Familie Kehmeier: Mit sieben Kindern durch die Quarantäne-Zeit – wie klappt das?

Großfamilie im Wald

Familie Kehmeier

Ihr Lieben, derzeit herrscht für alle Familien in Deutschland der absolute Ausnahmezustand. Und wir geben zu: Selbst mit drei Kindern kommen wir ab und zu bereits an unsere Grenzen.

Wie machen das also Familien, die einfach nochmal mehr als doppelt so viele Kinder zu betreuen haben? Ihr kennt die Kehmeiers ja schon von unserem Update mit der Großfamilie oder von unserem Interview, als es noch „nur“ sechs Kinder waren oder von der frohen Botschaft, dass das siebte Baby unterwegs ist. Nun haben wir Papa Sven Kehmeier mal gefragt, wie sie das gerade ohne Schule und Kita alles zusammen wuppen.

Ihr Lieben, Woche 1 mit euren sieben Kindern ohne Schule und Kita ist vorbei: wie lautet euer Fazit? Was ging gut, was hat nicht so funktioniert?

Es war schon sehr ungewohnt und auch anstrengend. Wir haben versucht, den Kindern weiter einen strukturierten Alltag zu bieten.

Jeden Abend besprechen wir, mit allen Kindern, den Tagesplan für den nächsten Tag. Bis jetzt klappt es ganz gut… Ich bin gespannt auf die nächsten Wochen!

Wir kamen ja schon mit drei Kindern und all ihren Schulaufgaben (zTl gabs von jedem einzelnen Fachlehrer einzelne Auftragsmails) an den Rand unserer Kräfte, wie macht ihr das? Und ist da auch Raum für Wutanfälle einzelner Kinder?! 😉

Die Herangehensweise bei den Schulaufgaben ist bei jedem Kind anders. Die Grundschulkinder haben Aufgaben zur Bearbeitung mitbekommen. In unregelmäßigen Abständen werden wir mit Aufgaben per Email versorgt.

Die Ganztagsschule hat ein Cloudsystem, indem die Schüler mit den Lehrern kommunizieren können. Das Gymnasium von unserem Großen verzichtet komplett auf Aufgaben. Sie sollen eigenständig Vokabeln lernen und sich, in dieser besonderen Situation, mehr Zuhause einbringen.

Natürlich ist es nicht einfach, den ganzen Tag mit 7 Kindern Zuhause zu sein. Wir haben aber das große Glück, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer hat. Bei schönem Wetter können sie auch noch im Garten spielen. So hat jeder seinen Rückzugsort.

Wie sieht grad euer „Alltag“ aus?

Wir versuchen den Kindern möglichst den strukturierten Alltag beizubehalten. Bevor die hier noch durchdrehen.

Wir machen jeden Tag einen Tagesplan. Ähnlich wie ein Stundenplan. Und so lange wir es dürfen gehen wir ganz viel ins angrenzende Moor und im Wald spazieren… und ein Netflix Probeabo habe ich jetzt auch.

Wie wuppt ihr das wirtschaftlich – an Arbeiten ist ja vermutlich grad nicht zu denken… und was alleine meine drei hier in den letzten Tagen essen, ist der Wahnsinn, ich komm mit dem Einkaufen kaum nach plus Miete und weitere laufende Kosten, ihr seid also zu Neunt ja auch auf Gehalt angewiesen.

Wirtschaftlich haben wir, zum Glück, keine großen Nachteile. Ich bin ja noch bis September in Elternzeit und bekomme Elterngeld.

Nun habt ihr durch die Rationierung in den Supermärkten (an vielen Regalen sehr mittlerweile ja „Nur 2 Produkte pro Haushalt“) arge Probleme, überhaupt genug einkaufen zu können. Wie löst ihr das?

Das ist in der Tat ein großes Problem. Wenn wir mit einem vollen Einkaufswagen an der Kasse stehen, kommen schon einige Blicke und auch Kommentare. Wir müssen uns dann oft erklären, dass wir 9 Personen sind und der Einkauf für maximal zwei Tage ist. Das ist schon sehr anstrengend.

Auf Fotos und in Texten wirken Arthy und du immer sehr verliebt. Ist das euer Geheimrezept, um mit euren Sieben so gut durch den Alltag zu kommen – oder habt ihr noch weitere Geheimrezepte?

Ein Geheimrezept haben wir nicht. Hier geht es auch sehr oft turbulent zu. Natürlich gibt bei uns auch Streitereien und die Lautstärke ist meist höher als in kleineren Familien.

Zum Glück haben wir aber eine tolle Oma, die auch auf alle 7 Kinder aufpasst (in normalen Zeiten). So haben wir zwischendurch auch mal Zeit zum Durchatmen und können in die Sauna oder essen gehen.

Gibt es – zu guter Letzt – noch etwas Positives, das ihr der Krise abgewinnen könnt?

Ein positiver Effekt ist natürlich, dass man als Familie noch enger zusammenrückt. Und: In Krisenzeiten merkt man, welche Freunde richtige Freunde sind!!!


Mehr zum Thema



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.