Lockdown, Corona: Denkt eigentlich irgendjemand an die Kinder?

Spielende Kinder

Foto: pixabay

Ihr Lieben, wenn eines in diesem erneuten Lockdown (er wird ja liebevoll Lockdown light genannt) besser läuft als im ersten Lockdown, dann ist es bei uns zum Beispiel der Sport und ich meine damit konkret die Hobbys der Kinder. Komisch, denkt ihr jetzt vielleicht, die sind doch verboten. Und genau das ist der Punkt: Sie dürfen nicht stattfinden, aber die Trainer haben sich die Situation angeschaut und sind unglaublich kreativ geworden.

Ihr dürft ein weiteres Kind treffen? Alles klar, sucht euch jemanden aus der Mannschaft, mit dem ihr zusammen trainieren könnt. Ihr trefft euch privat und wir entwickeln euch Trainingspläne, die ihr dann zu den regulären Trainingszeiten umsetzt – und uns später in einer eigens dafür eingerichteten Whatsapp-Gruppe rückmeldet, wie es lief.

Zusammenhalt und Aufmerksamkeit sind auch in der Krise möglich

Als ich also gestern beim Vokabelabfragen neben dem Handy der Kids saß, blinkte dauernd der Bildschirm – und ich sah, wie ein Mannschaftskamerad nach dem nächsten Fotos schickte oder Videos oder Screenshots der Lauf-App. Und ich war gerührt. Denn da ist dieses Gemeinschaftsgefühl geblieben. Da wird niemand zurückgelassen. Wenn jemand nichts schickt, wird nachgefragt – alles okay bei dir? Da ist dieses große gemeinsame Gefühl, wir trainieren irgendwie trotzdem zusammen, das Ziel, fit aus diesem Lockdown zu kommen, um endlich wieder gemeinsam auf den Sportplatz zu kommen, ist geblieben.

Nachwuchskicker
Rennen, auspowern, Freunde treffen. So wichtig.

Im letzten Lockdown war das anders, da durften wir niemanden treffen und waren so eingespannt mit all der Beschulung, dass an Kilometermachen am Nachmittag kaum zu denken war. Ich hatte schlicht die Kraft nicht, sie auch dazu noch zu motivieren. Es fiel in all meinen To dos einfach hinten über.

Entlastete Eltern, glückliche Kinder: Wenn auch andere sich für das Wohl der Kinder einsetzen

Diesmal übernehmen die Trainer und ich kann gar nicht sagen, wie toll ich das finde. Weil ich merke, dass nicht nur wir Eltern allein uns um das Wohlergehen unserer Kinder sorgen, sondern dass da auch andere sind, die sich wünschen, dass unsere Jüngsten gut durch die Krise kommen. Ehrenamtlich. Einfach, weil ihnen das Trüppchen, weil ihnen die Kinder nicht egal sind. Natürlich auch, weil sie als fitteste Mannschaft zurück aus dem Lockdown kommen wollen 😉 Aber auch das ist ja ein schöner Ansporn für die Kids.

Warum ich das so betone? Ehrlich gesagt, weil ich finde, dass Eltern ziemlich allein gelassen wurden in der ersten Phase der Pandemie. Wir mussten sehr, sehr laut werden in unserer Verzweiflung und Komplettüberforderung, um von der Politik gehört zu werden. Und wir wurden gehört! Nicht allerdings so, dass Kinder nun auch mal eine größere Lobby hätten und ihr Wohlergehen in der Krise nun auf den Sitzungstisch oder zumindest als Tagesordnungspunkt auf einer Liste landen würde.

Präsenzunterricht zu jedem Preis – und Kitas schließen zuletzt“ war das Ergebnis unserer öffentlichen Hilferufe unter Hashtags wie #coronaeltern oder #elterninderkrise. Das reicht aber leider nicht, um unsere Kinder gut durch die Krise zu bekommen. Auch ihre Welt gerät doch gerade aus den Fugen!

Erst gestern hörte ich wieder von einer Mutter, die ihrem Sohn erklärte, dass er die Nachbarskinder leider erstmal nicht mehr treffen könnte und wie er darüber weinend zusammengebrochen sei. Ein Grundschulkind. Eines, das unbeschwert spielen können sollte. Aufgefangen von den Eltern. Und nur von den Eltern. Denn es gibt keinen Plan für die Kinder in diesem Land. So titelt es auch Mely Kiyak in ihrer Kolumne in der ZEIT.

Kaum Ideen von der Politik, wie Kinder gut durch die Krise kommen können

„Die Bundesregierung“, schreibt sie, „scheint kaum Ideen zu haben, wie sie Kinder durch die Krise bekommt“. Sie fragt sich, was wohl passiert wäre, hätte man die Kinder nicht als individuelle Privatangelegenheit betrachtet, sondern als „gemeinsame Kinder“  unserer Gesellschaft. „Wie hätte man gehandelt?“, fragt sie. „Welche bahnbrechenden fantasievollen, originellen, praktischen oder schönen Lösungen hätte man gefunden, um als Gemeinschaft der Erwachsenen die Kinder gemeinsam durch diese Zeit zu tragen?“

Wenn die Gesellschaft eine Hängematte wäre. Foto: pixabay

Mich rührt das Bild der gemeinsam durch die Krise getragenen Kinder sehr. Was können wir tun, dass es ihnen gut geht in dieser unsicheren Zeit, wie können wir auf die neuen Gegebenheiten so kreativ reagieren, wie das die Trainer unserer Kids tun? Immerhin sprechen wir hier von den Menschen, die unsere Zukunft gestalten. Von dreizehneinhalb Millionen Kindern unter 14 in Deutschland.

Kennt ihr dieses wunderbare Gefühl, wenn ihr im Süden im Urlaub seid und alle ganz verliebt in eure Kinder sind? Sie mit Kosenamen ansprechen und sich freudig um sie kümmern, als wären es nicht eure Kinder, sondern die Kinder der Gemeinschaft? Kinder eben, über die man sich freut, für die man mitdenkt und Verantwortung übernimmt? Dieses Gefühl war nie weiter weg als in dieser Krise und in diesem Land.

Man kann ihn zwar bald nicht mehr hören, diesen Spruch, aber ich muss ihn hier nochmal aufschreiben: „Es braucht ein ganzes Dorf, um Kinder großzuziehen“. Oh ja, und zwar gerade auch in Krisenzeiten. Aber das Dorf bricht weg. Nicht nur, weil wir rein physisch Distanz halten sollen, sondern weil das Private leider viel zu wenig politisch diskutiert wird.

Gegeneinander statt Miteinander: Dabei brauchen wir doch gerade jetzt Zusammenhalt!

Weil wir Eltern, wenn wir uns öffentlich äußern und auf die Missstände hinweisen beschimpft werden: Hätteste halt keine Kinder bekommen, wenn du jetzt nur jammerst! Wir sollen uns nicht anstellen und unsere Kinder gefälligst allein durch die Krise tragen. Selbst schuld, wenn du auf dem Weg zusammenbrichst, hättest du dir ja vorher überlegen können.

Ganz ehrlich: Würde man auf einer gemeinsamen Wanderung wirklich jemanden zurücklassen, dessen Rucksack zu schwer geworden ist? Oder würde man nicht anbieten, den Rucksack eine Zeitlang zu übernehmen oder zumindest beim Tragen zu helfen? Wäre das nicht eine Selbstverständlichkeit? Egal, ob es sich um ein Kind, ein Elternteil oder um sonst Jemanden handelt, der nicht mehr kann? Ich möchte unbedingt daran glauben, dass es so kommen würde… 

Es reicht nicht, wenn wir Eltern allein unsere Kinder durch die Krise tragen. Es reicht nicht, wenn Merkel im Treffen der Ministerpräsidenten zwar kurz auch das Wohl der Kinder thematisiert, dieses von den Herren Länderchefs aber sofort wieder aus dem Papier gestrichen wird.
Autorin Mely fragt in ihrem Artikel zurecht: „Fühlt sich eigentlich irgendjemand zuständig für die Kinder?“ Was wird für sie angeboten in dieser zweiten Welle? Wo sind die Politiker, die sich öffentlichkeitswirksam in Firmen stellen, die sie gerettet haben?

Hygienekonzepte, Abstand, Masken. Eine Kindheit voller Regeln. Foto: pixabay

Wie wärs mal mit dem Besuch eines Klassenraums, in dem den Kindern mal gesagt wird, wie wahnsinnig großartig sie das alles meistern mit all den Regeln und Abständen und Masken, mit dem in keinster Weise zurückgefahrenen Unterrichtsstoff, mit den vielen Prüfungen, mit der Unsicherheit, wie lang die Schulen wohl noch offen sind, mit der Sorge um ihre Freundinnen, um ihre Großeltern, mit den Müttern und Vätern zu Hause, die auch auf dem Zahnfleisch gehen, weil kaum jemand sie unterstützt, weil sie die Freunde, die Kulturveranstaltungen, den Sport, das komplette soziale Leben der Kinder nicht allein ersetzen können?

Präsenzunterricht mit Maske, volle Busse, keine Freizeitaktivitäten: Die neue Realität der Kinder

Und vielleicht setzt er sich dann auch nach Schulschluss einfach mal in einen der überfüllten Busse, in denen weder Abstand noch Hygienekonzepte möglich und die Gruppen wieder gemischt sind, die tagsüber durch Pfeile und Verbote so streng auseinandergehalten wurden.

Und dann fährt er vielleicht auch noch ein Stückchen weiter, hin zu all den Ehrenamtlichen wie unseren Trainern, zu denen, die unsere Kinder auch in Zeiten der Krise nicht aus den Augen verlieren, die flexibel reagieren und sich Konzepte überlegen, wie es trotzdem noch klappen kann… Damit nicht alle allein auf ihrem Sofa enden, wo doch eigentlich Sport und frische Luft und Freude und Leichtigkeit so wichtig wären. Das sind die Leute, die viel mehr in den Fokus rücken sollten in Zeiten wie diesen. Das sind die Alltagshelden, die kaum jemand sieht, die aber in Zeiten, in den Kinder so sehr übersehen werden, jedes Rampenlicht verdient hätten, weil sie Vorbilder sind.

Ich bin also ganz bei der ZEIT-Autorin, wenn sie fragt: „Müsste es nicht eine Selbstverständlichkeit sein, egal was es kostet und welchen Aufwand es bedeutet, Kinder um jeden Preis zu schützen und das zu den dringendsten Aufgaben gehört, eine kindergerechte Welt während dieser Krise herzustellen?“


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12 comments

  1. Mit so viel in meinem Herzen bin ich hier, um auszudrücken, wie Dr. Idemmiri meine Ehe vor der Scheidung gerettet hat. Ich und mein Mann hatten einige Missverständnisse und es riss unsere Ehe in dem Maße auseinander, in dem mein Mann eine Scheidung anstrebte. Ich habe also keine andere Wahl, als ins Internet zu gehen, um eine Lösung für mein Problem zu finden. Dort stieß ich auf Dr. Idemmiris Details und darauf, wie er vielen Menschen geholfen hat, indem er ihre Beziehung wiederhergestellt hat. Ich kontaktierte Dr.Idemmiri und in weniger als 48 Stunden stornierte mein Mann die Scheidungspapiere. Jetzt leben ich und mein Mann in Frieden und Harmonie zusammen, danke an Dr. Idemmiri, der meine Ehe vor dem Auseinanderbrechen bewahrt hat. Sie können ihn auch kontaktieren. Die Kontaktinformationen von Dr. Idemmiri erhalten Sie per E-Mail: idemmiri9@gmail.com/ WhatsApp-Telefonnummer + 2349070818779 .

  2. Ich sehe es so: Kinder sind ja außerhalb von Corona in Strukturen eingebunden, Schule, Verein, Kirche…, da gibt es ja vieles. Dort verbringen sie ihre Freizeit, arbeiten, erleben schöne Dinge usw.
    Mit Corona scheint all das zu „verschwinden“. Die Schule schmeißt Aufgaben über den Zaun und nennt Klausurdaten, wer ihre eigentliche Aufgabe übernimmt, das LEHREN, ist egal (eine Ausnahme gibt es, eine tolle Lehrerin). Ansonsten wird das Kind zu Klausuren einbestellt, der Rest muss laufen, ohne die Arbeit von der Schule.
    Der Verein ist zu und schweigt. Natürlich kann man nicht trainieren, aber ich erwähnte es, unsere Tanzschule (für die Erwachsenen) ist extrem rührig.
    Die Kirchengruppen schweigen. Pfarrbüro geschlossen usw. usw.
    Natürlich ist es meine Aufgabe als Mutter (unsere als Eltern), das Kind zu begleiten, die Zeit zu meistern, aber all die Strukturen, die sonst den Alltag des Kindes bestimmen sind entweder ersatzlos gestrichen oder fordern (Schule) nur, der Aspekt des fördern fällt ganz weg. Das finde ich schon sehr wenig. Es würde MEIN Grundproblem nicht lösen, also die Überforderung mit allem, wenn ich aber sehe, wie glücklich das Kind auf kleinste Rückmeldungen der Lehrerin reagiert, denke ich schon, dass vieles besser sein könnte, für das Kind, ohne dass andere Menschen meine Aufgaben übernehmen. Das mach ich dann schon selbst.

  3. Also sorry, aber dieser Beitrag ergibt 0 Sinn. Es ist so ziemlich alles geschlossen, was in Deutschland existiert – außer Schulen und Kitas. Man kann jetzt darüber diskutieren, ob offene Schulen und Kitas das sind, was man angesichts einer Pandemie benötigt, aber es ist zumindest das, was die ganzen Eltern im Frühjahr gefordert hatten.
    Also wenn es eine Gruppe gibt, die hier gerade im Gegenzug zu anderen Gruppen bevorteilt wird, dann sind es die Kinder mit offenen Schulen und Kitas, wo bis auf Masken und Lüften eine merkwürdige Normalität scheint, wo man vom Lockdown nichts mitbekommt…

    1. Ich weiß nicht, was Lisa meint, aber ich hätte schon Ideen: z. B. einfach mal dieses Kalenderjahr auch in der Schule als Coronajahr zu sehen und aufhören, das Unmögliche möglich machen zu wollen. „Normaler“ Unterricht (das ist er de Facto mit all den Regeln nicht) in einem chaotischen Jahr. Ich haben einen Sohn in der vierten Klasse, da sind die Lehrer völlig unter Notendruck, schließlich geht es um die Bildungsempfehlung… in den Fremdsprachen (es ist eine französische Freundschaftsschule da ist Französisch ab der ersten Klasse normal und Englisch wird in unserem Bundesland ab 3. Klasse unterrichtet) ist er noch in den Heften der 3. Klasse unterwegs, ich bin gespannt, wie da die weiterführende Schule anknüpft. Meine Tochter geht in die 1. Klasse und auch dort meint die Schule, man merkt, dass es ein „Corona- Jahrgang“ ist, den Kindern etliche Monate Kita fehlen und eben die ganzen Einschränkungen die Kinder anders gemacht hat. Ich sehe es auch an meinen Beiden, an sich aufgeschlossenen Kindern, sie suchen am Nachmittag gar keinen Kontakt mehr zu ihren Klassenkameraden oder den Nachbarskindern… Dieses Pandemie- Jahr hat die Kinder verändert. Wie uns alle. Ich denke vor allem den Schulkindern und eben auch ihren Lehrern und auch den Vorschulkindern sollte mehr Zeit gegeben werden, ich stelle es mir auch schwierig vor, wie das organisiert werden soll, aber auf Teufel komm raus den Schulstoff in die Köpfe pauken ist auch nicht gut. Meine Beiden kommen noch mit, aber man merkt Ihnen den Druck an. Auch für die Lehrer ist belastend. Ein Extra- Schuljahr wäre sicher eine gute Lösung auch für die Gesellschaft, denn da wären auch eventuell geschlossene Schulen mit mehr Gelassenheit zu ertragen und man könnte besser auf die Kinder eingehen. Ich fürchte nur fast unsere Gesellschaft braucht die Kinder möglichst schnell als Steuerzahler und Arbeitskräfte, denn machen wir uns nichts vor, sie und womöglich noch weitere Generationen werden die Kosten der Pandemie tragen. Das ist traurig, aber nicht zu ändern, da das Virus in meinen Augen tatsächlich eine Naturkatastrophe ist, die uns alle vor größte Herausforderungen stellt. Und genau deshalb sollten die Kinder unser Gesellschaft viel wert sein!

    2. Kinder sollen bevorteilt sein, weil sie in die Schule mit Maske MÜSSEN? Mit 6! Das ist eine absurde Idee!
      Millionen von Menschen arbeiten im Homeoffice – DAS ist bevorteilt.

  4. Ich kann den Frust schon verstehen, natürlich. Will ich jetzt auch gar nicht relativieren. Ich wollte nur mal fragen, was denkt ihr denn (sowohl Lisa als Autorin, als auch die Kommentatorinnen), wie genau das „Tragen durch die Krise“ denn aussehen sollte, und wer das tun sollte. Dafür braucht es doch Menschen, keine abstrakte „Gesellschaft“, sondern konkrete Menschen. Wer genau sollte das denn sein, außer der Kernfamilie (andere soll man ja nun nicht treffen, oder)? Der Ansatz von dem Sportverein ist doch schon mal ganz nett, aber dass ist ja nun auch was Digitales/medial basiertes, wo die Kinder doch sowieso momentan schon viel mehr an den Geräten hängen.
    Von den Schulen, finde ich, wird ganz schön viel verlangt, bzw von den Lehrern und Lehrerinnen an persönlichem Engagement. Ich bin Lehrerin, habe aber selbst auch drei Kinder. Zerteilen kann ich mich nicht. Ich habe echt große Angst, dass die Klassen wieder in Kleingruppen geteilt werden. Heißt nämlich für mich persönlich, genausoviel an der Schule zu sein und vor kleineren Klassen zu stehen, um die Schüler zuhause muss ich mich aber auch kümmern (momentan um die, die in Quarantäne sind oder aus Angst vor Corona nicht kommen) -das ist alles doppelte Arbeit für mich. Was da mit meinen eigen Kindern ist interessiert keinen, ich kann nicht ins home-office und meinen Kindern die Piorität geben, wer bitteschön trägt die denn? Da muss ich auch sehen, wie ich klar komme.
    Deshalb würde mich wirklich mal interessieren, wie das konkret aussehen soll, was die „Gesellschaft“ da für die Familien tun soll.

    1. Genau das frage ich mich auch. Ich fände es echt interessant, mal was zu lesen, wie genau sich das alle vorstellen. Was könnte der Einzelne konkret tun? Wer ist überhaupt gemeint mit „die Gesellschaft“?
      Lisa, könntest du nicht darüber was schreiben? Das fände ich super!

    2. Seh ich auch wie Franzi. Was bringt denn jetzt ein Besuch von irgendjemand im Klassenraum? Hauptsache, die Schulen bleiben offen. Das gibt den Kindern schon sehr viel.

  5. Meine Erfahrungen sind auch anders. Der erste Lockdown war hart, als Einzelkind hatte unsere Tochter praktisch null Kontakt und von der Schule kamen einfach unfassbare Mengen an Aufgaben die aber nie kontrolliert oder kommentiert wurden. Aber damals waren wohl alle unter Schock und man hat das so hingenommen. Aber jetzt ( meine Tochter ist in der 7.Klasse) geht der Unterrichtsstoff praktisch weiter als wäre nichts gewesen und man hätte sich alles ohne Probleme selbst beigebracht. Dazu ständige Tests, Meldungen in der Presse, dass 12jährige ja quasie kaum noch Präsenzunterricht brauchen und eigentlich alles digital machen (wollen). Sport, weder im Verein noch in der Schule findet statt und nach 8 Monaten mag das Kind auch kein Onlinetraining mehr. Zumindest für meine Tochter sind die medialen Möglichkeiten kein Ersatz, schon im ersten Lockdown meinte sie irgendwann“ was soll ich denn schreiben, jeder Tag ist gleich, ausser lernen passiert ja nichts“…..

  6. Also meine Erfahrungen sind leider anders. Vom Sportverein meldet sich niemand, wie im ersten Lockdown. In den einschlägigen Whatsapp-Gruppen mit den Trainern steht nur der Hinweis, dass man halt nicht trainieren darf. Aus beiden Gruppen kein Ton. Da tut die kommerzielle Tanzschule, in der mein Mann und ich normalerweise regelmäßig tanzen, sehr viel mehr mit online-Kursen usw .usw. Ich habe das Gefühl, DIE wollen die Kunden nicht verlieren, der Verein des Kindes zuckt nicht. Also führe ich das Kind „Gassi“, spielt mein Mann Badminton und fährt Fahrrad usw., denn das Kind darf nicht zum Präsenzunterricht wegen chronischer Erkrankungen.
    Die Schule beschränkt sich darauf, 10000000 Aufgaben zu schicken, einschließlich Religion und Kunst, samt Abgabetermin. Und natürlich darauf, dem Kind die Termine für die Klassenarbeiten mitzuteilen, zu denen es in einem Nebenraum kommt. Wie durch Geisterhand kann das Kind den Stoff dort dann, die Schule hat daran jedenfalls keinen Anteil. Bis auf eine Lehrerin, die liebevolle und detaillierte Rückmeldungen gibt, werden die zahllosen Aufgaben ins Nirwana hochgeladen, sie verhallen einfach.
    Und ja, ich habe die Nase gestrichen voll und das isolierte Kind sowieso. Ich kann von außen nicht den Funken einer Unterstützung erkennen, wir tragen unser Kind alleine da durch, ganz alleine.

  7. Bei uns ist es genau umgekehrt: Während im ersten Lockdown noch versucht wurde, die Kinder zu Hause zu erreichen (von den Trainern), hört man nun gar nichts mehr….Den Kindern wurden sogar verboten, die Sportplätze weiter privat zu nutzen, da die Stadt sich nicht in der Lage sieht, die Situation zu kontrollieren.

    Somit treffen meine beiden Jungs ihre Freunde privat und auch bei schlechtem Wetter drinnen und ich denke gar nicht daran, diese auf einen festen Freund zu beschränken. Sie können sich treffen, wann und mit wem und mit wie vielen sie wollen, nur das hält ihre Seele gesund und nur darauf kommt es mir nun an.

    1. Wir machen es genauso. Meine Kinder treffen ihre Freunde und jeder Backnachmittag wird jetzt Party genannt. Wir gehen weiterhin zur Skaterrampe, auch wenn das Ordnungsamt mit vier Beamten in schussssicheren Westen dort die Kinder einschüchtert, ihre Personalien aufnimmt und mit Bußgeldern droht (tatsächlich so erlebt). Stehen wir Eltern halt Schmiere. Kinder brauchen Freunde, frische Luft und Bewegung. Dafür sind wir bereit, die Großeltern nicht zu treffen.

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