Dauermüde Eltern: wenn das Baby einfach nicht schlafen will

Dauermüde mit Baby

Ihr Lieben, könnt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, in denen Tag und Nacht verschwimmt und ihr einfach nur müde seid. Weil das Baby einfach nicht schlafen will? Vielleicht steckt ihr gerade auch mitten in dieser Phase, in der ihr jede Nacht zig mal geweckt werdet und euch morgens fühlt, als sei ein Laster über euch gefahren?

Wenn ihr merkt, dass euch die Situation mehr und mehr belastet und frustriert und ihr einfach eine Lösung habt, dann ist es sicher sinnvoll, eine Schlafberatung zu kontaktieren. Genau das hat Mimi auch gemacht. Sie und ihr Mann hatten alles probiert, doch die kleine Tochter schlief sehr schlecht. Was Mimi geholfen hat und warum sie nun ihr Wissen weitergeben will, lest ihr hier im Interview.

Liebe Mimi, du bist Mutter einer 1-jährigen Tochter – und ihr habt schlaflose Zeiten hinter euch. Erzähl mal, wie bei euch die Nächte abgelaufen sind.

Generell kann man sagen: ohne mich ging in der Regel nichts – und zwar tags und nachts. Es war immer ein Zusammenspiel von Dauerstillen und ausschließlich Schlafen auf dem Arm. Wenn ich vor dem Tiefschlaf abdocken wollte, wachte sie schreiend auf. Manchmal konnten wir sie bereits gepuckt und schlafend auf dem Arm von Papa oder in die elektrische Babywippe zum Weiterschlafen legen. Wenn sie auf uns schlief, schaffte Sie manchmal bis zu 1, 5 Stunden. Ohne körperlichen Kontakt (Stubenwagen/Kinderwagen/Wippe) wachte sie nach 20-30 Minuten schlecht gelaunt auf. 

Das zehrt an den Nerven….

Oh ja, mein Mann und ich wechselten uns meist im Schlafzimmer ab. Einer von uns beiden machte dann abends den Haushalt, kochte und aß alleine. Anschließend wurde unsere Tochter auf den Arm des anderen gelegt, sodass der nächste alleine aß und den Abwasch machte. Schließlich trafen wir uns dann  im dunklen Schlafzimmer, wo wir natürlich leise waren und kein Wort mehr getauscht haben. Unsere Tochter könnte ja wieder wach werden. 

Und wie liefen die Nächte dann ab?

Unsere Tochter „kam“ nachts sehr unregelmäßig, oft nach 30, 40 oder 60 Minuten. Länger als 1,5 Stunden am Stück schlief sie nie. Da die Abstände so klein waren, entschloss ich mich gegen die frustrierenden Ablegeversuche. Sie würde eh nur wieder aufwachen, so meine Angst. Also ließ ich sie auf mir schlafen oder legte sie dicht neben mich – den Arm beschützend um sie. Das ist alles andere als bequem! Oft saß ich nachts da, wie ein Zombie und stillte unsere Tochter auf meinem Arm. In Gedanken an diese Zeit wird mir ganz kalt, da ich meist „stillbereit“  also „offen“ (ein-) schlief. Meist auch ohne Decke aus Angst, die Bettdecke könnte ungünstig verrutschen.

Als wir anfingen, Protokoll über die Nächte zu fahren, zeigte uns das: Die Einschlafstillbegleitung dauerte von 50 Minuten bis zu 3 Stunden. Anschließend wurde sie durchschnittlich 15 Mal wach, bis wir gegen 6 Uhr morgens in den Tag starteten.

Ihr habt sicher alle Tricks durch, um den Einschlafprozess zu verkürzen….

Klar. White noise, Petziball, Autosizt, elektronische Babyschaukel, Körperkontakt, Stillen und/oder nuckeln. Ich trabte auch oft stundenlang wie ein Dressurpferd durchs Zimmer, mein Mann entwickelte einen selbstkreierten „Ausfallschritt“.  Wir haben sie nie schreien lassen. Mir war wichtig, dass sie immer weiß, dass sie nicht alleine ist und ihre Bedürfnisse gehört werden. Wir hatten nicht immer Lösungen, aber wir waren da. 

Sicher gab es auch viele Tipps von außen an euch, oder?

Oh ja, es gab so einige ungefragte Tipps, wie z.B. dass Flaschenkinder durchschlafen würden. Also versuchten wir über einen längeren Zeitraum unsere Tochter die PreNahrung anzubieten. Keine Chance. Verschiedene Flaschen, Sauger, Hersteller… alles wurde dauerhaft verweigert.

Was hat dieser ständige Schlafentzug mit dir und euch gemacht? 

In erster Linie wussten wir, dass unsere Tochter das nicht macht, um uns zu ärgern. Wir hatten viel Mitgefühl, Verständnis und Mitleid für unsere Maus, da es ja auch ihr an Schlaf fehlte.

Trotzdem waren wir echt am Ende. Wir haben uns Vorwürfe gemacht, dass wir schlechte Eltern sind, weil das Kind einfach nicht schläft. Dann ist man frustriert , weil der Haushalt nicht gemacht ist und uns fehlte die gemeinsame Paarzeit enorm. Jeden Abend alleine zu essen, machte uns traurig und schaffte Distanz.

Ja, ich war auch sauer. Sauer auf meinen Mann, der abends dann doch mal seinen Hobbys nachging und ich dauerstillend zu Hause festhing. Sauer, weil es bei allen anderen Familien scheinbar besser klappte. Wir fühlten uns wie Versager.

Ich weiß, dass es für meinen Mann besonders schlimm war, weil er sich so hilflos fühlte, wenn wieder mal nur Stillen für Ruhe sorgte. Weil er mir das eben nicht abnehmen konnte.

Gab es Kommentare von außen, über die du dich besonders geärgert hast?

Ganz schlimm fand ich, wenn jemand mit der Ferber-Methode prahlte. Kinder „kontrolliert“ schreien zu lassen geht für mich gar nicht!  „Lass das Kind schreien, damit es sich selbst beruhigen lernt“. „Schreien lassen, so wird die Lunge stark“ (natürlich kam die Aussage nicht von einem Mediziner). „Dein Kind wird noch mit 18 Jahren bei dir schlafen, wenn es nicht von Tag 1 lernt in seinem eigenem Bett und Zimmer zu schlafen.“

Natürlich sind diese Aussagen schlichtweg falsch. Aber die Menschen, die diese „Weisheiten“ verteilen, wollen einem meist nichts Böses – sie wollen nur helfen. Viele der Ratschläge werden nicht hinterfragt – sie werden einfach weiter gegeben, nach dem Motto:„ Es hat uns ja auch nicht geschadet“

Wann und warum habt ihr beschlossen, dass ihr externe Hilfe braucht?

Heute würde ich sagen: Wir haben zu lange gewartet, wir hätten uns früher Hilfe holen sollen. Ich bin irgendwann zufällig auf das Thema Schlafcoaching gestoßen, wusste vorher gar nicht, dass es sowas gibt. Als unsere Tochter 9 Monate alt war, begannen wir mit dem Coaching.

Wie sah diese Hilfe aus? 

Wir erstellten erstmal über mehrere Tage ein Protokoll. Anschließend hatten wir via Zoom zwei lange Gespräche mit dem Coach. Hier wurden Situationen vor, während und nach der Schwangerschaft durchleuchtet. Die gesamte IST-Situation wurde uns hier klar und wir setzten uns unser eigenes persönliches Ziel.

Wie schnell hat sich was verändert?

Eigentlich direkt am ersten Abend. Die Einschlafbegleitung war gleich viel entspannter und deutlich kürzer. Am zweiten Abend lag sie schon in ihrem eigenen Kinderbett in unserem Schlafzimmer. Zwar nicht lange, aber wir konnten nach Monaten das erste Mal wieder zusammen Abendessen. Endlich kurze Paarzeit- so schön, so wichtig! Wir waren so stolz, überrascht und verwundert zugleich. 

Nicht nur nachts, sondern auch tagsüber haben wir viele kleine Änderungen vorgenommen. Unsere Tochter schläft nun zweimal tagsüber je 1,5 Stunden in ihrem eigenen Bett und wacht frisch und munter auf. Seitdem konnte sie auch motorisch viel nachholen, weil sie eben nicht mehr ständig übermüdet war. Mittlerweile schläft Sie in Ihrem eigenem Zimmer und wacht in der Regel nur noch 1 Mal nachts auf, um sich eine Mahlzeit zu nehmen. (Ausnahmen gibt es natürlich immer. )

Du hast dich nun selbst zur Schlafberaterin ausbilden lassen. Warum? Und was bietest du genau an?

Uns hat das Schlafcoaching sehr geholfen, wir haben dadurch so viel Lebensqualität zurück bekommen. Sehr schnell kam durch die Dankbarkeit der Wunsch auf, auch anderen Familien helfen zu können. Ich wünsche mir, dass man offen über diese „Tabuthemen“ sprechen kann. Ich weiß, wie sich müde Eltern fühlen. Und ich weiß, wie frustriert es sein kann.

Müde Eltern sehnen sich natürlich nach Schlaf, aber auch nach Zeit für sich und den Partner. Einfach nach mehr Leichtigkeit. Ich habe keinen Zauberstab, aber grundsätzlich bin ich überzeugt, dass es für alles eine Lösung gibt. Das Wichtigste für mich ist: bedürfnisorientiert, liebevoll, mit eigenem Tempo und vor allem ohne schreien lassen.

Ich biete individuelles 1:1 Coaching an. Der Inhalt des Coachings variiert mit dem Ziel der Eltern. Diese Themen können z.B. Bestandteil sein:

  • Schlaf verstehen
  • Zügig und entspannt einschlafen (z.B auch bei Oma/Kita)
  • Nächtliche Mahlzeiten
  • Schlafassoziationen lösen
  • Altersentsprechend durchschlafen
  • Abendroutine und passende Schlafzeiten……

Was möchtest du allen Eltern sagen, die gerade einfach nur hundemüde sind? 

Ich weiß, wie sich diese bleierne Müdigkeit anfühlt. Ihr seid nicht alleine und ihr macht auch nichts falsch.

Die Bindung zu deinem Kind ist für mich das allerwichtigste. Ich distanziere mich ganz klar von sämtlichen Schlaftrainingsprogrammen und vom Schreien lassen! Bedürfnisse sollen erkannt und gestillt werden! Das Urvertrauen unserer Kinder wird gestärkt – nicht zerstört. Wir gehen den Weg gemeinsam, Hand in Hand. Du selbst bestimmt dein Ziel, deinen Weg und dein Tempo. Du wirst niemals etwas tun, das gegen deine Werte verstößt. Gemeinsam finden wir deinen Weg, bei dem du dich wohl fühlst.


Wer nun Kontakt zu Mimi aufnehmen und ein kostenloses Vorgespräch vereinbaren möchte, kann das über ihre Homepage oder ihren Instagram-Kanal.

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12 comments

  1. Ich finde den Artikel auch inhaltsarm und nicht hilfreich. Nach dem Lesen ist man genauso schlau wie vorher. Es bleibt das Gefühl dass „schlecht“ schlafende Kinder kein Tabuthema sein sollen aber man als Eltern doch irgendwie selber Schuld ist weil man ja schließlich ein Schlafcoaching buchen (kaufen!) kann. Mir hat vielmehr Zuspruch, Mitgefühl und das Wissen geholfen dass ich nicht alleine bin. Außerdem die Elternberatung von Caritas oder AWO die kostenlos und sehr kompetent sind.

  2. Unser Baby ist gerade 1 Jahr alt geworden und ich sehe viele Parallelen im Schlafverhalten zu dem Baby der Autorin, aber ich bewerte das häufige Aufwachen, das Schlafen auf dem Arm anders und finde es normal und meistens auch besonders innig. Ich finde auch, dass es gar nicht das Ziel sein muss, alleine im eigenen Bett und im eigenen Zimmer zu schlafen.
    Unser großer Sohn war auch kein „guter“ Schläfer und was mir am meisten geholfen hat, war, nicht ständig etwas verändern oder verbessern zu wollen, sondern es so anzunehmen wie es ist und dass es nicht daran liegt, dass ich irgendwas falsch mache, sondern dass Kinder einfach auch in diesem Punkt unterschiedlich sind und ihre Zeit brauchen. Ganz liebe Grüße an alle schlaflosen Mamas und viel Liebe!

  3. was ist denn die „wunderzutat“ damit das kind sofort am ersten abend schläft?!
    wir hatten auch sehr viele super tipps bekommen- aber alles muss sich erst mal einspielen….
    das hört sich ja an wie so eine wunderheilung.

    1. Wie schön deine Einstellung ist. So nah am Kind und trotzdem sicher in sich selbst. Das hätte ich gerne früher bei meinem ersten Kind gehört, um innere Glaubenssätze zu finden, hinterfragen und verändern zu können. Ich bin nicht dazu da, das Schreien zu verhindern oder dass das Baby anders schläft. Ich bin als Elternteil dazu da, Bedürfnisse zu finden, und wenn man die nicht findet und nicht befriedigen kann, das Kind begleiten und halten. Da sein. Und nach Fortschritt, nicht nach Perfektion suchen. Das hab ich leider erst gelernt als mein Kind schon zwei/drei war. Bis dahin war es purer Stress für mich.

      1. als ich es angenommen habe das es nunmal
        so ist wie es ist, und wir mussten halt einfach auch viel durch machen und beendigen, und ich versucht habe das beste aus der situation zu machen und zu versuchen das wir anderweitig erholung bekamen, da war es auf einmal nicht mehr so schlimm. und es geht vorbei! natürlich kann man liebevoll verschiedene probieren. aber manchmal hilft alles nicht und man muss dafür sorgen das es einem gut geht und man das kind begleiten kann.
        das hat bei mir aber auch eine weile gedauert ;).
        kurzum, schlaf ist wichtig und klar, wenn das kind unter zu wenig leidet ist es an der zeit zu versuchen es anderst zu machen. aber wenn nur die eltern leiden liegt es weniger am kind als vielmehr im umfeld.oder den überzogenen erwartungen, falschen erzählungen anderer eltern, fehlender unterstützung usw usf

  4. Der Artikel ist ja nett, aber da leider das „große Wunder der Veränderung“ ( = Kind schläft dann direkt im eigenen Bett ohne Probleme) hier so garnicht beschrieben wird muss man diesen Artikel dann doch als Werbung kennzeichnen.

  5. Lustigerweise haben wir vor zwei Tagen ein Schlafcoaching gebucht, denn so kann es hier nicht weitergehen. Wir finden seit 5 Monaten Entschuldigungen wieso unser fast ein Jahr alter Sohn „gerade“ nicht gut schlafen kann (Krankheit, Impfung, Zähne, Krankenhausaufenthalte, viel erlebt, etc). Aber es wird einfach nicht besser und wir schlafen seit März maximal 2 Stunden am Stück. Wenn überhaupt. Ich hab so viel Hoffnung, dass es mit dem Coaching endlich besser wird. Unsere größere Tochter war da so einfach.

  6. Leider wird der Inhalt des Coachings gar nicht beschrieben. Was genau ist denn passiert, und was genau hat geholfen, wie kam die positive Veränderung zustande?

  7. Mich würde jetzt schon mal interessieren, welcher Tipp dazu geführt hat, dass das Kind sich direkt am ersten Abend ins eigene Bett legen ließ ohne zu schreien, nachdem das ja vorher 9 Monate offenbar gar nicht ging.
    Und auch wenn sich hier deutlich vom Schreienlassen distanziert wird, finde ich schade, dass mal wieder als ultimatives Ziel gilt, dass das Kind im eigenen Bett und dann im eigenen Zimmer schläft. Für manche Familien ist das sicher die Lösung, die für alle zu gutem Schlaf führt, aber es gibt eben auch andere. Mein Kind schläft seit ihrer Geburt vor 15 Monaten mit uns im Bett und wir schlafen alle wunderbar. Wenn sie nicht gerade krank ist oder zahnt, schläft sie, seit die ca 1 Jahr alt ist, 7 bis 8 Stunden durch und das „trotz“ Stillen und Familienbett.

  8. Und was ist nun das große Geheimnis?
    Was wurde gemacht, sodass bereits die erste N8 nach dem Coaching besser/anders verlief?
    Der Artikel hört sich nach reiner Werbung/Verkaufsartikel an. Mir ist klar, dass hier nicht ins Detail gegangen werden kann, denn sonst „kauft“ ja niemand mehr, wenn bereits alles offen gelegt worden wäre…
    Aber hilfreich ist der Beitrag leider echt null. Überhaupt keine hilfreichen Tipps. Nichts.
    Schade.

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