Ehe-Turbulenzen, Fremdgehen, Schluss machen… und dann die ganz große Liebe

Verlieben

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Ihr Lieben, wir sind so dankbar, dass Ihr uns aus Eurem Leben erzählt. Es gibt so viele Wege, manche sind holpriger als andere. Sabrina hat vor zwei Jahren einen Mann kennengelernt, der ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt hat. Bitte lest dieses Interview bis zum Ende durch – und denkt daran, dass Sabrina Eure Kommentare mitliest. Wir danken Sabrina für ihre Offenheit und dieses Interview.

Liebe Sabrina, vor zwei Jahren hast du dich in einen neuen Mann verliebt. Erzähl mal, in was für Lebensumständen du damals warst.

Ich war damals, wie ich dachte, recht glücklich. Mit meinem Mann war ich schon 12 Jahre verheiratet, er war meine Jugendliebe und wir waren 25, als wir geheiratet haben. Es folgte eine turbulente Zeit, geprägt von Kinderwunschbehandlungen und meiner Brustkrebserkrankung mit 34 Jahren. Aber vor zwei Jahren sah alles wieder tipptopp aus, nach dem langem Kinderwunsch hatten wir zwei tolle gesunde Kinder, wir waren in mein Traumhaus gezogen und ich war wieder gesund. Was sollte da schon noch schief gehen? 

Das hört sich eigentlich sehr gut an…

Natürlich gab es aber auch Momente in meiner Ehe, die mich genervt haben, z.B. dass wir so unterschiedlich waren. Er immer in Action, ich wollte auch mal zuhause sein. Generell waren wir in einigen Bereichen nicht richtig kompatibel, im Laufe der Jahre habe ich mich ihm immer mehr angepasst und irgendwie hat er immer den Ton angegeben. Ich hielt das für normal, Beziehungen erfordern halt Kompromisse, dachte ich. Dass ich offenbar meine Bedürfnisse ziemlich lange unterdrückt hatte, wurde mir erst klar, als dieser neue Mann in mein Leben trat. Der mich sah wie ich bin, mich so ließ wie ich bin und ich plötzlich merkte ich, wie entspannt sich eine Beziehung auch anfühlen kann.

Wo hast du den Mann kennen gelernt und wie waren seine Lebensumstände?

Nach meiner Erkrankung bin ich beruflich neu durchgestartet und so lernte ich auch neue Menschen kennen. Ich brauchte Hilfe bei einem IT-Problem und mir wurde jemand empfohlen, der mir helfen sollte. Schon beim ersten Treffen war es irgendwie nett, wir hatten einen ähnlichen Humor, das Unterhalten machte Spaß. Trotzdem hatte ich da noch keine Ahnung, was passieren würde.

Wir schrieben uns schnell mehr als notwendig und irgendwann verabredeten wir uns zum Mittagessen. Ganz harmlos. Er wusste von meiner Ehe und meinen Kindern und auch er hatte eine Beziehung. Wir verabredeten uns häufiger und eines Tages ergab es sich: Wir landeten zusammen im Bett.

Trotzdem war klar: Mehr wird daraus nicht. Lass uns doch gute Freunde werden, dachte ich. Es war Sommer, ich fuhr mit meiner Familie in den Urlaub und wollte entspannen. Trotzdem schrieben wir uns jeden Tag. Eines Tages erfuhr ich dabei, dass seine Freundin im 6. Monat schwanger war. Diesen Umstand hatte er bisher nie erwähnt. Für mich brach plötzlich eine Welt zusammen und ich wusste nicht warum. Heulend saß ich in der Ferienwohnung und fragte mich wieso. Ich war total verwirrt, er auch. Nach meinem Urlaub wollte er mich sehen, wir verabredeten uns und ich war so aufgeregt wie lange nicht mehr in meinem Leben. Er stand vor mir und gestand mir, dass es ihm ähnlich ging. Und ab da gab es irgendwie kein Halten mehr.

Keine einfachen Voraussetzungen. Wie ging es Euch dabei?

Es begann ein unglaubliches Auf und Ab. Wir haben uns in kürzester Zeit so heftig ineinander verliebt, dass wir jede mögliche Sekunde genutzt haben uns zu sehen – und wenn es nur 5 Minuten auf irgendeinem Supermarktparkplatz waren. Und jedes Mal haben wir uns angeschaut und gefragt: Was machen wir hier eigentlich? Aber wir konnten es nicht aufhalten. Es war, als hätten wir uns gesucht und gefunden. Als wäre da meine fehlende zweite Hälfte plötzlich aufgetaucht. Wir nahmen uns mit durch den Tag, schickten uns tausende Bilder von Dingen die wir gerade taten, um den anderen immer dabei zu haben. Es war eine wahnsinnig intensive Zeit.

Gleichzeitig hatte ich ein riesiges schlechtes Gewissen meiner Familie gegenüber und auch seiner Freundin. Ihm ging es natürlich ähnlich. Dass sie schwanger war, machte alles nur noch schlimmer. Hunderte Male wollten wir es beenden, jedes Mal konnten wir die Funkstille nicht mal einen halben Tag ertragen. Der Tiefpunkt kam, als er aus Druck von Freundin und Familie eingewilligt hatte, noch schnell vor der Geburt seines Kindes zu heiraten. Er heiratete also im kleinen Kreis, ein paar Wochen später kam das Kind zur Welt. Wenn wir uns sahen, haben wir beide nur noch geheult. Der Zauber des Anfangs war der absoluten Katastrophe gewichen. Jeder gefangen in seiner Welt und wir wussten nicht mehr ein noch aus.

Hat dein Mann in dieser Zeit gespürt, dass du dich veränderst? 

Am Anfang noch nicht, ich hatte eine Zeit lang einfach wahnsinnig gute Laune. Ich war ja total beflügelt von meinen Schmetterlingen im Bauch. Irgendwann kippte das natürlich. Ihm fiel auf, wie viel ich am Handy hing, dass ich lange Termine irgendwo hatte, die ich ihm nicht näher erläuterte. Er fragte, was los sei. Ich wiegelte ab. Dann kam die Phase, in der ich immer verzweifelter wurde. Jeder Tag in meinem normalen Familienalltag kam mir vor wie ein falscher Film. Ich hörte niemandem mehr richtig zu, meinen Freundinnen nicht, meinen Kindern nicht, meinem Mann schon gar nicht.

Ich vergaß Termine, hatte schlechte Laune und saß immer öfter heimlich heulend im Bad. Wir fingen an uns zu streiten. Ich hatte ja zwischenzeitlich erkannt, was mir in meiner Beziehung fehlte und dachte, wenn ich ihm das sage, dann haben wir vielleicht noch eine Chance. Vielleicht kann ich auch in meiner Ehe wieder glücklich werden. Ich habe es dann versucht, aber er verstand nicht, was ich ihm sagen wollte und bügelte mich mit einem „Du spinnst doch“ ab. Im Grunde war das dann der endgültige Todesstoß für meine Ehe. 

Wann habt Ihr beschlossen, dass es so nicht weiter geht und Ihr die Karten auf den Tisch legen müsst?

Als das Kind von meinem jetzigen Freund geboren wurde, ging er einen Monat in Elternzeit. Das bedeutete, dass wir uns nun noch weniger sahen als vorher. Zusätzlich stand Weihnachten vor der Tür. Wir sahen uns wochenlang nicht und drehten fast durch. In dieser Zeit habe ich einen Entschluss gefasst. Nämlich, dass es so einfach nicht weiter geht, wenn ich irgendwann mal wieder „normal“ leben will. Ich konnte nicht mehr denken, nicht mehr essen, nicht mehr arbeiten. Ich hatte ständig viel zu hohen Puls und konnte nicht mehr schlafen. Mir ging es so schlecht in der Situation, dass ich zum ersten Mal wirklich bereit war alles zu beenden. Ich war einfach total am Ende.

Auch ihm ging es zunehmend schlecht. Er nahm immer mehr ab und die Stimmung bei ihm zuhause war ähnlich im Keller wie bei mir. Darum habe ich ihm ein Ultimatum gesetzt. Ich habe ihm ein Datum genannt, bis zu dem er sich entscheiden sollte, wie er in Zukunft leben will und wenn er sich gegen mich entscheidet, dann würde ich das akzeptieren. Aber dann wäre es auch endgültig vorbei. Seine Entscheidung fiel schnell. Er wollte mich. Ich hatte meine Entscheidung schon vorher getroffen: Ich wollte ihn. 

Wie hast du es deiner Familie gesagt und wie waren die Reaktionen?

Kurz nachdem wir diese endgültige Entscheidung getroffen hatten, bat mich mein Mann zu einem Gespräch. Wir hatten mal wieder heftig gestritten. Wir redeten eine Weile um den heißen Brei und irgendwann hat er einfach gefragt, ob ich ein Geheimnis vor ihm hätte. Und dann brach es aus mir heraus. Ich gab alles zu, erzählte von den letzten Monaten. Es war eine richtige Befreiung. Ich glaube, mein Mann hat es zwar geahnt, aber dass es dann weit mehr als nur eine harmlose Affäre war, die da zutage kam, das hat ihn umgehauen.

Er war wahnsinnig verletzt und hat sofort alle unsere Freunde und die ganze Familie informiert, ohne dass ich es wusste. Meine Mutter hat daraufhin z.B. mehrere Wochen nicht mit mir gesprochen. Wir haben noch ein paar furchtbare Tage zusammen in unserem Haus verbracht und dann bin ich erstmal zu meiner Schwester ins Gästezimmer gezogen.

Wie haben die Kinder es aufgenommen?

Sie waren zu dem Zeitpunkt 4 und 5 Jahre alt. Ich konnte eigentlich kaum sprechen, als wir es ihnen gesagt haben. Ich habe nur geweint. Dass Mama einen Freund hat, haben wir nicht erzählt, nur dass wir uns trennen werden und ich ausziehe. Meine Kinder haben es ganz tapfer hingenommen und nur gesagt: Achso, dann haben wir jetzt zwei Zuhause? Sie hatten zum dem Zeitpunkt schon einige Freunde mit getrennten Eltern, daher fanden sie es wohl im ersten Augenblick gar nicht so ungewöhnlich. Natürlich haben sie hinterher auch immer mal wieder Fragen gestellt, wir haben immer versucht es so kindgerecht wie möglich zu verpacken und zu betonen, dass wir immer noch zusammen Mama und Papa sind, aber eben kein Paar mehr.

Ein paar Tage nach meiner Offenbarung hat auch mein Freund dann zuhause alles gesagt und ist erstmal zu seinem Bruder gezogen. Das Drama war natürlich nicht minder klein. Seine Frau, seine Eltern, keiner hat die Welt mehr verstanden. Kaum 4 Monate waren die beiden verheiratet, seine Tochter etwas über ein Vierteljahr erst alt.

Wie lebt Ihr heute?

Wir sind dann relativ schnell zusammengezogen in eine kleine Wohnung. Wir haben beide fast alles zurückgelassen und kamen uns erstmal wieder vor wie Studenten mit erstem eigenem Hausstand. Mit meinem Mann habe ich mich sehr zeitnah auf einen Wochenwechsel geeinigt, den wir bis heute durchziehen. 7 Tage Mama, 7 Tage Papa. Wir kommen alle damit sehr gut klar.

Die Frau von meinem Freund hat erstmal ein Kontaktverbot zwischen mir und ihrer Tochter ausgesprochen. Wir haben uns dem gefügt, um das Drama nicht noch mehr zu befeuern. Zum Glück durfte er seine Tochter regelmäßig sehen, wenn auch erstmal nur in kleinen Zeitfenstern. Kurz vor ihrem ersten Geburtstag durfte ich sie dann auch endlich kennenlernen. Mittlerweile ist die Kleine über 2 Jahre alt und verbringt 2 Nachmittage die Woche bei uns, sowie jedes zweite Wochenende komplett. In der Zwischenzeit sind wir auch noch mal umgezogen. Wir bewohnen jetzt ein kleines Haus auf dem Grundstück der Familie meines Freundes und wohnen nun quasi Tür an Tür mit meinen neuen Schwiegereltern, sowie seinem Bruder und dessen Frau.

Nach dem ersten Schock wurde ich tatsächlich gut aufgenommen in seine Familie und meine Kinder haben nun ein weiteres Paar Großeltern, eine neue Tante, einen neuen Onkel und im Grunde auch eine kleine Schwester.

Wie geht es euren Ex-Partnern?

Mein Mann hat sich nur eine Woche nach meinem Auszug bereits mit allerlei Dates getroffen. Man hätte fast meinen können, er hatte nur drauf gewartet wieder frei zu sein. Vielleicht war es aber auch einfach eine Kurzschlussreaktion, um sein verletztes Ego aufzupolieren. Nach etwas Austoben hat auch er nun ebenfalls eine neue feste Partnerin. Die Kinder mögen sie, mein Mann ist wieder glücklich und damit ein ausgeglichener Vater, das ist für mich die Hauptsache.

Mein Freund und seine Frau haben mittlerweile auch eine gute Ebene gefunden, die gemeinsame Tochter so aufzuziehen, dass sie auf kein Elternteil verzichten muss, obwohl sie kein Paar mehr sind. 

Kennengelernt haben sich aber mittlerweile weder mein Mann und mein Freund, noch ich und seine Frau. Da sind die Wunden einfach noch zu tief.

Rückblickend: Was war das Schwerste in der ganzen Zeit und warum hat es sich trotzdem gelohnt?

Die Zeit, nachdem der Zauber des Anfangs verflogen war und wir nicht wussten, wie es weitergehen soll, war definitiv sehr schwer und belastend. Ich hatte ständig ein so lautes „Das macht man nicht!“ und gleichzeitig ein „Ich liebe diesen Mann aber so sehr!“ im Kopf, dass es mich fast wahnsinnig gemacht hat. Dazu diese Geheimnisse vor allen und jedem.

Richtig schwer war aber auch die Zeit, nachdem wir allen alles gesagt hatten. Erstmal haben natürlich alle nur die armen betrogenen Partner gesehen. Ich hatte nicht nur meine eigene Familie zerstört, sondern zusätzlich noch eine weitere junge Familie kaputt gemacht. Dass aber BEIDE alten Beziehungen zerbrochen sind, weil da Menschen in Verbindungen gelebt haben, in den Bedürfnisse nicht gesehen, nicht gehört und nicht erfüllt wurden und darum überhaupt so viel Nährboden für diese neue Liebe da war, das haben viele erst verstanden, als sie mir mal zugehört haben.

Zum Glück haben mir viele zugehört. Einige Freundschaften sind trotzdem zerbrochen und in der Familie meines Freundes gibt es tatsächlich Verwandte, die bis heute nicht mehr mit ihm sprechen und mich auch nicht kennenlernen wollen.

Außerdem war natürlich schwierig, dass wir von einer Beziehung, die bisher aus kleinen Zeitfenstern und sehr viel Nachrichten schreiben bestand, plötzlich in der Situation waren, dass wir von jetzt auf gleich einen gemeinsamen Alltag mit zusätzlich 2-3 Kindern hatten. In Kombination mit den Dramen, die wir parallel anfangs mit unseren Ex-Partnern hatten, war es da manchmal doch auch eine Herausforderung, uns beide nicht aus den Augen zu verlieren. Im ersten Jahr gab es durchaus die ein oder andere Situation, in der ich dachte, wir scheitern jetzt. Zum Glück hat sich mittlerweile das meiste Drama in Luft aufgelöst.

Es war also die richtige Entscheidung?

Ja, ich bin jeden Tag aufs Neue froh, dass ich mich so entschieden habe. Dass wir den Mut hatten, uns für das Glück zu entscheiden. Entgegen aller Zweifel, entgegen aller Kritik und Wiederstände. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so glücklich. Wir haben eine so innige, aufrichtige Beziehung miteinander.

Wir ticken so gleich, ergänzen uns an den richtigen Stellen. Ich habe nie vorher einen Mann getroffen, der mir das Gefühl gibt, dass ich genau so richtig bin, wie ich bin. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Ich habe mich außerdem nie zuvor so schön gefühlt. Ich habe z.B. durch meine Krebserkrankung sehr viele Narben und musste mir die Brüste neu aufbauen lassen, was nicht an allen Stellen gut aussieht. Das hat meinen Freund nie gestört. Er schaut mich jeden Tag auf eine Art und Weise an, die mir das Herz aufgehen lässt. Er bringt das Beste in mir zum Vorschein, anstatt mich kleiner zu machen. Er strahlt eine so tolle Ruhe aus, die mir einfach nur guttut. Ich fühle mich angekommen.

In meiner Rolle als Mutter hat mich lange Zeit ein schlechtes Gewissen begleitet. Ich habe mich gefragt, ob ich das meinen Kindern antun kann. Ob ich mein Glück über ihres stellen kann. Ich bin aber mittlerweile zu dem Entschluss gekommen, dass ich nur eine gute Mutter sein kann, wenn ich glücklich bin. Und dass glückliche Kindheit nicht zwingend mit einer klassischen Kernfamilie einhergehen muss. Meine Kinder haben meinen Freund glücklicherweise als Bezugsperson von Anfang an akzeptiert und sind total happy mit der Erweiterung unserer Familie um die neue Schwiegerfamilie und die kleine Schwester. Meine Kinder haben ein gutes Gespür für mich. Bin ich glücklich, sind sie glücklich. Außerdem hoffe ich, dass sie an meiner neuen Beziehung sehen können, wie man respektvoll miteinander umgeht und dass sie davon einiges mit in ihr Leben als Erwachsene mitnehmen.  

Gibt es etwas, was du rückblickend anders machen würdest?

Da muss ich eigentlich schon vor der Begegnung mit meinem Freund anfangen. Wenn ich die insgesamt 20 Jahre Beziehung und 12 Jahre Ehe mit meinem Mann ansehe, dann waren da so einige Punkte, an denen ich hätte erkennen müssen: Nee, das ist hier nix für die Ewigkeit. Untreue gab es auch vor unserer Ehe schon bei uns, allerdings eher auf seiner Seite. Ich wollte ihm dann so sehr gefallen, damit das nicht wieder passiert, dass ich alle meine Bedürfnisse zur Seite geschoben habe. Mir erschien es normal, denn auch meine Eltern hatten eine ähnliche Beziehung.

Heute erkenne ich da durchaus Parallelen. Hätte ich das eher erkannt, es hätte uns viel Drama erspart. Heute würde ich mich für einen Mann oder die Erwartungen anderer generell nicht mehr so verbiegen. Es tut mir natürlich leid, dass ich mich auf diese so unschöne Art und Weise von meinem Mann getrennt habe. Betrug ist einfach immer sehr verletzend und auch nicht schönzureden. Ich kann es aber nicht rückgängig machen und vertraue darauf, dass alles einen Sinn hat. Mein Leben, meine Krankheit und auch meine alte Beziehung, alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin und in den sich mein Freund verliebt hat. Wäre es anders gewesen, eventuell hätte ich diesen tollen Mann nie getroffen.

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15 comments

  1. Jeder hat das Recht sich zu verlieben .. aber zu feige sein, seiner Partnerin das Recht nicht einzuräumen die Wahrheit vor der Hochzeit zu erfahren ist einfach nur erbärmlich. Sie dann noch zu heiraten , obwohl man merkt es läuft schief, ist respektlos dem jeweiligen Partner. Denn jeder hat das Recht die Wahrheit zu erfahren. Das hätte alles verhindert werden können, wenn man vorher zu seinen Taten/ Gefühlen gestanden hätte.

  2. Besonders krass finde ich diese Konstellation ja für die Ex des neuen Partners. Während der eigenen Hochzeit und Schwangerschaft belogen und betrogen worden zu sein- was für ein Horror und Vertrauensmissbrauch. Wer das verzeihen kann- wow, da ziehe ich meinen Hut, das könnte ich nicht. Selbst wenn es echt mies gelaufen ist in der Beziehung (wozu ja bekanntermaßen zwei gehören), das hat keine verdient. Super fiese Aktion.

    1. Ich stimme Franzi zu. Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis eine ähnliche Geschichte. Natürlich darf sich jeder von seinem Partner trennen und das Recht auf sein eigenes privates Lebensglück. Aber auf den Gefühlen seiner Ex-Partner muss man ja nicht rumtrampeln deshalb. Das Verhalten des neuen Partners finde ich schon sehr feige… Jemanden zu heiraten, während man eigentlich schon merkt, so ganz perfekt ist das nicht…
      Hat man da als neue Frau nicht auch ein bisschen Bedenken, dass sich so ein unehrliches Verhalten wiederholen könnte?
      „Mutig“ kann ich Sabrinas Verhalten jedenfalls nicht nennen.

  3. Ic kann nur sagen, in Krisen, sei es in persönichen wie einer schwierigen Ehe oder, wie nun zu Coronazeiten, in allgemeinen, zeigt sich der Charakter einer Person noch deutlicher als sonst. Das ist nicht unbedingt von Vorteil für die Umgebung, die darunter zu leiden hat. Natürlich macht es auf Dauer keinen Sinn, in einer Partnerschaft zu verweilen, die nicht mehr gut läuft, aber monate-oder jahrelang zweigleisig zu fahren, finde ich daneben. Das würde ich als Partner nicht verzeihen.

  4. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt. Es braucht viel Mut, eine langjährige Beziehung hinter sich zu lassen. Denn man weiß ja nicht, ob die Gefühle sich nur durch die lange Zeitdauer verändert haben und ob es mit der neuen Liebe nicht auch so werden wird. Ich kann es so gut verstehen und weiß nicht, ob ich den Mut hätte, diesen Schritt zu gehen, auch wegen der Kinder, der Familie, den Freunden. Man zerbricht dadurch ja so viel. Absolut lohnenswert in diesem Fall, aber es kann auch so enden, dass man dann vor einem Scherbenhaufen steht und gar nichts mehr hat. Es freut mich sehr, dass für Sabrina alles gut geworden ist.

  5. Es geht mir ähnlich und ich habe mich auch getrennt und es war alles richtig so…
    Das Leben ist zu kurz…um sich in Situationen aufzuhalten, die einem nicht gut tun…

  6. Schön, wenn es am Ende gut ausgegangen ist. Es tut mir nur für die Partner leid, die anscheinend wenig Mitspracherecht bekommen haben. In deren Schuhen wollte ich nicht stecken…manchmal entwickeln Singe wohl eine Eigendynamik, aber man sollte sich wohl immer fragen, wie man selbst behandelt werden möchte. Das ist man den Partnern nach einer so langen stabilen Beziehung doch irgendwie schuldig.

  7. Ich kann das so gut nachempfinden, bin in einer ähnlichen und doch so anderen Situation… Aber es macht Mut durchzuhalten und für sein persönliches Glück zu kämpfen… Alles Liebe für Sabrina und ihre große Liebe

    1. So wie ich das Interview verstanden habe hatte der Ehemann von Sabrina jahrelang mehr Mitspracherecht, als das es für Sabrina gut war. Von der verlassenen Partnerin kann man natürlich nicht viel nachlesen, da diese aber auch keinen Kontakt zu Sabrina möchte.
      Ich habe mich vor über 8 Jahren aus einer narzisstischen Beziehung lösen können, kurz darauf habe ich meinen jetzigen Partner kennen gelernt.
      Ich könnte nicht glücklicher, befreiter und selbstbestimmter sein.
      Alles Gute, Sabrina!

  8. Meine Anerkennung hin zu Dir,liebe Sabrina……. für den Mut diesen Weg zu gehen.
    Alles Liebe für Alle die daran beteiligt sind.

  9. Ich habe zum Teil unsere eigene Geschichte gelesen.
    Er.. Der hier grad neben mir im Bett liegt und wieder irgendwas bei ebay Kleinanzeigen einstellt 😊… Und ich.. Kennengelernt vor nunmehr etwas über 3 Jahren.

    Er war seit verheiratet, 2Kinder,Haus gebaut. Ich verheiratet, 3Kinder..Allerdings wusste ich schon längere Zeit, dass meine Ehe so nicht mehr funktioniert. Er war, rückblickend betrachtet, immer der Meinung glücklich zu sein.. Läuft ja alles… Erfolgreich im Job, Haus gebaut, Kinder und mit seiner Frau seit 20Jahren zusammen.

    Und dann trafen wir uns uns… Und innerhalb kürzester Zeit ging es und genau so. Jede Sekunde nutzen, heimliche Treffen… Dann kam wenige Monate später der Bruch. Er konnte das nicht mehr, war der Meinung, seine Ehe retten zu müssen. Einen Monat kein Kontakt, das war für mich der schlimmste Monat überhaupt… Aber jetzt wissen wir beide, dass wir genau diese Zeit gebraucht haben.

    Tja und nun… Leben wir seit 2Jahren zusammen, seine Töchter sind regelmäßig bei uns, die Kinder mögen sich.. Vor allem die beiden größeren Mädels (11 und 13)sind wie siamesische Zwillinge… Schreiben und telefonieren stets und ständig.

    Seine Familie hat mich mit offenen Armen aufgenommen, nur seine Schwester hat den Kontakt abgebrochen. (wobei sie genau das gleiche auch durchlebt hat)

    Meine Eltern leben leider nicht mehr, ich bin mir sicher, sie hätten ihn auch geliebt…

    Eine Beziehung auf Augenhöhe, viele Gespräche, viel viel lachen…

    Wir waren auch mutig, es war anstrengend, ja wir haben andere Menschen tief verletzt.. Aber letztlich waren wir eben auch in Beziehungen, in denen 2 Menschen zusammen waren, die nicht zusammen gepasst haben.

  10. Mir ging es ähnlich, vor vier Jahren schon – nur mit größeren Kindern und einem treuen, zuverlässigen Ehemann. Dennoch hat – wie ich heute weiß – es einfach nicht gepasst. Wenn ich etwas in meinem Leben ändern würde, dann die Art, mich zu trennen und die Untreue … aber ich habe es nicht besser geschafft. Doch jetzt bin ich die, die ich sein sollte/wollte, werde dafür geliebt, liebe; die Kinder haben sich (sehr langsam) daran gewöhnt. Wir alle kommen gut klar. Viel Kraft weiterhin und danke für deinen Mut! Alles Gute euch allen!

  11. Ein ehrlicher Beitrag! Ich finde es toll, dass du dich für die Liebe entschieden hast. Das hat nix mit Egoismus zu tun. Du bist nun glücklich und so sind es deine Kinder auch. Wem bringt es was eine Lüge zu leben? Niemandem !!!! Toll:-) ich wünsche euch, dass ihr lange eure liebe leben könnt!!!!

  12. Manchmal sieht eine Beziehung von außen so komplett und perfekt aus, das man es selber glaubt. Die Kompromisse sind so groß. Und wenn dann doch einer unzufrieden ist versucht der leisere Teil sich noch mehr anzupassen, sich Dinge abzuringen die ihm gar nicht entsprechen… das gibt einem langfristig das Gefühl falsch zu sein, kaputt zu sein.
    Schön das du wieder glücklich bist und eure große bunte Familie auch. Ein sehr mutiger schmerzhafter Weg dahin. Leider bringen so große tiefgehende Veränderungen oft viele Verletzungen mit sich.

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