Muss ich meinem Chef vom Kinderwunsch erzählen?

pregnant 2277768 1280 665x435 - Muss ich meinem Chef vom Kinderwunsch erzählen? - Lara will ihren Job wechseln. Doch es gibt viele offene Fragen...

Ich heiße Lara und bin seit fast einem Jahr stolze Mama einer kleiner Tochter. Ich bin noch bis zu ihrem ersten Geburtstag in Elternzeit. Schon während der Schwangerschaft war mir eigentlich klar, dass ich nicht an meinen alten Arbeitsplatz zurück will. Ich war über Jahre nicht glücklich dort.

Ich arbeite in einer großen Firma und habe mich intern beworben. Tatsächlich hat es geklappt und durch den internen Wechsel hätte ich keine Probezeit und der Vertrag ist unbefristet.

Nun kommt allerdings der Haken: Ich kann zunächst Teilzeit einsteigen, aber spätestens im Herbst möchte mein Chef, dass ich Vollzeit arbeite. Das war so abgemacht, aber nun kann mir keiner sagen, ob das mit dem Krippenplatz für unser Kind im Herbst auch wirklich klappt. Die Kitas können uns keine feste Zusage mehr geben. Deshalb stehen wir nun auch bei einer Tagesmutter auf der Warteliste.
Meine Mutter wohnt zwar in der Nähe, aber es kann keine Lösung sein, unser Kind monatelang von ihr betreuen zu lassen.

Jetzt bekomme ich also echt etwas Magendrücken, weil ich nicht weiß, wann wir einen Platz bekommen und wie kooperativ der Chef ist, wenn ich ihm sage, dass ich nicht Vollzeit arbeiten kann…

Und Haken Nummer 2:
Mein Chef hat indirekt gesagt, er bräuchte jemanden verlässlich für ca. 3 Jahre. Versteht mich nicht falsch, aber wir wünschen uns auch noch ein 2. Kind. Ich bin schon Mitte 30 und werde nicht jünger. Ich will nicht jetzt sofort schwanger werden, aber in so einem Jahr oder 1,5 Jahren wäre es schon schön (vorausgesetzt es klappt dann auch!)

Ist das dann unverschämt gegenüber dem Chef? Müsste ich dann ein schlechtes Gewissen haben?
Ich freue mich auf eure Antworten!

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12 Kommentare

  1. Genau wie hier schon geschrieben wurde: nur wir können Leben schenken. Und wann wir das tun, geht nur uns und unseren Partner etwas an. Und wie häufig wir das tun, auch. Ich finde es traurig, dass kaum, wenn eine Frau verkündet, schwanger zu sein, sie schon als nicht mehr flexibel genug, arbeitswillig genug, belastbar genug,… gilt. Von Aufstiegschancen ganz zu schweigen. Kein Mann würde sich je Gedanken darüber machen, wie der Chef darüber denkt. Und jeder Mann kann heute genauso Elternzeit nehmen, vielleicht sogar 3 Jahre?! Wo sind wir denn, wenn Frauen sich ständig rechtfertigen müssen. Das ist das Leben-man kann es nicht planen bis ins Detail, es kommt, wie es kommt. Wo kommen wir hin, wenn frau sich die Erlaubnis erstmal vom Chef holen muss, ob der Kinderwunsch realisiert werden darf! Wenn ich in der Personalabteilung arbeiten würde, würde ich mich auflehnen gegen die Diskriminierung von Frauen, denn das ist es ja, wenn Frauen aufgrund möglicher „Gebärfähigkeit“ die ausgeschriebene Stelle nicht bekommen. Da geht mir echt der Hut hoch!

  2. Liebe Lara,
    „dein Chef möchte, dass du im Herbst Vollzeit arbeitest“.
    Das kann er dir wahrscheinlich genauso wenig garantieren, wie du eine Schwangerschaft ausschließen kannst und möchtest und auf die Betreuungsmöglichkeiten deines Kindes hast du wenig Einfluss.

    Mir hat mein ehemaliger Chef eine bessere Position angeboten, die ich gerne angenommen hätte. Mein absolutes Wunschkind kam dazwischen und der Chef ging aus dem Unternehmen. Beides mehr oder weniger Zufall. Hätte ich meinen Kinderwunsch wegen der Aufstiegschance verschoben, hätte ich jetzt weder Kind noch Karriere.

    Daher, geh nach deinem Herzen!
    Was dann wie genau kommt wird sich finden. Du kannst deinem Chef ja anbieten bei der Suche nach einem Krippenplatz mitzuhelfen 😉 es gibt Menschen die sich das alles soo einfach vorstellen, bis sie eigene Erfahrungen machen.

    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Herzensweg

  3. Hallo,
    Ich kann dich gut verstehen, ich habe im April 19 eine neue Stelle angefangen nach meiner zweiten Elternzeit (gleicher Arbeitgeber) und mich auch super ins Team eingefunden und auch eingearbeitet, ich liebe meine Job aber wir wollten gerne noch ein drittes Kind, im März war nun der Test endlich positiv und da ich in einer Notaufnahme arbeite musste ich direkt die Bombe platzen lassen, meine Kollegin hatte null Verständnis und sich darüber geärgert das sie mich jetzt 1 Jahr umsonst eingearbeitet hat, meine Teamleitung hat mir gratuliert und mich direkt ins BV geschickt, nun bin ich zu Hause und hoffe so sehr das sie keinen eigneten Ersatz für mich finden mit dem meine Kollegin klar kommt, ich will so gerne genau die Stelle wieder haben, aber Anspruch habe ich keinen, bin zwar unbefristet aber Hausintern kann man mich nächstes Jahr nach der Elternzeit umsetzten
    Also du bist nicht alleine und keiner sollte seine Familienplanung und den Wunsch nach Kindern von seinem Job abhängig machen

  4. Ich arbeite in einem Personalbüro eines großen Dienstleisters und sage deswegen aus Erfahrung ganz ehrlich:

    Genau aus diesen Gründen werden Frauen im „gebärfähigen“ Alter nicht eingestellt, wenn sich genauso geeignete Männer für den Job finden lassen.

    Das darf nicht so sein, ist auch nie offiziell, aber genau diese Einstellung, sich auf einen Job zu bewerben, obwohl man weiß, dass man das Profil demnächst wegen (weiterem) Kinderwunsch nicht erfüllen kann, führt zu solchen Entscheidungen.

    Ich werte das nicht, aber man braucht sich dann auch über so manche Absage nach dem Bewerbungsgespräch nicht wundern….Und zu einem guten Vertrauensverhältnis im Beruf führt das in der Regel auch nicht.

    1. Hallo Ina,
      Aber was soll man denn dann machen? Sagen: eventuell falle ich in 2 Jahren wieder aus, da ich noch einen Kinderwunach habe?
      Und dann klappt es vielleicht gar nicht und man hat weder Job noch Kind. Oder um besten Fall zwar noch ein Kind, aber kein Geld, kein Anspruch auf Elterngeld über den Mindestsatz hinaus, weniger Anspruch auf einen Kitaplatz und Nachmittagsbetreuung für das größere Kind wenn es in der Schule ist. Damit wieder schlechtere Bedingungen für den Berufseinstieg. Mit 45 kann man dann in wieder einsteigen, ist aber beruflich längst abgehängt…

      Genau wegen sowas sind Frauenquoten im Gespräch bzw. schon umgesetzt, was dann auch wieder die AG enschränkt und es lässt sich immer gut behaupten, die Frau bekäme die Stelle nur wegen der Quote trotz mangelnder Qualifikation. (Und in meiner Erfahrung bevorzugt das dann die kinderlose Frau gegenüber dem Vater, dar ja schon mal – wie kann er nur! – 6 Monate Elternzeit genommen hat. Wie man’s macht macht mans falsch!)

    2. Ina, deine Erfahrung kann ich nicht teilen. Ich bin 2x im besten gebährfähigen Alter (27 bzw. dann mit 30 in eine deutlich bessere Position) fest angestellt worden. Offensichtlich hatte ich großes Glück mit meinen Arbeitsgebern, die akzeptiert haben, dass Kinderkriegen zum Leben dazu gehört. Mit 31 bin ich schwanger geworden und mit 33 nochmal. Mein Chef hat selber 4 Kinder… er hat immer toll reagiert und mir den Wiedereinstieg beide Male einfach gemacht!
      Bei meiner Einstellung habe ich NIEMALS über meinen Kinderwunsch gesprochen. Es hat für mich überhaupt nichts mit Vertrauensverhältnis zu tun, über solche privaten Dinge zu sprechen!
      Man stelle sich vor, es klappt nicht mit dem 2. Kind und hat sich deswegen eine tolle Chance verbaut! Oder jeder schielt nur auf deinen Bauch, so nach dem Motto „ist es schon so weit?“
      Niemand sollte ein schlechtes Gewissen haben, schwanger zu werden… irgendeiner muss es ja wohl machen, und das sind halt wir Frauen. Das müssen Arbeitgeber akzeptieren, und eine Lösung findet sich im Fall des Falles immer! Ich würde daher nichts sagen!!!

  5. Kinderwunsch ist eine private Sache und geht deinen Arbeitsgeber nichts an! Man muss nicht ehrlich sein , weil es zu sehr in deine Privatsphäre eindringt. Ob und wann du ein zweites Kind bekommst ist deine Entscheidung und von einer Reihe Faktoren abhängig, die man nicht beeinflussen kann, ob und wann es klappt z.b.
    Die Berufswelt sollte Frauen beim Kinderwunsch den Rücken stärken und sie nicht unter Druck setzen.
    Also, meiner Meinung nach, bist du deinem Vorgesetzten keine Antwort schuldig und wenn du schwanger bist, bist du schwanger und er muss sich Ersatz suchen.

  6. Ich war in einer ähnlichen Situation und ich habe nicht direkt gelogen, sondern einfach von mir aus nichts von der Kinderplanung erzählt. Ich dachte immer, dass sie doch eigentlich damit rechnen müssen, bei der Einstellung war mein Kind schon fast drei. Die Reaktion auf die Schwangerschaft war dann erst etwas geschockt, was mich total gewundert hat. Dann haben sich aber alle gefreut. Und Haken Nummer 1 – das würde ich völlig ignorieren. Es kommt, wie es kommt. Dein Chef weiß, dass du ein Kind hast, im Moment nichts planbar ist und er weiß auch dass Frauen in unserem Alter zum zweiten Mal schwanger werden können. Du musst dir nicht seinen Kopf zerbrechen!
    Ich wünsch dir alles Gute!

  7. Ich finde ein Kinderwunsch ist eine wirklich persönliche private Sache. Rechtlich gesehen darf man eine Bewerberin im Bewerbungsgespräch nicht nach einem Kinderwunsch fragen und das finde ich auch richtig so-wir Frauen haben ja leider schon so viele Nachteile im Berufsleben. Warum sollte man über etwas absolut Privates reden, wenn es sogar noch so weit in der Zukunft liegt. Man kann ja nicht mal abschätzen, ob man dann sicher noch ein Kind möchte, ob man wirklich schwanger wird, ob man den Job überhaupt noch machen möchte etc etc. Von daher würde ich dazu raten, Privates auch privat zu halten und sich nicht selbst Steine in den Weg zu legen. Habe es übrigens mehrmals erlebt, dass Freundinnen unbedingt viele kinder wollten und dann in der Trotzphase vom ersten Kind entschieden haben, dass eins erst mal reicht oder dass man eben noch wartet. Also lieber Chance nutzen! Ich bin generell ein absolut ehrlicher Mensch, aber das hat für mich nichts mit Ehrlichkeit zu tun. Ist auch wieder typisch, dass wir Frauen uns da Gedanken machen, dass wir Gewissensbisse haben etc. Habt ihr je einen Mann erlebt, der so empfindet oder sich gar Sorgen macht, wie der Chef einen eventuellen Kinderwunsch findet?

  8. Das mit dem internen Jobwechsel klingt doch super. Ich finde ganz klar: Nein, du musst kein schlechtes Gewissen haben!
    Risiken, nicht ewig in Vollzeit für den Job zur Verfügung zu stehen, gibt es immer. Auch kinderlose können krank werden, einen Unfall haben oder eben einfach keinen Bock mehr auf den Job haben oder was besseres finden. Oder ungeplant ein Kind bekommen, sich um einen Angehörigen kümmern müssen, beschließen ein Sabbat Jahr zu machen… Und in 1.5-2 Jahren kann sich so viel ändern – an deiner privaten Situation sowie an der Situation im Unternehmen!
    Vielleicht ist es dann doch kein so großes Problem mehr, wenn du für eine Weile ausfällst. Viel wichtiger ist doch, dass du deine Arbeit gut machst.

    Ja, ehrlich währt am längsten, dem möchte ich hier nicht widersprechen. Aber du planst ja nicht keinen Krippenplatz zu finden, im Gegenteil läuft die Suche ja offensichtlich auf Hochtouren und eine Übergangsnotlösung habt ihr auch schon(wie gesagt, irgendwas schief gehen kann immer, auch ohne Kinder). Ob du in einem Jahr wirklich wieder achwanger wirst ist ja zum einen leider nie sicher, zum anderen geht deinen Chef deine Familienplanung nunmal einfach nichts an!
    Viel Glück!

  9. Ehrlich währt am längsten. Unglaublich schwer bisweilen, aber unterm Strich immer das Beste. Ich wünschte ich hätte und würde immer so entscheiden, dass ich frohen Anblicks jeden morgen in den Spiegel schauen kann. Mir selbst in die Augen, tief und überzeugt von dem was ich tue.

    1. Ich tendiere ebenfalls dazu ein schlechtes Gewissen zu haben. Aber ich habe in den Jahren in der Arbeitswelt auch Folgendes gelernt: alles, was eine Funktion hat, ist immer auch entbehrlich. D. h., dass jeder Arbeitgeber dich ebenfalls über kurz oder lang ersetzen bzw kündigen würde, falls es die Umstände erfordern oder man mit deiner Leistung nicht mehr zufrieden ist. Selbst Mitarbeitende, die jahrelang treu und loyal gegenüber dem Unternehmen waren und einen guten Job gemacht haben, werden falls es notwendig erscheint, vor die Tür gesetzt. So schnell kann man da manchmal gar nicht gucken. Also von daher würde ich meinen Kinderwunsch keineswegs von Arbeitgeber abhängig machen oder gar aufschieben. Je nach Situation kann man aber offen kommunizieren und gute Lösungsvorschlag für die Zeit der Abwesenheit unterbreiten. Das ist in jedem Einzelfall zu entscheiden. Und allen, die Frauen wegen ihrem Kibderwunsch/Schwangerschaften einen Unzuverlässigkeitsstempel aufdrücken wollen, sei Folgendes gesagt: wir sind auch das einzige Geschlecht, das Leben auf die Erde bringt. Männer oder Maschinen können das (bislang) noch nicht. Also zeigt euch solidarisch, auch wenn’s nicht immer bequem ist.

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