Studienkreis: Mit Nachhilfe zum Abi – oder zu einem guten anderen Abschluss

Ihr Lieben, 2021 ist nun fast wieder vorbei und manchmal kann ich kaum glauben, wie schnell die Wochen verfliegen. Ihr kennt das sicher, dass es Momente gibt, in denen man staunend die Kinder ansieht und sich denkt: „Wow, wann genau bist du eigentlich so groß geworden?“ 

Das geht mir gerade ganz besonders bei meiner Ältesten so, die doch gerade erst eingeschult wurde – und jetzt schon in die 5. Klasse geht. Und das bedeutet für Kinder in Berlin, dass man langsam schon mal die Fühler ausstrecken sollte, welche weiterführende Schule in Frage kommt. Denn in Berlin geht die Grundschule bis zur sechsten Klasse. Wer Abi machen möchte, wechselt danach entweder auf ein Gymnasium (und macht da das Abi nach der 12. Klasse) oder auf eine Oberschule (hier gibt´s das Abi nach 13 Jahren.) 

In vielen anderen Bundesländern müssen Eltern ja bereits nach der vierten Klasse entschieden, wie es für ihr Kind weiter geht. Klar ist, dass wir alle nur das Beste für unsere Kinder wollen. Sie sollen später jede Möglichkeit im Leben haben, beruflich das machen können, was ihnen wirklich zusagt, was sie erfüllt und sie glücklich macht. 

Haben Kinder mit Abi mehr Chancen?

Damit diese Wahlfreiheit gewährleistet ist, sehen viele Eltern das Abitur als Schulabschluss als wichtigste Voraussetzungen. Das zeigte eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Nachhilfeinstituts Studienkreis unter 2.011 Erwachsenen in Deutschland. 84 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: „Mit Abitur hat man auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen“. 

„Politisch wird häufig diskutiert, wie viele Abiturienten eine Gesellschaft braucht. Für die einzelnen Familien ist das meist weniger relevant. Sie möchten, dass ihr Kind Abitur macht, um über die besten Startchancen zu verfügen“, sagt Max Kade, Pädagogischer Leiter des Studienkreises. Klar ist: Heute machen immer mehr Kinder Abitur. 1970 war nur jeder Zehnte, 1990 schon jeder Fünfte und heute sind es rund 40 Prozent.

Um das Ziel des Abiturs zu erreichen, investieren heute viele Eltern in Nachhilfe. 41 Prozent wollten erreichen, dass ihr Kind durch zusätzlichen Unterricht eine gute Abiturnote erhält, 29 Prozent machten sich Sorgen, dass ihr Kind das Abitur nicht bestehen könnte. Das zeigte eine Umfrage unter Studienkreis-Interessent*innen.

Dabei muss der Weg nach dem Abi nicht unbedingt an die Uni führen: 68 Prozent der Befragten waren überzeugt, dass ein Abitur auch dann sinnvoll ist, wenn man danach nicht studiert. Dem kann auch Gerhard Leibl, Leiter des Studienkreises Neuss, zustimmen. „Für viele Ausbildungsplätze wird heute ein Abitur gefordert, am besten mit Einserschnitt“, sagt Leibl. „Für Schülerinnen und Schüler mit einem Mittleren Abschluss ist das eine tragische Entwicklung, weil sie in Konkurrenz zu Abiturienten stehen und viele Betriebe dann tatsächlich lieber Abiturienten einstellen.“ 

Abi ja oder nein – wer entscheidet das?

Doch wer entscheidet in Deutschland eigentlich darüber, wer aufs Gymnasium gehen kann und wer nicht? In 13 Bundesländern liegt die Entscheidung über die weiterführende Schulform bei den Eltern, die Grundschullehrkräfte sprechen lediglich eine unverbindliche Empfehlung aus. 

In der forsa-Umfrage gaben dagegen nur 16 Prozent der Befragten an, dass die Eltern über die weiterführende Schulform entscheiden sollten. 39 Prozent bevorzugten, dass die Grundschullehrkräfte diese Entscheidung treffen. Fast ebenso viele (36 Prozent) sprachen sich für Aufnahmeprüfungen der weiterführenden Schulen aus – ein Auswahlverfahren, das in Deutschland kaum zum Einsatz kommt.

Spannend ist übrigens, dass jüngere und ältere Befragte unterschiedliche Meinungen haben, ob es wichtig sei, an welcher Schulform das Abitur erworben wird. 48 Prozent der über 60-Jährigen glaubten, dass es einen Unterschied macht, aber nur 26 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Ein möglicher Grund für diesen Generationenunterschied ist der Ausbau der Gesamtschulen in den letzten Jahrzehnten. In vielen Bundesländern führt heute neben dem Gymnasium eine weitere Schulform bis zum Abitur.

Laut Forsa-Umfrage möchten also immer mehr Eltern, dass ihre Kinder Abitur machen. Wenn ich mich da an meine eigene Schulzeit zurückerinnere, muss ich sagen, dass ich viele Mitschüler erlebt habe, für die der Weg zum Abi eine echte Qual war. Für die es vielleicht besser gewesen wäre, erst eine Ausbildung zu machen und das Abi dann auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen, wenn der Wunsch danach da gewesen wäre….

Noch haben wir für unsere Älteste keine Entscheidung getroffen. Wichtig finde ich, dass Eltern und Kind ehrlich mit den schulischen Leistungen sind, gemeinsam überlegen und sich vielleicht auch Unterstützung von außen holen. Denn kein Kind ist wie das andere und jede Familie muss ihren höchst eigenen Weg finden. 

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Über den Studienreis: Der Studienkreis gehört zu den führenden privaten Bildungsanbietern in Deutschland. Das Unternehmen bietet qualifizierte Nachhilfe und schulbegleitenden Förderunterricht für Schüler aller Klassen und Schularten in allen gängigen Fächern. Mit seinen rund 1.000 Standorten gewährleistet der Studienkreis seinen Kunden ein Angebot in Wohnortnähe und bundesweit professionelle Online-Nachhilfe durch ausgebildete E-Tutoren. Um Eltern Orientierung auf dem Nachhilfemarkt zu geben, lässt der Studienkreis die Qualität seiner Leistungen vom TÜV Rheinland überprüfen. Weitere Informationen gibt es unter https://www.studienkreis.de oder gebührenfrei unter der Rufnummer 0800/111 12 12. Über www.facebook.com/studienkreis können Interessierte direkt mit dem Studienkreis in Kontakt treten.

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4 comments

  1. Ich finde es auch nicht gut, dass Unternehmen für normale Ausbildungsberufe Abiturienten einstellen. Man fragt sich ja auch, was die Unternehmen davon haben. Immerhin ist die Gefahr groß, dass der/die Auszubildende/r danach das Unternehmen wieder verlässt und ein Studium beginnt.

    Was ich allerdings auch nicht nachvollziehen kann, ist der Druck auf die Kinder in der Grundschule. Mein Ältester ist in der 1. Klasse, von dem her stellt sich die Frage bei mir noch nicht. Aber ich verstehe nicht, warum so viele Eltern unbedingt möchten, dass ihr Kind nach der 4. Klasse aufs Gymnasium gehen. Heutzutage kann man doch jeden Abschluss nachholen. Ich selbst habe erst Realschule und anschließend noch das Abitur gemacht, ohne ein Jahr zu verlieren. Und selbst wenn man ein Jahr zusätzlich auf der Schule ist, ist das doch heutzutage kein Beinbruch. Ich bin gar nicht so scharf darauf, dass meine Kinder auf das Gymnasium gehen. Realschule finde ich viel besser, weil man da auch noch einige Dinge lernt, die man später im Leben brauchen kann und der Druck meiner Erfahrung nach nicht so hoch ist. Danach, wenn dann auch die Pubertät soweit vorbei ist und Lernen wieder cooler geworden ist, kann man ja immer noch Abitur machen und weiß dann vielleicht auch schon, in welche Richtung es gehen soll. Oder man macht erst eine Ausbildung nach der Realschule, macht dann Abitur oder Fachhochschulreife und studiert im Anschluss. Die Möglichkeiten sind – zumindest hier in BW – unbegrenzt. Ist das in anderen Bundesländern nicht so?

    1. Ich habe im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit Auszubildende als praktischer Ausbilder betreut und muss sagen, dass ich schon einen erheblichen Unterschied zwischen Abiturienten und Realschülern bemerkt habe.

      Leider waren einige Realschüler einfach noch extrem unreif (weil eben deutlich jünger als die Abiturienten). Unpünktlichkeit, Null-Bock-Mentalität oder pubertäre Zankereien unter Auszubildenden waren da leider nicht so selten.

      Oftmals musste man den Realschülern auch noch grundlegende Dinge in Bezug auf Rechtschreibung, Grammatik und Grundrechenarten beibringen. Bei den Abiturienten gab es da doch meist mehr worauf man aufbauen konnte. Natürlich trifft sowas nie auf alle zu, aber eine grundlegende Tendenz lässt sich schon erkennen.

      Es ist ein Teufelskreis: Alle wollen auf das Gymnasium. Deshalb bleiben auf der Realschule oftmals nur die, die für das Gymnasium wirklich ungeeignet sind. Dadurch sammelt sich auf den Realschulen eine entsprechende Klientel. Und wegen dieser Klientel will dann natürlich niemand mehr auf die Realschule.

  2. Ich empfinde es als stark herabgesunken. Abitur kann heutzutage wirklich jeder machen, der nur etwas mehr Fleiß an den Tag legt. Das Niveau ist gesunken, dies erkennt man schon, wie die jungen Menschen sich artikulieren. Nicht nur mein Empfinden und Beobachten deutet darauf hin, viele Betriebe möchten generell ein Abitur bei den Bewerbungen sehen, weil das schulische Können nachgelassen hat. In Bereichen, in denen früher ein MSA ausreichte, wird ausdrücklich ein Abitur gewünscht. Das liegt nicht daran, dass die Bevölkerung intelligenter und der Anspruch höher geworden ist, sondern genau das Gegenteil von allem seit gut 15 Jahren passiert.

    Vor 20 Jahren und mehr gab das Abitur wirklich noch die Bedeutung „Studium“, nun bevorzugen Unternehmen mit beispielsweise kaufmännischen Berufen Abiturienten. Früher waren das die typischen Anlaufstellen für junge Menschen mit MSA.

    Das ganze System hat einen Knacks und da müsste etwas Grundlegendes geändert werden.

  3. Zu meiner Schulzeit vor etwas mehr als 40 Jahren war klar: Ein guter Realschulabschluß (heute MSA) ist mehr wert als ein mittelmäßiges oder schlechtes Abitur. Für SchülerINNEN mit eher praktischen Fähigkeiten war das eine gute Möglichkeit. Wer einen Notendurchschnitt bis 1,9 in der vierten Klasse hatte, konnte direkt aufs Gymnasium gehen. Von 2,0 bis 2,4 mußte man eine Aufnahmeprüfung in drei Fächern sowie drei Tage Probeunterricht machen. Es wechselten höchstens 15 % eines Jahrgangs aufs Gymnasium. Dieser Wechsel war nach der 4. und der 5. möglich.

    Das hat sich sehr verändert, und für mein Empfinden hat sich der Druck auf die Kinder sehr erhöht.

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