Vier Jungs, ein Mädchen: Wir bekamen fünf Kinder in neun Jahren

Liebe Eva, du hast fünf Kinder – in welchem Abstand hast du sie bekommen – wie alt sind sie jetzt?

Wir haben in neun Jahren fünf Kinder bekommen. Daniel ist jetzt 9, David 7, Dinah – unser einziges Mädchen – ist jetzt 5. Manuel ist 3 und Benjamin jetzt 6 Monate alt. Mein Mann und ich sind 33, wir haben relativ früh angefangen und sind mit dieser Entscheidung sehr glücklich.

Wie sind denn die Reaktionen in eurem Umfeld, wenn ihr mit fünf Kindern auftaucht?

Ich muss sagen, dass wir eigentlich kaum negative Reaktionen bekommen. In unserem näheren Umfeld kennen uns die Menschen ja und reagieren eigentlich sehr nett. Viele fragen nach, wie das bei uns alles so läuft, aber eher, weil sie es toll finden oder es sich nicht vorstellen können. Natürlich wird man oft angeguckt, wenn man mit der ganzen Familie unterwegs ist und die Leute fragen auch schon mal nach, ob das alles unsere Kinder sind.

Blöde Sprüche habe ich bisher nur vereinzelt gehört. Das ist mir dann aber auch ziemlich egal. Besonders ältere Menschen freuen sich häufig sehr, wenn sie uns sehen und erzählen von ihrer eigenen Familie. Früher war es eben normal in einer großen Familie aufzuwachsen. Von vielen Müttern höre ich auch, dass sie eigentlich gerne noch weitere Kinder gehabt hätten.

Nun haben es ja in Städten sogar schon Familien mit drei Kindern schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden – wie macht ihr das? Wie lebt ihr und klappt das gut?

Ja, das Thema Wohnraum für Großfamilien ist leider schwierig. Ich lese immer wieder von Familien, die jahrelang auf der Suche sind. Wir wohnen eher ländlich, zwischen Köln und Bonn. Aufgrund der Nähe zu diesen zwei beliebten Städten, die beide Universitätsstädte sind, ist auch hier der Wohnraum nicht günstig.

Wir haben vor ein paar Jahren ein Einfamilienhaus mit Garten gekauft. Mittlerweile wird es auch bei uns etwas eng, sodass wir in der nächsten Zeit anbauen werden. Momentan möchten die Kinder noch keine eigenen Kinderzimmer und teilen sich jeweils zu zweit ein Zimmer. Wenn der Anbau fertig ist, wird jedes Kind ein eigenes Zimmer haben. Sobald ein bestimmtes Alter erreicht ist, finde ich es wichtig, dass jeder einen Rückzugsort für sich hat.

Wer hilft dir und deinem Mann im Alltag. Wenn ich mir allein die Wäscheberge und Essensportionen vorstelle, könnt ich schon vor Respekt vor dir in die Knie gehen…

Unseren Alltag stemmen wir unter der Woche allein. An den Wochenenden hilft häufig meine Mutter bei der Kinderbetreuung, da die zwei großen Jungs Fußball spielen. Das ist mit vielen Terminen und Fahrerei verbunden und nicht immer haben die kleinen Geschwister Lust mitzukommen. Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar und die Kinder lieben es, Zeit mit Oma zu verbringen.

Die Wäscheberge sind mein persönlicher Endgegner 😉 Das kann ganz schön frustrierend sein, wenn man mehrere Maschinen pro Tag wäscht und der Berg abends wieder fast genauso groß ist. Aber es gibt Schlimmeres und das gehört eben dazu, wenn man einen großen Haushalt hat.

Unter der Woche essen die Kinder in der Schule und im Kindergarten. Wir essen immer gemeinsam zu Abend und legen viel Wert darauf, an den Wochenenden gemeinsam zu Mittag zu essen. An die Portionen gewöhnt man sich schnell. Allerdings frage ich mich jetzt schon, wie das wird, wenn alle in der Pubertät sind…

Du hast deine Kinder im Studium bekommen. Wie gut hat das funktioniert und könntest du das weiterempfehlen?

Ja, ich bin nach dem ersten Semester mit meinem ersten Kind schwanger geworden und stand bei der Examensprüfung kurz vor der Geburt von Nummer vier. Danach habe ich das Referendariat begonnen und bin in dieser Zeit mit Kind fünf schwanger geworden.

Für mich war es definitiv die richtige Entscheidung, da ich mich nicht zwischen Familie und Beruf entscheiden wollte. Ich hatte damals schon einen starken Kinderwunsch. Es war jedoch eine sehr anstrengende Zeit und ich habe natürlich auf viele Dinge verzichtet, die das Studentenleben bereithält. Wenn andere nach den Vorlesungen noch gemeinsam losgezogen sind, musste ich schnell weg, um die Kinder abzuholen. Abends hatte ich dann auch keine Zeit für Verabredungen, weil ich erst lernen konnte, wenn die Kinder schlafen. Aber das war für mich in Ordnung, ich habe es mir ja selbst so ausgesucht.

Ob ich das weiterempfehlen kann? Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich hatte das Glück, dass mein Mann schon Geld verdient hat. Wenn beide Eltern studieren ist die Situation sicher schwieriger. Wenn man es wirklich will, sind Organisation, ein gutes Betreuungsnetz für die Kinder und ein gewisses Maß an Selbstdisziplin schon mal die halbe Miete. Es gibt immer einen Weg…

Du arbeitest heute als Sonderpädagogin an einer Grundschule. Du kümmerst dich also AUCH NOCH beruflich um Kinder. Was geben sie dir?

Richtig. Ich habe mein Referendariat an einer Förderschule für Kinder mit geistiger Behinderung gemacht und bin dann anschließend an eine Grundschule gegangen. Zurzeit bin ich in Elternzeit. Meine Schüler geben mir sehr viel. Ich habe diesen Beruf gewählt, da es mir am Herzen liegt, dass die Kinder, die es in der Schule nicht so leicht haben, nicht untergehen. Es ist toll zu sehen, wenn ein Kind Fortschritte macht. Oft arbeitet man lange an einem Thema und der Moment, in dem das Kind plötzlich versteht und seinen eigenen Erfolg wahrnimmt, erfüllt mich einfach mit Freude. Das ist so wichtig für die Kinder und stärkt deren Selbstbewusstsein.

Wenn wir das richtig gelesen haben, ist deine Familienplanung mit fünf Kindern noch nicht abgeschlossen….

Ich könnte mir durchaus noch ein bis zwei weitere Kinder vorstellen. Jetzt steht aber erstmal unser Bauprojekt an. Ich bin auch Pflegekindern gegenüber nicht abgeneigt. Mal sehen, was das Leben für uns noch bereithält. Ich vertraue da auf Gott und dass er uns schon den richtigen Weg zeigen wird…

Was schätzt du am meisten an deiner Familie?

Hier kann jeder so sein, wie er ist und man ist niemals allein. Jeder ist für jeden da und wir unterstützen uns gegenseitig. Ich bin selbst ohne Geschwister aufgewachsen. Umso mehr genieße ich das wuselige Leben in einer großen Familie.

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8 Kommentare

  1. Schöner Artikel!
    Wir haben auch 5 Kinder – 5 Buben.😆
    Ich könnte mir auch noch weitere Kinder vorstellen, bin Mitte 30.
    Für mich gibt es – bei aller Anstrengung- einfach nichts schöneres auf der Welt, als Kinder ins Leben zu begleiten.

  2. Hut ab, liebe Eva, meinen Respekt, tolle Familie! Komme auch aus einer großen Familie und mochte als Kind dieses wuselige Treiben auch so gerne. Alles Liebe für euch!

  3. Ich würde gern wissen, wie Du das machst, wenn die Kinder krank sind. Dann fehlst Du vermutlich doch mehr als nur mal zwei Tage auf der Arbeit – und den Kindern, die Du in der Schule begleitest?
    Ich zerreiße mich in solchen Situationen als Erzieherin oft innerlich – wem kann ich wie gerecht werden – meinen kranken Kindern oder meinen Kitakindern – und, soviel sei verraten – natürlich hat das Verständnis auf der Arbeit schnell ein Ende. Denn viele Kinder werden nun mal auch nacheinander krank und nicht immer gleichzeitig … ich habe übrigens nur vier Kinder.
    Wie schaffst Du das?

      1. Hallo liebe Eva & Familie. Es hat mich sehr gefreut den Artikel zu lesen. Wir bekommen auch bald unser 5. Wunschkind und unsere Kinder sind genauso alt wie eure. Außerdem sind wir auch noch recht jung, so wie ihr. Hättet ihr Interesse daran, persönlich Kontakt aufzunehmen? Liebe Grüße H.

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