Studienkreis Umfrage: Für die Schule lernen in den Ferien – ja oder nein?

Studienkreis Nachhilfe

Foto: pixabay

Ihr Lieben, wir sind endlich in den Sommerferien und für alle Eltern, die Schulkinder haben, heißt das schon auch ein Stückweit aufatmen. Mal keine Prüfungen, mal keine Vokabeln abfragen oder Üben helfen. Bei uns ist es auch wirklich so, dass Ferien Ferien sind.

Wir setzen uns da nicht nochmal hin und pauken vor oder nach, mir ist es sehr wichtig, dass Kinder auch Freiheiten und Freizeit haben, weil ich glaube, dass sie da nochmal ganz andere Kompetenzen erwerben und vielleicht nicht so sehr für die Theorie, aber eben für die Praxis lernen – schwimmen zum Beispiel. Oder selbst Eis herstellen. Nun ist in diesem Jahr aber alles ein bisschen anders.

Nachhilfe? Lücken aus dem Lockdown schließen

Unsere Kinder haben mehrere Lockdowns hinter sich und noch nicht allen Stoff wieder aufgeholt, während der Lehrplan aber munter weitergeht, als wäre nie etwas wie eine Pandemie gewesen. Bei uns kam hinzu, dass die Zwillinge zum Schuljahresbeginn die Schule gewechselt haben und mit neuem Lehrmaterial klarkommen mussten.

Alles in allem haben sich dadurch erhebliche Lücken im Fach Mathe ergeben. Und weil unsere Jungs aber so wahnsinnig glücklich in ihrer neuen Klasse und an der neue Schule sind und da auch unbedingt bleiben wollen, haben wir beschlossen (ja, kein Witz, wir gemeinsam, denn ich habe gesagt, wer in dieser Klasse und an dieser Schule bleiben will  muss halt JETZT was tun, bevor es in Mathe ganz schiefgeht), dass sie zum Ende der Sommerferien hin einen Intensiv Ferienkurs beim Studienkreis hier vor Ort besuchen werden (selbst bezahlt übrigens, der hat nichts mit dieser Kooperation hier zu tun).

Bildungsgutschein und Ferienkurse: Kindern helfen

Wir haben zwar auch einen Bildungsgutschein zum Aufholen nach Corona von der Schule bekommen, der uns zehn Mal 90 Minuten Nachhilfe in Mathe gewährt, den werden wir aber schuljahresbegleitend für wöchentliche Nachhilfestunden einsetzen.

Es geht also in den Ferien jetzt erstmal mit zwei intensiven Wochen los und dann soll das Ganze begleitend durchs Schuljahr hindurch fortgeführt werden. Und ich sage euch: Mich macht das glücklich, weil wir bei Mathe als Mutter und Kind sonst wirklich sehr aneinandergeraten (war bei mir und meinen Eltern damals schon so, das ging GAR nicht, allein, dass meine Mutter immer statt Minus „Weniger“ sagte – drei weniger eins – brachte mich schon zur Weißglut ;-)).

Mit dem Studienkreis ist die persönliche Ebene ganz raus aus der Mathematik und sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und ich ja auch! Und wie mir oder uns geht es übrigens etlichen Eltern bundesweit. Auch sie machen sich Gedanken darüber, ob die Kinder die Ferien frei von Schulstoff oder mit ein bisschen Üben verbringen sollten.

Forsa-Umfrage unter Eltern: Wie steht ihr zum Lernen in den Ferien?

Hättet ihr gedacht, dass es in jeder vierten Familie Streit ums Lernen in den Ferien gibt? Immerhin: Bei jeder zweiten Familie dürfen die Kinder selbst (mit)entscheiden, ob sie sich in den Ferien mit Schulstoff beschäftigen. Das ergab nun eine Umfrage von forsa unter 1.002 Müttern und Vätern von Schulkindern im Auftrag vom Studienkreis.

Da ist schon bemerkenswert, dass 38 Prozent der Schülerinnen und Schüler planen, auch in den Ferien für die Schule zu lernen – etwa durch die Teilnahme an Nachhilfe oder schulischen Lernangeboten, aber auch durch selbstgesteuertes Lernen mithilfe von Videos oder Apps.

Homeschooling

Aber: Die Eltern in Deutschland sind da zwiegespalten. Die eine Hälfte (52 Prozent) findet, dass ihre Kinder in den Ferien komplett frei haben und nichts für die Schule lernen sollten. Fast ebenso viele (47 Prozent) sind aber eben auch der Ansicht, dass sich ihr Nachwuchs zumindest ab und zu ein wenig mit Schulstoff beschäftigen sollten.

Ihre Begründung lässt einen kurz schmunzeln. Eltern von Pubertierenden glauben schlicht, dass ihre Kinder in den sechs Wochen einfach zu viel vergessen könnten.

Macht euch keinen Kopf! Die Kinder lernen eh immer was

Und zu wem auch immer ihr als Eltern gehört, zu denen, die in den Ferien nichts mit Schule am Hut haben wollen oder die Zeit nutzen, um ein paar Lücken zu füllen: Macht euch eine schöne Zeit. Die Kinder lernen nie nichts. Auch wenn sie einfach mal nur am Boden ihres Kinderzimmers liegen und an die Decke starren.

Bildung findet nämlich auch in den Ferien und ohne Schulstoff statt. Auch ein Museumsbesuch bildet weiter – und den planen laut Eltern in der Umfrage immerhin 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler. Auch in Zeltlagern wird gelernt – fürs Leben! Eigenständigkeit oder Selbstbewusstsein zum Beispiel.

Etwa 30 Prozent der Schulkinder haben so etwas oder etwas Ähnliches in den Ferien vor. „Bildung ist mehr als nur Schule“, bestätigt auch Max Kade, pädagogischer Leiter des Studienkreises. „Die Fertigkeiten, die sie dabei erwerben, sind auch in der Schule hilfreich.“

Und falls ihnen das zu langweilig wird, hat der Studienkreis hier eine Liste mit Ferienaktivitäten entwickelt, die helfen kann, Kompetenzen und Wissen ganz spielerisch und ohne schulisches Lernen zu erwerben. Ist das nicht ein super Kompromiss? Lasst uns mal sammeln: Wie würdet ihr die Liste noch sinnvoll ergänzen? Habt ihr da noch gute Ideen?

Du magst vielleicht auch


Mehr zum Thema





5 comments

  1. Generell denke ich auch, dass Ferien nun mal Ferien sind. Aber abhängig vom Kind und Fach gibt es nun mal auch Situationen, wo es wichtig ist, dass gelerntes noch einmal wiederholt und gefestigt wird, damit der wissenszuwachs auch tatsächlich ins Langszeitgedächtnis wandert.
    Jüngeren Kindern kann man oft noch im Alltag die Lerneinheit unterjubeln, ohne dass sie es merken. Bei älteren wird das schon schwierig. Da muss man dann halt miteinander reden: WArum möchten wir Eltern das? Was wäre die Alternative / Konsequenz für das Kind, wenn nicht gelernt wird? Wie finden wir eine Möglichkeit, dass wir eine kurze Lerneinheit in den FerienAlltag integrieren ? Bei guter Planung kann das auch die „Wir warten auf die Pommes“-Pause im Freibad sein 😉

  2. Mein Sohn ist noch nicht so weit. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich was tun musste
    Ich denke man sollte das Thema nicht zu dogmatisch angehen….. die Frage ist nicht unbedingt ‚ob‘, sondern wie, wie im Text schon geschrieben gibt es doch genügend Möglichkeiten unabhängig vom Schreibtisch. Das Ziel sollte meiner Meinung nach die Freude am Lernen sein. Mathe kann man auch im Supermarkt oder im Schwimmbad spielerisch üben. Evtl. kann man Absprachen treffen, dass man sich an einem Tag zusammen hinsetzt un 15 Aufgaben durchgeht wenn wirklich grosse Defizite vorhanden sind.
    In Frankreich sind übrigens die ‚Cahiers de Vacances‘ sehr weit verbreitet….diese wiederholen quasi den Stoff des Schuljahres. Es ist üblich, dass sich das Kind 20-30 Minuten am Tag damit beschäftigt

  3. Ich kann das, was Silvia geschrieben hat, nur unterstreichen. Genauso ist es.
    Unsere Grundschule vor Ort hat ein sehr hohes Anspruchsdenken. Somit ist der Workload der Kinder jede Woche sehr hoch, manchmal auch über das Wochenende, dazu kommen viele Klassenarbeiten und zusätzliche “ Leistungserhebungen“ (auch mündlich/schriftliche Prüfungen, da es ja nicht zu viele KAs sein dürfen🙈, Benotungen der Mappen etc.). Zusätzlich müssen die Kinder in den Ferien ein Buch lesen, was sie nach den Ferien vorstellen müssen (benotet). Zum Glück liest meine Tochter gerne und viel, das hätte sie in den Ferien wahrscheinlich eh getan. Aber gerade unter dem Gesichtspunkt des hohen Anspruchniveaus sollten die Ferien m. E. auch eine freie Zeit bleiben, damit die Kinder sich erholen können. Kinder sind keine Maschinen, die pausenlos „funktionieren“ können/müssen.
    Der Aspekt der „Selbstfürsorge“ ist ein guter: so lernt man auch für das spätere Berufsleben, Phasen der Freizeit und des „Herunterfahrens“ einzuplanen. Wir wollen doch alle, dass unsere Kinder gesund bleiben und auch als Erwachsene einen ausgeglichenen Lebenswandel praktizieren.

  4. Nein kein durchgängigen Lernen! Ferienaktivitäten ja aber Pause/ abschalten sind wichtig! Das werden dann Erwachsene mit Burn out weil sie denken/ gelernt haben das man nie nein sagen darf und rund um die Uhr im Dienst sein muss. Selbstfürsorge ist wichtig und das gehört dazu, wenn ich gut für mich sorgen will bzw das meinen Kindern vermitteln will.
    Ausserdem sind Menschen keine Gegenstände die ich optimiere. Damit vermittle ich: du bist nicht gut so, wie du bist. Du taugst nur dann etwas wenn du genug zusätzlich gearbeitet hast. So wie du bist, bist du nicht in Ordnung/ nichts wert.
    Will ich das wirklich? Oder denke ich wirklich so über meine Kinder?
    Was ich für mich selbst in Anspruch nehme, muss ich zuerst auch Anderen geben/ zugestehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.