Gastbeitrag von Melanie: Warum ich keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern habe

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Ihr Lieben, das Interview mit Rosi, die seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr mit ihrem Sohn hat, löste eine ganz schöne Diskussion aus. Der Tenor: Kein Kind bricht einfach so den Kontakt zu Mutter oder Vater ab!

Nach einem Aufruf via Facebook meldeten sich mehrere Leser, die den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben. Eine von ihnen ist Melanie, sie hat ihre Geschichte für uns aufgeschrieben – vielen Dank dafür. 

"Als kleines Kind, mit vielleicht acht Jahren, fühlte ich mich oft im Zwiespalt. Das, was ich Zuhause erlebte, fühlte sich nicht gut an. Ja, es fühlte sich richtig falsch an.

Ich hatte oft Angst, große Angst und fühlte mich zuHause nicht sicher – dabei sollte das eigene zuHause doch der sicherste Ort für ein Kind sein. Ich malte mir in Gedanken aus, dass ich irgendwann genauso groß sein würde wie sie und stark genug, um mich zu wehren. Stark genug, um alleine leben zu können. "Der Tag wird kommen. Aber es dauerte noch eine ganze Weile", sagte ich mir immer.

Meine "Chance" auszubrechen, war die Magersucht. Und so saß ich mit 16 Jahren in der Psychiatrie und sagte dort, dass ich nie wieder mehr nach Hause möchte. Und so geschah es auch: Ich war alleine in der Psychatrie, um meine Magersucht zu besiegen und ging danach in eine betreute Wohneinheit. 

Es fühlte sich seltsam an – auf der einen Seite fühlte ich ganz viel Sicherheit, Freude und pures Glück, endlich von zu Hause weg zu sein. Auf der anderen Seite fühlte ich auch Heimweh, Unsicherheit und Verlust. Es waren ja trotzdem schließlich meine Eltern. 

In einer Therapie arbeitete ich dann auf, was lange in mir verborgen war: Jahrelange körperliche und seelische Misshandlungen. Gehorsamkeit stand an erster Stelle, wenn ich "Ärger machte", also zum Beispiel die Milch verschüttete, wartete der Teppichklopfer auf mich. Schläge auf Rücken, Po, Taille, Hüfte, Beine, am Kopf und oft ins Gesicht. Wenn mein Stiefvater mich morgens erwischte, dass ich am Daumen nuckelte, schlug er zu. Da war ich vier Jahre alt. 

Ich bekam keine Liebe und Aufmerksamkeit.Abends lag ich alleine im Bett und erzählte mir Gute-Nacht-Geschichten, weil meine Mutter lieber vor dem Fernseher hing und keine Lust hatte, sich mit mir zu beschäftigen. Es gab bei uns keinen Halt, keine Wärme, nur Disharmonie, Strenge, ja fast Diktatur gegen mich und auch gegen meine Schwester. 

Später wurde ich ständig mit anderen Mädchen verglichen, die viel besser seien als ich, mehr leisteten als ich. Dabei schmiss ich schon fast den kompletten Haushalt alleine…

An Weihnachten war es komischerweise immer anders. Da fühlte sich es fast gut zuhause an. Kerzen brannten am Baum, es gab Geschenke, wir sangen Lieder- ja, es war fast sicher und gemütlich.

Den Rest des Jahres suchte ich nach dieser warmen, starken Mama und dem kümmernden, liebendenden Vater. Eigentlich suche ich bis heute…

Ich bin mittlerweile 33 und verstehe, dass die Suche danach unendlich ist. Die heimliche Sehnsucht bleibt.

Als ich 18 war, lernte ich die unglaublich warmherzige Familie meines damaligen Freundes kennen – da spürte ich den tiefen Schmerz, der jahrelang in mir saß. Ich realisierte meine Angepasstheit, meine permanente Angst und Unsicherheit, mein extrem niedriges Selbstwertgefühl, mein mieses Selbstbild von mir. Wer schafft es schon, sich selbst liebenswert zu finden, wenn die Eltern ständig sagen, dass man scheisse ist. 

Später zog ich in eine andere Stadt, weil ich Abstand brauchte. Ich begann eine jahrelange, schmerzvolle Therapie.

Ich bekam mein erstes Kind. Ich spürte, dass ich meine Eltern nicht mehr in meinem Leben brauche und nicht mehr will. Menschen, die mir soviel seelischen und körperlichen Schmerz zugefügt haben. Menschen, die sich nicht ändern werden, die ihre Meinungen und Einstellungen behalten werden, weil sie nicht reflektieren und an einer Familientherapie nicht interessiert sind. Menschen, die glauben, dass man das alles vergessen kann. Aber ich kann es nicht vergessen. Das seelische, emotionale Band zwischen Kind und Eltern ist für immer zerissen.

Und so habe ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen. Und es war schwer. Kein Kind bricht einfach so den Kontakt ab zu seinen Eltern. Das ist ein harter Schritt, denn es ist bedrohlich, ohne Eltern da zustehen. Es macht Angst, keine Familie zu haben. Aber Kontakt zu meinen Eltern zu haben, würde immer Wut, Trauer bedeuten – und ich will nicht, dass ich ständig wütend und traurig bin. 

Tief in mir hasse ich meine Eltern für das, was sie mir angetan haben. Für diese schrecklichen Erinnerungen meiner Kindheit, die mich manchmal noch in Träumen verfolgen.  Meine Eltern tun so, als wüssten sie nicht, warum ich den Kontakt abgebrochen habe. Sie nannten mich "verrückt" Ich sei eben das „komische“ Kind, das Dinge erzählt, die keiner hören mag. Sie tun so, als wäre nichts passiert. Sie tun vor anderen so, als wären sie die Opfer, die Verlassenen, die armen Großeltern, die ihre Enkel nicht sehen dürfen. Dabei sind sie für mich die Täter. Und sie bleiben es einfach für immer.

Ich habe mittlerweile 3 Kinder, bin selbstbewusst und stark. Ich stille, trage, lebe teilweise im Familienbett, bin Fan von der Montessoripädagogik, übe selber einen sozialen Beruf aus, bei uns zuHause läuft vieles mit Selbstbestimmtheit, Vertrauen und viel Liebe. Ich entscheide heute, wer mir nahe ist, wer mich berühren darf. Wer mit mir das Leben teilen darf. Dazu gehören meine Eltern nicht mehr. 

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Zum Weiterlesen: 

Auch wir haben den Kontak zu unseren Eltern abgebrochen – HIER zwei weitere Gastbeiträge

Interview mit Katia Saalfrank über die Folgen von Gewalt

 

Foto: Pixabay

 

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18 comments

  1. Gerechtigkeit
    Hallo an alle
    Ich möchte meinen Senf auch dazu geben. Meine Erzeuger haben mich in meiner Kinderheit unendlich gequält und heute bin ich 30 und habe zwei Kinder. Ich Idiot versuchte den Kontakt wiederherzustellen wegen der Kinder aber es war ein großer Fehler. Sie kamen an als wären sie Halbgötter und ich müsste ihnen danken dass ich es alleine geschafft habe aus dem Sumpf rauszukommen. Mit 17 bin ich abgehauen weil ich nicht mehr konnte und seelisch, eigentlich bis heute zerstört bin. Mein Erzeuger dieser Unmensch sagte mir wenn er mich nicht hart erzogen hätte wäre ich heute nicht soweit gekommen. Da habe ich alle Register gezogen und ihn mit seiner Frau rausgeworfen. Er Bespuckte mich und ich Spuckte zurück und habe ihn rausgeschuppst, das war das tollste Gefühl in meinem Leben dieser dreckige Diktator ein alter graußiger Mann der mir körperlich unterlegen war und wie ein Insekt niedergemacht würde, genauso wie er es mit mir jahrelang gemacht hat.
    Ich gehe einen unendlichen Hast gegen ihn, ich musste für ihn Arbeiten auch 23 Stunden in einem Stadion Teller waschen damit er ein schönes Leben führen kann das hat dieser Unmensch nicht verdient. Nur den Tot hat er verdient weshalb macht er sich auf meine Kosten, seelisch sowie körperlich ein schönes Leben? Ja und die Erzeugerin zieht alle Fäden, sie hat es geschafft dass alle mich hassen in meiner Familien und alle haben den Kontakt abgebrochen.
    Nur der Tot dieser Erzeuger wird mir ewige Ruhe und Zufriedenheit geben und auf diesen Tag, wenn ich vorher nicht sterbe warte ich!

  2. Liebe Melanie,

    Liebe Melanie,
    bei mir ist das ähnlich gelaufen, wie bei Dir. Mit 18 lernte auch ich die Familie meiner Freundin kennen und realisierte das erste mal, was so alles falsch lief bei meinen genetisch Verwandten. Als Kind, ohne Lebens- und Welterfahrung nimmt man ja erst einmal alles als richtig und normal hin, was die Eltern machen.
    Auch ich habe den Kontakt abgebrochen. Damit geht es mir mit jedem Tag besser. Damit entziehe ich mich der Gewalt und dem Terror. Umso weniger Informationen über mich zu ihnen durchdringen, und umgekehrt, umso besser.
    Liebevolle Eltern haben ist etwas tolles. Das haben aber nicht alle Leute. Daher sollte man nicht wegen irgendeines gesellschaftlichen Zwanges meinen, man müsse Krampfhaft den Kontakt zu seinen Eltern halten.

    Matthias, 25.

  3. Liebe Melanie, ich freue mich
    Liebe Melanie, ich freue mich sehr für dich, daß Du es geschafft hast ein selbstbestimmte Leben zu führen. Ich finde es richtig, daß Du den Kontakt zu Deinen Eltern abgebrochen hast. Diese Menschen dürfen sich nicht Eltern nennen und haben auch keine zweite Chance verdient. Sie haben es verspielt. Es klingt hart. Aber sobald ich Kinder in die Welt setze übernehme ich Verantwortung und sorge dafür, daß sie mit Liebe, Selbstbewußtsein und Vertrauen aufwachsen. Und das haben sie nicht… Ich wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Glück und Gesundheit! Genieße das Leben :)! Alles Liebe! Romy 🙂

  4. Kontakt zur Mutter abgebrochen
    Es war bei mir ein Leidensweg von 45 Jahren. Ich habe solange um die Liebe und Anerkennung dieser Frau gekämpft. Ihre Lügen und Intrigen ertragen. Hören müssen wenn sie zu anderen Menschen sagte – die will ich nicht. Die war immer nur gut ihre Probleme zu lösen und für Sie da zu sein wenn diese Frau das wollte. Ich bin frei mit einer verletzten Seele aber frei. Endlich leben dürfen und atmen dürfen. Ich wünsche dieser Frau einen ruhigen Lebensweg aber ich will von ihr nicht mehr beleidigt und erniedrigt werden. Nein diesen Abbruch bereue ich nicht.

    1. Kein Kontakt zur Mutter
      Ich kann mich anschliessen…
      Keiner trennt sich leichtfertig von seinen Eltern.
      Es ist ein ewiger Prozess und der allerletzte schmerzliche Ausweg- ich für meinen Teil habe immer und immer gehofft, dass sich was ändert, dass SIE sich ändert und nun, nach 38 Lebensjahren, fast 6 Jahren ohne Kontakt und mit Therapie, nach gescheiterter Ehe und grossen Bemühungen, es selber als Mutter besser zu machen ist muss ich feststellen, dass ich sie immer noch nicht los bin diese lieblose herzlose narzistisch gestörte gemeine Mutter. Dass es nach wie vor lange dauern wird, denn der seelische Missbrauch von frühster Kindheit an macht mich zu einer unsicheren, selbstwertlosen, misstrauischen, phasenweise depressiven Frau, die extrem achtsam sein sollte und viel für sich tun sollte – wenn sie es denn hinbekommt.
      Ich weiss nicht wie es euch geht, aber die Spätfolgen sind extrem nachhaltig finde ich.
      Ich decke sie nach und nach auf und versuche im hier und jetzt zu sein und das Vergangene ruhen zu lassen- aber es gibt viele Situationen die mich triggern und ich bekomme Angst und Panik oder mag mich nicht- das ist sehr anstrengend im Alltag allein mit 3 Kindern…
      Rational habe ich losgelassen und die Trennung vollzogen. Aber im Herzen- im Körper noch nicht, und das führt zu psychosomatischen Erkrankungen- Asthma zb. und hormonellen Störungen.
      Und dann noch die Sorge, eben doch nicht besser zu sein, wenn ich meine Kinder anmecker und – zum Glück nicht oft- mal richtig austicke und sie übelst beschimpfe und wie meine Mutter klinge… das macht mich traurig und wütend.
      Und solange dass noch so ist, bin ich doch noch mitten drin in der Trennung. Und dann gibt es diese Leute, die meinen eine Meinung dazu haben zu müssen.
      Zum Glück ist es viel einfacher, solche Kontakte ggf nicht aufrecht zu erhalten!!!
      Als ob wir, die wir diesen Schritt gehen nicht oft genug sowieso ein Schuld an allem/ Scham für die Existenz- Gefühl in die Wiege gelegt bekommen haben…
      Puh.
      Ich wünsche uns allen ganz viel Kraft und Wunschfamilien oder Menschen die uns mit Achtung begegnen und uns sehen wie wir wirklich sind und uns das auch zeigen- dass wir liebenswert sind und richtig sind.
      Vielen Dank für Eure Beiträge!!! Das macht mir Mut weiter zu Trennen…
      Jutta

  5. zum Nachdenken ….
    erstmal ein herzliches Hallo an alle und vorweg ein kleines Wörtchen zu meiner Person. Ich bin Vater (keine Mama) von zwei ganz, ganz süßen Mädl’s 4J. und 1 1/2 J. bzw. wie man als Elternteil immer wieder gerne sagt. die besten, schönsten, klügsten, … auf der Welt 🙂
    Ich bin durch Zufall auf diesen Blog (via FB) gestoßen und die Geschichte von Caro „Wenn Papa plötzlich stirbt, hat mich einerseits sehr berührt und andrerseits lief mir mein eigenes Schicksal durch den Kopf.
    Meine Geschichte (kurz gehalten). Meine Ex – Lebensgefährtin, ist seit Anbeginn der zweiten Schwangerschaft ca. vor 1 1/2 Jahren, weggezogen, so ca. 60 km von mir entfernt. Was ja Grundsätzlich noch kein Problem wäre, Menschen trennen sich nun mal und damit muss man zurechtkommen. Aber, … warum manche Frauen dann einfach versuchen, es manchen Vätern so schwer wie möglich zu machen, damit ja kein Bezug zu den eigenen Kindern entsteht, dass kann ich einfach nicht verstehen. Ich will da auch nicht näher darauf eingehen, ich habe nur einen einzigen Appell an die Damen da draußen, an alle Stadt Land Mamas! Es gibt Väter, die Ihre Kinder lieben und jeder an jedem einzelnen Tag der vergeht, darunter leiden, dass Sie all Ihre Kinder nicht leben, erleben dürfen. Es wird der Tag kommen, den Caro beschrieben hat, aber an solch einem besagten Tag ist es zu spät, zu spät um an einen See zu fahren, zu Picknicken, einander zu erleben. Was dann überbleibt, sind Erinnerungen denen nie Leben eingehaucht wurde. Ich habe Angst vor solch einem Tag und ich bedauere jeden tag den ich mit meinen Töchtern versäume. Ich weiß das mein Eintrag nicht hier reinpasst, aber wie gesagt, Caro’s Geschichte hat mich sehr berührt.
    Gebt den Vätern die Chance und die Möglichkeit, Ihre Kinder lieben zu dürfen, denn wenn der Tag kommt ist es zu spät und die Trauer für die Hinterbliebenen tief, denn Sie haben nicht mal die Möglichkeit bekommen, Erinnerungen real zu erleben …
    PS.: Ich weiß das es Mütter gibt, die Ihren Kindern dies ermöglichen, diese mögen mir verzeihen, dass ich das hier rein geschrieben habe. Ich wünsche jedem Vater und jeder Mutter ein sehr langes und gesundes Leben, damit Kinder möglichst lange an dessen Seite sein können.
    Lg rosbud

  6. Liebe Melanie, ich bin gerade
    Liebe Melanie, ich bin gerade so dankbar für Deinen Beitrag. Weil er mir vor Augen führt, dass ich nicht alleine bin. Es gab immer mal wieder längere Phasen der Funkstille mit meinen Eltern, immer wieder habe ich mich dann doch zusammen gerissen. Meine Eltern sind katholisch, das Vierte Gebot usw., aber ich halte es einfach nicht aus mit Ihnen. Und auch wenn es gute Gründe gibt den Kontakt zu ihnen abzubrechen – sie haben mich körperlich und seelisch sehr gequält – versteht das in meiner Familie niemand, selbst meine Geschwister nicht, die sich nach dem endgültigen Kontaktabbruch dann auch von mir abgewendet haben. Der Rest der Familie kann es ebenfalls nicht verstehen, es geht uns ja gut, wir sind von außen betrachtet sogar „so gut geraten“, sind – von schwierigen Beziehungen abgesehen – beruflich und auch sonst erfolgreich. Dann kann es ja alles nicht geschadet haben. Hat es aber. Das ewige Leistung bringen ist eher ein Symptom als dass es der Beweis dafür wäre, dass die Gewalt und die Willkür, die bei meinen Eltern herrschten, mir nichts angehabt hätten. Für mich kam der Wunsch nach dem endgültigen Bruch als ich sah wie meine Eltern mit meinen eigenen Kindern umgingen. Als ich sah, dass sie nichts verstanden hatten, sie sich über mich hinwegsetzten und auch noch darüber lustig machten, wenn ich eine Grenze deutlich machte. Da war für mich der Punkt erreicht an dem ich mich und meine Kinder schützen musste und wollte. Es ist nicht leicht. Natürlich sind sie jetzt die armen Opfer, denen die Enkelkinder vorenthalten werden. Und es ist etwas anderes sich ein Leben lang elternlos zu fühlen oder dann tatsächlich keinen Kontakt mehr zu haben. Aber Dein Artikel hat mich sehr bestärkt, unter anderem weil die vielen Reaktionen gezeigt haben, dass es auch anderen so geht. Danke für Deinen Mut und Deine Offenheit und alles, alles Gute für Deinen weiteren Weg!

  7. Liebe Melanie. Hut ab, dass
    Liebe Melanie. Hut ab, dass du deine schwere Geschichte mit uns teilst. Und ich finde es sehr beeindruckend, dass du, trotz dessen, einen liebevolleren Weg mit deinen Kindern gehst. Es ist nicht einfach sich von seinen Eltern zu trennen, weil man ja irgendwie trotzdem an Sie gebunden ist und weiterhin die Hoffnung für Besserung und später zur Einsicht der Eltern hat. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute. Du bist echt eine starke Frau. Lg Melanie

  8. Unheimlich viele
    Unheimlich viele Ähnlichkeiten haben unsere Geschichten. Puhhh…Ich kommentiere sehr selten…Essstörung, das mangelhafte Selbstbewusstsein, das Gefühl, falsch zu sein, „verrückt“ zu sein, in den Augen jener, die es eigentlich sind…Ich könnte noch mehr schreiben…Ich habe auch drei Kinder, sie und mein Mann retten mich nicht heute vor Flashbacks, die gibt es leider. Vermutlich gehen sie nie weg. Sowie Narben immer sichtbar bleiben. Einen sozialen Beruf habe ich auch gewählt. Der Kontakt zu meiner drei Geschwistern ist da,seit ich selber Kinder habe. Er ist aber sehr belastet. Meine Geschwister wollen keine Kinder aufgrund unserer Erfahrungen. Ohne meinen Mann wäre ich dieser Herausforderung auch nicht gewachsen. Die Mutterroll es konfrontiert leider immer wieder unbewusst mit der eigenen Kindheit. Aber das hilft auch einiges aufzuarbeiten, was so vielleicht nie hoch käme. Jetzt habe ich viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte. Alles Gute für dich und deine eigene Familie! PS: kein Kontakt zu haben hat mich endgültig befreit

  9. Vielen Dank für deinen
    Vielen Dank für deinen offenen, ehrlichen Beitrag, der mir Mut spendet! Ich habe bin in deinem Alter und habe mit 18 Jahren den Mädchennamen meiner Mutter angenommen und den Kontakt zu meinem Erzeuger abgebrochen. Deshalb kann ich sehr gut nachvollziehen, wie du dich gefühlt hast und wie das heute zeitweise noch nachwirkt, was in deiner/meiner Kindheit so völlig falsch war.
    Viele Grüße, Frauke

  10. Liebe Melanie,
    meinen allergrößten Respekt an Dich und Hut ab für den Ausgang Deiner Geschichte.

    Ich kann sehr mit Dir fühlen, da auch ich, durch körperliche und seelische Gewalt, ein eher zwiespältiges Verhältnis zu meinen Eltern habe.
    Zwischen uns herrschte auch schon jahrelange Funkstille, jedoch kamen wir durch Zufall wieder zusammen.
    Wohl fühle ich mich damit aber nicht, da vieles ungeklärt bleibt und von Seiten meiner Eltern totgeschwiegen wird.
    Wenn wir zusammen sind, spüre ich immer noch die „Falschheit“ meiner Mutter…das tut mir weh.

    Das Schlimme an der Sache, als ich keinen Kontakt zu meinen Eltern hatte, sind Außenstehende, die davon mitbekommen.
    In den meisten Fällen werde ICH als Buhmann hingestellt! Mit Argumenten wie: „Denk daran, dass es Deine Eltern sind! Sie haben Dich groß gezogen, Du hast Ihnen viel zu verdanken!“
    Dass aber auch ich wegen Borderline Monate in der Psychiatrie gelandet bin und sich meine Eltern einen feuchten Kehricht um mich gekümmert haben, dass ist dann in Ordnung?!

    Ich wünsche mir diesbezüglich von den Mitmenschen mehr Verständnis. Nicht jeder wächst behütet zu Hause auf. Schließlich habe ich nichts unversucht gelassen, dass es zwischen uns funktioniert. Aber dazu gegört eben mehr, als nur eine Person.

    Mal sehen, wie sich alles entwickelt. Aber Deine Geschichte ermutigt mich etwas, dass es nicht schlimm ist, wenn man den Kontakt zu den Eltern abbricht.
    Ich danke Dir dafür und wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute!

    Alles Liebe

    Sista

    1. Liebe Sista,

      Liebe Sista,
      ich verstehe dich total!
      Ich fühle mit dir..
      Eigentlich müsste man sich zusammen schließen

  11. Mich macht es glücklich, wenn
    Mich macht es glücklich, wenn ich Lebensläufe wie deine lese. Das schürt in mir die Hoffnung, dass viele Kinder nicht für immer verloren sind. Ich finde dich grossartig und auch grossartig, was du geleistet hast.

    Mich würde nur interessieren wie deine Schwester dazu steht. Ich hoffe, du hast sie nicht auch „verloren“.

    1. Liebe Stephanie,

      Liebe Stephanie,
      ich habe sporadischen Kontakt zu ihr.. aber leider ist er dieser Kontakt sehr überschattet von unserer gemeinsamen Geschichte und mir tut es sehr weh zu sehen, welche lebenslangen Folgen es für sie hat.