Dyskalkulie – wie unsere Tochter unter der Matheschwäche gelitten hat

Gehen wir ein paar Jahre zurück, in eine Zeit, die uns als Familie an unsere Belastungsgrenze geführt hat. In eine Zeit, die einem jetzt so verkommt, als wäre sie ein schlechter Film gewesen.

Beim Versuch, die niemals endenden Mathehausaufgaben zu lösen, lagen meine Tochter und ich mehr unter dem Tisch als an diesem die Aufgaben zu bearbeiten. Es war eine Zeit, in der wir das Schulsystem verflucht haben, in der ich aber auch entschieden habe, nicht nur zu meckern, sondern nach Lösungen für uns zu suchen.

Im zweiten Schuljahr veränderte sich alles

Meine Tochter hatte ein wunderbares erstes Schuljahr, sie hatte große Freude am Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, manchmal nahm sie noch die Finger beim Rechen, konnte aber dem Unterricht gut folgen.

In Klasse 2 ging in Mathe auf einmal nichts mehr. Nach dem Zahlenraum 20 ging es mit großen Schritten in den Hunderterraum und die Zahlen tanzten nur so in ihrem Kopf. Aus der 53 wurde eine 35, die Aufgaben wurden zählend gelöst (im Zahlenraum 100 ein mühsames Unterfangen), plus und minus verwechselt.

Nach 4 Wochen in der zweiten Klasse empfahl man uns, unsere Tochter die erste Klassen wiederholen zu lassen, denn aufgrund der mathematischen Schwierigkeiten sei sie laut ihrer Lehrkraft in Klasse 2 falsch. Ob auch in Deutsch Schwierigkeiten vorlägen, könne man nicht sagen, sie sei einfach zu ruhig im Unterricht.

Wir blieben in Klasse 2, denn in Deutsch lass sie dicke Bücher und konnte tolle kleine Aufsätze schreiben. Aber das Mathedrama nahm seinen Lauf, aus den paar Zahlendrehern wurden schier unlösbare Aufgaben. Die Aufgabenstellungen der zweiten Klasse waren für meine Tochter ein riesengroßes Fragezeichen und sie kam nicht mehr mit.

Die Hausaufgaben dauerten Ewigkeiten, denn jede Aufgabe wurde neu abgezählt und Zusammenhänge (z.B. 3+4 und 33+4) wurden nicht erkannt. Sie bearbeitete endlose Lückenaufgaben, Aufgaben am Zahlenstrahl, wo neben der 35 die 63 war und als das 1×1 dran kam, war das für sie wie chinesisch. Das, was unter der Woche nicht geschafft wurde, sollte am Wochenende nachgeholt werden. Das Pensum wurde immer mehr. Manchmal versteckte sie sich unterm Tisch, ich setzte mich dazu und überlegte, was ich tun könnte.

Mathe war für sie einfach unverständlich

Auch im Alltag zeigten sich Schwierigkeiten. Die Uhrzeit abzulesen war unmöglich und mit Geld umzugehen noch schwieriger. Sie traute sich auch nicht beim Bäcker eine Bretzel zu kaufen, denn Geld war etwas, was mit Mathe zu tun hatte und das war für sie wie ein Buch mit 7 Siegeln.

Ich googelte (in der Hoffnung eine Lösung zu finden) und stieß auf Begriffe wie Matheschwäche, Rechenschwäche und Dyskalkulie.

Ich suchte das Gespräch mit der Lehrkraft. Zum Thema Rechenschwäche sei sie die falsche Ansprechperson, sowas hätte sie in ihren über 10 Jahren an dieser Schule noch nicht erlebt.

Ich war enttäuscht und völlig verzweifelt. Es müsse doch eine Erklärung für die gravierenden Schwierigkeiten in Mathe geben. In Deutsch kam sie sehr gut zurecht, eine Klassenwiederholung machte daher überhaupt keinen Sinn mehr. Dem stimmte auch die Lehrerin zu, aber wie sie ihr helfen könne, wisse sie nicht, vielleicht wäre die Förderschule der richtige Lernort.

Dyskalkulie – endlich hatten wir einen Namen für das Problem

Meine Tochter zog sich immer mehr zurück und war am Boden zerstört. Dieser Frust übertrug sich auf andere Fächer. Manchmal wollte sie gar nicht mehr zur Schule gehen.  Unter jeder Mathearbeit stand „Du musst mehr üben“, aber das tat sie, sie übte sogar mehr als andere Schüler, aber wie wir jetzt wissen, übten wir das Falsche. Denn zählendes Rechnen ist mühsam, zeitintensiv und sehr fehleranfällig, der Lerneffekt gleich Null. Damals wusste ich das leider nicht und konnte nicht verstehen, warum die für mich einfachen Aufgaben von ihr nicht gelöst werden konnten. Also gingen wir immer wieder die gleichen Aufgaben durch und waren beide völlig gefrustet.

Kurz darauf fand ich die Website des Bundesverbands Legasthenie und Dyskalkulie und eine Telefonnummer. Das Gespräch ging über 2 Stunden und ich war zutiefst erleichtert, dass mich am anderen Ende jemand verstand, jemand, der meine Sorgen ernst nahm und mir Tipps gab und mir mitteilte, dass wir mit dem Thema Rechenschwäche nicht alleine sind, denn in jeder Klasse gibt es 1-2 rechenschwache Schüler.

Bis wir dann aber wirklich wussten, was Sache war, vergingen Monate, eine Diagnostik zu bekommen bedeutete lange Wartezeiten, eine außerschulische Lerntherapie zu beantragen kostete extrem viel Geduld, Nerven und Zeit. Zeit, die man nicht hat, wenn man sieht, wie sehr das Kind unter der schulischen Situation leidet und die Schule nicht wusste, wie sie helfen kann, denn wir waren ja ein bedauerlicher Einzelfall.

Am Ende vom Schuljahr wechselte meine Tochter auf eine andere Grundschule, die negativen Erfahrungen hatten sie sehr geprägt und wir brauchten dringend einen Neuanfang. Zum Schuljahresende waren sich Rektor und Klassenlehrerin immer noch nicht einig, ob meine Tochter nicht besser ein Schuljahr wiederholen solle. Ich hatte das Gefühl, dass jeder mitreden wollte, aber keiner helfen konnte. So entschieden wir am letzten Schultag diese Schule für immer zu verlassen.

Kinder mit Dyskalkulie brauchen viel Unterstützung

Ich krempelte mein berufliches Leben um, besuchte Seminare zu LRS und Rechenschwäche und entschied mich kurz darauf nochmal zur Uni zu gehen, um „Integrative Lerntherapie“ zu studieren. Denn meine Tochter hatte an der neuen Schule zwar eine sehr verständnisvolle Lehrerin, aber in Mathe mussten wir Wege finden sie zu fördern, das konnte die neue Schule auch nicht leisten. Dennoch war der Schulwechsel die richtige Entscheidung, man tat alles dafür, dass sie die Zeit bekam, die sie brauchte und gab das Beste sie positiv zu bestärken. Es wurde geschaut, was sie gut kann und nicht nur auf das, was ihr Schwierigkeiten bereitete. Ein Segen für uns alle und eine große Erleichterung.

Die externe Lerntherapie, die wir privat bezahlten, half ihr, wieder mehr Selbstbewusstsein zu erlangen und mathematische Grundlagen zu vertiefen, aber meine Tochter wünschte sich mehr Unterstützung von mir. Da ich mir immer mehr Wissen zu den Themen aneignete, nahm ich die Förderung von ihr dann selbst in die Hand. Wir wussten nicht, ob es klappen würde, ob dadurch die Mutter-Tochter-Beziehung leiden würde. Aber wir versuchten es, wir beide lernen unheimlich dazu und verbrachten hüpfend, spielend und interaktiv verrückte Mathestunden.

Meinen alten Job als Abteilungsleiterin kündigte ich, denn es gab Tage, da war ich kraftlos, völlig fertig mit den Nerven, weil ich meiner Tochter nicht helfen konnte und ein Vollzeitjob als Führungskraft war einfach nicht mehr möglich.

Inzwischen bin ich als Lerntherapeutin selbständig tätig und arbeite vormittags an einer Grundschule. Ich liebe meine Arbeit und bin dankbar, dass meine Tochter wieder lächeln kann und in Mathe inzwischen gut mithalten kann.

Ich wünsche mir, dass andere Eltern unseren anstrengenden Weg nicht gehen müssen, ich verstehe enttäuschte Eltern, die dringend Hilfe für ihr Kind brauchen, aber auch Lehrer, die gerne unterstützen möchten, jedoch ganz oft nicht die zeitlichen Ressourcen dafür haben und meistens nicht den förderdiagnostischen Hintergrund.

In allen Schulen sollten Kinder mit Dyskalkulie gefördert werden

Es wird höchste Zeit, dass Dyskalkulie nicht mehr stiefmütterlich im Vergleich zur Legasthenie behandelt wird. Einige Bundesländer haben keine schulrechtlichen Vorgaben, um Schüler mit einer Dyskalkulie adäquat zu fördern. Das muss sich ändern und es müssen dringend mehr Angebote zur Unterstützung dieser Schüler geschaffen werden, und zwar unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Ich wünsche mir eine Schullandschaft, in der Lerntherapeuten integriert werden und ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden kann. Schüler mit Lese-/Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten brauchen jetzt unsere Hilfe, eine faire Chance in der Schule, viel Verständnis und eine individuelle Förderung. Die Pandemie ist für alle Schüler eine große Belastung, für Schüler, die eine spezielle Förderung benötigen, ist die Belastung im Elternhaus um ein Vielfaches höher. Mein Anliegen ist es frühzeitig eine innerschulische Förderung zu etablieren. Das Motto vom Kreisel e.V. gefällt mir sehr gut: „Früh fördern anstatt spät sitzen bleiben“


Über die Autorin: Susanne ist Lerntherapeutin, sie bietet Lerntherapien an, um Kinder mit einer Lese-oder Rechenschwäche zu unterstützen. Wer mehr über Susanne erfahren möchte, kann alles auf ihrer Homepage nachlesen: https://www.lerntherapie-vs.de/

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12 comments

  1. Hallo,
    ich bin baff! Da steht fast meine Geschichte. Nur, dass meine Jungs LRS haben und ich irgendwann einmal feststellen musste: Als Mutter von Betroffenen bist du besser informiert als die Lehrer, in deren Ausbildung das Thema (fast) gar nicht vorkommt. Also habe ich Integrative Lerntherapie (M.A.) studiert – und helfe neben meinem eigentlichen Job als Journalistin Kindern, wieder mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Mein Respekt gilt vor allem auch den Eltern, die ihre Kindern immer wieder aufrichten, neu ermutigen und ihnen in ihrem Schulalltag den Rücken freihalten.

    1. Hallo S. Widrat, danke für deinen Kommentar. Genau so ist es, das Thema ist noch viel zu wenig in der Lehrerausbildung präsent. Übrigens, Nicole kenne ich auch😀die Welt ist doch klein. Freue mich über eine Vernetzung. Lieben Gruß Susanne Seyfried

  2. Hallo
    leider steht ja oben nicht, wann das war…
    Aber Dyskalkulie ist eigentlich schon sehr bekannt und jeder Kinderarzt kann da ja Ergotherapie verordnen- Ergos therapieren die Kids schon seit Jahren– auf REZEPT!
    Und eigentlich fallen die Kids ja auch schon im Kiga auf–und auch Erzieher werden in ihrer Ausbildung eigentlich darauf „geschult“.
    Die Tochter der Erzieherin von unserem Kleinen ist schon 2000 auf Dyskalkulie bspw. therapiert worden.

    In der Grundschule von unseren Kids wurden die Kids sogar daraufhin gestestet- wenn der Vedacht bestand– un unser großes Kind ist 2014 eingeschult worden– in ihrer Klasse waren Kids mit Dyskalkulie, in der Nebenklasse war es bspw. der Sohn einer Freundin ( auch wenn Mädels häufiger betroffen sind) und das war da so üblich schon seit Jahren, dass dort getestet wurde.

    1. Dyskalkulietherapie ist was anderes. Die Ergos können gleichwohl ergänzend sinnvoll sein. So was wie visuelle Wahrnehmung, Mengen über Sinnessysteme erfahren, Handlungsplanung, Arbeitsplatzgestaltung, Tages-und Lernstruktur… aber auch tiefergehende Ursachen wie Sensorische Integrationstherapie kann z.B. im Rahmen einer Ergotherapie abgerechnet werden, wenn es dazu eine medizinische Begründung – sprich Diagnose- gibt. Dyskalkulie als Diagnose ist dabei nicht anerkannt.
      Wahrnehmungsstörungen oder Entwicklungsstörungen mit Einschränkung in Kognition und/oder Alltagsbewältigung hingegen geht schon.

    2. Hallo Bine,
      ganz so „einfach“ ist es leider nicht. Ja, Dyskalkulie sollte heutzutage bekannt sein, aber nicht jeder Kinderarzt kann und darf dies feststellen. Ich wundere mich jedoch über die Aussage, dass Ergotherapeuten seit Jahren Dyskalkulie „auf Rezept“ behandeln, denn generell ist dies keine Leistung, welche die KK tragen. Leider.

    3. Hallo Bine,
      das Ganze ist topaktuell, die Situation, die ich schildere ist von 2016/2017, also keine Geschichte aus der Vergangenheit und als Lerntherapeutin erlebe ich solche Erfahrungen von Eltern leider tagtäglich.

      Genau das, was ich schildere wiederholt sich tagtäglich in unseren Schulen, in verschiedenen Abstufungen mit unterschiedlichen Facetten.
      Es fehlt an Dyskalkulie Wissen an den Grundschulen, an den weiterführenden Schulen ist es oft noch schwieriger für die betroffenen Schüler, denn da hofft man, dass schon in der Grundschule ganz viel gefördert wurde, leider ist das nicht so. Es fallen Förderstunden aus, es gibt einen gravierenden Lehrermangel und selbst wenn gefördert wird, dann sind das Gruppenförderungen und keine Einzelförderung, die für dieses Kind aber nötig wäre. Oft wird lange abgewartet, nach dem Motto der Knoten wird schon irgendwann platzen und ja einige Kinder brauchen mehr Zeit, aber nicht alle und so wird dann manchmal erst sehr spät erkannt, dass das Kind in Klasse 4 noch kein Mengenverständnis entwickelt hat und vielleicht durch viel Auswendiglernen (wie beim 1×1) lange kompensieren konnte, aber irgendwann geht das nicht mehr.

      Bei meiner Tochter war die Kindergartenzeit und Klasse 1 absolut unauffällig und wäre ich nicht so massiv hinterher gewesen, hätte man sie einfach nur Klasse 1 wiederholen lassen und das Matheproblem wäre nur verschleppt worden. Sie brauchte aber einen ganz anderen Ansatz, um ein mathematisches Verständnis zu entwickeln. Es war ein langer und sehr kostenintensiver Weg, weil die Lerntherapie eben nicht einfach von Ergos auf Rezept gemacht wird, weil die Antragsstellung beim Jugendamt sich über Monate hingezogen hat und weil die Schule keine Kapazitäten und kein Wissen hatte um gezielt zu fördern.

      Daher ist mein Anliegen noch mehr auf die Belange dieser Schüler aufmerksam zu machen, um ihnen eine faire Chance in unserem Bildungssystem zu geben, denn sie haben viele wunderbare Stärken.

  3. Vielen Dank für den tollen Artikel. Meine Tochter ist in der zweiten Klasse und wäre in der Schule total unter gegangen, wenn ich nicht Lehrerin wäre und ihr bei den schulischen Defiziten nicht helfen würde. In der ersten Klasse wurden vorwiegend ABs abgearbeitet ohne viel Erklärung, Material, etc. Aber irgendwie kann es doch nicht sein, dass der Unterricht dauerhaft so schlecht ist. Ich bin erst seit drei Jahren im Dienst und habe schon ein paar rechenschwache Kinder gesehen…Auch das Mädchen hier litt unter absolut hausgemachten Problemen. Wie kann denn so etwas passieren? Ich verstehe die Grundschulwelt hinten und vorne nicht…
    Liebe Grüße

    1. Liebe Steffi, danke für deine Nachricht. Genau dafür setze ich mich ein, dass sich in unsere Schulsystem endlich etwas ändert. Es kann nicht sein, dass in Grundschulen Mathe fachfremd unterrichtet wird (hier in BW ist das möglich). Es braucht ein tiefes Verständnis für den Erwerb der mathematischen Grundlagen. Ich bin als Lerntherapeutin an einer Grundschule und unterstütze Schüler mit Rechenschwierigkeiten, dabei ist es egal, ob es eine Dyskalkulie ist oder einfach noch mehr Grundlagen gelegt werden müssen. Alles Gute für deine Tochter! Lieben Gruß aus Villingen-Schwenningen

  4. Wirklich traurig, wie das Bildungssystem hier versagt. Umso großartiger, wie stark die Autorin den Kampf gegen die Windmühlen angegangen ist und nun wieder ein glückliches Kind zuhause hat.
    Sehr schön, dass durch sie nun auch weitere Betroffene Hilfe erlangen können!

    1. Liebe Ramona, da stimme ich dir voll und ganz zu. Danke für deine Worte, das motiviert. Ich setze mich ganz stark für Schüler mit einer LRS und Rechenschwäche ein und dafür, dass diesen Schülern niederschwellig und unkompliziert geholfen wird, am besten schon in der Schule. Dafür braucht es Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und gut qualifizierte Lerntherapeuten vor Ort, die in multiprofessionellen Teams an Schulen arbeiten.

      Lieben Gruß aus Villingen-Schwenningen
      Susanne Seyfried

      https://www.lerntherapie-vs.de/inklusive-schule/

  5. Hallo,
    ich kann Dich sehr gut verstehen. Wir sind zwar nicht betroffen aber vor Jahren habe ich mich etwas intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt als unsere Tochter in Mathe wenig zu verstehen schien. Mir ist wirklich unbegreiflich, dass dieses Thema imj Vergleich zu LRS immer als „Spinnerei“ abgetan wird. Dabei hat diese Schwäche so viel extremere Auswirkungen auf den Alltag als LRS und ist teilweise nicht heilbar. Ich habe auch eine Freundin die mir erzählyt hat, dass es Jahre gedauert hat die Uhr zu lesen und für die Einkaufen mit Wechselgeld ein grosses Problem darstellte. Wenn ich vergleiche wie die Schwierigkeiten bei den Freundinnen meiner Tochter gelagert sind die sich mit LRS rumschlagen sieht man schon, was man dort mit Förderung erreichen kann und über die Zeit befinden sich in Deutsch alle im 2-3 er Bereich. Ein Kind mit Dyskalulie jedoch versucht je nach Schwere des fehlenden Mengenverständnisses nur die drohenen „6“ abzuwenden, das ist schon ein Erfolg. Irgendwie kann sich kaum jemand vorstellen, dass für MEnschen mit Dyskalkulie Zahlen auch im Erwachsenenalter nur Zeichen ohne Bedeutung sind. Es ist traurig wie mit dem Thema umgegangen wird – oft wird so geatn als wäre das nun auch wieder eine Mode und man könne nicht akzeptieren, dass das Kind nicht Gymnasiumreif ist. Dabei sind die meisten Kider sehr gut in der Schule, kommen in MAthe aber nicht über unterstes Grundschulniveau hinaus.
    Euch alles Gute.

  6. Genau meine Geschichte! Nach 6 Grundschuljahren (Schweiz) hatte eine Nachhilfelehrerin endlich das Gefühl, meine ständigen Zahlendreher könnten nicht einfach nur Schusseligkeit sein. Eine Lerntherapie hat bei mir sehr viel gebracht, ich habe schlussendlich sogar eine mathematisch-nazurwissenschaftliche Matura (Abitur) abgelegt. Menschen mit Dyskalkulie sind nicht per se mathematisch unbegabt, sie brauchen einfach einen anderen Zugang zu der absttakten Welt der Mathematik.

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