    2. Liebe Nina, danke. Irgendwann sind die Kleinen groß und es geht weiter. Weiter mit dem eigenen Leben und der Arbeit. Natürlich muss man beruflich wieder aufholen und Fuß fassen können, aber das funktioniert. Ich habe positive Beispiele um mich herum, weshalb ich gar keine Angst habe, mich für die ersten Jahre der Kindheit entschieden zu haben, daheim zu bleiben. Vor allem jetzt in der Pandemie hat es sich als beste Lösung erwiesen, weil ich keinen Arbeitgeber damit unangenehme Situationen bringe. Allein schon vor der Pandemie hatte ich keinen Kitaplatz gefunden, nach dem meine Tochter 3 Jahre alt wurde endlich eine Kita gefunden und ein halbes Jahr später war dann der Lockdown. Alles kam dazu, dass ich froh war, meinen Job damals gekündigt zu haben und ich mich auf ein traditionelles Leben konzentrieren kann. Nun ist außerdem die Kita zweimal wegen positiver Testung geschlossen gewesen. Und solche Faktoren sind es, die für mich persönlich ganz schlimm wären, zusätzlich noch arbeiten zu müssen (meine Arbeit war zuvor Alltagsbegleitung für Senioren mit Alzheimer und Demenz). Finanziell geht es uns nicht super, aber mein Mann macht eine Weiterbildung, damit es vorankommt. Und sobald alles weltweit aufatmen kann, das normale Leben weitergeht, werde ich auch noch einmal die Schulbank drücken (hoffentlich) und in eine andere Richtung gehen. Vielleicht klappt es dann, sobald meine Mausemaus älter ist und kein Virus mehr den Alltag einschränkt.
      So lange aber bin ich gerne Hausfrau und Mutter.

  14. Liebe Christine, ich finde es auch sehr toll das du das „Muttersein“ wircklich genießen kannst und es als deine Erfüllung findest. Ich habe drei Kinder und arbeite als selbständige Designerin und muss sagen das mich das „Muttersein“ sehr wohl ausfüllt aber der Haushalt mir einfach keinen Spaß macht. Ich habe alles versucht um hier etwas Spaß rein zu bringen aber wer kennt das nicht – am Tag räumt man auf, putzt, macht wäsche und am nächsten Tag ist es so als würde man bei Null anfangen. Auf dauer bin ich damit einfach nicht Glücklich. In meinem Beruf ist das ganz anders – ich lebe da förmlich auf, kann kreativ sein und habe oft ein lächeln im Gesicht. Darum versteh ich beide Seiten – wenn Mamas sagen, ich bin wircklich glücklich und erfüllt mit Mama sein, dann ist das großartig! So wie es auch toll ist wenn man sagt ich finde beides toll und kann das verbinden. Solange die Schulen auf bleiben geht das bei mir, aber falls hier wieder auf längere Sicht so eine Lage herscht wie Anfang vom Jahr kann ich auch nicht mehr beides unter einen Hut bringen und werde mich auf jeden Fall auch für den Mama-Job 😉 entscheiden.

  15. Ich arbeite seit mein Sohn 1 Jahr alt ist wieder. Aber ohne meine Eltern (die nebenan wohnen) könnte ich das auch nicht in meinem Umfang von 75%. Daher bin ich sehr froh meine Eltern zu haben. Jeder sollte doch für sich entscheiden. Dafür haben ja die Frauen für Gleichberechtigung gekämpft. Nicht dafür, dass jetzt einfach jeder arbeiten geht. Sondern für gleiche Rechte, also zu machen was man selbst will Wichtig wäre nur eine finanzielle Absicherung (Ehevertrag) zu haben wenn man sich für dein Modell entscheidet. Habe da schon üble Sachen mitbekommen (ich arbeite bei der Grundsicherung SGB II, da landen dann die frisch getrennten Mütter oft).

    1. Danke, genau das ist der Punkt der mich so häufig aufregt. Mütter die erzählen wie toll es doch ist, dass der Mann so viel verdient und dabei ihre eigene Absicherung völlig vergessen. Kommt es dann aber zur Scheidung (auch oft erst im oder kurz vor Rentenalter) ist dann das Gejammer groß weil Kindererziehung ja gesellschaftlich nicht anerkannt wäre und man jetzt nichts bekommt.

      Jeder sollte sich so entscheiden wie es für alle passt aber dann bitte auch die Folgen für den Rest des Lebens bedenken und sich absichern. Nicht dass dann später wieder die Allgemeinheit für diese Lebensmodelle aufkommen darf.

      1. Annika, genau diese Kommentare müssen sich Frauen gefallen lassen, die sich fürs Hausfrauendasein entscheiden. Stutenbissigkeit nennt man das. Die arbeitenden Frauen fühlen sich von Hausfrauen angegriffen und geben Spitzen ab. Umgekehrt genauso. Was bedeutet hier Gejammer? Bestimmt passiert es oft, dass Männer ihre Frauen verlassen, die dafür nur daheim blieben und daher keine Absicherung haben. Wie oft passiert es aber auch Frauen, die arbeiten gingen, gehen und trotzdem finanziell wieder zu knabbern haben? Und wer sagt, dass wir jemals so abgesichert sein werden, wie die Generationen heute? Jetzt zahlt Frau ein und was ist in 30 Jahren? Man weiß es nicht genau.

        Die meisten Frauen, die arbeiten gehen und Kinder haben, stöhnen doch auch, weil es zu viel werden kann. Hausfrauen müssen sich das anhören. Aber wehe, es stöhnt mal eine Hausfrau, weil Haushalt und Kinder auch mal sehr anstrengen. Dann wird auch gleich von der arbeitenden Bevölkerung gegiftet und erniedrigt.

  16. Liebe Christine, ich habe mich unglaublich doll über deinen Bericht gefreut. Auch ich bin durch einen bewußten Entschluss „nur“ Mama und Hausfrau. Leider habe ich ganz oft Probleme, dieses auch selbstbewußt zu erzählen. Ich habe schon viel Feindseligkeit erlebt, wenn ich gesagt habe, dass ich mich nur um meine Tochter kümmere… Danke dir für die Zeilen!

    1. Das gefühlt ewige Thema. Die einen Arbeiten zu viel die andern zu wenig. Selbst arbeite ich in Vollzeit mit zwei kleinen Kindern 2&5 (ach ja und ich liebe sie trotzdem oder genau deswegen;), mein Mann verdient auch besser wie ich obwohl wir beide studiert haben (Branche), wir sind finanziell nicht auf mein Gehalt angewiesen, Fazit ich liebe Job und Kinder (und diese sind normal entwickelt ganz ohne Bindungsstörung etc.), wir basteln, malen, sprechen über den Tag, die Mädels gehen zum Sport und treffen Freunde (das auch unter der Woche), keine Putzfrau, kein Au-Pair und die Mädels sagen noch nicht einmal Mama oder Papa zu den Betreuungskräften.
      Viele Absprachen und liebe zur Organisation gehören natürlich dazu.
      Lebensmodelle sind unterschiedlich und funktionieren trotzdem.
      Für mich neben der liebe zum Beruf allerdings tatsächlich essentiell sollten wir uns trennen, mein Mann versterben etc. Jeder von uns kann mit den Kindern was Finanzen und Versorgung angeht selbst zurecht kommen. Das entspannt mich ungemein.

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