Großfamilie Kehmeier: Nach acht Kindern jetzt ein Pflegekind?

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Foto: Mama und Mini

Ihr Lieben, ihr kennt die Großfamilie Kehmeier ja vermutlich bereits durch unsere Interviews zu ihrem achten Kind, das alles auf den Kopf stellt, zur Quarantäne-Zeit mit sieben Kindern, oder allgemein zu ihrem Leben, bevor das achte Kind kam. Aber die Kehmeiers wären ja nicht die Kehmeiers, wenn sie nicht schon wieder was im Schilde führten… und nun gibt´s also mal wieder etwas zu berichten.

Lieber Sven, ihr habt acht Kinder, das Jüngste ist anderthalb, wie geht es euch grad in eurer zehnköpfigen Familie?

Uns geht’s eigentlich sehr gut. Die Nächte werden gerade besser und wir bekommen etwas Energie zurück.

Was läuft grad erstaunlich gut, wo hakt es grad etwas?

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Erstaunlich gut läuft bei uns eigentlich immer unsere Alltagsorganisation. Termine koordinieren und Auszeiten für jeden Einzelnen einbauen, ist, glaube ich, unsere Stärke. Haken tut es allerdings, wenn außerplanmäßige Dinge zu viel Raum einfordern.

Ich habe gehört, dass nun erstmal keine leiblichen Kinder mehr geplant sind, wie kamt ihr zu dem Entschluss?

Leibliche Kinder sind nicht mehr geplant. Arthy hat sich auf Grund der 7 Kaiserschnitte beim letzten Kind sterilisieren lassen. Auch unser Alter hat zur Entscheidung beigetragen.

Nun wäret ihr aber ja nicht die Kehmeiers, wenn ihr nicht direkt schon wieder weitere Projekte in Angriff nehmen würdet (wirklich, ich weiß nicht, welchen Dampfofen ihr im Keller habt, der euch so viel Energie schenkt!) erzählt mal, was ihr familiär als Nächstes plant…

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Foto: Mama und Mini

Wir haben uns nach jahrelanger Überlegung nun dazu entschlossen, Pflegefamilie zu werden und hoffentlich einem kleinen Menschen ein sicheres Zuhause schenken zu können.

Wahnsinn! Wie weit bzw. konkret seid ihr da schon in der Planung?

Wir sind bei der Planung gerade mitten im Bewerbungsprozess. Zwei Gespräche mit dem Jugendamt haben wir schon geführt und auch das Seminar haben wir schon besucht. Gerade arbeiten wir die bürokratischen Dinge ab und dann folgt bald der Hausbesuch.

Wie sieht es bei euren anderen Kindern grad aus, welche Themen liegen da auf dem Tisch? Von Pubertät, Liebeskummer, Einschulung, da wird ja immer was los sein…

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Foto: Mama und Mini

Bei unseren Kindern ist immer eine Menge los. Der Große wird bald 18. Dann haben wir ein erwachsenes Kind. Das ist schon der Wahnsinn. Vier Kinder stecken gemeinsam in der Pubertät. Klara wird im Sommer eingeschult und Bosse geht ab Mitte März in die Krippe. Also immer viele Veränderungen.

Habt ihr das Gefühl, dass eure Kinder sich auch gegenseitig „erziehen“?

Unsere Kinder erziehen sich glaube ich nicht gegenseitig, aber schauen sich natürlich einiges voneinander ab. Kann von Vorteil sein… aber nicht immer 😉

Übernehmen die Kinder auch viele Aufgaben im Haushalt schon selbst?

Man kann uns für verrückt erklären, aber feste Aufgaben haben unsere Kinder im Haushalt nicht. Mal räumt der eine den Geschirrspüler aus, mal übernimmt jemand die Gassirunde mit dem Hund. Das machen wir meist situationsabhängig.

Gibt es Phasen, in denen bei euch niemand krank ist?

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Bei uns gibt es tatsächlich häufig Zeiten, wo niemand krank ist. Vielleicht haben unsere Kinder Glück und ein gesundes Immunsystem.

Du gehst ja auch noch außer Haus arbeiten, oder? Wie macht ihr das allein mit all den Wäschen und Fahrten und Arztbesuchen?

Ich gehe meinem normalen Vollzeitjob als Projektmitarbeiter nach. Zusätzlich bin ich noch selbstständig in der Eventbranche. Ich arbeite sehr viel, um uns ein finanziell sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Arthy wird aber auch bald wieder beruflich starten. Arztbesuche, Wäsche usw. klappt meistens durch gute Organisation reibungslos.

Wo siehst du dich und euch in 20 Jahren?

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Foto: Mama und Mini

In 20 Jahren sehe ich mich definitiv ausgeschlafener als die letzten Jahre. Ich möchte noch viel mit den Kindern reisen, aber freue mich drauf, in 20 Jahren auch mal mit Arthy allein Zeit zu verbringen. Möglicherweise warten dann jedoch schon die ersten Enkelkinder auf uns 😉

Was für eine Vorstellung! Aber bis dahin haltet uns gern erstmal auf dem Laufenden, wie es mit eurer Pflegefamilien-Planung weitergeht.

Wer der Familie Kehmeier noch über dieses Interview hinaus folgen möchte, kann dies auf ihrer eigenen Website tun, auf Instagram oder auf Youtube.

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23 comments

  1. Also ich finde die Entscheidung toll, wir haben auch 7 Kinder, erwarten Nr. 8+9 und planen evtl. ein Kind zusätzlich zu adoptieren, zumindest sind wir in der Planungsphase und es tagt der Familienrat. Wir wurden auch auf dieser Seite ziemlich angegangen. Was ist so schlimm daran, wenn alles läuft, alle glücklich sind und die ganze Familie eine Entscheidung mit dem Herzen trifft. Manche Familien/Eltern sind eben belastbarer als andere. Dir Arthy wünsche ich samt Familie, Pflegekind, Hund etc. alles Glück der Welt. Niemand muss den Lebensentwurf von uns Grossfamilien toll finden. Nicht ärgern lassen, ich weiss es ist manchmal schwer. Die eigenen glücklichen Kinder anschauen und erkennen, wir machens richtig, der Weg ist richtig und wird erhobenem Hauptes weiter beschritten. Meckerer gibts überall, egal bei welchem Thema. Lg Mona (AbenteuerGrossfamilie7Kinder)

  2. Jetzt habe ich die Kommentare hier mal sacken lassen.
    Vielleicht sollten einige Menschen einfach mal an ihren Vorurteilen arbeiten.
    Das macht das Leben so viel schöner.
    Wir haben schon sehr gute Gespräche mit dem Jugendamt geführt und sind uns der Aufgabe sehr bewusst. Da muss sich wirklich niemand Gedanken machen.
    Zum Thema Zeit…sobald ein Pflegekind bei uns einzieht gehe ich in Elternzeit. So wie es auch bei Eltern ist, die nicht 8 Kinder haben.
    Wenn wir unseren Lebensunterhalt nicht selbst finanzieren würden, wäre der Aufschrei auch groß.
    Also bitte denkt alle mal über eure Vorurteile nach. Es macht im Leben glücklicher andere Menschen nicht immer sofort ohne Hintergrundwissen zu verurteilen.

    Liebe Grüße

    1. Liebe Arthy,
      unsere Familie ist auch kinderreich, plus Pflegekind.
      Die Reaktionen darauf reichen von Bewunderung bis hin zu; “ wie kann man sich das noch aufhalsen, wenn die eigenen aus dem Gröbsten raus sind?“
      Heutzutage sind kinderreiche Familien, wenn nicht prekär und bunt nach Trennung, geplant und eher konservativ in wohlhabenden Verhältnissen. Das sorgt für den entsprechenden Neidfaktor, der sich in diesen Kommentaren ausdrückt.
      Also, am besten als Kompliment nehmen und die Kinder genießen.

  3. Die Bereitschaft, sich als Pflegeeltern zur Verfügung zu stellen in Ehren, aber von allem, was ich bisher über die Bedürfnisse von Pflegekindern gelesen habe, bezweifle ich, dass eine Familie, die schon 8 Kinder hat, diesen Bedürfnissen gerecht wird. Auch wenn nicht mehr alle Kinder daheim wohnen.

  4. Himmel, ich mecker ja auch gern an allem rum…aber warum soll es der Familie mit ihren acht gewünschten Kindern denn nicht gut gehen?

    So ein Familienleben ist für Kinder oft besser als Eltern zu haben, die über jede Kleinigkeit Bescheid wissen müssen und jeden Pups ihrer Kinder wichtig und lobenswert und spannend finden!

  5. Danke für so positive Berichte! Immer schön, wenn Jemand auf die Frage nach dem Ergehen nicht gleich meckert oder sich mit Negativem überboten wird. Können wir Deutschen ( oder speziell Frauen untereinander) wohl nicht. Warum nimmt Frau das so persönlich? Was ist im Leben ( oder in der Erziehung) der Kommentatorinnen so schief gegangen? Egal wie miserabel man drauf ist, nicht an Anderen auslassen!

  6. Na hervorragend. 8 Kinder, Vollzeitjob mit zusätzlicher Selbstständigkeit und Frau die ebenfalls bald wieder arbeiten geht.
    Ich hoffe sehr, dass das Jugendamt da einschreitet, bevor das erste traumatisierte Pflegekind in die Familie kommt und 1:1 Aufmerksamkeit bräuchte.

    Außerdem frage ich mich, wo bei solchen rosa-roten Updates, die in keiner Familie der Realität entsprechen, der Mehrwert für die Leser liegen soll.

    1. … insbesondere, wenn vermeintlich alles „perfekt“ ist, alles immer funktioniert und es nie Probleme gibt. Das spiegelt eigentlich nicht die Realität wieder. Da lobe ich mir die Berichte, die auch mal „ungeschönt“ dem wahren Leben ins Auge blicken.

    2. Wir haben schon super tolle Gespräche mit dem Jugendamt geführt und sie sehen es mehr als positiv, dass wir schon 8 Kinder haben.
      Vielleicht einfach mal die eigenen Vorurteile hinterfragen.

    1. Hier steht nirgends, dass es bei den Kehmeiers perfekt läuft.
      Aber wahrscheinlich ist genau das der Punkt.
      Bei so vielen Kindern braucht man den Blick fürs Wesentliche, eine gesunde Partnerschaft, Organisationstalent, Humor ,Resilienz und muss als Erwachsener einfach mal von sich wegsehen können. Da ist kein Platz für Luxusprobleme wie gefühltes “ Mombashing oder ausverkaufte Barfussschuhe.
      Das Jugendamt sucht Familien, die anpacken können und etwas aushalten. Und Pflegekinder sollen übrigens Beziehung lernen.
      Das kann ich mir bei dieser Familie total vorstellen.
      Hut ab!

      1. Nein, das Pflegekind braucht feste Beziehungen und Zeit! Wie viel Zeit hat der Vater denn, wenn er normal vollzeit arbeitet und dazu noch eine zeitintensiv Nebentätigkeit hat? Sagen wir mal er muss 9 Stunden schlafen, 9 Stunden arbeiten, 3 Stunden Selbstständigkeit. Wenn man irgendwie berechnet, dass er auch noch aufs Klo muss und Duschen, hat er 2 Stunden am Tag für Essen, Essen kochen, mit der Versicherung telefonieren, aufräumen, Elterngespräch mit der Kita, Auto tanken, Papierkram machen – ach, und sich um seine 8 Kinder kümmern.
        Die natürlich nie krank sind, Schulprobleme haben, mit der besten Freundin Streit hatten, jetzt sofort Hilfe brauchen.
        Zwei Stunden pro Tag! Ein Pflegekind braucht 1:1 Betreuung, das geht vielleicht mit einem oder zwei Geschwistern, aber nicht mit 8. das ist nicht mit leiblichen Kindern vergleichbar.
        Das ist einfach nur unfair gegenüber dem Kind.

        1. Lisa
          So einen , sorry, Blödsinn, hab ich selten gelesen!? Dann dürfte niemand Kinder haben, weil wir alle schlafen müssen und unser Leben selbst erarbeiten? Oder weil leibliche Kinder keine Zeit in Anspruch nehmen? Dümmer geht’s nicht mehr?

          1. Du musst nicht beleidigend werden.
            Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, ob ich 9 Stunden Arbeite, 9 Stunden schlafe und 6 Stunden am Tag auf mein EINES Kind (oder meintetwegen auch zwei oder drei) und Essen, Duschen, Freizeitgestaltung verwende oder ob ich noch einen Nebenjob habe und 9 Kinder, von denen mindestens eines, nämlich das Pflegekind, besondere Herausforderungen und Aufmerksamkeitsbedürfnisse mit sich bringt. Ein Beziehungsabbruch, ggf. noch Behinderungen oder Traumatas, sind nicht vergleichbar mit einem leiblichen Kind.
            Ein Pflegekind aufzunehmen ist super toll und und wichtig und sollten viel mehr Leute machen. Aber nicht die Leute, die schon bereits 8 Kinder haben, die teilweise noch echt klein sind und so wenig Reflexionsfähigkeit (ganz, ganz wichtige Characteteigenschaft für Pflegeeltern) haben, dass sie ernsthaft einen Text wie oben veröffentlichen und denken dass das glaubhaft ist. Wäre interessant, in 15 Jahren mal ehrliche Interviews mit den Kinder zu lesen 😉

    2. Dann lies diese Berichte doch einfach nicht. Dann kann dich auch nichts triggern! Ich finde es toll, wie diese Familie das alles stemmt und lese gern davon.

      1. Hm, ein bisschen hinterfragen kann man das schon. Ich bin in einer kinderreichen Familie aufgewachsen, die Mutter Hausfrau. Dennoch war es wahnsinnig viel Arbeit bzw Hausarbeit für meine Mutter, die persönlich stark zurückgesteckt hat. Es waren 5 Kinder und das zu managen, war nicht leicht, beide Eltern sind keimen Hobbys nachgegangen. Meine Mutter hat alles toll organisiert und war oft sehr erschöpft. nd wir haben viel im Haushalt gemacht! Wenn ich jetzt denke, dass 8 Kinder und ein Pflegekind dazu kommen könnte – diese Mama arbeitet auch noch – ich kann mir schon vorstellen, dass es „funktioniert „, aber das MUSS zu Lasten der Mutter bzw der schon vorhandenen Kinder gehen. Pflegekinder haben oft verschiedene Therapien, brauchen oft viel Unterstützung in der Schule,….Die Frage ist natürlich, welche Aufgaben evtl „outgesourct “ werden: Putzfrau, Oma, Nachmittagsbwtreeung…

        Just my two Cents. Aber es muss sich jede Familie selbst überlegen.

      1. An Silvia
        Bei mir war das wie bei DD.
        Stimme DD komplett zu.
        Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit Lebenserfahrung.
        Wenn die Familie viel Unterstützung hat und sich das leisten kann, ist das schön für sie, aber ansonsten bleibt bei so einer großen Familie immer etwas auf der Strecke.
        Das kann man wollen und gut finden, sollte man aber bei einem Bericht über diese Familie nicht verschweigen.

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