Betreuungsnot! Wutausbruch einer Kita-Mama: Null Sicherheit

Betreuungsnot

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Ihr Lieben, ich wende mich heute an euch als wütende und tobende Mutter und wollte mal fragen, wie und wo die Elternbewegung ist zum Thema Kitabetreuung bzw. Betreuungsnot im Herbst Winter 2022 – gibt´s da schon den neuen Katalog?

Ich krieg die absolute Krise mittlerweile. Jeden Tag kriegen wir als Kita-Eltern Nachrichten, wir sollten unsere Kinder bitte am besten zu Hause betreuen oder so früh wie möglich abholen, die Gruppe sei leider sooo unterbesetzt.

Betreuungsnot und Personalmangel

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Und überhaupt: Bis Ende des Jahres könne die Betreuung nur noch bis 14 Uhr sichergestellt werden. Ich mein, ich bin Lehrerin. Wie soll ich das machen? Meine Schulklasse dann auch allein lassen? Welcher Mensch soll denn da noch arbeiten gehen? 

Jetzt hab ich meine Kinder eine Woche lang krank zu Hause gehabt, nun bin ich total krank, muss aber ja trotzdem arbeiten gehen, weil durch die Krankheiten meiner Kinder und durch die Schließungen der Kita ja einfach eh schon viel zu viel Unterricht von mir ausgefallen ist. Mein Mann ist auch Lehrer, wir versuchen schon, uns so viel wie möglich abzuwechseln und so weiter, aber das ist doch nicht normal! Wie soll das gehen?

Berufstätige Eltern in der Zwickmühle

In einer benachbarten Kita ist es jetzt wohl so, dass alle Kinder auf die umliegenden Kitas aufgeteilt wurden, weil keine Betreuung mehr da ist. In der nächstgrößeren Stadt zählen sie die Kinder morgens ab und schließen irgendwann die Tür, wenn der maximale Betreuungsschlüssel erreicht ist. Und dann stehen die berufstätigen Eltern da mit ihren Kindern! Und bezahlen natürlich trotzdem die vollen Beiträge. Also da muss man sich doch empören! Was ist denn los?

Ich werde mich jetzt an den Träger wenden, viel bringen wird das nichts, denn er kann ja auch kein neues Personal herzaubern, aber mir geht das sooo gegen den Strich mit diesem Dreifachstress, den wir als Eltern hier reingedrückt kriegen.

„Wir müssen uns auf die Betreuung verlassen können!“

Wir gehen doch alle sowieso schon am Stock – und dann ständig noch diese Betreuungsnot! Ich hetze nur noch von A nach B und es fühlt sich schlimmer an als der Lockdown und schlimmer als irgendwelche Übergangsphasen, muss ich ehrlich sagen.

Dieser Winter ist eine Katastrophe (mal abgesehen davon, dass grad gefühlt jedes zweite Kind irgendwelche Krankheiten wie RSV bekommt). Also wenn es da irgendwelche Bewegungen gibt: Ich bin dabei, ich schließ mich an. Wo sind die Demos? Ich komme!

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98 comments

  1. Was ich nicht verstehe bei all den Kommentaren ist, warum werden die Kinder krank in die Kota gebracht. Wir haben doch dieses Jahr pro Kind 30 Kind- krank- Tage?!? Ich habe meine Kinder nie krank in die Kita geschickt auch jetzt nicht in die Schule, sie sind 9 und 11. Als wir nur 10 Kind- krank- Tage hatten pro Kind und Elternteil haben wir sie fast immer genutz, sowohl mein Mann, als auch ich. Und wenn ich am Vormittag gearbeitet habe und er ab Mittag bis spät am Abend, wenn diese Tage aufgebraucht waren. Dabei waren wir immer berufstätig, er klassisch Vollzeit, ich mind. 75%, schon länger 80%. Ja, das war sehr stressig, als sie klein waren, aber es ging. Das ärgerlichste war eigentlich dabei immer, dass ich mich doch recht oft angesteckt habe. Nun ja, da war ich dann eben auch krank. Aber die Zeit geht vorbei und allen Eltern geht das so. Das sorgt auch mal für Unmut aber meist ist dann der Meckerer die Woche drauf krank, oder sein Kind. Bei mir nehmen auch alle männlichen Kollegen Kind- krank. Am besten funktioniert das übrigens auf Arbeit immer, wenn man sich mit dem Partner täglich oder alle 2 Tage abwechselt. Ist zumindest die Erfahrung bei uns in der Familie. Und dann selber organisieren auf Arbeit, mitdenken, was ist wichtig an welchem Arbeitstag und möglichst nicht einfach plötzlich ausfallen, selbst wenn man dann eben nur das Wichtigste abarbeitet und die alle Überstunden aufbraucht… Die Großeltern konnten wir nur selten einspannen, da sie gesundheitlich angeschlagen waren/ sind und wir sie schützen wollen. Aber mein Kind krank in die Kita oder zur Schule geben, gedopt mit Fiebersaft? Niemals! Ach ja, mein Großer hat Asthma, das heißt jeder Atemwegsinfekt dauerte mind. 2-3 Tage länger, als bei der Kleinen.

    1. Ich bin Erzieherin in einer Kita mit 2 U3 Gruppen und 3 Ü3 Gruppen.

      Bei uns wird eigentlich nie oder sehr sehr selten die Gruppen geschlossen.
      .
      Letztens haben von 2 U3 Gruppen mit jeweils 11 Kinder 4 von 6 Erzieherin wegen Krankheit gefehlt.Die Gruppen waren nicht zu, obwohl insgesamt 6 Kolleg:innen gefehlt haben. Die Eltern wurden lediglich gebeten, WENN MÖGLICH, ihre Kinder bis 15 Uhr abzuholen. Das haben aber auch nicht alle geschafft. weil sie arbeiten mussten.

      Im Gegenzug kommen die Kinder teilweise angeschlagen in die Kita (Schnupfen, Husten,…) und dann ist es kein Wunder, wenn die Erzieher dann auch krank werden.
      Manchmal kommen Kinder und haben, dann mittags auf einmal hohes Fieber, dass man vermuten könnte, dass die Kinder morgens Fiebersaft/Zäpfchen bekommen haben, damit die Eltern nicht zu Hause bleiben müssem oder die Eltern fangen an zu diskutieren.

      Ich werde selten krank, aber manchmal gehe ich auf dem Zahnfleisch, wenn 1 oder manchmal beide Kolleginnen in meiner Gruppe krank sind.

    2. Ich finde hier sollte mal geklärt werden, wie man „krank“ definiert. Laut unserem Kinderarzt sind 12 Infekte im Jahr völlig normal. Jetzt rechnet man mal mind. 1 Woche „krank“ je Infekt und wenn man in Mathe gut aufgepasst hat, lacht man spätestens jetzt bei der Aussage, es gäbe doch (genug) Kind-Krank-Tage. Gibt übrigens auch Familien mit mehreren Kindern die vielleicht nicht zeitgleich sondern nacheinander krank werden. Und was ist jetzt genau krank? Schnupfen? Husten? Wenn ich mein Kind mit Husten zu Hause lassen soll, kann ich mich auch gleich über die Wintermonate arbeitslos melden. Unsere Kita nimmt Kinder erst wieder wenn sie 24Stunden fieberfrei sind. Also abholen und am nächsten Tag wieder bringen ist nicht. Ich glaub sofort dass es Eltern gibt die wissen dass ihr Kind nicht fit ist und es trotzdem in die Kita schicken. Ich hab aber auch schon mein Kind, gut gelaunt wie immer, morgens verabschiedet und mittags abgeholt weil plötzlich drei Kinder brechen mussten. Der Norovirus kommt wohl recht schnell. Und nochmal: man kann auch ansteckend sein bevor man selbst Symptome zeigt! Wir werden damit leben müssen dass kleine Kinder gefühlt ständig krank sind oder kränkeln und allein aufgrund der Nähe zwischen den Kindern und Erziehern überträgt sich hier alles ziemlich schnell. Natürlich auch zwischen den Kindern selbst. Besserer Personalschlüssel, mehr Verständnis seitens der Arbeitgeber und unbegrenzt Kind-Krank-Tage (meine Krankheitstage sind doch auch nicht gedeckelt) wären die Lösung.

  2. Hallo, genau so wie in dem Kommentar geschrieben, ist es in der Realität.. leider. Dass die Eltern dann noch aufgefordert werden, ihre Kinder früher abzuholen, ist eine bodenlose Frechheit! Weiter kommt dann, dass manch eine Kita einfach mal für einige Tage ohne Vorwarnung schließt, natürlich für die volle Bezahlung der Gebühren und bitte ohne dazu etwas zu sagen. Bei mir hat tatsächlich mal das Einreichen einer Klage gegen den Träger geholfen, da sich die Familien das nicht gefallen lassen müssen.

    1. Ich verstehe die Eltern.Jedoch, liegt die. Problematik nicht an den Erzieher/innen, sondern am Staat, an den Arbeitsbedingungen und an der Personalnot. Man sollte ehr die Wut gegenüber der Politik äußern.
      Ich bin Erzieherin und ich kann nur sagen, viele Eltern bringen ihre kranken Kinder, wir sind teilweise eine Auffangstation, für kranke Kinder das irgendwann wir auch krank sind ist vorprogrammiert und wir haben gesetzliche Vorschriften, die besagen es müssen mind. zwei Fachkräfte in einer. Gruppe arbeiten . Wenn das nicht zu gewährleisten ist, muss man die Gruppe schließen, ansonsten machen wir uns haftbar und ich glaube niemand würde das wollen!!

      1. Ja leider sind ErzieherInnen auch nur Menschen, wie können diese erbarmungslosen Menschen nur krank werden!? Eine absolute Frechheit! Aber wehe einem Kind passiert etwas, wenn der Betreuungsschlüssel nicht eingehalten werden kann und alles drunter und drüber geht. Die meisten Eltern kommen nicht mal mit 2 oder 3 Kindern gleichzeitig klar, aber eine Erzieherin kann dann schon mal 16 Kinder allein betreuen und dann noch allen gerecht werden. Ich frage mich bei diesen ganzen lauten Stimmen wo seid ihr denn vor Monaten oder Jahren gewesen!? Hat sich schon mal ein einziger von euch für bessere Bedingungen oder Schlüssel auf die Straße gestellt!? Nein?? Dann haltet doch bitte auch weiterhin fein den Mund!

        1. Vielen Dank, Tammy!

          Ich, Erzieherin, frage mich gegen wen die Autorin hier schimpft. Gegen die Erzieherinnen und Erzieher, oder gegen die Politik.
          Man hört leider eher eine Beschwerde gegen die Erzieherinnen und Erzieher.

          1. Hallo zusammen, sehe ich genauso. Die Politiker schaffen keine besseren Bedingungen in der Erziehung und Pflege. Das Personal kann dafür nichts! Diese Berufe sind anspruchsvoll und essentiell. Juckt die da oben nicht. Traurige Gesellschaft. Viele Grüße von einer Pädagogin

          2. es geht nicht darum, dass die Erzieherinnen nicht krank werden dürfen, sondern dass zu wenig Personal vorhanden ist. Ich finde es problematisch, dass man bitte seinen Mund halten möge,weil man nicht schon vor Jahren auf die Straße gegangen ist. im Gegenteil….alle müssen den Mund weit aufmachen. es ist doch gut,dass sich endlich mal Protest regt. Es muss halt an die richtige Adresse ( sprich an die Politik und den Träger). es müssen bessere Arbeitsbedingungen geschaffen werden,damit wieder mehr Leute in den Beruf gehen.

        2. Du hast absolut recht Tammy.
          Ich kann die Not der Eltern verstehen, aber nicht die Kita ist Schuld an den Arbeitsbedingungen, sondern der Staat.
          Der Kita sind die Hände gebunden. Alle Eltern sollten sich genau informieren, warum Gruppen oder Öffnungszeiten reduziert oder sogar ganz geschlossen werden müssen. Das ist eine rechtliche Sache und keine leichtfertige oder willkürliche Entscheidung von Kitaleitungen.
          Geht auf die Straße und beschwert euch bei der Politik und nicht bei den Erzieher/innen oder der Kita.
          Seid dankbar für alle Erzieher/innen die den Job noch machen wollen, denn bei all den Auflagen die die letzten Jahre noch dazu gekommen sind, ist es bei Weitem nicht mehr so spaßig wie früher. Ich kann mittlerweile jede/n verstehen der da keine Lust mehr zi hat und sich umorientiert.

      2. EINFACH NICHT DIE KINDER KRANK IN DIE KITA GEBEN!
        ELTERN DENKEN DOCH NUR AN SICH.
        FÜR DEN GLEICHEN INFEKT BLEIBEN SIE SELBST 2 WOCHEN ZUHAUSE UND DAS KIND WAS DAS GLEICHE HAT, WIRD MIT MEDIS ZUGEPUMMT UND MUSS NACH 2TAGEN IN DIE KITA. STECKT DANN ALLE AN UND DER KREISLAUF BEGINNT

    2. ich finde das so eine frechheit wenn man kranke Kinder in den Kindergarten bringt, mein Kind zum Beispiel hat immer schwere verlaufe und muss mit ihm ins Krankenhaus,
      weil bestimmte Mütter ihre kranken Kinder in den Kindergarten bringen müssen ist doch klar das dann alle krank sind und dann beschweren Sie sich warum personal fehlen LG

    3. Ach ja? Ist das so? Ich bin Erzieherin und Mutter von 5 Kindern. Und abhängig von Schulen und der Kita meiner Kinder. Somit immer auf beiden Seiten im Einsatz. Vorher war ich 20 Jahre im Büro im öffentlichen Dienst. Und was Erzieherinnen mitmachen, ist schon dreist.
      Wir haben gefühlt täglich total erkältete Kinder mit grünlaufenden Rotznasen die ständig niesen und ALLE anstecken. Eltern bringen Kinder, die nach 10 Minuten in den Flur erbrechen und denen es nicht gut geht.
      Und immer haben die Kinder zu Hause angeblicht nichts, waren super drauf. Ist klar. Wir haben sogar Eltern die bewusst auf Testen verzichtet haben zu Corona-Hochzeiten,mit der Aussage:“Wenn wir es nicht wissen, müssen wir die Kinder nicht Zuhause lassen“. Auch ich und mein Mann können die Ausfallzeiten kaum noch abdecken durch Schule und Kita, aber in Deutschland ist es immer noch jammern auf hohem Niveau. Sollen sich die Eltern bitte bei Eltern beschweren, die die kranken Kinder bringen und bei der Politik, die den Erzieherberuf so unattraktiv gestaltet. Die Ausbildung ist nicht einfach und für mich als Quereinsteiger mit Kindern die Hölle. Aber ich jammer nicht.

    4. Ich finde eigentlich eher diesen Kommentar eine bodenlose Frechtheit. Hier hat wohl jenand nicht verstanden, das Erzieher auch nur Menschen sind, die täglich ihr bestes geben.

      Es ist gefährlich bei Unterbesetzung die Gruppen vollbesetzt offen zulassen. Es ist doch ein guter Kompromiss die Eltern zu bitten ihr Kind zuhause zulassen, wo es geht. Aber nein, ich bezahle den vollen Preis, also geht das Kind auch, obwohl man andere Alternativen hat!!! Keiner denkt dabei an das Kindeswohl, wie soll eine einzelne Erzieherin denn bei den Personalausfällen den Überblick behalten ohne das die Sicherheit der Kinder massiv gefährdet ist? Man hat nur 2 Augen. Die Leitung sollte die Einrichtung bei sowas konsequent schliessen, um Unöfälle zu vermeiden und als Signal nach oben. Belastungsanzeigen werden nämlich nicht gern gesehen.

  3. Ich bin Mutter von 4 Kindern 2 davon leben noch bei mir Tochter 17 und Sohn 4. Vor 2 Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt nun bin ich alleinerziehende Mutter meine ganzen Verwandten leben 300km weit von mir entfernt. Halbes Jahr nach der Geburt habe ich mich für einen Kindergarten Platz angemeldet in kitanavigator für meinen Sohn. Da kamm die Flüchtlinge Welle kein Platz hieß es für uns . Ok dachte ich mir , der kann ja auch mit 2 Jahren hin. Ich war selbstständig am arbeiten hatte mein Studio Fußpflege. Zu der Zeit konnte ich die Termine so legen das ich mich mit meinem Mann abwechselnd um den kleinen kümmern konnte. Nun kamm die Trennung der kleine 2 Jahre alt ich selbstständig wohin mit Kind , wie arbeiten ? Kundschaft reduzieren geht nicht weil alleine die Miete für den Raum 600€ war. Kind mitnehmen ging auch nicht weil kein Kind wird still über 6 Stunden in der Ecke sitzen. Kein Plan wie es weiter gehen soll. Ein Termin abgesagt , zwei Termine abgesagt Kundschaft ging zurück Miete zu teuer für den Laden. Jobcenter keine Unterstützung ganz im Gegenteil 370€weniger angerechnet. Dachte mir ok bekomme ich hin bin ja stark genug. Falsch gedacht . Kind 3 geworden ich zuhause kein Kindergarten Platz frei. Die Aussage sie sind ja nicht berufstätig die kommen zuerst . Mir fällt die Decke auf den Kopf , das Geld reicht von vorne bis hinten nicht aus . Strom nicht gezahlt nächsten Monat auch Gas nicht. Dan kamm der 4 geburtstag von meinem Sohn .
    Jetzt aber er im Kindergarten ich arbeiten aber war wohl nichts die Flüchtlinge aus Ukraine haben Vorrang die müssen deutsch lernen.
    Im Mai 2023 wird mein Sohn 5 und war noch kein Tag im Kindergarten. Ich total verschuldet bei Bekannten und Verwandten. Rechtsanwalt kommt nur langsam gegen Jobcenter voran wegen gesetzlichen fristen.
    Wir haben den Einschulungs Termin für mein Sohn schon bekommen obwohl er noch kein Tag im Kindergarten war.

    1. Hallo Ludmilla, ich hatte meine ersten Kinder vor 1996, vor der Kindergartenplatzgarantiezeit. Da hatten viele 4- und 5-jährige Kinder auch keinen Kitaplatz. Ich war immer ( teilzeit) berufstätig, lange Jahre auch allein erziehend. Was haben wir gemacht? Mehrere Mütter haben sich zusammen getan und die Kinder abwechselnd betreut. Über Karteikarten in Hebammenpraxen und Zeitungsanzeigen wurden damals die Kontakte hergestellt. Müsste heute mit Internet viel leichter sein. Manchmal wuchs aus so einer Gruppe ein Freundeskreis, manchmal war es eine Zweckgemeinschaft. Über den Erziehungsstil sollte man sich im Allgemeinen einig sein und Unterschiede im Kleinen akzeptieren.

  4. Moin, mir wurde dieser Artikel zugeschickt und ich muss sagen, dass es leider unser täglich Brot geworden ist. Kurz zu mir: Ich bin 30 Jahre, Leitung von zwei Kitas, selber Vater. Grundsätzlich kann ich jeden Aspekt nachvollziehen. Leider sind wir in der Praxis immer mehr auch mit der Tonlage von Eltern wie in diesem Artikel konfrontiert. Insgesamt mutiert die Kita zum Ablageort des sozialen Unmuts und Druck der Elternschaft. Das es sich dabei im Kern um Bildungseinrichtungen handelt wurde bereits vor der Coronavirus-Pandemie vergessen. Man ist zum Smalland mit Bildungsanspruch mutiert.
    Aber: Der Kernpunkt sind ganz klar die Rahmenbedingungen. In Niedersachsen wurde uns ein Kita Gesetz vorgelegt, welches diese Situation verursacht und noch verschlechtert. Vor Inkrafttreten am 01.08.21 haben wir davor gewarnt. Haben versucht, dass Eltern verstehen, was passieren wird. Nun muss die Gruppe einen Schlüssel von 2 Erzieher*innen auch schon bei 10 Kindern stellen. Vorher war es eine Fachkraft. Heißt, dass auch nur bei bereits geringen Personalverlust (Krankheiten, Urlaub) rotieren alle bereits. Kommen dazu unbesetzte Stellen zu, ist eine Betreuung nach gesetzlichen Vorgaben nur noch in abgespeckten Zeiten möglich. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Dazu kommen immer mehr Kinder krank in die Kita. Als Vater kann ich auch das nicht verstehen. Der Schutzauftrag gegenüber seines Kindes beginnt zuhause und ein krankes Kind gehört in seine gewohnten Umgebungen. Eine päd. Fachkraft hat im Schnitt 15 Infekte im Jahr. Warum nur? Es fehlen bis 2025 bis zu 350.000 Fachkräfte. Somit ist es gerade erst der Anfang vom Ende. Aber jetzt nach Demos und Protesten zu schreien ist zu spät. In unserem Fall kam nicht ein Elternteil zum Protest gegen die geschaffenen Bedingungen vor 1 1/2 Jahren und erst wenn Familien und vorallem Arbeitgeber und die Wirtschaft sich aufstellen und die Erzieher*innen ihrer Kinder zu unterstützen wird sich in der Politik etwas ändern.

    1. Auch in NRW haben wir vor den Folgen des neuen Kita Gesetzes gewarnt.
      Die Vorschriften für die Personalbesetzung waren fachlich gut gemeint, gehen aber z.T an der Praxis vorbei.Die Vorschrift, zu jeder Zeit zwei Betreuungskräfte einzusetzen, davon eine Erzieherin, da Kinderpflegerinnen nicht als Fachkräfte gelten, führt zu vermehrten Schliessungen.
      Zudem müssen Gruppen zusammengelegt werden,obwohl es doch für die Kinder schöner und förderlicher wäre, am Nachmittag in einer Kleingruppe mit einer Betreuerin zu sein.

      1. Vielen Dank! Genau danach suche ich wirklich immer und immer wieder! Ich bin selbst auch stellvertretende Leitung in einer Kita und auch ich komme immer wieder in Situationen, in denen ich einen schwer herablassenden, vorwurfsvollen und fordernden Ton bei Eltern wahrnehme. Grundsätzlich verdeutliche ich sowohl bei Unmut im Team als auch bei den Eltern immer und immer wieder folgendes:
        1. Wir sind nicht dazu da die Kinder einfach bei uns in sämtlichen Zuständen aufzusammeln und zu bespaßen bis die Eltern sie abholen. Dafür brauch ich keine Ausbildung, keine ständigen Fort – und Weiterbildungen oder sonst was. Die nette Nachbarin von nebenan kann dem genauso gerecht werden.
        2. Wir sind dazu da, einem vorgeschriebenen Bildungsauftrag nahe zu gehen! Einem Bildungsauftrag, der begleitet wird von enormer pädagogischer Arbeit und einem großen Umfang an Wissen um die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und fördern zu können! (AUCH ERZIEHER MÜSSEN GENAU WIE LEHRER AUCH EINIGES AN PAPIERKRAM, DOKUMENTATION UND UND UND DURCHZIEHEN!)
        3. Wir leisten Überstunden, dass es knallt. Auch wir haben ein Privatleben, Familie und und und. Und wir sind nicht dazu verpflichtet das bis zum Umkippen und bis zum absoluten Maximum zu vernachlässigen, nur um der Einstellung der „BETREUT MEIN KIND“ gerecht zu werden. Wir betreuen sie nicht nur! WIR BEGLEITEN, FÖRDERN, FORDERN UND UNTERSTÜTZEN IN DER ENTWICKLUNG!
        4. Die Aufsichtspflicht ist oberstes Gebot. Die elterliche Personensorge (die gesetzlich festgelegt ist) wird uns bei der Übergabe der Kinder über den Zeitraum der Anwesenheit der Kinder in unserer Obhut übertragen! Dementsprechend gilt es abzuschätzen ob, inwiefern und unter welchen Bedingungen diese Aufsichtspflicht gewährleistet werden kann! Und auch wenn man sich als Eltern (verständlicherweise, wir sind ja schließlich auch keine Unmenschen) darüber noch all zu sehr aufregt. Fakt ist! KANN DIE AUFSICHTSPFLICHT NICHT GEWÄHRLEISTET WERDEN, WIRD ENTSPRECHEND GEHANDELT. UND DAS IST AUCH GENAU RICHTIG SO, DENN WENN ETWAS PASSIERT, SIND WIR DIEJENIGEN DIE DEN KOPF HINHALTEN MÜSSEN UND ERKLÄREN MÜSSEN, WIE DAS PASSIEREN KONNTE.. und ein „es tut mir leid, die Eltern von dem verletzen (o.s.) Kind haben uns so ein Stress gemacht, dass wir aus schlechtem Gewissen um es jedem Recht zu machen das Kind doch noch aufgenommen haben. Wir wussten aber, dass die Kinderanzahl unserem Personalschlüssel entsprechend dadurch viel zu hoch ist.. aber naja.. der Druck halt..“
        Das interessiert im Falle eines Falles keinen mehr. Wir werden dann zur Rechenschaft gezogen! Also, wenn eine Kita an einen Punkt kommt, an dem sie schließen muss, Gruppen zusammenlegen muss oder oder oder, dann denken wir Erzieher nicht „Hey Leute.. sollen wir den Eltern heute mal auf den Keks gehen. Kommt das wird lustig.“ sondern auch wir gehen an unsere Grenzen, mal abgesehen davon was so eine Kitaschließung, Verkürzung der Öffnungszeiten, Gruppenschließung für eine enorme Herausforderung auch für die Leitung, die stellvertretende Leitung und das Team ist. Teilweise organisieren wir diesen Ausnahmezustand (weil auch Erzieher krank werden können und während der Arbeit unvorhersehbar krankheitsbedingt nicht mehr einsatzfähig werden können) während der Aufsichtspflicht während des Betriebs, unserer pädagogischen Arbeit nebenbei, Kommunikation und Management im Team, Kommunikation und Management mit dem Träger oder noch besser… krank! Im Bett!! Mit dem Laptop und in ständiger Kommunikation und Organisation, wie wir allen Teilen des Dilemmas gleichermasßen gerecht werden können. Das kostet auch uns extrem viel Nerven, Zeit und Kraft! Und siehe da.. wir können uns nicht in 100 teilen.

  5. Was mein bei der ganzen untragbaren Situation nicht vergessen darf: Wir brauchen ganz dringend wirklich familienfreundliche Unternehmen und Arbeitgeber*innen, damit Eltern sich eben nicht gezwungen sehen, ihre noch/halb/ziemlich kranken Kinder in die Betreuung zu geben, um zur Arbeit zu gehen! Ich denke nämlich nicht, dass die Eltern dies aus fehlendem Respekt vor den Erzieher*innen machen, sondern weil sie beispielsweise Angst haben, ihren befristeten Job nicht verlängert zu bekommen/in der Probezeit gekündigt zu werden/nicht befördert zu werden, wenn sie sich „Kind krank“ melden. Abgesehen davon, dass die vom Staat dafür vorgesehenen Tage pro Jahr auch noch begrenzt sind und nicht mit vollem Lohnausgleich bedacht werden, so dass es da bei einigen Familien sicherlich auch finanziellen Druck gibt, weil die Tage schon aufgebraucht sind.
    Das nur nebenbei, denn selbstverständlich ist das Hauptproblem, dass diese so unglaublich wichtige Arbeit in den Kitas nicht ausreichend wertgeschätzt und honoriert wird und die Ausbildung so unattraktiv ist, dass es kein Wunder ist, dass es nicht genug Erzieher*innen gibt.

    1. Sehr gut geschrieben und geschildert. Bin selbst Mutter von 2 Kleinkindern und Erzieherin. Momentan sind wir statt 7 Erzieherin nur 3. Bei meinem Mann ist es genauso in seinem Bereich im Hort, statt zu 8. sind sie zu 3. einmal sogar nur zu 2. Bei über 100 Hortkindern. Niemand fragt wie das geht.Hauptsache die Kinder sind betreut.

  6. mehr betreuung ist nicht möglich, heisst es von allen Seiten, und ich kann nur jedem raten, keine kinder zu bekommen. wir haben nun seit September notbetreuung, und selbst da fallen noch tage aus, und vor April wird es sich nicht ändern. den Erzieherinnen kann man keinen vorwurf machen, aber wenn dreijährige dafür verantwortlich sind,dass andere dreijährige aufs klo kommen ist das eigentlich nicht mehr tragbar. ich würde gerne Sterben, weil jeder tag nur schlimmer wird als der vorherige, aber das macht es für die kids ja auch nur schlimmer. werdet nie Eltern!!! es ist einfach nur furchtbar!

      1. Hallo, geht’s noch.
        Ich hoffe sie sind kinderlos, ansonsten sollte das Jugendamt hier Mal vorstellig werden
        Ich habe 5 Kinder, wovon 3 bereits selber Kinder haben.
        Aber so eine Aussage….unmöglich.

    1. …und wenn dann noch was passiert? Aufsichtspflicht kann da doch gar nicht ausreichend statfinden!
      Schlimm, in welche Zwickmühle wir als Erzieher gesteckt werden. Der Kollaps droht – oder befinden wir uns schon mittendrin?

    2. Ausser Frust rauslassen bringt dieser Artikel rein gar nichts.
      Das Hauptproblem liegt darin, dass Eltern ihre kranken Kinder in die Kita bringen. Das ist für das Kind der Horror und alle anderen werden zudem angesteckt. Fällt dann die Betreuung aus, ist das Geschrei gross.
      Dieses Verhalten mancher Eltern ist verantwortungslos. Lässt eure kranken Kinder Zuhause, denn die Fürsorge liegt ausschließlich bei den Eltern!

  7. Hallo zusammen.Bin zufällig hier gelandet und möchte mich dazu äußern. Ich kann mich da nur anschließen und verstehe euren Ärger. Ich bin seit drei Jahren in einem Kindergarten ehrenamtlich tätig ohne Geld was aber nicht wichtig ist. Wollte auch nur helfen und war bereit halbtags zuarbeiten.Aber ich bin leider auch nur eine Verkäuferin und habe somit keine Ausbildung im sozialen Bereich.Obwohl alles gepasst hätte.Das macht mich auch traurig und gleichzeitig sehr wütend. Bin selbst Oma von zwei Enkeln.Meinen Appel an Euch. Macht euch bemerkbar und kämpft weiter für euch. Die Politik muß hier an sich arbeiten. Danke fürs zuhören. Mit lieben Grüßen Simone

  8. Es gibt auch Tagesmütter. Erfahrungsgemäß werden dort die Kinder weniger krank!
    Die Betreuung ist individueller und die Betreuungszeiten in der Regel flexibler.

    1. Erfahrungsgemäß sind Tagesmütter ebenso schwer zu bekommen, haben noch größere Probleme im Krankheitsfall (weil keine Kollegin einspringen kann) und sind auch aufgrund der one-women-show unflexibler was Betreuungszeiten anbelangt. Kurz: die im Artikel erwähnten Probleme machen auch vor einer Betreuung durch eine Tagesmutter nicht halt. Sie sind ein sehr wichtiger Baustein in der Betreuung aber nicht die Lösung aller Probleme.

      1. Ich bin selbst Erzieherin und Mutter von vier Kindern. Den Ärger kann ich bedingt nachempfinden, auch auf Seiten der Fachkräfte gibt es Ärgernisse – ständig kranke Kinder, Eltern, die sich beschweren, wenn sie gebeten werden diese abzuholen, weil das Thermometer 39 Grad Fieber anzeigt und die am nächsten Morgen auf der Matte stehen, als sei nichts gewesen, obwohl es eine 24 Stinden fieberfrei Regel gibt.., Als Mutter könnte ich mich gleichermaßen über fehlende Lehrer beschweren, ständug Vertretungsunterricht oder Ausfälle….
        das nun so viele Krankheitsfälle bestehen liegt auch daran, das die Immunsysteme erstmalig wieder in Kontakt mit Viren und Bakterien kommen, nach Anstinenz umd alles ist Corona, Maske, Maske und nochmal Maske

  9. ich arbeite extra nur 10 stunden an zwei tagen. am ende sind es immer 12-13 stunden die ich bei der arbeit bin.
    heute kam von meiner chefin: ich habe dein weihnachtsgeld gekürzt weil ( sie hat es sich aufgeschrieben) du x tage krank warst und auch zweimal (!) kind krank. und du hast zwei tage überstunden genommen ( ich habe die erste hälfte bis dreivierteljahr jeden monat überstunden aufgebaut!)
    und das wurde nie gesehen. aber jetzt den kommentar und sie aufrechnung.
    ich kann mich halt nicht so erholen wir ohne kinder. mein mann und seine eltern übernehmen schon sehr viel der betreuungszeit usw. das sieht der arbeitgeber nur nicht. kita notbetreuung, meine tochter darf nicht kommen, kind krank, wir krank usw. und ich bin dieses jahr noch sehr oft nicht fit zur arbeit.
    ich würde so gerne nicht arbeiten um das alles abzufangen damit mein mann der selbstständig ist einfach arbeiten kann.
    aber was bedeutet das: ich stecke ja eh abkommt finanziell zurück, so noch mehr. aber das ist das was die gesellschaft nicht braucht oder will. also wie soll das gehen?!
    beide eltern sollen voll arbeiten, möglichst selbst nicht krank sein und nie kind krank nehmen. das frage ich mich wirklich.

  10. Es ist schwierig für die Eltern, schwierig für die Kinder, schwierig für die Erzieher! Ich finde nicht, dass sich die Betreuung der Kinder immer weiter an die Arbeitswelt anpassen muss, sondern umgekehrt!Dann würde das auch wieder funktionieren! Ich sehe es mit großer Sorge für die Entwicklung der Kinder, dass sie immer länger weg organisiert werden und sind wir mal ehrlich nach dem Abholen geht der Stress weiter. Das schadet uns allen! Es ist noch nicht so lange her, da konnte eine Familie von einem Gehalt leben. Und bevor der große Aufschrei kommt,es können auch beide Teilzeit arbeiten. Der Tag hatte bevor man Kinder hatte nur 24 Stunde und mit Kindern auch nur, nur wo ist die Zeit für die Kinder? Es würden sich so viele Probleme in Luft auflösen (Fettleibigkeit, Lernschwierigkeiten, Konflikte, psychische Störungen, Burn out etc.) wenn die Familien mehr Zeit hätten sich selbst um ihre Kinder zu kümmern.

  11. Hallo. Ich arbeite seit fast 30 Jahren in einer Kindereinrichtung und bin immer sehr gern zur Arbeit gekommen. Seit ca. 10 Jahren hat sich die Beziehung von den Eltern zu uns Erzieherinnen sehr geändert. Wir haben einen Bildungsauftag, sind eine Bildungseinrichtungen und kein Kinderkrankenhaus!Die Kinder werden mit Fieber nach Hause geschickt und kommen den nächsten Tag wieder. Da wird in der Einrichtung schnell mal heimlich Fiebersaft gegeben, wen. Kinder in der Gruppe brechen wird uns unterstellt zu übertreiben. Ich habe den Eindruck die Eltern schieben ihre Kinder bei uns ab. Die bringen unseren Kindern da schon alles bei denken doch die Meisten. Eltern machen Urlaub ohne ihre Kinder Hallo, sie wollte sie doch.Wir arbeiten ständig über den Schlüssel und da gibt es dann leider nur noch Betreuung und keine Bildung. Was mich sehr unausgefüllt nach Hause kommen lässt.

    1. Also ich lese in dem Artikel mit keinem Wort dass den Erziehern oder der Kita selbst ein Vorwurf gemacht wird. Und das Argument „warum hast du dann Kinder wenn du dich nicht selber drum kümmerst“ macht mich jedesmal wütend. Denken die Leute die sowas schreiben eigentlich mal fünf Meter weiter? Die Eltern von Kindern sind Arbeitskräfte- Busfahrer, Kassierer, Pfleger, Finanzbeamte, was-weiss-ich. Jedenfalls trägt jeder!!! auf die ein oder andere Art zum Erhalt unserer Gesellschaft bei. Wenn alle ihre Kinder 6 Jahre lang selber betreuen würden, würden in dem Land ganz schnell die Lichter ausgehen. Hinzu kommt dass Arbeitgeber eh schon sehr kinderunfreundlich sind. Von starren Arbeitskonzepten über Elterndiskriminierung bis hin zu „stellen wir nicht ein, wird eh bald schwanger“. Ich hasse es, mich kind-krank melden zu müssen. Und da geht es mir nicht um Karriere oder Beförderung oder „Geld ran scheffeln“ Hallo? Von was leben Sie denn? Luft und Liebe? Bald darf man in diesem Land nur noch Kinder haben wenn man genug Geld hat um mindestens bis zur Einschulung auf ein Elterngehalt verzichten zu können um nicht als karrieregeil zu gelten. Wer dann allerdings in die Sozialsysteme einzahlt bleibt mir ein Rätsel. Also die Lösung wäre eine Priorisierung, auch gesellschaftlich, von Bildung und Betreuung, kinderfreundliche Arbeitgeber und verlässliche und bezahlbare Strukturen für Eltern. Ich geh übrigens gern mitdemonstrieren!!!

      1. @ Nessa: Das hast Du gut geschrieben. Bei solchen gemeinen und diskriminierenden Kommentaren fühle ich mich auch immer ins Mittelalter zurückversetzt.

    2. dem kann ich mich als Kitaleitung leider nur anschließen.
      Bildung wird dringend gebraucht, aber genutzt werden wir als Verwahranstalt.
      Ich verstehe,dass Eltern arbeiten müssen und die Verlässlichkeit mit diesen schlechten Arbeitsbedingungen noch schlechter ist, aber wo kein Personal ist, kann man keines hinzaubern. Und wir haben eine grosse Verantwortung. Niemand möchte sein Kind verletzt oder traumatisiert mit nach Hause nehmen. Wir Erzieherinnen oder Erzieher arbeiten am Limit. Zum Teil 25 Kinder im Alter von 2-6 auf eine Erzieher/in. Haben Sie schon mal mit 25 Kindern alleine Mittagessen geführt? Danach alles aufgeräumt? Zwischendurch noch Windeln gewechselt und Probleme behoben?Tür- und Angel Gespräche geführt?Ohne Pause? Dann ein Geräuschpegel der seines gleichen sucht.
      An der Stelle möchte ich noch erwähnen,dass die meisten Kinder kein oder wenig Deutsch sprechen, Respekt ist für viele ein Fremdwort. Da heisst es dann am Tisch:“ Hey Fleisch!“
      Wir werden als Fussabtreter benutzt von den Kindern und ,leider viel zu oft, von den Eltern.
      Kranke Kinder werden immer wieder geschickt, rücksichtslos den Kindern selbst, den anderen Kindern und Eltern und nicht zuletzt, uns gegenüber.
      Wir sind nicht immun,auch wenn viele das scheinbar denken. Die Kolleginnen werden krank, mehr Personalmangel, Kita zu! Und dann? Genau. Alles wieder von vorne.
      Erzieherinnen haben Abitur und lernen bis zu 6 Jahren für diesen Job,ohne Vergütung. Und warum? Weil sie diesen Job ,trotz allem, lieben!
      Nicht wir sind schuld an dem ganzem Dilemma, sondern die Regierung. Richtet euren Frust an die,die es betrifft.
      Wir wollen helfen!!!!

      1. Danke für diesen Kommentar!

        Wir Erzieher*innen gehen fast täglich über unsere eigenen Grenzen hinaus und schaffen alles irgendwie trotzdem noch.
        Energie für mein eigenes Kind, für meine eigene Familie fehlt mir am Ende meines Arbeitstages.

        Ich bin nicht immun gegen die Viren und Bakterien, die kranke Kinder in die Einrichtung mitbringen.
        Ich verstehe den Druck, den Eltern haben, ich bin selber Mutter.

        Was ich nicht verstehe und wo mir langsam die Hutschnur platzt, ist die Anspruchshaltung einiger Eltern uns gegenüber.
        Nicht selber krank werden, obwohl wir kranke Kinder betreuen müssen. Bei aktuellem Personalmangel trotzdem 8 Std. und am besten noch länger, mit einer vollen Gruppe, lächelnd Bildungsarbeit machen und bloß keine Erschöpfung zeigen.

        Die meisten Eltern haben Verständnis, viel davon und dafür bin ich dankbar.
        Ich bin es aber echt leid, dass wir öffentlich so häufig als „die Bösen“ hingestellt werden oder diejenigen, die doch eh nichts tun und bei Betreuungsausfall noch weniger.
        Kommt doch gerne mal einen Tag hospitieren.

        Wir wollen helfen. Wir arbeiten über unsere Grenzen hinaus.

        Richtet eure Wut, eure Proteste und eure Demos bitte an die richtige Stelle – nämlich die Politik.
        Wir kommen auch mit, wenn wir nicht gerade alle Hände voll mit 25 Kindern zu tun haben.

        Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen und eine kinderfreundliche Arbeitspolitik.
        Keine

  12. Ich bin Heilerziehungspflegerin mit langjähriger Berufserfahrung in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung.
    Ich habe mich bei mehreren Kitas beworben.
    Bekomme nur Absagen:
    „Nein, Heilerziehungspfleger suchen wir nicht. Wir suchen Erzieher, vorzugsweise mit einem Notenschnitt von sehr gut bis gut.“
    O Ton als Absagegrund auf meine Bewerbung.

    Tja, wer nicht will, der hat schon.

    1. Zusatz:
      Ich habe mein Anerkennungsjahr mit „sehr gut“ abgeschlossen, arbeite und betreue pädagogisch, versorge und pflege Menschen mit Autismus, Down Syndrom, PEG Anlage und weiteren Handycaps, auch eigenverantwortlich alleine während der Nachtschichten.

      Für die Kita scheint das alles irrelevant zu sein.

      Deutschland hat BTW die UN Behindetenrechtskonvention unterzeichnet, somit haben auch Kinder mit Behinderung einen Rechtsanspruch auf einen Platz in der „normalen“ Kita.
      Wie sollen die Erzieher deren Versorgung und Betreuung zusätzlich auch noch stemmen?!?

      1. Hallo, ich bin mama einer 3.5 jährigen und sie ist das erste jahr in der kita. och muss sagen meine Tochter war gerade 3 Wochen zuhause weil sie total krank war. die zeit mussten wir als Eltern halt uberbrucken. am Montag hatte sie ihren ersten Tag und wenn ich Montag morgen sehen das ein kind gebracht wird mit glasigen Augen und xas die rotze aus der Nase hängt dann wird mir ganz anders. Es wird von den Erziehen immer mehr verlangt und ich muss sagen es doch kein Wunder das es zu einer Notbetreuung kommt. Erzieher sind auch nur Menschen und stecken sich nun bei den Kindern an die krank gebracht werden. vielleicht ist die Lösung an die eltern wenn euer kind krank ist lässt es zuhause damit sich die anderen Kinder sowie Erzieher nicht anstecken können und die Betreuung gegeben ist. und nicht immer mit dem Finger erst auf die „bösen“ einrichtungen zeigen sondern selber was ändern. Es sind eure Kinder und nicht die der Erzieher. Mein Mann und ich arbeiten selber und trotzdem muss es irgendwie geregelten sein. Wir haben uns für unsere Tochter entschieden und sind in erster linie dafür zustandig das sie bereut ist jnd sonst keiner. Find das wirklich traurig. a

    2. Hallo, ich arbeite jetzt wieder seit 2 Jahren im Kindergarten, nachdem ich nach einer Umschulung jahrelang als Qualitätsfachfrau und Auditoin gearbeitet hatte. Da ich eine Weile nicht mehr im Kindergarten tätig war, habe ich vielleicht einen etwas anderen Blick auf Kinder, Eltern und Einrichtungen. An dieser Stelle möchte ich mich erstmal bei meinen Kollegen bedanken, die Unmögliches täglich möglich machen, egal, ob das Personal dauerhaft fehlt, Kinder mehr krank als gesund im Kinderhaus ankommen, Kinder mit besonderen Anforderungen individuell betreut werden müssen – natürlich trotz akutem Personalmangels und den Eltern die mit ihrem Verständnis, Engagement und gemeinsamer permanenter Lösungsfindung in selben Maße dazu beitragen, dass ein Kinderhaus überhaupt erst funktionieren kann! Und nicht zuletzt auch ein großes Lob und Dankeschön an unsere Kinder, die sich so oft an neue Situationen anpassen müssen. Bezugspersonen wechseln durch den Personalmangel des öfteren, was unsere Kinder dennoch meist gut wegstecken. Die Welt wird immer teurer und Eltern bleibt oft keine andere Wahl als zu arbeiten und geben uns das wichtigste und wertvollste in ihrem Leben und möchten einfach nur darauf vertrauen dürfen, dass es den Kindern gut geht, sie Spaß haben und natürlich auch so manches lernen bei uns! Die Träger der Kitas bemühen sich unerlässlich um neues gutes Personal, qualitativ hochwertige Konzepte und dessen Sicherung und Überprüfung. Also Leute, wie ihr seht, leistet ihr alle uneingeschränkt So vieles, damit es klappt und es gibt leider Zeiten, wo dies nicht so rund läuft. Wenn wir erzieher nicht jede schnupfennase abweisen, aber Eltern gleichzeitig bewusster wahrnehmen, dass kranke Kinder oft kranke Mitarbeiter nach sich ziehen, die Kinder so toll bleiben, wie sie sind und unsere Träger, die Hoffnung nicht aufgeben, können wir es gemeinsam schaffen! Übrigens werden bei uns manches Mal kranke Kinder auch von Müttern betreut, die gerade zu Hause sind, damit andere arbeiten können und unterstützen sich so gegenseitig und somit auch uns. Hut ab vor euch allen! Ihr leistet großartiges!

  13. Achja, in den Schulen sieht es übrigens genauso bescheiden aus. Bildung wird in unserem Land ganz klein geschrieben. Geht also nicht nur mit den Erziehern auf sie Straße sondern auch mit den Lehrern!!

    Es wird sich nichts ändern. Geld für die Bildung unserer Kinder ist nicht so lukrativ wie andere wirtschaftliche Dinge. Und das regelt ja dann der Markt…

    1. Gehts eigentlich noch? Sind alle Lehrer so egoistisch? Wir als Erzieherinnen arbeiten auch, haben auch Kinder und gehen am Stock! Wir sind an unseren Grenzen, Kinder werden krank in die Kita gebracht wodurch auch viele Erzieher sich anstecken und ausfallen, deren Kinder zu Hause auch wieder! Wie wärs wenn wir wenigstens mal so viel verdienen würden wie Grundschullehrer und auch so viele Ferien hätten? Dann gäb es genug Erzieher! Sie wollten Kinder! Dann sind Sie als erstes in der Pflicht sich um diese zu kümmern! Wenn Sie beide trotz Kinder arbeiten u vielleicht auch noch 100% ist das Ihr Problem! Nicht unsers und nicht das vom Staat! Barbara Sch.

      1. Richtig! Jeder sollte so verantwortungsvoll Kinder bekommen und arveiten gehen,dass er im Fall der Fälle die Betreuung seiner Kinder geregelt bekommt! Und nicht Kinder in diese nicht einfache Welt setzen mit dem Ziel: andere sollen bitteschön meine Kinder erziehen, betreuen und wir scheffeln “ die Kohle“!!!! Liebe Eltern denkt mal drüber nach! Weshalb habt Ihr Eure Kinder bekommen? Damit sie den 3/4 Tag von “ Fremden“ erzogen werden???? So geht’s auch nicht weiter…….. die Kitas sind proppenvoll, weil viele ihren Kindern nicht mehr gewachsen sind…….

        1. Also ich finde das nicht fair, zu sagen „Ihr habt euch Kinder gewünscht, dann schaut auch, dass ihr sie betreut.“

          Und ich wette viele wären liebend gerne die SAH Mom oder Dad, die den ganzen Tag mit den Kindern spielen, bilden und fördern.

          Aber stellt euch doch mal eine Familie mit einem Gehalt vor, der arbeitende Elternteil in der Krankenpflege oder Erzieher, wäre das mit dem Gehalt zu stemmen? Definitiv nicht! Gerade in der aktuellen Situation mit Inflation etc.

          Außerdem und noch viel wichtiger, gehen ja viele nicht nur wegen des Geldes wegen arbeiten. Ich möchte zum Beispiel nicht raus kommen aus meinem Beruf, sodass ich nach der Kinderbetreuung auch noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt habe. Außerdem macht mir meine Arbeit Spaß und Freude.

          Immer schon brauchte es ein Dorf, um Kinder groß zu ziehen. Auch heute noch! Nur wird das Dorf heute anders gestaltet und ein Teil davon sind Kita und Schule. Und auf die muss man sich verlassen können.

          Ist das die Schuld der Erzieher*innen? DEFINITIV NICHT!!!!! Sondern die der Politik und unserer Gesellschaft. Erzieher*innen werden definitiv zu wenig gewertschätzt und zu wenig bezahlt. In NRW sind die zwei Jahre vor der Schule beitragsfrei, ich habe von Anfang an gesagt, lieber hätte ich was bezahlt, sodass die Erzieher gut bezahlt werden können, sich gewertschätzt fühlen und gerne zur Arbeit gehen. Wer zufrieden in seinem Leben ist und weniger Sorgen hat, ist auch weniger krank.

          Ich kann die Mama in diesem Beitrag gut verstehen und denke sie macht den Erzieher*innen nicht die Vorwürfe, sondern der Politik und der Gesellschaft.

          Wir haben in unserer Kernfamilie beschlossen uns nicht auf andere zu verlassen bei der Kinderbetreuung, weil es viel zu unbeständig ist. Ich gehe weniger arbeiten und dafür nachts, wenn mein Mann dann Zuhause ist und auf die Kinder aufpasst. Aber das ist nicht immer möglich. Und wenn es für Eltern Abmahnungen hagelt, weil sie nicht zur Arbeit kommen, da sie ihre Kinder betreuen müssen, dann ist der Zeitpunkt gekommen umzudenken. Kinderbetreuung in unserem „Dorf“ muss verlässlich sein, denn sonst kommen die Lebensmittel nicht mehr in die Regale, die Arztpraxen sind zu, weil der Arzt Zuhause Memory spielt und Bilder malt, oder der Müll stapelt sich vor der Haustür. Jeder der arbeiten geht, hat eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, die gilt es genauso zu respektieren wie die Arbeit der Erzieher*innen.

          Respekt für jeden!!! ❤️

          1. Ich glaube das hier unter den ganzen „Kommentaren“ total vergessen wird worum es eigentlich geht. Hier wirft jeder jedem was vor, unterstellt und beschimpft.
            Ich habe mir das jetzt mal quer gelesen und kann nur mit dem Kopf schütteln.
            Was hat die Entscheidung eine Familie zu gründen, also sprich ein Kind zu bekommen damit zu tun das man ein Recht auf einen Kindergartenplatz und somit auch auf eine Betreuung hat?!
            Und dieses dann auch natürlich Inanspruch zu nehmen? Genauso das man natürlich auch arbeiten muss um sich das heutige Leben überhaupt noch leisten zu können, egal mit oder ohne Kinder….
            Hier wird Eltern auf unterste Ebene vorgeworfen Kinder zu bekommen und gleichzeitig auch noch arbeiten zu gehen, da fällt einem wirklich nichts mehr zu ein.
            Ich habe vier Kinder, zwei schon halb erwachsene und noch zwei Nachzügler mit einem Jahr Altersunterschied und ich merke den Unterschied von diesen 14 Jahren zu den Großen, aber das hat nichts mit Kinder kriegen oder Karrieregeil zu sein zu tun. Fakt ist das sich in der heutigen Zeit ALLES verändert hat. Die Kosten explodieren, Arbeitskräfte bzw Fachkräfte werden immer rarer, Arbeitszeiten werden immer mehr und zu dem ganzen kommt noch die 3-jahrige Corona Pandemie hinzu die alles nur noch verschlimmert hat. Warum sind denn alle Menschen anfälliger für Krankheiten und das nicht „nur“ Erzieherinnen?! Weil wir alle seit fast drei Jahren unter Masken rumlaufen müssen und unser Immunsystem keine Möglichkeit hatte sich mit irgendwelchen Bakterien und Viren auseinander zu setzen!!!
            Die Kleinen sind die einzigen die die Möglichkeit hatten weiterhin ihr Immunsystem zu fördern weil sie keine Masken tragen mussten. Und das sie krank werden im Kindergarten durch andere Kinder fördert eigentlich nur das Immunsystem. Der Fehler liegt hier bei uns Erwachsenen weil wir die ganze Zeit uns mit Masken geschützt haben und jetzt die volle Breitseite an Erkältungen abbekommen und unser Immunsystem darauf null mehr vorbereitet ist und somit die Erzieher sich immer wieder anstecken und dadurch ausfallen. Es ist leider momentan ein Rattenschwanz aus dem es nur sehr schwer ist wieder raus zu kommen. Aber es bringt hier keinem was sich gegenseitig zu beschimpfen oder die Schuld in die Schuhe zu schieben. Letztendlich sind die leitragenden die Kinder auf deren Rücken das alles ausgetragen wird.
            Wir waren doch auch alle früher im Kindergarten und das obwohl es da noch „fast“ normal war das die Mutter zu Hause geblieben ist. Und? Wurde da den Eltern vorgeworfen, wie konntet ihr Kinder bekommen und sie in den Kindergarten schicken, obwohl die Mütter zu Hause waren?! Und es wurde immer gesagt das daß erste Kindergartenjahr das schlimmste ist weil das Immunsystem mit allen Viren und Bakterien konfrontiert wird und dann wird es besser. Und das dass sehr wichtig und auch gut ist!

            Wenn man hier jemanden Vorwürfe oder Anschuldigungen machen müssten, dann eher der heutigen Politik.

          2. Sorry, uch habe nirgends gelesen dass den einzelnen Erziehern vorwürfe gemacht werden. Außerdem, wird man weniger krank wenn man mehr verdient? Die wenigsten Eltern geben ihre Kinder gerne verschnupft in die Kita, auch sie müssen arbeiten, bekommen Ärger wenn sie schon wieder Kind krank sind. Ich bin auch Erzieherin und bin sehr erstaunt wie wenig Abwehrkräfte viele Kollegen haben. Im ersten Jahr meiner Tätigkeit habe ich mir auch jede Erkältung mit nach Hause genommen, mittlerweile stecke ich alles weg. Also bitte, reden Sie nicht von Egoismus.

      2. Ich glaube nicht ,dass man durch höhere Löhne, und zwar in allen Bereichen überhaupt noch Arbeitskräfte locken kann. Ich habe täglich Kontakt mit Schülern der höheren Jahrgänge und kann leider behaupten,daß sich von denen niemals einer die Hände schmutzig machen wird geschweige denn sich bücken wird oder eine körperliche Tätigkeit ausübt. Nein das1. Was man hört ist,“wo ist denn hier ein Stuhl zum Sitzen“. Nein es gibt bald nur noch die IT Branche oder Influencer. Das ist die Erziehung dieser Eltern,die sich in ein paar Jahren wundern werden wenn plötzlich kein Handwerker mehr ihre Baustellen beseitigt. Richtig so. Alle sollen es zu spüren bekommen,wenn nichts mehr geht.

  14. Ich habe absolutes Verständnis für den Stress, den berufstätie Eltern haben. Aber krank arbeiten gehen und andere anstecken, löst definitiv nicht das Problem.
    So vielleicht Kinder, die Krank geschickt werden, Kolleg:innen, die sich krank zur Arbeit schleppen aus schlechtem Gewissen…das muss aufhören. Liebe Eltern, dann geht auf die Straße, werdet lauter!!! Der Politik geht es nicht um das Wohl der Kinder, sondern einzig alleine darum, dass die Eltern arbeitsfähig sind. Die Kleinsten schon 10h in einen für sie anstrengenden Alltag zu schicken ist meiner Meinung nach fahrlässig. Auf was werden die Kleinsten von Beginn an Konditionierung??? Zu funktionieren, Leitung zu erbringen bis zur Erschöpfung. In der Ganztagsschule geht’s dann munter weiter. Augen auf, es muss um das Wohl und die Bedürfnisse Eurer Kinder gehen!

    1. Warum greifen Sie die verzweifelte Mutter so an? Ja, wahrscheinlich wollte sie Kinder. Aber sie wollte diese eben auch in den Kindergarten schicken und dazu hat sie in vielen Bundesländern sogar einen gesetzlichen Anspruch, darüber hinaus zahlt sie wahrscheinlich sogar Kita-Beitrag, für eine Leistung, die sie nicht verlässlich bekommt. Zahlen Sie ihrem Bäcker einen monatlichen Betrag und er liefert, je nach Personalstand mal täglich, mal nur halbe Brote und manchmal leider gar nicht?
      An keiner Stelle greift die Mutter die Erzieher*innen des Kindergartens an oder gibt diesen die Schuld an der Situation. Sie ist einfach wütend und hilflos aufgrund der Betreuungssituation, die im ganzen Land zurzeit katastrophal ist.
      Darunter leiden alle, die in diesem Beruf arbeiten (bei Lehrer*innen ist es übrigens kein bisschen besser), die Eltern und besonders die Kinder.
      Lasst uns zusammen auf die Straße gehen, gemeinsam Lösungen suchen und nicht auch noch mit dem Finger aufeinander zeigen und solche persönlichen Beleidigungen verteilen!

      1. Liebe Eltern geht bitte auf die Straße! Es ist höchste Zeit, wie lange wollt ihr noch warten! Ich arbeite in einer Krippe, mit meiner Kollegin, wir sind seit Monaten nur zu zweit; wir sind am Limit!
        Die Politik muss adequate Lösungen für die alle finden und zwar bald!

        1. „Lässt uns gemeinsam nach Lösungen suchen…“

          als wir Erzieher dieses Jahr für bessere Rahmenbedingungen gestreikt haben, war ein großer Teil der Eltern gegen die Streiktage. Teilweise wurden wir sogar beleidigt! Dabei wollten wir Bestandpersonal halten und den Beruf für neue Kollegen attraktiver machen.

          Und jetzt, wo die Eltern die Kröte schlucken müssen, die sie sich selbst bestellt haben, ist das Geheule groß. und plötzlich heißt es „gemeinsam“. Warum? Weil es jetzt um den eigenen Job, die eigene Existenz geht?

          Hat bei den Streiktagen auch keinen interessiert, da wurde nur gemeckert. Jetzt mangelt es von Woche zu Woche mehr an Fachkräften.

          Erzieher fühlen sich auch im Stich gelassen. Politisch sowieso, aber auch von den Eltern.

          Tut mir leid, aber mein Mitleid hält sich in überschaubaren Grenzen.

      1. Ich habe das Problem für uns ganz pragmatisch gelöst. Meinen Job an den Nagel gehängt und betreue meine Tochter zuhause. Und ich muss sage, es ist deutlich entspannter geworden. Keine Kitaseuchen mehr, kein Druck. Wir können unsere Zeit genießen. Geld ist nicht alles im Leben. Natürlich muss das mit dem Partner abgeklärt werden und das ist sicher keine Lösung für jedermann. Aber wo ein Wille, da ist auch ein Weg. LG

    2. M. ich habe weiter oben schon geschrieben wie dsd heute lief. habe vorgeworfen bekommen das ich dieses jahr soviel krank war. ja, wir hatte. zweimal corona, meine schwiegereltern und mann fangen viel ab. aber ich muss und will halt auch mal mein krankes kind betreuen!
      ich soll nicht krank arbeiten gehen ( arbeite mir patienten auch im altenheim oder risiko patienten) aber bekomme heute den vorwurf das ich so viel krank war….und was dieses jahr los war warum ich auch mehr kind krank als letztes jahr nehmen musste.
      ich weiß echt nicht was ich da machen soll:(
      meine chefin ist eigentlich eine kulante, aber wir können ja auch nichts dafür wenn wir krank sind oder die kinder.
      einzige lösung es mein mann selbstständig ist und 40+ stunden arbeiten muss das ich doch bald meine 10 stunden kündige. ich kann kein home office machen bei dem ich „nebenher“ mich um ein kind das nicht in die notbetreuung darf kümmern kann oder das krank ist. ich finde das so schwierig und zum kühe melken! und frage mich so oft: ist das kind gesund genug für schule oder kiga oder nicht. wenn es nicht das klassische starke symptom ab 39 fieber hat….

  15. Liebe Eltern,
    ihr könnt selbst viel dafür tun, mehr Verlässlichkeit in eurer KiTa zu haben. ihr könnt eure ErzieherInnen mit Respekt und der gebührenden Wertschätzung behandeln und nur gesunde Kinder zur Betreuung bringen.
    Und ich werde bis dahin allen Eltern einen baldigen Kita-Platz mitsamt den beschriebenen Zuständen wünschen, die ihre Tagesmutter anpflaumen, weil sie kein Roboter ist und auch mal Urlaub braucht, weil sie krank wird, oder weil sie ein krankes Kind abholen lässt.

  16. Genau! Die Kita ist schuld. Wir als Erzieherinnen geben tagtäglich unser Bestes. Tagtäglich werden uns krNke Kinder gebracht. Mit den Worten ‚ Wenn es nicht geht, ruft an“ oder “ Wenn er Fieber hat oder durch den Husten spucken muss, könnt ihr anrufen.“ Nun liege ich selber flach und es geht mir sehr schlecht.
    Zur Arbeit gehen kann und würde ich so nicht.
    Und als Mutter eines Schulkindes kann ich es überhaupt nicht verstehen, dass Sie krank zur Arbeit gehen. Die Kinder müssen doch auch zu Hause bleiben. Das Killegium und Kinder anstecken? Isr nicht eine Vorbildfunktion.
    Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Ich hann die Eltern in ihrer Not verstehen. Solange die Eltern Entscheidungen und Vorgaben der Politik hinnehmen, wird die Lage sich nicht verbessern. Das haben die wenigsten bis jetzt verstanden. Leider.

  17. Ich bin auch Erzieherin und wir arbriten seit Februar 2022 in ständiger Unterbestzung. Wir haben das Glück dass wir viele Teilzeitkräfte haben und diese fangen die Lücken ab. Ich arbeite auch Teilzeit und habe die letzten Monate 78 Überstunden gearbeitet und meinen Kolleginnen geht es genauso. Bei uns arbeiten 2 100%Kräfte der rest (9Kolleginnen)arbeitet in Teilzeit.

    Ich selber habe eine Teilzeitanstellung weil ich selber Kinder habe, mein Jüngster Sohn hat eine Wahrnehmungsverarbeitungsstörung und habe mit ihm viele Termine.

    Jeden Mirgen schaue ich angespannt auf mein Handy in der Angst einer meiner Kolleginnen meldet sich krank.
    Wenn dass der Fall ist vetrtreten wir Teilzeitkräfte diese Ausfälle.
    Nach fast 10 Monaten Personalmangel sind wir alle am Limit. Auch ich.

    Versteht mich nicht falsch ich finde es wirklich auch nicht gut wenn in unserer Einrichtung Notbetreuung ist, aber auch wir sind nur Menschen. Auch wir sind krank oder unsere Kinder sind krank.
    Nach den Coronajahren haben wir so viele Kranke Kinder bei uns in der Einrichtung sitzen wie nie zu vor. Eltern geben morgens Fiebersaft und schicken ihre kranken Kinder zu uns. Oft sind dann diese Eltern tagsüber nicht oder nur sehr spät erreichbar. Bei uns in BW dürfen seit kurzem asymptomatisch coronainfizierte Kinder Einrichtungen besuchen.
    Leute erzählt mir wie wir als Personal da gesund bleiben sollen?

    Mich regen dann immer noch diese Eltern auf die meinen wir machen viel zu wenig mit den Kindern. Und fordern Aktionen ein die vor ein paar Jahren noch bei uns gelaufen sind. Aber aufgrund des Personalmangel können wir manche Aktionen nicht mehr anbieten.
    Es geht dann halt nicht das Kinder ein Übernachtungsfest bei uns feiern können. Ausflüge in die nächste Großstadt in den großen Zoo fallen da genauso drunter. Auch das Turnen in der grossen Turnhalle jede Woche mussten wir auf einmal im Monat kürzen.
    Einmal wollten wir ein Frühstücksbuffett den Kindern anbieten weil Eltern sich dies gewünscht haben da aber eine Kollegin länger krankheitsbedingt ausgefallen ist haben wir 4 Eltern gesucht die diesem Morgen kommen und in den Gruppen helfen. Es hat sich eine Mama gemeldet. Wir haben das Angebot letztendlich gestrichen.

    Viele die sich über den Erziehermangel beschweren könnten doch mal darüber nachdenken eine Umschulung zur Erzieher/in zu machen. Ich denke die wenigsten fassen dass ins Auge.

    Ich habe schon Eltern erlebt die beim Bringen zu uns sagten:“bin ich froh dass Montag ist, jetzt fahr ich erstmal ins Büro und setzt mich an mein Schreibtisch und trink erstmal ein Kaffee, das Wochenende war so anstrengend mit meinem Kind.!“

    Solche Eltern beschweren sich über Krankheitsausfälle und Notbetreuung und mangelnde Aktionen in unserer Einrichtung. Oft sind ihnen ihre Kinder zu viel und sind gestresst und genervt von ihren Kindern und wir Erzieherinnen sollen gefälligst am besten noch krank in die Einrichtung kommen und unsere kranken Kinder sich selber überlassen.

    Irgendwann reicht es, würde ich mal sagen

    1. Weil sie das Thema Umschulung ansprechen. Ich bin gelernte Verkäuferin und wollte in den Erzieherbereich. Gerne auch als I-Kraft U.ä. Da meine Tochter Diabetes T1 hat und Zöliakie und ständig Leute gesucht werden,habe ich mich an das Amt gewand. Ich bin alleinerziehend und kann die Kosten für eine Ausbildung nicht alleine stemmen. Habe zwei Jahre gekämpft,das ich es bezahlt bekomme. Es hieß immer :“Nein,sie arbeiten doch 16 Stunden pro Woche und haben eine Ausbildung.‘ Im jetzigen Beruf kann ich keine Vollzeit arbeiten und muss mit Alg2, aufstocken,da wir schon um 5 Uhr da sein müssen und oft bis 23 Uhr im Geschäft sind,kann ich da nicht mehr arbeiten. Nach zwei Jahren Kampf,einer Umschulung U.ä.habe ich aufgegeben und lese immer wieder von Mangel,Mangel,Mangel. Der Witz ist,hätte ich keine abgeschlossene Ausbildung oder keinen Schulabschluss hätte man mir alles bezahlt. Die Tochter einer bekannten möchte Erzieherin werden aber hat nur einen 1er Hauptschulabschluss und würde für eine Ausbildung immer abgelehnt. Zu schlecht. was ist daran schlecht? Sie hat nur Lob bekommen in den Praktikas,hat ein Händchen für Kinder,scheut sich nicht Erbrochenes aufzuwischen usw.Aber das alles wurde nicht berücksichtigt. Man hat nur gesehen : Hauptschule. Jetzt macht sie Kinderpflege an einer Berufsschule,hat aber schon gesagt,das sie nach dieser Ablehnung nur wegen Hauptschulabschluss nicht als Erzieherin arbeiten wird,sondern anderweitig.

  18. Ich kann deinen Ärger als Mutter verstehen. In Hamburg hatten wir gerade eine Demo zu diesem Thema. Aus meiner Kita war ich die Einzige die daran teilgenommen hat! Es war insgesamt nur ein Bruchteil Eltern mit dabei, obwohl es ja um ihre Kinder geht! Die Demo fand um 17h statt. Also mehr als verträglich mit Arbeitszeiten und mal ne Stunde später die Kinder zu Bett bringen. Ich war mehr wie enttäuscht von der Teilnahme und glaube den Eltern geht es von der Regelbetreuung her noch nicht schlecht genug. Geschweige denn das sie erkannt haben, das es im Endeffekt um ihre Kinder geht. Die stehen nämlich am Ende der Kette, wenn es um die Rahmenbedingungen und Personalegpässe in Kitas geht. Wenn so wenig Eltern auf die Straße gehen… Warum sollten Politiker was ändern!? Die paar Erzieher/innen und Pädagogen haben keine Lobby, aber ihr als Eltern!!! Also, schwingt Euch das nächste Mal bei einer Demo vom Sofa und geht mit!! Wenn es nach mir ginge, würde es einen unangekündigten Streik geben! Der würde mehr wach rütteln als nach Feierabend durch die Straßen zu wandern😜

  19. Herzlich willkommen in der Realität! Auch wenn sie echt schei… ist. Es ist seit vielen Jahren bekannt, dass wir mehr Erzieher*innen brauchen. Da geht es nicht nur um die Betreuungszeiten, sondern vor allem auch um die Qualität der Betreuung. Es passiert einfach zu wenig von Seiten der Politik. Wie brauchen eine attraktivere Ausbildung, bessere Vergütung, mehr Personal, mehr Männer, usw. Sonst ändert sich nichts. Es scheint auch weiterhin nicht viel zu passieren, wenn Eltern nicht laut, wütend und öffentlich werden. Also danke für diesen Beitrag.

  20. Beste Grüße von der Front, wir Pädagogen sind auch völlig ausgebrannt und werden in naher Zukunft einen anderen Job wählen… Liebe Eltern, wir sind keine Roboter und geben jeden Tag unser bestes, aber irgendwann haben wir auch keine Lust mehr.

    1. In NRW werden Personalstunden für die Kitas im Gesetz nach Effizienzkriterien berechnet. Das führt zu Personalschlüsseln, die automatisch Engpässe in der Betreuung produzieren, wenn eine oder zwei Kolleg*innen wegen Urlaub oder Krankheit oder Fortbildung nicht in der Kita sind. Das System kann nicht verlässlich sein. Für eine kontinuierliche Betreuung und die Erfüllung aller Anforderungen einer gelungenen Kinderbeziehungsarbeit bedarf es einer zugewandten pädagogischen Atmosphäre, Menschen, die ausreichend Zeit haben und nicht permanent unter Druck geraten, weil sie eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen sollen. Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime… sind Einrichtungen die Menschen adressieren. Sie werden aber aufgrund der Finanzierungsysteme wie produzierende technische Betriebe aufgestellt. Selbst wenn die Träger der Kitas es wollten, können sie nicht mehr Personal einstellen, weil das Geld dafür nicht ausreicht. Zudem muss jeder Kitaträger einen Eigenanteil zur Finanzierung beitragen. im Falle der kirchlichen Träger sind dies 10,7 Prozent der Kosten. Die Versäumnisse der Politik zur Ausbildung von Fachkräften, zur Ausweitung der Berufskollegs…und zur kostendeckenden Finanzierung von Kitas werden als mangelnde Verlässlichkeit der Kitas und ihrer Beschäftigten wahrgenommen. Die letzten beiden Jahre der Kitabetreuung sind beitragsfrei, ein Wahlgeschenk? Sinnvoller wäre das Geld in mehr Personal investiert worden. Wirksamer Kinderschutz basiert auf einer Basis gut fort gebildeter und motivierter Fachkräfte. Engagierte Menschen in unseren Einrichtungen geben ihr Bestes, müssen dich dem verstânflichen Ärger der ( berufstätigen) Eltern aussetzen, obwohl die nicht Verursacher der Misere sind.

  21. Ich kann die Betreuungsnot und den Ärger der Eltern verstehen. Allerdings arbeite ich in einer Kita mit über 100 Betreuungsplätzen, von denen wir nur 82 vergeben konnten. Mit Personalnot, Langzeitkranken und zur Zeit Erkrankten haben wir die letzte Woche nur noch zu viert gearbeitet! Die Kinder werden regelmäßig krank gebracht, wen wundert’s, dass die ErzieherInnen dann auch der Reihe nach krank werden? 1 Woche war ich gesund, hab mir regelmäßig ins Gesicht Husten lassen und kranke Kinder getröstet, bis sie abgeholt wurden und jetzt liege ich schon wieder flach. Was soll euer Aufstand bringen? Es wird nicht mehr Personal geben, Krankenausfälle wird es immer wieder geben und wollt ihr euer Kind wirklich in eine Einrichtung geben, in der mehr Aufbewahrung, als Betreuung stattfindet? Die Reißleine mit verkürzten Öffnungszeiten wird gezogen, wenn die Aufsicht nicht mehr gewährleistet werden kann. Ist euch das egal? Betreuung um jeden Preis? Sollen die ErzieherInnen doch noch mehr Überstunden machen und auf Vorbereitungszeiten verzichten. Ach nee, Elterngespräche sollen ja auch noch stattfinden. Sollen wir die vielleicht in unserer Freizeit vorbereiten?! Es ist gerade echt nicht leicht, in diesem Beruf zu arbeiten. Man reißt sich den Hintern auf, um den Kindern noch irgendwie eine unbeschwerte Zeit zu geben und der Dank dafür ist so ein Artikel. Danke.

  22. Hier in MV sieht es aktuell nicht anders aus. In der Gruppe meiner Tochter sind 18 Kinder. Leider sind die Erzieherinnen aber am Rande ihrer Kräfte. Die halbe Kita (inkl. Kinder) ist krank. Ich habe einige Jahre als Erzieherin gearbeitet, arbeite jetzt als Sozialpädagogin und habe dem Erzieherberuf (in der Kita) den Rücken gekehrt und möchte unter diesen Umständen nicht zurück. Und wir – die Erzieher, die nicht mehr woll(t)en – werden leider immer mehr. Und ja, die Bedingungen sind schlecht. Wer immernoch denkt, es ist nur Kaffee trinken, der hat im Lockdown einiges verpasst und die Bezahlung ist halt echt schlecht. Bei 40h klingt das ja alles immer ganz nett, aber das arbeitet kaum jemand. Entweder weil es keiner einstellt oder die Erzieherinnen auch gar nicht mehr schaffen. In einigen Jahren haben wir einen drastischen Erziehermangel und ein gewaltiges Betreuungsproblem in D. Dann will es von den Politikern aber keiner gesehen haben. Ich befürchte, das wird richtig bitter für uns alle.

  23. Erst Mal: es existiert ein Gute-Kita-Gesetz, von dem lediglich die Eltern was haben, denn die erhalten 100€ Zuschuss vom Staat. da bleibt nicht viel Beitrag übrig, den die Eltern übernehmen müssen. Aber immer darüber schimpfen, dass man ja den vollen Betrag trotzdem zahlen muss. Die Kitas sind überlastet. Es sind viel zu viele Kinder in einer Gruppe betreut, von 27 Kindern 8 Wickelkinder und 5 u3-Kinder, davon noch 3 mit erhöhtem Förderbedarf. Es ist nicht mehr so, wie vor 20 Jahren. Hinzu kommt, dass Kinder heutzutage nicht mehr krank sein dürfen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder zu Hause lassen, es gibt aber auch Eltern, die ihren Kids frühs ein Fiebersaft verabreichen, damit das Kind bei der Bringzeit einigermaßen fit scheint. Meiner Meinung nach, müsste den Staat kinderfreundlicher sein. Mehr Gehalt für die Leistungen der Erzieher, aber auch mehr Zeit für Eltern, für die gemeinsame Zeit. Denn schließlich schafft man sich keine Kinder an, damit man von den Erziehern gesagt bekommt, dass dein Kind heute die ersten Schritte gemacht hat. Also: Fehler ist nicht bei den Kitas, sondern das Grundproblem liegt beim Ministerium. Beschwert euch da. Ich schreib seit Jahren regelmäßig hin, bekomme auch immer ne Antwort, aber eben keine Zufriedenstellende, deshalb kommt nach einiger Zeit halt wieder Post. Es bringt aber auch nichts, wenn ich die einzige bin, die das macht. Mehr Respekt, mehr Wertschätzung, dann werden auch wieder mehr Leute den Beruf erlernen.

    1. Ich möchte auf folgendes Dilemma hinweisen: Unser Sohn war in seinem ersten Kindergartenjahr in einer extrem verlässlichen Einrichtung. Keine Sommerschließzeit, praktisch nie Verkürzung der Betreuungszeit. Das war auf den ersten Blick bequem. Auf den zweiten Blick wurde uns klar, dass die Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub dort eben auch kompensiert werden mussten, und zwar zulasten des Betreuungsschlüssels. Oft war eine einzige Erzieherin über längere Zeit allein für eine Gruppe zuständig. Die Folge, unter anderem: eskalierende Konflikte zwischen Kindern (und Erziehern), ständig Stress, eine Stimmung, unter der unser Sohn richtiggehend gelitten hat. Wir sind inzwischen in einen anderen Kindergarten gewechselt, der ist leider manchmal früher zu, was absolut nervt, aber dafür passt für uns die Betreuungsqualität. Mein Fazit: Man kann nicht alles haben und sollte sich überlegen, wo die eigenen Prioritäten liegen. Viele Grüße und alles Gute?!

  24. Ich habe einfach gar keine Kraft mehr aufzuschreien. Bei uns wurde letztes Jahr sogar die KiTa ganz geschlossen (das Landesjugendamt hat entschieden, dass das Kindeswohl wegen anhaltendem Personalmangel gefährdet ist!), nachdem wir drei Monate katastrophale Betreuung hinter uns hatten mit höchstens zwei Tagen Betreuung die Woche.
    Viele Kinder hatten dann erstmal gar keine Platz mehr und erst im Sommer irgendwann waren alle umverteilt. Meine Tochter hat da sehr drunter gelitten. Es sind nicht nur die Eltern, die von den Zuständen gestresst sind.

    In der neuen KiTa ist die Lage besser, aber in den letzten Wochen häufen sich bei mir die Flashbacks zum vergangenen KiTa-Jahr mit der Schließung. Manchmal kommt da schon leichte Panik auf. Es ist einfsch erschreckend, wie fragil das Personalsystem ist.
    Ich verspüre viel Wut gegenüber denen, die diesen Personalmangel durch strukturelle Fehler verursacht haben. Aber die sind für mich nicht greifbar und abends, wenn die Kinder schlafen, fehlt mir einfach die Kraft um aufzuschreien.

  25. Es ist ein systemisches Problem, das nur politisch zu lösen ist. Der Betreuungsschlüssel geht nicht davon aus, dass Erzieher*innen Urlaub haben, krank werden oder gar schwanger/in Elternzeit gehen.
    Ich schaue bei der nächsten Wahl noch genauer hin, welche Parteien tatsächlich für mehr Gleichberechtigung und Abschaffung des Patriarchats stehen und nicht darauf hoffen, dass Frauen resigniert zuhause bleiben.

  26. Es läuft ja, Mama und Papa zerreißen sich. Gehen trotzdem zur Arbeit, letztendlich kommen alle Beteiligten so kurz und sind gestresst, echt traurig, dass sich in all der langen Zeit nicht viel getan hat, beim ersten Kind habe ich keinen Platz bekommen, trotz Anspruch also ab zur Tagesmutter, die drei weiteren Kinder bekamen dann einen Platz für ein paar Stunden, erwerbstätig sein…. Pustekuchen. Am besten man bleibt einfach zu Hause, ist wohl so gewollt, würde wahrscheinlich mehr bringen, wenn man einfach der Arbeit fernbleibt, so eine Art Streik der Eltern, der Berufstätigen, allein der Glaube fehlt mir, da fehlt einfach der Zusammenhalt, die Solidarität, tut mir echt leid für alle Betroffenen, ich weiß wie unschön das ist. Ich gehe mit auf die Demo, auch wenn das für mich, für uns damals keiner getan hat, man muss zusammenhalten.

  27. Bei uns im Hort gerade das Gleiche, aber da werden auch linear immer mehr Kinder krank. Es ist einfach heftig zur Zeit. Auch viele Lehrer sind krank, sowohl in Grundschule als auch im Gymnasium. Vom Hort kommen auch jeden Tag Mails, ob man die Kinder nicht hinschicken könnte. Wir machen möglich, was geht. Jetzt hat es mich gerade selber erwischt, da kann sie natürlich gleich nach der Schule kommen. Aber wenn es nicht geht, dann geht sie in den Hort, nützt ja nichts. Bei uns auf Arbeit ist es aber auch gerade so, wir stopfen nur Löcher und hoffen sehr, dass Kranke gesund wieder kommen bzw. Gesunde nicht krank werden. Und wenn es dann doch passiert müssen wir leider auch mal Kundentermine absagen, was dann die Kunden wiederum gar nicht verstehen… komisch, die haben offensichtlich weder Kinder noch schauen sie über ihren Tellerrand hinaus. Was ich sagen will ist: in einer Krankheitswelle wie diesem Herbst klappt eben leider nicht alles, wie es mal geplant war. Das ist dann eben mal so. Es strengt sich doch jeder an, seinen Job zu machen, aber krank ist krank.

  28. Hallo, es fehlen in Deutschland etwa 100000 Erzieher, seit Jahren arbeiten wir mit überfüllten Kindergruppen…..
    Es wird so gut wie nie der Erzieher- Kind -Schlüssel eingehalten….. das alles auf Kosten der Kinder….
    Wie schön, dass einige Eltern es auch schon bemerken bzw. endlich die Träger nichts mehr schön reden, sondern Konsequenzen ziehen, den Kindern tut man nichts gutes, sie jeden Tag in überfüllte Räume zu stopfen….
    Das Ergebnis ist, dass immer mehr Erzieher ihren Job hin schmeißen….
    Demo??? Ja, aber gegen wen???
    Ich wüsste gern eine Lösung, aber wenn sich die Politik keine Gedanken macht, warum sollte ich, nach über 10 Jahren im Kita Irrsinn habe ich resigniert und gebe meinen Beruf auf.
    Ich möchte nicht länger mit ansehen, was die Kinder Tag für Tag ertragen müssen!

    1. Liebe Mona, von Lehrerin zu Lehrerin. Ja, wir sind keine Roboter. Als Mutter bin ich aber auch keiner. Aber ich bin auch eine verunsicherte Mutter, gern würde ich mehr arbeiten, mehr guten Unterricht geben. Das Land für das ich tätig bin, hat keinen verpflichtenden Gleichstellungsplan. Das sehe ich als strukturelles Problem. Stundenabminderung für Ältere ist gegeben. wäre diese für Eltern nicht auch angebracht? Aber wie kann ich in Vollzeitnähe kommen, wenn meine eigenen Kinder seit Jahren nicht sicher betreut werden? Briefe an die Ministerien finde ich gut. Von allen. Aus allen Perspektiven. Miteinander.

  29. Kann ich voll und ganz verstehen. So war es bei unserer Tochter auch. Da ich aber noch zu Hause war, konnte ich das immer problemlos abfangen. Wobei ich es immer unfair aus Sicht des Kindes fand, dass unsere Tochter zu Hause bleiben musste, weil ihre Mama zu Hause war. Andere Kinder durften weiter in die Kita. Grund: beide Elternteile arbeiten. Kann nicht sein, dass das der Driver ist. Gleiches Recht für alle Kinder. Aber noch schlimmer ist die Situation bei unserem Sohn. Unser Sohn wird Ende November 3,5 Jahre alt. Im Mai diesen Jahres haben wir eine Absage der Stadt erhalten, dass bis März 2023 kein Kita Platz zur Verfügung steht (wir haben ihn im Januar 2020 vormerken lassen). Im März 2023 wird die Situation sicherlich nicht besser aussehen. Wir können nur hoffen, dass er bis September 2023 einen Platz bekommt, wenn ein Teil der Kinder eingeschult wird. Dann ist er aber schon 4 Jahre alt. D.h. bis dahin betreue ich unseren Sohn zu Hause. Damit werden wir einfach allein gelassen und zum Wohl unseres Kindes ist es auch nicht. Denn er möchte gerne mit anderen Kindern spielen. Suchen gerade nach anderen Möglichkeiten/Alternativen, ist aber sehr schwierig, da auch hier alle Plätze besetzt sind und es Wartelisten gibt.
    Das ist eine absolute Katastrophe.
    Und wenn man dann hört, liest wie schwierig die Situation in den Kitas ist, dass es Kindern, Erziehern/innen und Eltern nicht gut geht und viele leiden, dann verstehe ich auch nicht, dass es keinen Aufschrei gibt. Das System kollabiert und keiner sagt etwas.

  30. Ich glaube, dass der Aufschrei ausbleibt weil es schon so lange so läuft und alle Familien (und hier insbesondere und vor allem – ja vor allem – die Mütter) „durch“ sind. Man funktioniert nur noch und versucht irgendwie den Alltag zu wuppen. Da bleibt keine Zeit, keine Energie für Protest. Und die, die Zeit und Energie haben, sind nicht „durch“ und haben deswegen auch keine Veranlassung zum Protest.
    Dir und allen anderen Lehrer*innen, Erzieher*innen, Pflegenden und Alltagsretter*innen auf jeden Fall ein großes DANKE fürs Durchhalten und Weitermachen!

    1. Auch ich lese immer wieder kopfschüttelnd die Aufschreie -die aber ungehört verklingen!Gaaanz langsam rührt sich in der Pflege ja etwas,aber bei unserem“höchsten Gut“??? Keinerlei ernsthafte Bemühungen irgendeiner Seite,wie es besser werden könnte!Die Tarifverhandlungen???2″Rekonvaleszenztage“,auf den Schultern der Kolleginnen dann als tarifliches Zugeständnis!Schleichende Prozentchen in einem mies bezahlten Job-und über 8,5Prozent freuen sich Metaller in Männerberufen…..freuen wir uns mit!Fest steht-Erzieher-innen haben keine Chance,in ihrem Beruf ernst genommen zu werden!So wird es weiter viel Gemecker und Verzweiflung geben-aber keinerlei ernsthafte Ansätze,der Generation Zukunft eine beständige,fachlich und menschlich kompetente Betreuung und Förderung angedeihen zu lassen,obwohl jeder weiss,was sich bei kleinen Menschen innerhalb der ersten 5Jahre tut!Und danach???Geht’s besser bezahlt gleich mit dem Desaster an den Schulen weiter…..

  31. Ach da fallen mir die tollen Kommentare vom Beitrag vom 22.11.2022 ein. Sei doch froh, dass Du Kinder hast und keiner wird doch in irgendeiner Weise benachteiligt. Es gibt kein Patriarchat und diese Begrifflichkeiten sollen vermieden werden.
    Der Staat kommt seinem Erziehungs- und Bildungsauftrag in keinem Maße nach. Alles wird in die Hände der Familen gelegt, sollen die sich kümmern die wollten ja auch diese Kinder. Ich könnte ko…Ich finde das wirklich schlimm was du hier beschreibst. Wir sollten uns zusammen tun und ganz viel Radau machen. Wenn es Jugendliche und Kinder es schaffen sich im Bezug auf die fehlende Klimapolitik bemerkbar zumachen, können wir Erwachsen es doch auch?! In deinem persönlichen Fall helfen Gespräche mit dem Träger, Zeitung informieren.Ändert dann nur deine Situation aber immer hin. Die Eltern deiner Schüler werden auch froh sein über jeden Unterricht der stattfindet.

    1. Vielleicht müßig zu kommentieren, irgendwie bleibt ja jede hier so in ihrem Weltbild und sieht nur, was dazu passt, aber es ärgert mich. Was genau hat dieser Artikel denn bitte schön mit dem vom 22.11. zu tun? Warum jetzt dieser Kommentar? Ich zum Beispiel stimme doch auch völlig damit überein, dass es absoluter Mist ist, wenn die Betreuung so schlecht und unzuverlässig ist – und dass sich das unbedingt ändern muss. Natürlich ist das richtig doof, Erzieher und Erzieherinnen sollen endlich besser bezahlt werden. Und still sein bei solchen Zuständen soll da auch keine und keiner, sondern Radau machen, damit die Leute noch Kinder kriegen wollen und diese trotz Berufstätigkeit betreut wissen. Aber das gilt doch für alle, Männer und Frauen, und hat so rein gar nichts mit Patriarchat zu tun. Oder meinst Du, hinter diesen Problem steckt ein Komplott aus alten, weißen Männern, die die Frauen im Heim am Herd halten wollen? Jeder emanzipierte Vater ist doch von diesen Problemen genauso betroffen wie berufstätige Mütter. Also lasst uns doch keine Gräben aufmachen wo keine sind.

    2. @Gina: Genau wie Franzi kann ich die Referenzierung auf die Kommentare vom 22.11. nicht nachvollziehen.
      Trotz der unterschiedlichen Perspektiven haben doch Franzi, andere und ich sehr klar gemacht, dass die Betreuung gegeben sein muss und dass dies extrem wichtig ist.
      Ich kann die Not total verstehen, in unserer Kita sieht es deutlich besser aus, aber auch hier gibt es teilweise Einschränkungen.

      1. Leider ist es aus meiner Sicht keine Überraschung, dass Personal fehlt, die Betreuung nicht gewährleistet werden kann etc. Politische Versprechungen wie Kita ab 1.Lj, , flächendeckend, Recht auf Kia Platz waren rein ideologisch. Bei Basiswissen Volkswirtschaft und demografischen Wandel ( seit Anfang der 80er Jahre bekannt) kann ich nicht fiktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einplanen. Aber: Wo sind die Heerscharen an Großeltern? Versorgung ist nur über familiäre Netzwerke möglich. Politisch wird ein freiwillig soziales Jahr als Pflicht propagiert (damit die jungen Menschen später ins Berufsleben eintreten?), aber, was machen die Erwerbsfähigkeitsrenter, was machen die Vorruheständler z.B. der Banken mit 58J., könnte die Mehrheit der Renter vielleicht auch mal was zur Gemeinschaft beitragen? Wir hören nur ständig 6 Wochen Kreuzfahrt, 4 Wochen Uruguay oder Indonesien…Klimawandel etc. zum Trotz..Da ist doch völlig klar, daß sich berufstätige Eltern völlig fertig machen… Rücksichtnahme auf Familie war bei Corona ja auch nicht vorhanden, nur Rücksichtnahme für Senioren. Auch die Gruppe der DINKs mit ihrem ausgeprägten Egoismus könnte verpflichtend gemeinnützig tätig werden. Wir sollten uns in Zukunft auf Mangel einstellen.

    3. Gina. Ja, ich verstehe den Zusammenhang der beiden Artikel sehr gut. Auch ich habe nicht den Eindruck, dass Familien frei zu Vereinbarkeit entscheiden dürfen in der permanente Gefahr, keine kalkulierbare Kinderbetreuung zu haben. Für mich auch durchaus ein strukturelles Problem.

      1. Gern kannst du ja mal nachfragen,unter welchen Bedingungen die Älteren ihre Kinder großgezogen haben. Ja, auch Omas und Opas haben das Recht auf ihren Ruhestand. Wieviel von der jüngeren Generation haben denn ihre Eltern gefragt, ob ein Enkelkind gerade passt? Man kann doch keine Kinder in die Welt setzen und davon ausgehen, dass alle anderen sich darum kümmern. Wie läuft es denn heute so mit dem Kinderwunsch? Ich habe mich damals sehr darauf gefreut, meine Kinder ins Leben zu begleiten und Spuren bei ihnen zu hinterlassen. Meine Spuren. Auch heute (meine Kinder sind inzwischen erwachsen) bin ich Teil ihres Lebens und sehr froh darüber. Meine Enkelkinder sind ein Teil dieser Familie. Gern fahre ich mit ihnen in den Urlaub, betreue sie, lass mir von ihnen erzählen, backe, koche mit ihnen.
        Natürlich besteht unser Urlaub, wie früher mit den Kindern auch, aus Verwandten besuchen am Baggersee. Statt Kinderanimation gibt es Feuerschale und Stockbrot. Klar gab es finanzielle Engpässe durch die Kinderbetreuung meinerseits. In den letzten Jahren wird den werdenden Eltern immer wieder erzählt, dass Beruf und Familie vereinbar sind. Nein, ist es nicht. Hier wird immer davon geredet, dass der Staat für sein höchstes Gut was tun soll. Es ist euer höchstes Gut und ihr seid dafür verantwortlich. Es wundert mich auch immer wieder, dass Eltern überhaupt wollen, dass der Staat ihre Kinder goss zieht. Dazu kommt, dass es heute so viele Möglichkeiten zur Familienplanung gibt, dass es eigentlich nur noch geplante Wunschkinder geben dürfte. Familien haben also auch Zeit, sich finanziell darauf vorzubereiten, dass eben für eine gewisse Zeit nur ein Einkommen zur Verfügung steht. Dieses ewige Gejammer kann man nicht mehr hören.

        1. Nun, nicht jede Frau möchte ihr Leben mit kochen, backen und basteln verbringen. Und das Argument , falls es gleich kommt , dass sie dann doch bitte keine Kinder bekommen sollte , lasse ich nicht gelten , denn für Männer ist ja auch seit jeher beides möglich.
          Im übrigen wird heutzutage jede dritte Ehe geschieden, ist dann auch nicht schlecht, wenn frau finanziell auf eigenen Füßen stehen kann.

  32. Das klingt echt furchtbar. Unsere Tochter (1 Jahr) ist noch Zuhause. Aber mal abgesehen davon, dass hier ein Krippenplatz schon wie ein Lottogewinn erscheint, scheint es ja selbst mit Betreuungsplatz der pure Stress zu sein. Und dass in einer Zeit, in der man meist nicht mehr mit Familie zusammenlebt( bei uns alle 2 h entfernt) und Großeltern meist selbst noch arbeiten.

    Meine Mutter arbeitet in den neuen Bundesländern in einem Kindergarten. Da ist die Situation deutlich besser.

    Hier in Würzburg gibt es viele sehr kleine Einrichtungen, oft nur 1 – 2 Gruppen. Da ist einfach eine Vertretung sicher schwer zu organisieren. Deswegen haben viele genauso viele Schließtage wie ich später Urlaub haben werde.

    Meiner Meinung nach ist eine riesen Ursache die Bedingungen der Erzieherausbildung. 5 Jahre schulische Ausbildung ohne einen Cent Ausbildungsvergütung. Das schreckt viele interessierte ab. Und viele können sich das sicher auch gar nicht leisten. Hier müsste man ansetzen – dann gäbe es auch mehr Personal.

    1. Die Erzieherausbildung ist leider in Deutschland komplett unterschiedlich strukturiert.
      Von einer Bekannten, die Erzieher ausbildet, weiß ich, dass sich da einiges getan hat:

      „Seit dem 01.08. 2020 können Erzieher/innen in Ausbildung im Zuge der bundesweiten Fachkräfteförderung für das erste und zweite Jahr Aufstiegs-BAföG bzw. Lebensunterhaltsförderung in Höhe von mindestens 783,-Euro monatlich beantragen, die NICHT zurück gezahlt werden müssen.

      Im dritten Ausbildungsjahr ergibt sich über einen Tarifvertrag für das Anerkennungsjahr ein Gehalt von ca. 1600,-Euro monatlich.

      Informationen zur Beantragung von Aufstiegs-BAföG finden Sie hier:

      https://www.nbank.de/Privatpersonen/Ausbildung-Qualifikation/Aufstiegs-BAföG/index.jsp

      Quelle: Fachschule für Sozialpädagogik am Schulzentrum in Bremen-Blumenthal –
      Die bilden Erzieher aus. 😉

      Ich wollte selbst vor 2 1/2 Jahren eine Umschulung zur Erzieherin machen, nachdem ich ein 3/4 Jahr vergeblich eine Teilzeitstelle in meiner ursprünglichen Branche gesucht hatte und mein Berater vom Jobcenter meinte, dass ich mit kleinen Kindern keine Chancen habe. Ergebnis: Umschulung verweigert, weil ich mit Fachwirt-Abschluss in meiner alten Branche zu gut qualifiziert bin…

    2. Leider ist die Situation in den neuen Bundesländern nicht wirklich besser. KiTas und Horte werden vollgestopft und gerade bei den Kleinsten in der Krippe ist es eine Katastrophe. Sachsen ist mit dem Betreuungsschlüssel Schlusslicht. Wir gehen seit Jahren Streiken für einen anderen Betreuungsschlüssel, in den Medien heißt es nur „für mehr Gehalt“ . Es gehen aber keine Eltern mit! warum nicht? Wir haben Eltern, die uns das Streiken vorwerfen „habt ihr keine Lust zu arbeiten?“ war dieses Jahr der Spruch einer Mutter. Ich bin nach 4 Jahren aus dem städtischen Träger raus, und nun an einer Privatschule ab Klassenstufe 5. Ich konnte nicht mehr. Die Leiterin des Trägers ist durch eine KiTa gegangen, mit den Worten, der Platz reicht doch. Das Personal fehlte, war kein Thema. Meine Überlastungsanzeige wurde viele Wochen ignoriert. Es kam kein Gespräch mehr zustande, da ich wusste, ich kündige. Ich könnte noch viele weitere Einzelheiten erzählen. Aber ja, liebe Eltern, wo seid ihr? auf der Straße an unserer Seite habe ich beim Streiken niemanden gesehen… Wir hören auch die Beschwerden, aber den Angestellten in den KiTas sind die Hände gebunden. Die Politik muss das ändern. Schaut in die Empfehlung der Berthelsmann-Stiftung zum Betreuungsschlüssel / Personalschlüssel! Alles sehr gut beschrieben. Und dann fragt mal nach, wie der Betreuungsschlüssel in den jeweiligen Bundesländern ist. Der kann gar nicht eingehalten werden. Urlaub,Weiterbildung oder Krank ist NICHT mir mitberechnet. Geht auf die Straße für eure Kinder!!

  33. I feel you! So ganz und gar. Wut hab ich schon hinter mir, da wir seit September auch selbst ständig reihum krank sind und meine Patient:innen erfreut sind, wenn ich mal eine Sprechstunde anbieten kann, fehlt mir dazu die Kraft. Mein Sohn, sonst ein Kind, dass sich schnell Namen merkt, weiß oft gar nicht mehr, wer überhaupt da war. Dann werden scheinheilig weiterhin die Pandemieregeln aufrecht erhalten, weil es weniger Stress macht.Also natürlich nur die, die dafür sorgen, dass es weniger Stress gibt. Ich bin persönlich für uns froh, dass mein Jüngster als Kannkind im letzten Kindergartenjahr ist und auf die Schule brennt. Ich bin voll dafür, denn die Sintflut streckt schon die Fühler aus…
    Ich weiß nicht besonders produktiv, ein andermal wieder…

    1. Ich verstehe die Wut und Verzweiflung sehr, aber wenn das Personal nicht da ist, geht es nicht anders. Die Politik verschläft seit Jahren dieses immer brenzliger werdende Thema und tut nichts dafür den Beruf attraktiver zu machen.
      Auf der anderen Seite der Medaille ist man übrigens auch sehr verzweifelt und wütend wegen dieser Umstände. Und die Überstunden gehen ins Unermessliche und keiner kann einem sagen, wann man die wieder los wird. Und vor lauter Überarbeitung wird man selbst krank und dann fehlt wieder einer. So arbeiten, wie man es gerne würde, Bildungs- und Beziehungsarbeit leisten, geht unter diesen Umständen nicht. Es ist ein reines Verwahren a la „sicher und satt“ an solchen Tagen und das frustriert ungemein.
      Aber das Personal wächst nicht an Bäumen und die Kinder sollen ja auch nicht von Nichtfachpersonal betreut werden.

  34. Ich kann deinen Ärger nachvollziehen und den Stress, den diese Situation mit sich bringt. Für alle Beteiligten.
    Ich habe lange Jahre als Erzieherin gearbeitet und mit Beginn der Pandemie aufgehört. Ich habe den Beruf wirklich richtig gerne gemacht. Aber die Belastung ist enorm und die Bezahlung (und gesellschaftliche Anerkennung) spiegelt das leider nicht wider. Bei hohem Krankenstand ist in einer Kita die Hölle los. Denn die Kinder kommen ja trotzdem. Außerdem möchten (die meisten) dort tätigen Menschen qualitativ gute Arbeit leisten- mit immer mehr Kindern in der Gruppe, weil Gruppen aufgeteilt werden müssen, wird das auf die Dauer schwierig.
    Eltern sind in Betreuungsnot und manchmal werden die Kinder eben doch noch ganz schön krank geschickt, das haut irgendwann auch eine Erzieher*innen Immunsystem um.
    Ein ewiger Kreislauf.
    Ich bin mir sicher, würden Erzieher*innen besser bezahlt, mehr Vorbereitungszeit und weniger permanentes Lücken stopfen- dann gäbe es auch mehr Personal. Ich wäre dann wieder dabei. Sofort.

    1. Auch ich stimme dir da voll und ganz zu.

      Ich kann die Eltern verstehen, aber auch uns muss man verstehen, wenn kein Personal da ist, kann keine Betreuung erfolgen. Und wir reden immer von einer qualifizierten Betreuung, die aber nicht stattfinden kann, wenn eine Erzieherin mit 26 Kindern alleine in der Gruppe ist. Da ist man froh, wenn nix passiert.
      Und wenn man k.o nach 39 Stunden heim kommt, dann warten dort meine eigenen Kinder, auch wenn sie schon groß sind, sie haben auch Bedürfnisse und nebenbei ist der Haushalt auch noch da. Also genau, wie bei allen berufstätigen Eltern.

      Ich liebe meinen Beruf, aber auch ich werde nicht mehr lange unter den Bedingungen arbeiten können.

      1. Ja, so ist das heute! Auf Kosten der Kinder. Was zählt, sind die Belange und Bedürfnisse der Eltern! Wenn ich als Eltern beiderseitig voll berufstätig sein will/muss, dann ist stets Plan B notwendig. Leider macht die Politik den Eltern vor, Vereinbarkeit vonBeruf und Familie : Kein Problem. Ich bin davon überzeugt, dass nicht ausschließlich die finanziellen Gründe dafür verantwortlich sind, dass immer mehr Erzieher/innen fehlen. Erzieher/innen werden heute „verheizt“. Alles ist auf das Wohl und die Belange der Eltern ausgerichtet. Gerade in Kitas arbeiten überwiegend Frauen, die auch Mütter sind und Familien zu versorgen haben. Die heutigen Kita Eltern haben das Anspruchsdenken, alles müsste in ihrem Sinne geregelt werden. Dabei wird vergessen, dass Kitas Gemeinschaftseinrichtungen sind, wo Individualität nun mal nur begrenzt möglich ist. Es gibt inzwischen Eltern, die ohne mit der Wimper zu zucken, einfach eine Stunde später ihr Kind abholen, mit der Begründung „ich musste länger arbeiten“. Beispiele könnte ich unzählige aufführen…. Und genau dazu haben Erzieher/innen (bei der Bezahlung) keine Lust mehr. Ständig den Frust der Eltern verdauen zu müssen und für alles verantwortlich gemacht zu werden. Es muss ein Umdenken stattfinden! Sonst ist die unzufriedene Situation für alle Seiten nicht auf zu halten. Politik ist gefragt!!!

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