Corona-Krise in der Stadt und auf dem Land

Corona-Atemschutz

Ihr Lieben, in Coronazeiten zeigt sich nicht nur recht gut, wie gleichberechtigt – oder halt nicht – wir alle leben sondern es zeigt sich auch eine große Kluft zwischen Stadt und Land.

Wenn ich höre, was meine Freundinnen erzählen, die in Städten wohnen, dann bekomme ich immer so ein bisschen den Eindruck, als lebten sie in einer ganz anderen Welt 😉

Ich kann nur von mir berichten. Wir leben wirklich auf dem Land, im Bergischen, 25 Kilometer vor Köln – außerhalb jeder Ortschaft auf einem Berg, auf dem maximal 25 Personen verteilt leben. Auf unserer Straßenseite sind wir die einzigen, hinter uns kommt Wälder und Wiesen.

Landleben2 1024x927 - Corona-Krise in der Stadt und auf dem Land - Lisa stellt in der Corona-Krise krasse Unterschiede zwischen Stadt und Land fest. Ihr auch?

Wir sehen nicht volle Parks mit picknickenden Menschen, die das Ordnungsamt ermahnen muss, wir sehen: Gänse, Hunde, Hühner, Kaninchen.

Wir sehen nicht Fahrradboten von Lierferando durch die Gegend flitzen (die gibt es hier gar nicht), wir sehen leere Waldwege mit viel Vogelgezwitscher.

Wir sehen nicht abgesperrte Spielplätze, wir hören nur ab und zu mal ein Nachbarskind auf dem eigenen Trampolin jauchzen.

Wenn es hoch kommt, sehen wir pro Woche vielleicht drei Menschen (inklusive Postbote, dem wir durchs Fenster zuwinken), mit denen wir nicht verwandt sind, denn da man keine Kinder mehr mit in den Supermarkt nehmen kann, erledigt die Einkäufe meist der Mann, wenn er von der Arbeit kommt. 

Ich arbeite im Homeoffice, ich treffe keine Kolleginnen, keine Kundinnen. Die Menschen, die ich in meinen Kaffeepausen treffe, sind meine Kinder 😉

Wir müssen auch nicht zur Schule, um mal Material abzuholen, ich bekomme Mails mit alle den Aufgaben. Und scanne Ergebnisse ein, um sie dann wieder elektronisch zu verschicken.

Als wir dann neulich mal bei einem Restaurant drei Dörfer weiter Essen bestellten und ich meine Teenie-Tochter zum Abholen dabei hatte, die seit Wochen nicht mehr außerhalb unseres Gartens unterwegs war, schämte sie sich in Grund und Boden, als ich meine Maske aufsetzte.

Sie kennt den Anblick einfach noch nicht, es war, als schickte man ein Hamburger Nordlicht in den Kölner Karneval: ICH ZIEH DOCH SOWAS NICHT AN. Doch, Kind, du wirst das auch anziehen müssen, sollte die Schule irgendwann wiedere losgehen. DANN LASS UNS JETZT SCHON MAL MIT DEM SPAREN ANFANGEN FÜR DIE BUßGELDER.

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Erst als sie dann mal eine Person den Weg kreuzen sah, die auch Maske trug, glaubte sie mir, dass ich nicht der einzige peinliche Mensch auf diesem Planeten bin, der diesen „Stofflappen im Gesicht“ trägt.

Ich glaube ja, dass wir uns die Dinger irgendwann gar nicht mehr wegdenken können. Auch auf dem Land nicht. Aber bis sich hier alle Familienmitglieder dran gewöhnt haben, müssten erstmal die Schulen wieder öffnen für sie. Und das sehe ich wirklich noch gar nicht hier aktuell.
Das mit der Peinlichkeit geht dann hier also erst später los….

Wie ist es bei euch? Stadt, Land oder Kleinstadt? Merkt ihr die Krise draußen so stark wie wir, weil ihr keiner Menschenseele mehr begegnet oder könnte man bei euch durchaus auch mal den Eindruck bekommen, es sei gar keine Krise da?

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6 Kommentare

  1. Ich wohne in Berlin. Hier tobt im Hinterhof das wilde Leben und die Nachbarn diskutieren unter unserer Terrasse wie blöd und übertrieben das alles sei. Wir sind sehr sehr streng – die fast 5 jährige ist Chemopatientin. Kennt daher Mundschutz von sich und anderen schon vor Corona. Auch der 1,5 jährige hat mit Masken null Probleme. Weder wenn wir oder andere sie tragen noch als er sie tragen musste (medizinischen, ohne Corona, als er Husten hatte). Meine Kinder stehen am Geländer und die große schimpft, dass sich niemand an die Regeln hält. Sie weiß, dass es schon vor Corona Bettenprobleme gab – am eigenen Leib erlebt. Je nachdem wo man unterwegs ist, wird man krass angegafft weil man ne Maske an hat und das (große) Kind auch. Die Ignoranz macht mich wütend. Aber viele helfen uns auch, dass wir wirklich nur für medizinisches raus müssen, kaufen für uns ein zb.

  2. Ich wohne vor den Toren Kölns in einer Kleinstadt mit Nähe zu einem großen, beliebten Waldgebiet.
    Gestern haben wir eine Radtour gemacht und es war so voll. Und viele Menschengruppen (mehr als 2 Personen), häufig 3-5 Erwachsene plus büschelweise Kinder, die in Trauben beisammen standen.
    Ich bezweifle, dass diese alle einem Hausstand angehören.
    Der Anblick von Menschen mit Masken ist für meine Kinder (2 und 9 ) sehr befremdlich, da ich ausschließlich alleine einkaufen gehe und sie somit selten jemanden begegnen, der eine trägt. Dennoch sprechen wir darüber, dass es momentan so ist und ich sehr stolz bin, dass wir so diszipliniert sind.
    Auch mein Sohn hört oft abends, wie die Nachbarskinder fangen draußen auf der Straße spielen…. er bleibt aber dabei, dass er das Kontaktverbot durchzieht.
    Ich nehme auch eine Corona-Müdigkeit bei den Leuten wahr, wir als Familie machen das Beste daraus.

  3. Wir leben am Ortsrand einer 15k Seelengemeinde. Hier laufen doch recht viele mit Maske rum auf den Straßen und fahren auch mit Maske Auto. In den Läden wird sie natürlich auch getragen.
    Selbst auf dem Rad haben viele eine auf.
    Auf den Waldwegen ist auch oft viel los, entweder weil alle spazieren gehen oder zur Arbeit radeln. Deswegen bin ich auch froh, wenn die Spielplätze offen sind und ich sie rennen lassen kann ohne alle andern Verkehrsteilnehmer miteinzuberechnen.
    Auf der Straße nimmt der Verkehr deutlich zu. Ende März gab es keinen Stau auf dem Zubringer zur Stadt morgens, jetzt wird es mit jeder Woche wieder mehr…

  4. Oh, wir wollten auch ins Bergische in den Osterferien (unsere Familie besuchen), aber daraus wurde aus bekannten Gründen leider nichts. Von der Krise bekommen wir in der Stadt sicherlich mehr mit, doch eine Maske trug bisher auch nur meine ältere Tochter einmal, weil sie zum Zahnarzt musste. Ansonsten sind die Kinder und ich fast immer zu Hause und bearbeiten ebenfalls den Wochenarbeitsplan der Schule, welcher online zur Verfügung gestellt wird. Auf der Schul-Homepage. E-Mails gibt es hier leider nicht, aber die Lehrerin hat sich inzwischen zu unserer Eltern WhatsApp Gruppe dazu gesellt; nur vom Kindergarten haben wir seit 7 Wochen gar nichts mehr gehört. (Schade!)
    Unsere Elbwiesen sind natürlich voll mit Menschen und einige wenige tragen auch beim Spaziergang oder Radfahren Masken, sodass wir den Anblick tatsächlich eher gewöhnt sind.

  5. wir wohnen in der kleinstadt im ballungsgebiet. in einem vorort. hier sieht man keinen mit maske, nur jetzt halt beim bäcker oder der apotheke. da die kinder ( 2&4 jahre) dort eh nur sehr selten mit hin gehen, sehen sie die masken kaum. einmal hab ich sie mit in den supermarkt genommen, und vorher kurz erklärt das alle da masken anhaben und ich dann auch, meinte mein großer nur er wolle auch eine haben. die kinder hatten sie dann 1 sekunde an und das war’s. die kleine wollte es irgendwann nicht mehr das ich sie anhabe. sie fand es vor zwei wochen beim kinderarzt auch ganz schrecklich das alles da eine anhaben. zum glück muss ich sie nicht in die kita schicken, solange dort erzieherinnen masken tragen sollen und kinder nur an der tür abgegeben werden dürfen werde ich sie nicht dort hin geben.

  6. Liebe Lisa!
    Ich gehöre zu Team Stadt- wir wohnen in Köln in einer Dreizimmerwohnung in einer Wohnsiedlung voller Familien.
    Ich arbeite als Lehrerin, dementsprechend gehe ich seit zwei Wochen fast täglich – mit mundschutz natürlich- zur Arbeit. Die Gesamtschulen haben ja schon auf und beschulen SchülerInnen der 10. und 13. klasse.
    Hier sieht man eine Coronamüdigkeit und am Nachmittag ist in der Siedlung so viel los, dass man meinen könnte, es wäre nichts(gewesen). Die Kinder spielen, fahren Rad oder Roller. Abstand hin oder her. Am Anfang waren hier die meisten super diszipliniert, aber jetzt machen doch viele so weiter wie „vor Corona“.
    Auch hat der Straßenverkehr zugenommen. In Sülz stehen die Leute an Cafés in Schlangen, aber mittlerweile auch nicht mehr mit dem gebotenen Abstand…

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