Über die Entscheidung: Warum jetzt doch noch ein viertes Kind?

Entscheidung

Ihr Lieben, ich finde es ja immer sehr spannend, wenn eure Fragen zu meine Schwangerschaft eintrudeln. Und eine Frage wurde nun doch mehrmals gestellt: „Wie kam es – nach diesen letzten zwei krassen Jahren – nun doch noch zu der Entscheidung für ein viertes Kind?!“ Und wie immer am „Dickbauch-Dienstag“ kann ich diese Frage nicht mit zwei Sätzen beantworten, sondern muss etwas ausholen…

Ja, die letzten zwei Jahre waren heftig. Uns hat die Pandemie ganz schön gefordert, immer wieder gab es hier ja auch Berichte dazu. Für mich waren die zwei Pandemie-Jahre einfach eine krasse Mischung aus der großen Verantwortung, drei Kinder zu beschulen und zu beschäftigen, der beruflichen Verpflichtung (2 Bücher geschrieben) und der allgemeinen Unsicherheit (wie schlimm ist das Virus, wird das jetzt für immer so bleiben, wann können die Kinder wieder in die Schule usw)

Die Pandemie hat uns echt an die Grenzen gebracht

Dieser Mix hat mich mehr als ein ein paar Mal echt an meine Grenzen gebracht. Ich habe viel geheult, gehadert, geflucht. Es war ein großes Auf und Ab bei uns in der Familie, wir schwankten zwischen: „Ach, das kriegen wir doch ganz gut hin“ und „Hilfe, wir sind überfordert.“ Alles in allem waren da aber keine Kraftreserven für irgendwelche Extras über.

Unsere Kinder sind immer ziemlich genau drei Jahre auseinander und als es eben Zeit gewesen wäre, wieder in diesem Abstand über ein Baby nachzudenken, steckten wir mitten in der Pandemie. Wir waren uns zu 100 Prozent einig, dass eine Schwangerschaft für uns undenkbar zu dem Zeitpunkt war.

Nun ist es aber so, dass ich selbst aus einer Großfamilie stamme, ich habe drei Brüder und eine Schwester. Wir leben zwar ziemlich verstreut, sind aber stets in engem Kontakt und haben alle ein gutes Verhältnis zu einander. Wir sind sehr verschieden, aber ich empfinde das als große Bereicherung und für mich sind meine Geschwister wirklich meine engsten Vertrauenspersonen. Und so war mir der Gedanke, selbst viele Kinder zu haben, einfach nie fremd.

Ist man ab 40 zu alt für ein Baby?

Eigentlich hatte ich mir selbst immer meinen 40 Geburtstag als Deadline gesetzt, mit dem Kinderkriegen aufzuhören – nun fiel dieser aber eben mitten in die Coronazeit. Der Gedanke an ein viertes Kind kam aber dann im Herbst/Winter 2021 doch nochmal verstärkt zurück. Wir als Ehepaar haben viel darüber gesprochen, ob wir wirklich nochmal „von vorne“ anfangen wollen, ob wir uns zu alt fühlen, ob der Abstand zu den anderen Kindern mittlerweile zu groß sei. Es gab für und gegen ein Kind viele gute Argumente – aber wie das nun mal so ist: So eine Entscheidung kann man nicht nur rational treffen.

Im Endeffekt war es ein Mix aus ein bisschen Unachtsamkeit, ein bisschen „so schnell wird es schon nicht gehen in unserem Alter“ und eine schöne Portion „Ein viertes Kind wäre schon richtig toll!“ , die uns nun eine weitere Schwangerschaft gebracht hat.

Ich bin definitiv keine Super-Über-Mutter

Ob ich manchmal auch Zweifel habe, wurde ich gefragt. NATÜRLICH! Aber die hatte ich bei jedem anderen Kind zuvor auch. Ob ich manchmal Bammel hätte, noch ein Kind in diese Welt zu setzen, die doch gerade so voller Unruhe und Unglück ist. Auch diese Gedanken habe und hatte ich. Aber – und das schrieb mir eine alte Schulfreundin: „Da draußen gibt es so viele Menschen, die es nicht gut meinen. Die können wir doch nicht einfach machen lassen – denen müssen wir doch richtig tolle Menschen entgegen setzen.“

Ich weiß eins ganz sicher: Ich bin und war keine Superheldin, bei uns herrscht auch viel Chaos – aber wir kriegen das hin. So wir wir bisher alles irgendwie gemeistert haben. Nicht perfekt, nicht ohne Reibung, aber wir haben es bisher immer geschafft. Dieser kleine Junge in meinem Bauch wird in eine große, wilde Bande geboren, die ihn jetzt schon sehr liebt. Und er wird uns ganz sicher alle prägen und sein Leben lang bereichern.

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3 comments

  1. Ich bin auch in einer Grossfamilie aufgewachsen und habe mir als Jugendliche immer ausgemalt dass ich später mal 4 Kinder bekommen möchte. . Aber dass Leben hat anderes mit mir vorgehabt. Mitte 20 wollten mein Mann und ich mit dem Kinderkriegen loslegen aber nichts passierte. Unzählige Untersuchungen folgten und dann stand fest dass ich aufgrund eines Pcos so gut wie unfruchtbar bin. Da die ich familiär vorbelastet bin, wurde mir wegen einem spätern hohen Krebsrisiko von Hormonbehandlungen zur Unterstützung derFruchtbarkeit abgeraten.
    Mir wurde geraten sehr gesund zu leben vielleicht hilft es was und ich werde doch auf natürlichem Wege schwanger,
    Also begann ich Sport zu machen, ich aß ganz gesund und nahm auch ein paar überflüssige Kilos ab. Aber eine Schwangerschaft blieb aus. Als ich nach 3 Jahren immer noch kinderlos war habe ich mich mit meinem Mann von unserem Wunsch nach einem Kind verabschiedet. Ich konnte nicht mehr. Dieses monatliche Hoffen und Bangen ob es doch vielleicht geklappt haben könnte hat mich zermürbt. Ich wollte wieder leben, fröhlich und umbeschwert sein.

    Kurz nach diesem Entschluss hat es dann eingeschlagen. Ich konnte es nicht glauben. Ich war auf einmal Schwanger
    Jahrlang probierten wir vergebens ein Kind zu bekommen und dann hat es einfach so funktioniert. Wir waren voll im Glück. 9 Monate später kam unser Sohn auf die Welt. Schnell nach der Geburt wollten wir nochmals ein Kind aber wieder mussten wir drei lange Jahre warten bis sich eine Schwangerschaft einstellte. Und dann war unsere zweiter Sohn da.
    Ich fühle mich reich beschenkt vom Leben ich habetrotz PCO zwei Kinder auf natürlichem Wege bekommen. Es gibt viele Frauen mit Pco die nur mit Unterstützung schwanger werde oder Fehlgeburt durchleiden müssen. Ich bin jeden Tag dankbar meine Kinder haben zu dürfen.
    Das ist meine Geschichte. Wenn du gerne ein viertes Kind haben möchtest und ihr euch als Familie diese Aufgabe stellen wollt. Finde ich es super. Oft bereut man im Leben dass was man nicht gemacht/erlebt hat mehr, als dass was man gemacht/erlebt hat. Freu dich an deinen Kindern es ist so schön sie begleiten zu dürfen. Ich wünsche euch das aller Beste. Lieben Grüße

  2. Es ist jedem überlassen. Genau das ist es deshalb schön. Wenn man überzeugt ist, und den Wunsch nach einem weiteren Kind da ist, dann warum nicht?

    Ich persönlich bin wirklich durch und habe öfter den Gedanken „Puh, zum Glück habe ich nur zwei Kinder und endlich sind sie älter.“ gehabt. Ich mochte meine Schwangerschaft nicht und fand Babyzeit eher langweilig. Aber das konnte ich nicht offen sagen, weil ich sonst schief angeguckt angeguckt werde. Erst ab Kitaalter fing für mich die schöne Zeit an. Da konnte ich mehr mit Kids machen.
    Deshalb kann ich nicht so ganz nachvollziehen warum man mehr als zwei Kinder möchte. Eben weil ich nicht dieses Gefühl habe, keinen Wunsch nach weiteren Kind spüre, weil das alles Arbeit ist. (Bezogen auf Schwangerschaft und eintönigen Babyzeit). Auch wenn ich anb un dzu traurig bin, wie groß die Kinder gworden sind, weil es schnell vergangen ist.

    Deshalb möchte ich jedem sagen: scheiß egal, ob die Familie den 8 Kind möchte, oder der andere nur einen Kind. Es ist ihren Wunsch und wir sollten es respektieren. Uns für sie freuen und mitfiebern.
    Wenn das das letzte Kind ist, genieße es! Genieße, wie es nur geht. Es geht so schnell, obwohl es manchmal langweilig ist.

    Ich wünsche dir daher eine sehr wundervolle Schwangerschaft, viel Spaß beim Kennenlernen, wenn das Baby geboren ist und habt eine schöne Zeit beim aufwachsen. Und: hör nicht auf kritische Fragen, sie haben keine Ahnung 🙂

    1. Danke für das Aufzeigen deiner Aspekte. Gern habe ich deinen Text gelesen. Ich bin 54 Jahre und unser Kind wird in einigen Wochen 18 Jahre alt. Ich war also eine Spätgebärende. Ich bin mit meinem Partner mittlerweile 30 Jahre zusammen. Ich habe keine Karriere gemacht, bin nicht viel gereist und habe keine wilden Partys geschmissen. Für uns ist es genau so, wie wir es uns vorgestellt haben. Es gibt immer Gründe, warum Menschen ihr Leben gestalten, wie es sich für sie richtig anfühlt. Ich habe z. Beispiel ein starkes Sicherheitsbedürfnis in finanzieller Hinsicht, da meine Kindheit schwierig war…(Alkoholsüchtiges Elternteil) Wir haben vor 19 Jahren unseren Wohnsitz in ein anderes Bundesland verlegt und können ohne Auto unseren Alltag bestreiten. Es ist jedoch trotzdem nicht unbeschwert. Für insgesamt 60 km Arbeitsweg täglich benötige ich zur Zeit insgesamt 3 Stunden Fahrtzeit täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich habe durch die PKW-Ersparnis aber keine Sorge vor den steigenden Lebenshaltungskosten…. Durch meine berufliche Tätigkeit habe ich seit mehr als 30 Jahren mit erkrankten Menschen jeden Alters zu tun. Meine Arbeit erfüllt mich sehr. Ich weiß nicht, ob ich die berufliche Kraft hätte, mit einer größeren Familie…So hat jeder Mensch seine Geschichte…Ich lese gern wertschätzende Kommentare auf diesem Online-Magazin und freue mich, dass die Inhaberinnen sich nicht von unangebrachten Kommentaren von Ihrer Arbeit abbringen lassen.

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