Schulanfänger: Mein Sohn tut sich mit der Abnabelung so schwer

Mein Name ist Nicole, mein Sohn wurde letzte Woche Samstag eingeschult. Er hat sich sehr auf die Schule gefreut und die Einschulung war toll.

Am Montag, dem ersten Schultag, war er dann nicht mehr ganz so begeistert und am Dienstag habe ich eine Stunde mit einem weinenden Kind auf dem Schulhof, vor der Tür und im Vorraum verbracht – er wollte absolut nicht in die Schule und bat mich mit Krokodilstränen, ihn doch bitte ausnahmsweise wieder mitzunehmen.

Immer, wenn ich gehen wollte, rannte er mit hinterher. Er weinte die ganze Zeit, ich war auch kurz davor. Ich war total verzweifelt, weil ich gar nicht wusste, wie ich mich verhalten soll. Ich kann ja kein schreiendes Kind zurück lassen.

Die Lehrerin hat es dann irgendwie geschafft, dass er doch mit in die Klasse gegangen ist und Mittwoch und Donnerstag hat es auch morgens ganz gut geklappt. Heute (Freitag) ist er zwar ganz tapfer in die Klasse, hat mir aber beim Abholen gesagt, dass er immer wieder weinen musste.

Mein Sohn ist gerade erst sechs geworden und kennt noch niemand in der Klasse. Corona-bedingt ist es der Wunsch der Lehrer, dass wir die Kinder nicht ins Gebäude bringen – aber daran ist bei uns nicht zu denken.

Mich ärgert, dass die Lehrer sagen, mein Sohn sei groß genug, es alleine ins Gebäude zu schaffen. Ja, es schaffen sicher viele andere Kinder in seinem Alter, aber eben nicht alle. Mein Sohn braucht einfach noch etwas, um mit dieser neuen Herausforderung klar zu kommen. Die Kinder tragen alle Maske, das ist für ihn ungewohnt und auch das Schulgebäude wirkt gruselig auf ihn (es ist eine alte Schule).

Mich würde interessieren, wie andere Eltern das sehen und wie die Abnabelung in anderen Schulen gehandhabt wird…..Ich danke Euch.

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10 Kommentare

  1. Hallo, meine Große hatte auch immer mal wieder ein zim Teil großes Trennungsproblem. Sie und ich haben dann zusammen zwei gleiche Armbänder gedreht, die jeder von uns bis heute trägt. Ich habe ihr erklärt, dass so jeder von uns beiden immer ein Stück von dem anderen bei sich hat, dass hat meiner Tochter dann geholfen.
    Ich wünsche alles gute für dich und deinen Sohn.

    Liebe Grüße 3 Fach Mama

  2. Liebe Mutti. Ich glaube das liegt nicht immer an Mutti oder irgendeinem schweren Grund. Ich bin Mutti von 3 Söhnen und habe die Erfahrung mehrfach gemacht das es teilweise wirklich an dem alter liegt. Nur kurz als Erklärung. Zwei meiner Kinder kammen mit 6 in die Schule. Sie sind normal entwickelt. Mein erster schrie, trat, nur um nicht in die Schule zu müssen da er kleiner, unscheinbarer wie die anderen war. Er hätte tatsächlich noch ein Jahr gebraucht um etwas größer und selbstbewusster zu werden. Das merken die Kinder selbst und die anderen natürlich auch. Ende vom Lied sie fingen an ihn zu hänseln, körperliche Gewalt und Mobben. Sohn 2 war da schon aufgeweckter, größer. Anfangs alles ganz OK, dann kam aber das weinen da er angeblich nicht hinterher kam mit lesen lernen. Grund die Klassenlehrerin der leider die Empathie fehlte. Als das erste Jahr vorbei war sollte er es nochmal machen, Grund lesen. Ich weigerte mich. Da ich den Grund schon erkannte. Mein Sohn war mit noch 2 Kindern ca 9 Monate jünger als die anderen. Alle drei das gleiche problem. In den Sommerferien machte er dann eine riesen Sprung mit dem lesen. Das bemerkt dann auch die Lehrerin und schwups die gleiche Meinung wie ich. Und aus meiner Erfahrung heraus war das der Grund. In diesem alter können ein paar Monate viel ausmachen in der Entwicklung eines Kindes. Das merkt man bei Kindern sehr stark. Sicher bei uns erwachsenen macht das nichts mehr aus. Kind Nummer drei. Das bemerkte ich bei meinem kleinen Sohn nun auch und zog die Notbremse. Ich habe es geschafft in einem offenen Brief ans Schulamt meinen Sohn ein Jahr zurück setzen zu lassen da er Panik vor der Schule hatte. Er war einfach noch nicht soweit. Jetzt ein Jahr später merkt man ihm mit 7 Jahren an das er einfach erwachsener ist, versteht mehr. Er ist einfach mein großer junge geworden und sagt nun ganz stolz selbst er ist reif. Und das ohne auf ihn ein zu reden.Freut sich sehr in die Schule zu geben. Ich denke einfach aus eigener Erfahrung das es teilweise mit 5/6 Jahren zu früh ist. Ein Kind mit 7 ist ganz anders entwickelt, sei es körperlich oder geistig. Liebe Mutti. Bleib ruhig,blos nicht weinen da müsst ihr jetzt leider Gottes durch. Gib ihm eine kleinen Glücksbringer in die Hand den er in der Hand zur not behalten kann. Sag ihm zB so was wie der ist statt Mutti da für dich. Du bist immer da. Er soll ihn wenn er ihn nicht in der Hand behalten kann in die Hose oder Jackentasche stecken das er immer in seiner Nähe ist. Das hat sehr bei uns geholfen. Macht den Abschied nicht so lange. Ganz toll drücken, ein paar liebe Worte und ein Kuss auch wenn sein weinen dir im Herzen leid tut. Dann das Kind der Erzieherin geben. Winken und gehen. Lass ihn bloß nicht sehen das du weinst. Für ihn ist das dann noch schwerer. Ich weiß das ist schlimm. Aber mir ging es lange lange genauso. Wenn er Heime kommt, rede mit ihm über seinen Tag am besten mit einer Kuschelrunde auf dem Sofa. Dann sag ihm morgen der Tag wird besser. Mama ist bei dir und denkt an dich. Erwähnte den Glücksbringer ob er ihn bei sich hat. Und dann schließt den Tag für euch ab. Kinder brauchen manchmal was an das sie sich klammern, fest halten können. Meiner hat ständig etwas in er Hand. Das beruhigt ihn. Liebe grüße. Haltet durch. Er wird besser!!! Und lasst euch nichts von anderen einreden das mit ihm was nicht stimmt. Gestern war er noch klein und nun soll er groß sein und das in unserer Zeit. Das können die Mäuse noch gar nicht verstehen. Lg

  3. Hallo. Ich kenne das, mein Sohn hatte am Anfang auch Mühe. Musste auch immer mit ihm ins Gebäude und er hat geweint und ist mir nachgerannt, nicht einfach für eine Mutter. Ich würde auch versuchen, dass ihn mal Papa bringt, es war für ihn viel einfacher mit Papa. Irgendwann wurde es besser und die Phase war vorbei. Einfach Geduld haben, das wird schon!

  4. War Dein Sohn denn in einer Kita? beziehungsweise ist er die (ja nur stundenweise) Trennung von der Mama gewohnt?

    Zum Thema Masken: schon im Vorfeld Zuhause selber mal tragen, zum Spielen geben etc…, dann ist der Anblick auch schnell nicht mehr beängstigend sondern gewohnt.

  5. Liebe Mama in Sorge,
    wenn dein Sohn gerade erst sechs geworden ist, wäre es nicht eine Option in nochmal zurückzustufen und ihn noch ein Jahr im Kindergarten zu lassen?

    Beste Grüße Lilu

  6. Hallo,

    eine schwere Situation. Ich kenne diese aus 4 Jahren Kindergarten und habe die Erfahrung gemacht, dass es auch viel an meinen Reaktionen liegt. Zeigt man dem Kind, dass Mama unsicher ist oder es sehr vermisst oder es für die Schule noch zu jung hält, dann könnte es sein, dass das Kind die Einstellung übernimmt – so meine Meinung.
    Nun ist meine Tochter auch in die Schule gekommen. Wir haben von Anfang an nur positiv über die Schule gesprochen, wenn wir etwas nicht gut finden, erwähnen wir es vor unserer Tochter nicht – zumindest bis sie sich dort „angekommen“ fühlt. Wir haben uns ein älteres Kind aus der Nachbarschaft gesucht (Klasse 4), das unserer Tochter hilft. Sie fahren zusammen mit dem Bus zur Schule und kommen auch zusammen wieder zurück. Mir ist es wichtig, dass meine Tochter allein zur Schule geht bzw. in unserem Fall fährt.
    Ich selbst bin Lehrerin einer Weiterführenden Schule und habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die täglich bis in die Schule gefahren/gebracht werden, es schwieriger haben, wenn es um die Selbstständigkeit geht und dazu gehört auch, dass man etwas aushält, was man gerade in diesem Moment nicht möchte.
    Das ist bei meiner Tochter auch so. Wenn ich irgendwo dabei bin, beispielsweise beim Materialtag in der Schule, dann ist sie total schüchtern und Stur und macht nichts. Bin ich aber weg, ist alles in Ordnung.
    Außerdem ist sie ganz stolz, dass sie allein zur Schule und wieder nach Hause fährt. Das ist sehr wichtig.
    Bei Einschlunung war sie gerade seit 5 Tagen 6 Jahre alt 😉

    Also mein Tipp: Vielleicht gibt es ein Kind in der Nachbarschaft, was sich deinem Sohn annehmen kann und mit ihm zusammen den Weg zur Schule bewältigt?

    Alles Gute!

  7. Hallo, ich habe keinen richtigen Rat für euch, kann es aber so gut nachfühlen und drücke die Daumen, dass es bald besser wird!

    Vor vielen Jahren war ich einmal das Kind, das neben die Heimwehkinder in der Schule gesetzt wurde und mich dann ein bisschen um sie gekümmert habe. Scheinbar hatte ich eine beruhigende Ausstrahlung. Vielleicht gibt es ja in der Klasse Deines Sohnes auch ein Kind, das in der ersten Zeit diese Rolle übernehmen könnte?

    Alles Liebe für Euch!

  8. Hallo, ja, ich kenne das gut. Unser Sohn wurde letztes Jahr eingeschult. Er freute sich sehr auf die Schule, aber schon die Einschulung lief anders als geplant.
    Als sein Name aufgerufen wurde und er auf die Bühne gehen sollte, blieb er sitzen und war nicht dazu zu bewegen aufzustehen. Letztlich ging ich dann mit in die Klasse, dort liefen einige Tränen und nach einigen Minuten konnte ich dann gehen.
    Unser Sohn kannte auch niemanden in seiner Klasse.
    Letztlich weinte er 6 Wochen nahezu jeden Morgen. Die Lehrer versuchten darauf einzugehen, hatten dafür aber kaum Kapazitäten.
    Auch ich habe einmal geweint, weil quasi alle in ihren Unterrichtsräumen verschwanden und wir letztlich alleine im Vorraum verblieben. Gott sei Dank kam die Erzieherin und ging dann erstmal mit ihm in den Hort.

    Was hat geholfen?

    Wenn ihn sein Vater gebracht hat, viel ihm die Trennung leichter. Daher haben wir das dann für 14 Tage so gemacht, das sein Papa ihn zur Schule brachte.

    Ausserdem hat er dann täglich sein Lieblingskuscheltier mitgebracht und das sass auf seinem Pult.

    Ich denke, es gibt eben Kinder, die brauchen länger, um sich an neue Situationen zu gewöhnen.

    Ich drücke Euch die Daumen, das es bald leichter für ihn wird.

  9. Ich bin Grundschullehrerin und habe das-zwar selten und nicht so krass-aber ab und an schon erlebt. Was raten finde ich schwierig, weil du gar nicht schreibst, was dein Sohn sagt, wo sein Problem liegt. Was findet er denn zum „Heulen“? Die Lehrerin? Das Nicht-bei-der-Mama-sein-können? Die andern Kinder? Kannst du Kontakt mit den Eltern eines Mitschülers aufnehmen, dass er sich mal zum Spielen verabredet?
    Gib ihm auf jeden Fall erstmal Zeit! Und versuche rauszufinden, warum er weint. Dann lässt sich die Ursache dafür ja vielleicht beseitigen.

    Dass du mit ins Gebäude kommst, ist , glaube ich, nicht hilfreich. Wenn das Problem dadurch gelöst wäre, hätte da ja die Lehrerin sicher auch nichts dagegen. Aber das verlagert die Trennung ja nur!

  10. Mein Sohn hat nun auch die erste Schulwoche hinter sich. Wir hatten große bedenken, da er auch keinen aus der Klasse kennt. In den Ferien, waren wir viel auf der Straße und haben so einige Kinder kennengelernt die mit ihm in die Klasse kommen. Mit einem Kind hat er eine tolle Freundschaft innerhalb weniger Tage aufgebaut. Die Einschulung lief für uns ruhiger und morgens laufen die zwei zusammen mit uns Eltern zur Schule. Wenn dein Kind erstmal einen tollen Freund findet, wird es besser, hoffe ich für euch!

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